Betriebsverhältnisse
an der Hartkoppe bei Sailauf



Luftbild aktuelles Foto
Luftbild des früher dreisohligen Steinbruches mit den Aufbereitungsanlagen vom 29.04.1990, daneben ein aktuelles Foto





Bilder aus 4 Jahrzehnten:
1974
1974
Das Foto entstand, weil ich einen eigenen Fotoapparat
kaufen konnte,
aufgenommen auf der 1. Sohle am 12.04.1974
1975
1975
Früher wurden die großen Felsblöcke aus dem Haufwerk
ausgeschieden, dann einzeln angebohrt und gesprengt,
da der Brecher diese Größe nicht fassen konnte,
aufgenommen am 27.07.1975
1978
1978
Die 1. Sohle ist weitgehend abgebaut. Zu dem Zeitpunkt
gab es etwas Hämatit, Autunit und Dendriten zu finden,
aufgenommen am 16.04.1978
1984
1984
Der Fund der Gangzone mit Calcit, Manganit, Braunit,
Todorokit, usw. änderte alles,
aufgenommen am 01.05.1984
1985
1985
Der Kontakt zwischen Rhyolith (links) und Kristallien
wird von einer Zone aus Tonstein begleitet, der die
schönen Achate birgt,
aufgenommen am 22.12.1985
1987
1987
Der Stenbruch wurde nach dem Bau einer neuen Auf-
bereitung schneller vergrößert,
aufgenommen am 05.04.1987
1988
1988
Nur im Urlaub war es möglich, auch während des
Betriebs im Steinbruch zu sein; ein Suchen nach
Mineralien war dann aber ausgeschlossen, wenn die
Stücke im Bereich des Baggers lagen,
aufgenommen am 09.08.1988
1990
1990
Ganz unscheinbar, die brekziierte und stark verwitterte
Gangzone,
aufgenommen am 23.09.1990
1991
1991
Das Finden ist eine Sache, das Bergen der Funde und
das Tragen zum Auto konnte mit einer Sackkaree
erheblich erleichtert werden,
aufgenommen am 24.11.1991
1992
1992
Auch bei schlechtem Wetter konnte man Mineralien
finden, wenn der Abbaufortschritt in den Gangzonen
umging,
aufgenommen am 16.05.1992
1993
1993
Auch bei Frost machte es Sinn, die Haufwerke nach
besonderen Mineralien abzusuchen, auch wenn es
teilweise sehr kalt sein konnte,
aufgenommen am 06.03.1993
1994
1994
Ein Teil der Produkte wurde direkt auf die Fahrzeuge
von der Freideponie mit Radlader verladen,
aufgenommen am 29.07.1994
1995
1995
Blick von der 1. Sohle in den Steinbruch, der inzwischen
auf der 4. Sohle angekommen ist,
aufgenommen am 30.04.1995
1996
1996
Bei viel Sonne und wenig Regen trocknet der Steinbruch
ganz aus und es muss kein Wasser abgepumpt werden,
aufgenommen am 20.07.1997
1997
1997
Mit dem Vordringen in immer größere Tiefen wurden die
hydrothermalen Gangsysteme unverritzt angetroffen und
es ergaben sich hervorragende Möglichkeiten, eine
Lagerstätte zu studieren,
aufgenommen am 22.06.1997
1998
1998
Der Gang besteht hier ausschließlcih aus Rhyodochrosit
und weiter oben befand sich eine große Druse die unter
Mithilfe des würzburger Mineralogen Michael WILDE
geborgen wurde,
aufgenommen am 14.03.1998
1999
1999
Der Steinbruch musste wegen Flächenmangel immer einen
Teil der Produkte in dem Steinbruch lagern,
aufgenommen am 23.05.1999
2000
2000
Das Interesse der Öffentlichkeit wurde geweckt durch
die Funde und so gab es seit 1994 zahlreiche Führungen,
oft organisiert von der VHS Sailauf, bei den den
Besuchern der Steinbruch und seine Besonderheiten
nahe gebracht wurden,
aufgenommen am 21.05.2000
2001
2001
In der Zeit des Frostes und des Schnees werden in den
Steinbrüchen die Instandhaltungen der Anlagen ausge-
führt, so dass man in der warmen Jahreszeit produzieren
kann,
aufgenommen am 25.02.2001
2002
2002
Der Steinbruch weist Wandhöhen von bis zu 30 m auf,
aus denen immer weider Steine fallen können,
aufgenommen am 29.03.2002
2003
2003
Es wurde begonnen, die 6. Sohle aufzufahren,
aufgenommen am 18.04.2003

