Achate
in Lithophysen

aus dem Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf


Achat Sailauf geflammetr Achat
"geflammter" Achat und Quarz in Lithophysen, Bildbreite li. 5 cm, re. 6 cm, gefunden 1987


Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre konnte man im Steinbruch der Hartkoppe bei Sailauf im Spessart schöne Achate in den unscheinbaren Lithophysen finden.

Lithophyse Lithophyse
Lithophysen im Fundzustand: kartoffelähnliche Knollen, teils mit einer Oberfläche, die einem Blumenkohl ähnlich ist, manche haben einen umlaufenden
Wulst, aber wenn die so "schön" sind, dann ist innen kein Chalcedon enthalten, gefunden 2002 im alten Abraum,
Bilbreite links 8 cm, rechts 7 cm

Diese wurden ausschließlich innerhalb der Kontaktzone zum kristallinen Nebengestein gebildet. Es handelt sich meist um einen gemein gebänderten Achat (auch Festungsachat genannt) mit Quarz, Hämatit, Baryt und selten Drusen mit frei gewachsenen Quarzkristallen.
Die (waagrechte) Uruguay-Bänderung ist sehr selten angetroffen worden. Die Matrix besteht aus einem stark alterierten und dann "körnig" aussehenden Rhyolith mit reichlich Hämatit, so dass man die Stücke leicht in einer Sammlung unter den vielen anderen Lithophysen weltweit erkennen kann. In einigen Lithophysen ist eine dünne Trennfuge zwischen dem Achat und dem Material der Lithophyse zu erkennen, die im Extremfall einn Herausnehmen des Chalcedons ermöglicht.
Leider waren die Farben des Chalcedons nicht stabil und so blichen die meisten Stücke aus. Dass dies nichts mit Lichteinfall zu tun hab, belegen die Lithophysen, die erst nach 20 Jahren zersägt wurden. Sie zeigen das gleiche "flaue" Farbspektrum wie die in den Sammlungen liegenden Achate. Lediglich die roten (d. h. durch Eisen verursachte) Lagen sind erhalten geblieben.
Die Fund stammen aus einer tonigen Kontaktzone.
Die Achate dieser Lithopyhsen von der Hartkoppe bei Sailauf sind leicht erkennbar und unterscheiden sich merklich von denen anderer Vorkommen wie im Scharzwald oder Thüringen. Beim  Betrachten der sicher willkürlichen Schnittebene wird klar, dass man hier nicht von ehemaligen Gasblasen in der Gesteinsschmelze sprechen kann. 
Die schönen Achate sind inzwischen weit bekannt und wurden in dem Werk von MAYER (2013) auf Seite 16 abgebildet. Sie sind hier zusammen mit den besten Achaten von anderen Fundstellen abgedruckt.

Großer Achat aus Sailauf
Der wohl größte Achat aus dem Vorkommen der Hartkoppe bei Sailauf,
gefunden um 1988 von Ferdinand BEISSLER (*1925 +2003) aus Glattbach.
Man beachte die unterschiedlichen Anteile von Achat, farblosem Quarz
und ein verheilter Riss, 
Bildbreite 20 cm


Zahlreiche Lithopyhsen enthalten keinen mit dem bloßen Auge sichtbaren Chalcedon und auch keinen Achat. Sie weisen schwärzliche Strukturen auf, die beim Blick im Mikroskop aus kleinen Schörl-Kristallen bestehen, die entlang von Rissen auskristallisert sind.

Lithopyhse ohne Achat
Lithopyhse mit Schörl-Nädelchen,
angeschliffen und poliert,
Bildbreite 6 cm


Typische Achate aus der Kontaktzone:

Achat Sailauf
Solche Farben sind vorherrschend,
Bildbreite 5 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt as dem linken Bild,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
In vielen Fällen befindet sich im Innern eine Füllung aus einem
grobkristallinen Quarz,
Bildbreite 5 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt aus dem linken Foto,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
In den Lithophysen kam es mehrfach zum Wechsel der Abscheidungen aus
Chalcedon und Quarz,
Bildbreite 5 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt aus dem linken Bild,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
Typische, rundliche Lithophyse mit Achat,
Bildbreite 6 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt aus dem linken Anschliff,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
Von der einstigen Farbenpracht ist nicht viel geblieben,
Bildbreite 10 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt aus dem Stück links,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
Infolge der sehr kontrastreichen und filigranen Ausbildung ist dies ein sehr
ungewöhnliches Stück,
Bildbreite 13 cm

Achat Sailauf
Ausschnitt aus dem linken Stück,
Bildbreite 2 cm

Achat Sailauf
In den Chalcedonlagen sind immer wieder sporadisch kleine Goethit-
Aggregate eingewachsen, 
Bildbreite 6 mm

Achat Sailauf
Größerer Chalcedon-Sphaerolith, darüber immer an den Lagengrenzen
kleine Goethit-Aggregate,
Bildbreite 6 mm

Achat Sailauf
Je nach Lage des Schnittes innerhalb des Achates ergeben sich sehr
unterschiedliche Bilder des gleichen Phänomens,
Bildbreite 6 mm

