Mineralien, Gesteine und Erze aus der Grube "Wilhelmine" in Sommerkahl im Spessart - eine Bildergalerie!

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main



Die hier abgebildeten Mineralien stammen meist aus dem Inneren des Bergwerkes, wurden bei den Erschließungsarbeiten für das Besucherbergwerk herausgeschürft oder stammen aus der aktiven Zeit des Bergbaus. Die Bestimmung der meist sulfatischen Phasen gestaltete sich als sehr schwierig und ist inzwischen abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einer Fachzeitschrift in englischer Sprache publiziert (OKRUSCH, LORENZ & WEYER 2007).


 
Augen-Gneis
Augengneis, links angeschliffen und poliert, rechts bruchrauh. Dabei
bestehen die "Augen" aus Feldspateinschlüssen, dazwischen Quarz und
reichlich Glimmer, wellig verformt (Blickrichtung senkrecht zur Schieferung).
Das Gestein steht im westlichen Teil des Stollenystems an.
Bildbreite ca. 18 cm
Höhlenperlen
"Höhlenperlen" aus Calcit, Bildbreite ca. 5 cm
Azurit
Rundliche Azurit-Pusteln neben etwas Malachit und auf Goethit aus
dem Gneis. Bildbreite ca. 7 mm
Sinterbildungen aus Calcit
brauner Calcit-Sinter, gefunden während einer Befahrung 1984
Bildbreite ca. 10 cm
Azurit, Quarz
Krusten von Azurit und einem noch nicht bestimmten Mineral auf
Quarzkristallen mit etwas Malachit.
Bildbreite ca. 1,5 cm
Azurit auf Quarz
Das Stück aus Quarz mit Azurit belegt die lange Tradition, Mineralstufen
zu handeln.
Bildbreite ca. 10 cm
Bornit
Massiver Bornit mit geringen Anteilen von Tennantit, in der dünnen Kluft
darunter in Azurit umgewandelt.
Bildbreite ca. 3 cm
Aragonit auf Gneis
strahliger Aragonit auf Gneis, Bildbreite ca. 3,5 mm
Dolomit
Brauner Dolomit als Spaltenfüllung im Gneis (angeschliffen und poliert); die
dunkle Farbe entsteht durch das beim Zersetzten frei werdende Eisen und
etws Mangan. Stellenweise ist auch weißer Baryt an der Füllung beteiligt
(Rückseite des Stückes).
Bildbreite ca. 7 cm
Mimetestit-Kristalle neben Tennantit
kleine Igel aus Mimetesit neben Tennantit,
Bildbreite ca. 3 mm
sulfatisches Mineral
Clarait als Kruste auf Gneis (Ausschnitt aus dem Bild unten).
Bildbreite ca. 3,5 mm
feinfaseriger Olivenit
feinstfaseriger Olivenit aus einer Druse im Gneis,
Bildbreite ca. 3,5 mm
Calcit mit Aragonit
dünne, ca. 1,5 mm dick Kruste aus feinkristallinem Calcit mit etwas Aragonit
(rezente Bildung in einem der vielen Tümpel im Bergwerk).
Bildbreite ca. 6 cm
Harnsich
Strecke in der Grube Wilhelmine mit einem schönen Harnisch auf der
rechten Seite, ohne eine Mineralisation der Flächen.
aufgenommen am 01.05.2007
Tennantit
Silbrig glänzender Tennantit als Füllung von Störungen und Zwickeln im
Gneis, durchsetzt von etwas Bornit, Chalkopyrit und Pyrit (angeschliffen
und poliert).
Bildbreite ca. 7 cm
Gneis der Grube Wilelmine
Mit Azurit und Malachit überkrustete Gneisstücke an der Grube Wilhelmine,
Bildbreite ca. 1 m
aufgenommen am 24.06.2006
Tennantit, Pyrit, Bornit, Chalkopyrit
Bogenförmige, mit Erz (Tennantit, Bornit und Pyrit) gefüllte Spalten im
Gneis, im Hintergrund in Azurit umgewandelt.
Bildbreite ca. 10 cm
Erz Slg. T. Weis
Erz aus der Grube Wilhelmine mit reichlich Pyrit, Slg. T. WEIS,
Schneppenbach,
Bildbreite ca. 5 cm
Bornit, Tennantit, Chaclkopyrit, Pyrit, ...
Bis zu 1 cm mächtiger Erzgang im Gneis. Seltenes Stück mit weiteren,
kleinen Gängen anderer Orientierung. Das Erz besteht aus links unten