2004
2004
Nach längeren Regenfällen sammelt sich das Wasser auf
der untersten Sohle und muss abgepumot werden. Die
rötliche Farbe ist eine Folge von kleinsten Hämatit- und
Tonteilchen, die aus den Klüften geschwemmt
werden und in dem Wasser eine Trübe bilden,
aufgenommen am 14.08.2004
2005
2005
Joachim LORENZ begutachtet die recht schmale
Gangzone aus Rhodochrosit, der sich aufgrund der
Klüftung des Rhyoliths gut bergen ließ,
aufgenommen am 16.04.2005
2006
2006
Der Steibruch bei "Kaiserwetter",
aufgenommen am 19.08.2006
2007
2007
Im Januar und ohne Schnee,
aufgenommen am 01.01.2007
2008
2008
Typisch für den Winter: Schnee und reichlich Wasser auf
der untersten Sohle,
aufgenommen am 23.03.2008
2009
2009
Der Blick nach Südosten: Diese Wand liegt fast immer
im Schatten,
aufgenommen am 21.11.2009
2010
2010
Da geht fast nichts mehr - außer, wenn das Haufwerk
doch Mineralien enthält und man weiß wo,
aufgenommen am 10.01.2010
2011
2011
Auch für Mineraliensammler aus anderen Regeionen ist
der Steinbruch ein lohnendes Ziel. Hier sind  25
Teilnehmern aus Magdeburg am Suchen,
aufgenommen am 02.06.2011
2012
2012
Die örtliche Feuerwehr übt regelmäßig im Steinbruch den
Ernstfall,
aufgenommen am 08.09.2012
2013
2013
Der Rhyolith sondert in den nördlichen Teilen säulig ab
und kann deshlab leicht zu Schotter gebrochen werden,
aufgenommen am 02.03.2013
2014
2014
Die Wasserhaltung ist nur nach Regenfällen nortwendig
und alles hier abgepumote Wasser ist Regenwasser,
aufgenommen am 14.12.2014
2015
2015
In der Abendsonne erscheint die hohe Steinbruchwand
fast unwirklich gefärbt,
aufgenommen am 05.04.2015
2016
Steinbruch
Der jetzt etwa 75 m tiefe Steinbruch,
aufgenommen am 03.09.2016
2017
Abbau auf der 2. Sohle
Im Steinbruch werden die noch gewinnbaren Gesteins-
massen abgebaut, in dem man auf der 2. Sohle die
Straße zwischen dem ehemaligen Brecher und dem
Steinbruch hereingeonnen hat,
aufgenommen am 28.03.2017
2018