Achat Sailauf
Sphaerolithe aus Chalcedon mit reichlich Goethit, mittig durchschnitten,
Bildbreite 6 mm

Lithophyse
Die unscheinbare Außenseite einer Lithopyhse mit dem durchgepausten
"Netz",
Bildbreite 7 cm

Achat in einer Lithopyhyse
Achat in einem nahezu farblosen Quarz und dann wieder Quarz und Achat in
Wechsellagerung,
Bildbreite 2 cm

Lithophyse
Lithophyse mit Achat und Quarz bei mehrfachem Wechsel bei Tageslicht,
Bildbreite 10 cm

unter UV-Licht
Das gleiche Stück und Ausschnitt wie links, aber unter UV-Licht. Der Quarz
weist dabei eine sehr intensive Fluoreszenz auf,
Bildbreite  10 cm,

gebänderter Chalcedon
rotbrauner Chalcedon mit Quarz als finale Füllung, in dem noch ein feiner Filz
aus Goethit kristallisiert ist,
Bildbreite 4 cm

weißer Achat
Weißlicher Achat im Ausschnitt als Teil einer größeren Masse,
Bildbreite 2 cm

Lithophyse mit Achat
Grauer Achat mit einer braunen Umrahmung in einer Lithophyse, durch einen
(Lösungsspalt?) vom Gestein getrennt,
Bildbreite 5 cm

Achalt in Lithophysenhälfte
Unterschiedlich gefärbte Lithopyhse mit einem Achat,
Bildbreite 8 cm

Achat (Wagler)
Achat mit einer Randspalte gegen die Lithophyse. Der Innere Achat zeigt
einen wiegenden Schimmer ("Wagler"),
Bildbreite 7 cm

kleine Lithopyhse
Kleine Lithopyhse mit einer schön gebänderten Füllung aus Chalcedon mit
farblosem Quarz,
Bildbreite 3 cm.

Achat mit Quarrz
Lithophysenscheibe mit rotem, umlaufenden Achat und weießm Quarz, der
unter UV-Licht grün fluoresziert,
Bildbreite 6 cm.

kleine Lithophyse
eine der kleinsten Lithophysen mit Achat,
Bildbreite 4 cm

weißer Achat
weißer Achat und farbloser Quarz in einem geänderten Achat,
Bildbreite 2 cm

2 Achate nebeneinander
Lithophyse mit 2 Achaten unterschiedlicher Bänderung nebeneinander,
Bildbreite 4 cm

Achatscheibe Sailauf
Ungewöhnlich großer Achat mit einer Quarzfüllung im Innern. Auch dieser
Achat ist leider stark verblichen.
Bildbreite 11 cm

Achat in Lithophyse
Achat in einer Lithophyse (Hälfte),
Bildbreite 8 cm

Lithophyse
Lithophyse nahezu ohne Achat, aber mit etwas Schörl. Die Feldspäte
sindzersetzt, die Quarze erhalten. Der Achat ist nur unter dem Mikroskop
zu sehen. Wer sich mit der Genese der Lithophysen beschäftigt, muss
auch solche Bildungen erklären können.
Bildbreite 8 cm

Lithophyse
Rundliche Lithopyhse nahezu völlig ohne Achat, dafür teils verkieselt und
mit Spuren von Baryt. Die dunklen Stellen sind reichlich Schörl-Aggregate,
die aber nur unter dem Mikroskop als solche zu erkennen sind.
Bildbreite 9 cm

Chalkopyrit im Achat
Goldgelber Kern in einem Kristall eines Chalkopyrit im Achat (rechts der
und etwas unterhalb der Bildmitte), als Teil einer Lithophyse, Sammlung
HAPPEL, Mainaschaff,
Bildbreite 2 cm

Achat in Lithophyse
Roter Achat als Ausfüllunmg einer Lithophyse mit etwas Quarz in einer
zentralen Druse, darin blättriger Hämatit, Sammlung HAPPEL,
Mainschaff,
Bildbreite 8 cm

Achat
Rundliche, weiße Chalcedonsphaerolithe mit transparentem Chalcedon
als Lithophysenfüllung,
Bildbreite 14 mm

Lithopyhse mit Riss
Achat mit einem verheliten Riss, der seinerseits mit Achat ausgefüllt ist,
Bildbreite 3 cm

Infolge der Unvernunft lokaler Sammler bestehen leider heute keine Fundmöglichkeiten mehr - obwohl das Vorkommen sicher noch reichlich Lithophysen und damit auch Achate zu bieten hätte.


Literatur:
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- s. S. 58, 251ff, 638ff.
MAYER, D. (2013): Erlesene Achate. Exqusite Agates.- 424 S., ca. 900 Abb. [Bode Verlag] Salzhemmendorf.
WÖRNER, P. (2010): Achate in Rhyolithkugeln.- 410 S., hunderte farbiger Abb., Digitaldruck im Eigenverlag von Dr. Peter Wörner, Heidelberg. 


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