Pyrit, dann Tennantit und Bornit, darin Chalkopyrit und einige weitere
Phasen von Kupfermineralien, die man jedoch nur unter dem
Erzmikroskop erkennen kann.
Bildbreite ca. 12 cm
Tennantit-Kristall
flächenreicher Tennantit-Kristall neben Quarz auf Gneis, Slg. STAAB,
Mainaschaff,
Bildbreite ca. 7 mm
Hämatit
Blättriger Hämatit als mm-breite Spaltenfüllung im Gneis.
Bildbreite ca. 1,5 cm
Erzgang mit Tennantit
außergewöhnlich erzreiches Stück aus der Grube Wilhelmine mit Tennantit,
Bornit, Pyrit und Chalkopyrit, Slg. SCHAUPERT, Sommerkahl,
Bildbreite ca. 10 cm 
Kupfermineral
Blättriger Tangdanit (früher "Klinotirolit" als rosettenförmiges Aggregat auf
einer Kluft im Gneis mit reichlich Goethit.
Bildbreite ca. 7 mm
Azurit-Krusten
blaue Azurit-Krusten mit etwas Malachit auf Gneis, Bildbreite ca. 5 cm
Malachit
Malachit-"Kristall" aus parallelfaserigen Kristallen, die zu dicken Scheiben
aggregiert sind.
Bildbreite ca. 7 mm
amoprhes Erz
merkwürdiges Erz aus einem amorphen Mineral bestehende
Pseudomorphosen nach einem nicht bekannten Erzmineral, Bildbreite
ca. 4 cm (angeschliffen). Das Stück stammt aus der Umgebung
von Sommerkahl. 
nicht bekanntes Mineral
Feinstfaseriger Filz aus grünen Nädelchen eines noch nicht sicher
bestimmten Minerals ohne weitere Mineralien.
Bildbreite ca. 1,5 cm
rezenter Malachit
rezenter, schlecht kristalliner Malachit,
Bildbreite ca. 2 cm
Pyrit
Undeutliche, idiomorphe Pyrit-Kristalle als Kluftbelag.
Bildbreite ca. 7 mm
Digenit
angeschliffen und polierter Digenit,
Bildbreite ca. 2 cm
Pyrit
Beginnende Zersetzung und damit rissiges Pyrit-Aggregat aus vorwiegend,
undeutlichen, oktaedrischen Kristallen, umgeben von derbem Tennnantit als
stark absätzige Kluftfüllung.
Bildbreite ca. 7 mm
Azurit und Baryt
farblose Baryt-Kristalle auf Azurit, (Sammlung Werner SCHAUPERT)
Bildbreite ca. 2 cm
Serpierit, Wroewolfeit
Blaugrüner Serpierit als filziger Belag rezenter Entstehung mit Wroewolfeit
(dunkelblaue Kristalle).
Bildbreite ca. 7 mm
Serpierit
Serpierit-Schüppchen auf Gneis,
Bilbreite ca. 2 cm
Azurit-Krusten
Azurit als dünne Krusten auf dem Gneis des Tagebaues, gefunden um März
1970,
Bildbreite 17 cm
Erzgang im Gneis
ca. 2 cm mächtiger, rissiger Erzgang im Gneis aus Tennantit und weitere
Erze, gefunden 1970 (ehemalige Sammlung Bernhard Hack, Schöllkrippen),
Bildbreite 10 cm
Tennantit-Gang
Erzgang aus Tennantit im Gneis, teils in Risse nach unten eindringend,
Bildbreite 3 cm
Staurolith
Dunkelbrauner Staurolith-Kristall im gleichnamigen Gneis von der Kirche in
Sommerkahl (ehemals Sammlung Bernhard Hack, Schöllkrippen),
Bildbreite 2 cm
Azurit Sommerkahl
Einfaches Belegstück aus Gneis mit Azurit-Krusten, der alte Sammlungszettel
dürfte aus dem späten 19. Jahrhundert stammen. Der gedruckte Zettel mit
einem Rahmen und der eingetragenen Nr. 1422 "Kupferlasur" stammt aus
der Sammlung von F. [?] Ritter aus Hildesheim
Olivenit Grube Wilhelmine
Unscheinbares Belegstück aus der Mineralienhandlung von H. Maucher,
München. Der "Leukoxen von der Grube Wilhelmine Schöllkrippen im
Spessart" auf dem Zettel ist ein feinfasreiger Olivenit auf Gneis,
Bildbreite 10 cm


OKRUSCH, M., LORENZ, J. & WEYER, S. (2007): The Genesis of Sulfide Assemblages in the former Wilhelmine mine, Spessart, Bavaria.- The Canadian Mineralogist Vol. 45, pp. 723 - 750, 11 fig., 10 tab., Toronto, Canda.

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