Historie:
Bis 1962 gewann die Fa. Fuchs unter Hermann FUCHS (*20.02.1922 †12.01.2014) manuell Gestein für den örtlichen Straßenbau. Der Abbau wurde mittels Presslufthämmern vorangetrieben. Das losgebrochene Gestein konnte nur mit Vorschlaghämmern zerkleinert werden. Danach erfolgte auch die Beladung der LKW von Hand. Im September 1962 konnte ein erster Pachtvertrag mit der Gemeinde Sailauf abgeschlossen werden. Nachdem auch eine Sprenggenehmigung vorlag, stellte man einen Sprengmeister ein. Mit weiteren 4 Mitarbeitern wurden ca. 50 t/d Gestein abgebaut. Der Stundenlohn lag damals bei 1,56 DM/h. Später kaufte H. FUCHS eine Raupe (amerikanisches Fabrikat) und mit einem einfachen Sieb ließen sich Schrotten gewinnen.
Erst 1966 konnte ein Brecher, Förderbänder, ein hölzernes Silo mit 4 Kammern je 25 m3 Inhalt, eine Siebanlage und ein Stromerzeuger (250 KVA, mit Deutz-Motor) gekauft und in Betrieb genommen werden.
In diese Zeit fallen auch Prospektionen der Gewerkschaft Brunhilde, Uetze/Han., auf Uran. Sie wurden jedoch nie wirtschaftlich bedeutsam.
In Jahre 1968 beschaffte der Steinbruchbetreiber eine Waage zur Wägung der LKW. Ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz erfolgt. 1978 wird eine wesentliche Erweiterung der Produktion durch die Montage der jetzigen Anlagen und die Abspaltung des Steinbruches von der Baufirma durch Umwandlung in eine GmbH durchgeführt. Die 2. Sohle (15 m hoch) wird beginnend von Süden her aufgefahren.

Aufbereitung
Die Aufbereitung am 25.02.1992

Im Jahre 1982 konnte eine neue Siloanlage gebaut werden, die inzwischen mehrfach umgebaut worden ist. Nur 8 Jahre nachdem die 2. Sohle begonnen wurde, wird 1986 ebenfalls von Süden her die 3. Sohle mit einer Höhe von ca. 15 m aufgefahren.
1989 wurde die Schranke am Eingang zum Bruch erneuert. Der alte Brecher, gelb lackiert und auf einen Felsblock gestellt, bildet das feste Widerlager der Schranke.
1990 wurde die Halle aus Stahlblech, die auf der 2. Sohle stand und als Werkstatt bzw. als Garage für die Muldenkipper diente, abgebaut und hinter der Brecheranlage neu aufgebaut. Dort befindet sich auch eine Tankstelle - ein 10 m3 großer, zylindrischer Stahltank mit einer üblichen Zapfsäule auf einem betonierten Platz.

1991 wurde das Waagehäuschen - nach mehrmaligen Einbrüchen - zu einem richtigen Haus umgebaut. Es wurden Sozialräume, ein Labor und Büroräume geschaffen und neu eingerichtet.
Im Frühjahr 1992 wurde damit begonnen, den Abbau auf der 2. Sohle einzustellen; der umlaufende Absatz wurde weggesprengt, so dass die Wand jetzt 30 m hoch ist.
Nachdem seit dem Winter 1991/92 Straßenaufbruch, Betonteile und anderes, recycling-fähige Material angefahren wurde, begann man im Juli 1992 mit der Aufarbeitung. Dazu wurde eine gemietete (von der Fa. KOLB aus Obernau), mobile Anlage (Brecher, Magnetabscheider, Siebe, verbunden mit Fördereinrichtungen) auf der 1. Sohle aufgebaut und in Richtung Haldenschwenkband der 2. Sohle gefördert. Das Material wurde mit Rhyolith gemischt um die Qualität zu heben und die Verarbeitung zu erleichtern. Die Arbeit wurde gänzlich von fremden Personal ausgeführt. Eine Genehmigung zur Verarbeitung lag 1992 nur für insgesamt 6 Wochen im Jahr vor.

Neben der Stahlblechhalle wurde ein aus Beton gefertigter, kleiner Lagerraum für Sprengmittel mit einer besonders geschützten Stahl-Tür eingerichtet und mit großen Steinblöcken eingerahmt.
Im Herbst 1992 wurde im westlichen Teil der 3. Sohle begonnen, eine 4. Sohle aufzufahren. Sie wurde erst nur mit einer Tiefe von ca. 7 m begonnen, um die Straße zum Abtransport nicht zu steil werden zu lassen. Mittels einer Pumpe mit einem Dieselmotor (gesichert in einem Stahlschrank) wurde begonnen, die zusitzenden Wässer abzupumpen. Das Wasser wird auf die 1. Sohle gepumpt und läuft der Abbruchkante entlang zum Eingang des Bruches (Schranke). Dort läuft das Wasser in einer sich Straße entlangziehende Rinne zum Sailauf-Bach. Später kam eine weitere Pumpe zur Förderung größerer Mengen hinzu. Auf einem schwimmenden Ponton aus 200l-Fässern wurde die elektrische Tauchpumpe montiert, die über einen A-Druckschlauch das Wasser zu einer festen Rohrleitung bis zum Rand des Steinbruchs fördert.

Im April 1993 wurde ein neuer Bagger (RH30 der Fa. O&K, gleiche Größe wie der schon vorhandene) für ca. 800.000 DM gekauft. Er wird im Bruch den alten ersetzen. Dieser wird später am 2. Rhyolithvorkommen (Nr. 286 im Sammlungsverzeichnis des Autors), welches seit dem Winter 1992/93 gerodet wurde, eingesetzt.
Im Juni 1993 wurde eine mobile Brecher und Sortieranlage (Fa. Finley, Großbritannien) angeschafft. Sie wird unter anderem zur Gewinnung von Wasserbausteinen an der jeweiligen Abbaustelle eingesetzt, vor allem jedoch zur Aufarbeitung von Recyclingmaterial und des "Abraumes" auf der 1. Sohle.

Im Frühjahr 1994 wurde mit dem zaghaften Abbau am neuen Vorkommen begonnen. Dem Abbau auf der 4. Sohle mit einer Höhe von nur ca. 8 m ist die Hälfte der Fläche zum Opfer gefallen. Weiter wurde geplant und genehmigt, eine ganze 15m-Sohle als 5. Sohle in den nächsten Jahren abzubauen.

Von den wenigen, noch im Betrieb befindlichen Steinbrüchen im Vorspessart nimmt der Bruch eine Spitzenstellung ein. Flächen für die Ausweitung sind vorhanden. Aufgrund der guten Qualität und der geschätzen Färbung ist das Gestein des Bruches weit bekannt.

Bohren  Bohrmaschine
Das Bohren der Sprenglöcher erfolgt mittels Bohrmaschinen, links am 30.04.1993, rechts am 06.12.2013. 

Der Abbau erfolgt zur Zeit auf der untersten Sohle mit ca. 4 m Höhe. Die Abbruchkanten der einzelnen Sohlen mit bis zu 30 m Höhe werden durch Freisteine gesichert. Die zur Sprengung notwendigen Bohrlöcher werden vorwiegend vertikal angebracht, mit max. 60 kg Sprengstoff pro Bohrloch besetzt und elektrisch gezündet. Zur Vermeidung von Erschütterungen in der nahen Wohnbebauung werden die Sprengmittel mit verzögernden Zündern ausgerüstet, die im ms-Abstand gezündet werden. Das Ohr nimmt das als eine Erschütterung wahr, in Wirklichkeit sind es viele kleine Sprengungen.  

Sprengen
Sprengung am 07.06.1996

Nach der Sprengung wird das Material mit einem Bagger (RH 30C der Fa. Orenstein & Koppel) auf Muldenkipper (Tragfähigkeit 25 - 35 t) geladen und zum Aufgabebunker (Kippbunker) der Brecheranlage gefahren. Der Vorbrecher kann Felsblöcke bis zu einer Kantenlänge von 0,8 - 1 m zerkleinern. Der Durchsatz des Brechers (Doppelkniehebelbrecher) liegt je nach der Feinheit des Brechgutes und der eingestellten Spaltbreite zwischen 120 - 200 t/h. Ein Teil des Materials wird vor dem Brecher zwischengelagert. Sehr große Brocken werden ausgesondert und mit einem Bagger, der mit einem hydraulischen Meißel ("Picker") ausgerüstet ist, so weit zerkleinert, dass sie vom Brecher aufgenommen werden können.

Laden
Das gesprengte Haufwerk wird mit einem Bagger auf Muldenkipper geladen,
aufgenommen am 09.09.1989

Das im Aufgabebunker lagernde Gestein wird mittels Schubwagen auf ein Stufensieb transportiert; dort werden die Feinanteile 0 - 60 mm im Maschendurchgang auf einer Rutsche zum Haupttransportband vorausgeschieden, restliches Gesteinsmaterial gelangt in den Brecher (1.000 x 800) und wird auf eine Körnung 0 - 150 mm vorgebrochen. Beide Körnungen, Vorabsiebung 0 - 60 mm und 0 - 250 mm gelangen auf einem Transportband zu einer Vibrations-Siebmaschine (2.000 x 5.000). Hier wird das gebrochene Material 0 - 150 mm nochmals sortiert. Die Körnung 0 - 45 mm wird mit dem Förderband auf ein Haldenschwenkband transportiert und auf einer Freideponie gelagert.

Das nun verbleibende, reine Gesteinsmaterial wird auf einem Transportband in ein Puffersilo mit 300 m3 Inhalt befördert und zwischengelagert. An das Puffersilo ist eine Prallmühle (Nachzerkleinerungsbrecher) angeschlossen, die durch eine elektromagnetische Abzugsrinne beschickt wird. Von hier aus wird das aus dem Puffersilo lagernde Material, Körnung 45 - 150 mm nachzerkleinert und mit einem Förderband auf die über den Stahlsilos installierten Siebmaschinen gebracht. Hier wird das Endprodukt auf die nachstehenden Körnungen getrennt: Brechsand 0 - 2 mm, Edelsplitte 1 - 3, 2 - 5, 5 - 8, 8 - 11, 11 - 16 und 16 - 32 mm, Schotter 32 - 56 mm. Über einen Kreiselbrecher ist eine weitere Zerkleinerung bis zur gewünschten Korngröße möglich (Kreislauf durch die Anlage). Anschließend geht das Material erneut ins Silo oder auf die Freideponie. Durch die moderne Dosieranlage, lochkartengesteuerte Schaltzentrale) können sämtliche Werksgemische nach Kundenwünschen hergestellt werden.

Die LKW für den Abtransport werden entweder über eine Ladestation aus den Silos oder mit einem Schaufellader von der Halde beladen. Es werden zur Zeit (1991) von 9 Mitarbeitern ca. 1500 t pro Tag abgebaut und vorwiegend zu Schotter und Edelsplitt in unterschiedlichen Körnungen und Sand gebrochen. Der Steinbruch wächst somit ständig.

Tonnenschwere "Findlinge" werden aus dem Haufwerk ausgesondert; sie eignen sich zur Gartengestaltung. Größere Steine werden im Gewässerbau verwendet.

Rhyolith im Brunnen
Brunnen mit einem Felsblock aus dem Quarzporphyr - innen durchbohrt -
zwischen Rathaus und Bibliothek in Karlstein am Main,
aufgenommen am 16.05.1993

Die feinsten Fraktionen werden als Tennenbeläge für Sportplätze, Parkwege usw. und zum Einkehren von Verbundpflaster verwendet. Der Splitt mit einer rötlichen Färbung eignet sich besonders als Betonvorsatz (zur Herstellung von Fassadenelementen, Verbundpflaster, Platten usw.) - wozu der Splitt in die gesamte, ehemalige BRD, die Niederlande, nach Belgien, Frankreich, Österreich und in die Schweiz gefahren wird! Die Produkte werden ausschließlich mit LKW abgefahren.

Rudolf-Steiner Haus
Eine Besonderheit ist ein sehr künstlerisches Haus im Vorspessart, nach den Ideen von Rudolf Steiner hauptsächlich aus den bis zu tonnenschweren Bruchsteinen des Rhyolithes errrichtet. Nur runde Formen, unermalt mit mächtigen Hölzern und dezenter Beton machen das Gebäude einzigartig. Mit weiter Sicht aus den großen Fenstern ist es auch innern ein Erlebnis. Die Bauzeit betrug ca. 3 Jahre,
aufgenommen am 07.01.2006.
 

Im Jahr 1990 wurden folgende Produkte hergestellt (nach Anteilen in % geordnet:

Seit 1992 wird das Material auch für besondere, schallreduzierende Verschleißbeläge beim Straßenbau in Ortschaften verwendet.

Gabionen aus Rhyolith
Oder man schlichtet die Gesteinsbrocken in Gabionen (Drahtkörbe) und
befestigt damit die Böschungen von Straßen (so in Hösbach nach
Wenighösbach),
aufgenommen am 13.03.2005

Je nach Verwendungszweck werden verschiedene Festigkeitsqualitäten aneboten. Der zonenweise sehr harte Rhyolith erreicht eine Druckfestigkeit von 2.500 - 3.100 dN/cm². Die Rohdichte liegt bei 2,48 t/m³. Die Farbe ist rotbraun. Das Schüttgewicht beträgt 1,53 t/m³, die Trockendichte liegt bei 1,81 t/m³.
Die stark verwitterten Zonen und Deckschichten eignen sich als Auffüllmaterial. Es erfolgt eine ständige Güteüberwachung durch das Materialprüfungsamt der Landesgewerbeanstalt Bayern in Nürnberg.

Seit 1995 wurden die Recyclingbemühungen deutlich ausgeweitet. Ständig steht ein Bagger dort und bringt Material wie Beton oder Straßenaufbruch in die Aufbereitung.
Aber Achtung:
Mit dem aus der Umgebung herbei geschafften Gesteine, Abbruchmassen und Felsen kommt auch Fremdmaterial in den Steinbruch. So wurde auch reichlich die feinkörnige bis großblockige Schlacke aus dem heute nicht mehr vorhandenen Kohlekraftwerk Bayernwerk von Aschaffenburg angefahren und gebrochen. Diese Stücke sehen aus wie Schlacke (oder können mit Obsidian verwechselt werden) und sind teilweise strahlig aufgebaut und erinnern an Amphibole, sind aber Ofenprodukte.

Es wurden weitere Geräte angeschafft: Muldenkipper, neuer Radlader mit Wechselschaufel. Der Abbau auf der 4. Sohle kommt an seine Grenzen, so dass sporadisch schon von der 1. Sohle Gestein abgesprengt wurde. Die Zufahrten zur 4. Sohle wurden bereits verlegt, so dass weiteres Gestein hereingewonnen werden konnte Anfang 1996).


Sprengung!


Sprenung I
Eine Spregung am 13.12.2000.
Nach elektrischer Zündung des Sprengstoffs durch den
Sprengmeister  werden die Gesteinsmassen gelöst und
der Feinanteil stiebt nach oben weg.

Sprengung II
Die gelösten Felsmassen fallen an den Fuß der Wand;
der Staub aus der Dämmung geht pilzförmig nach oben

Sprengung III
Die Verbrennungsgase (Sprengschwanden) fallen in sich
zusammen und verteilen sich in der Umgebung. Das Haufwerk
darf erst begangen werden, wenn die Gase so weit verdünnt
sind, so dass keine Gefahr mehr besteht.

Der Betrieb hat inzwischen die 5. Sohle erreicht, weiter investiert und neue Geräte angeschafft, zuletzt im Jahr 2002 einen neuen Bohrwagen. Im Bereich der Aufbereitung wurde eine weitere Halle mit Werkstatträumen errichtet. 

Steine für den Garten
Steine für den Steingarten; zusammen gestellt vom Garteninhaber in
Eigenarbeit meist am Wochende. Der Haufen wird dann am folgenden
Werktag mit dem LKW nach Hause gefahren, wo man das Material
verarbeiten kann.

Steingarten Fronhofen
Ein sehr sehenswerter Steingarten, der unter der Verwendung des Rhyoliths
hergerichtet wurde, findet sich an der Hauptstraße in Fronhofen (Laufach),
aufgenommen am 01.03.2014

Im Jahr 2003 wurde ein neuer Bagger gekauft und auch die Waage wurde durch eine Neue ersetzt. Man baut verstärkt das neue Vorkommen am Reheberg ab. Hier entsteht einige hundert Meter entfernt im Wald gelegen der Steinbruch der Zukunft. Zur Aufbereitung werden die bestehenden Anlagen an der Hartkoppe genutzt, so dass nur ein etwas weiterer Transportweg anfällt. Da der neue Bruch jedoch weiter weg von der Wohnbebauung des Ortes Sailauf liegt, sind die Belästigungen viel geringer.

2004 und 2005 erfolgte eine weitere Vertiefung des Steinbruches in der Hartkoppe. Im Zuge des Anlegens des sailaufer Kulturrundweges wurde auf der 1. Sohle eine Tafel mit Erläuterungen zum Steinbruch angebracht.

Brecher- und Siebanlagen
aufgenommen am 26.07.2005

2006 und 2007 war der Abbau infolge des Problems mit dem Regenwasser aus dem Steinbruch ruhend, so dass nur in geringem Umfang Gestein gewonnen wurde. Dafür konnte der Abbau am Rehberg beschleunigt werden.

neuer Bagger in Sailauf 2008
Im Jahre 2008 wurde ein neuer Bagger in Betrieb genommen.

Zum 31.12.2012 drohte das "Aus", denn die Genehmigung für einen weiteren Abbau wurde nicht erteilt. Erst mit einem Gutachten zu den hydrogeologsichen Verhältnissen konnte im Sommer 2012 ein neuer Vertrag mit der Gemeinde Sailauf abgeschlossen werden, der eine Verlängerung um 5 Jahre vorsieht. Danach wird an der Hartkoppe kein Abbau mehr erfolgen und man dann mit einer wie auch immer aussehenden Verwahrung beginnen. Der Steinbruch wird sich dann langsam mit Wasser füllen, so dass ein schöner See entsteht.

Nun hatte sich ein Uhu in den steilen Felswänden eingenistet und zog hier die Jungen groß. Der Steinbruchbetrieb ist dafür keine Störung, weder der Lärm noch die Erschütterungen. Im Sommer 2012 wurden die jungen Uhus aus dem Nest geschafft? Die genauen Umstände ließen sich nicht klären.

Ladearbeit im Steinbruch
Beim Laden des Haufwerks am 11.06.2013

mobile Brecheranlage
Derzeit wird der Fels mit einer mobilen Brecheranlage gebrochen und dann
in die Aufbereitungsanlage gegeben,
aufgenommen am 03.09.2016


Weitere Einzelheiten zum Steinbruch und zum Betrieb finden Sie auf den offiziellen Seiten der Fa. Hartsteinwerk Sailauf GmbH im Internet. 

Die angekündigte fünfjährige Verlängerung des Abbaues wurde erteilt, aber dann ist 2017 das Ende der Gesteinsgewinnung in der Hartkoppe erreicht. Somit ist dann ein mineralogisch-geologisches Kleinod im Spessart der Verwitterung und des Zulaufens mit Regenwasser preis gegeben. Der Steinbruch wird nach dem Abschalten der Pumpen mit Regenwasser füllen. Die weitere Nutzung ist nicht bekannt.





Poprhyrwurst
Eine lokale Besonderheit: "Sailaufer Poprhyrwurst" (Presskopf) zum Essen


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