Der Kontakt auf der 1. Sohle, rechts der Rhyolith,
dann links die tonige Kontaktzone,
dann die metamorphen Gesteine (Gneise, Glimmerschiefer)
und darüber die schwarzen, stark färbenden Sedimente des
Zechsteins
(detaillierte Erläuterung siehe weiter unten)
| Rhyolith | ~ 290 Millionen Jahre |
| Gneise und Glimmerschiefer | 335 Millionen Jahre |
| tonige Gesteine des Zechsteins | ~ 254 Millionen Jahre |
| Kontakt (grauweißer Ton) | ? |
| Boden | maximal 15.000 Jahre |
Um so einen Aufschluss zu sehen, muss man sonst weit fahren!
Der fast senkrecht einfallende Kontakt zum Muskovit-Biotit-Gneis wurde
auf der 2. Sohle neben den Brecheranlagen erstmals im Herbst 1989 aufgeschlossen.
Die Gesteine sind hier weniger verwittert als auf der 1. Sohle. Der direkte
Kontakt ist jedoch auch hier noch in ca. 40 cm mächtige Tone umgewandelt.
Knollen können auch Nebengesteinsfragmente enthalten. Der relativ wenig
zersetzte Gneis zeigt makroskopisch keine thermische Beeinflussung. Der Rhyolith
ist im unmittelbaren Kontakt in Tone umgewandelt, der die ursprüngliche
Klüftung bewahrt hat. Einzelne, verkieselte Lagen sind nicht zersetzt.
Diese Lagen und das nicht zersetzte Gestein, beinhalten deutliche Fließstrukturen. In diesen Partien können
Schlieren mit mikrofelsitischem Gefüge ausgebildet sein. Die neben dem
Kontakt zu erkennenden "Fließstrukturen" sind vermutlich primärer
Natur sind. Es wäre aber auch denkbar, dass sie während der hydrothermalen
Zersetzung entstanden und anschließend verkieselt wurden.
In der Fortsetzung auf der 1. Sohle ist eine ca. 60 cm mächtige Zone,
die an die verwitterte Kontaktzone grenzt, bestehend aus "mylonitisiertem"
Muskovit-Biotit-Schiefer, mit Rhyolithstücken durchsetzt. Die grauen
Rhyolithe sind gut gerundet, bis 10 cm groß und in Tonminerale umgesetzt.
Die parallelen Schlieren blieben erhalten. Das Gestein erinnert an eine
Schlotbrekzie - nur dass die Komponenten vertauscht wurden - der Rhyolith
ist im Schiefer enthalten!
Ausführliche Beschreibung des Kontaktes:
Der Aufschluss wurde im Sommer 1993 erneut gut freigelegt (das Material
wird dem Recycling-Material wie Straßenaufbruch usw. beigemischt).
Folgendes Profil (S-N) konnte aufgenommen werden und besteht noch heute
(siehe Bild ganz oben):
Es steht nur noch ein m-breiter Rest des teilweise verkieselten Rhyolithes an (ganz rechts
im Bild). Neben den rundlichen Xenolithen durchziehen cm-breite, drusenreiche
Quarzgänge und dünne Schnüre mit Chalcedon (auch mit Uruquay-Schichtung)
das Gestein. Der hier anstehende Rhyolith dient dem Steinbruch als Widerlager
gegen das Hereinbrechen der weichen, benachbarten Gesteine.
Es folgt (nördlich - links) ein 1 - 1,5 m graue Tongestein mit einer
senkrechten Klüftung. Die Illit-Fraktion wurde mittels K-Ar-Methode
datiert und ist wesentlich jünger als der Rhyolith. In dieser Zone
finden sich die unter Mineraliensammler begehrten Lithophysen. Man kann
die Entstehung so erklären, dass während des Abkühlens der
Rhyolith-Schmelze das Wasser im Nebengestein mobil wurde und dieser Prozess
sicher einige tausend Jahre anhielt. Alles Lösbare wurde herausgelöst
und der unlösliche Ton blieb zurück. Heute ist dieser Ton der
Grund dafür, dass kein Grundwasser in den Steinbruch einströmt
(wie eine moderne Schlitzwand um Deponien!).
An ihn stößt direkt und ohne Übergang der Muskovit-Biotit-Schiefer.
Dieser fällt mit ca. 45° ein und streicht Nordwest-Südost.
Der bereits präpermisch verwitterte Biotit-reicher Glimmerschiefer
ist deutlich aufgewölbt und auch mechanisch bewegt. Dies ist eine Folge
des Aufdringens der sehr zähen Rhyolith-Schmelze. Weiter nördlich
(links) beginnt ein körniger, stark verwitterter Gneis. Er ist von einem
alles zerreissenden Kluftnetz durchzogen, so dass sich kaum cm-große
Stück gewinnen lassen. Die Verwitterung erfolgte unter tropischem Klima
vor der Überlagerung der Zechsteinsedimente und führte zu einer
tiefgründigen Vertonung des Gneises (kann man hier auch als Weißliegendes
ansprechen). Das Gelände war nicht eben, wie die Rinnen und Mulden gegen
die dunklen Sedimente zeigen. Die linke Vertiefung ist asymmetrisch, wie
dies auch bei heutigen Bachläufen zu beobachten ist (Gleit- und Prallhang).
Das ganze Profil wird von den braunen bis schwarzen Sedimenten des Zechsteins
überlagert. In der Grenze findet sich eine ca. 10 cm mächtige Lage
aus einem Konglomerat. Das schwarze, sehr Mangan-reiche Sediment ist das
Pendant zum Kupferschiefer, denn darüber folgt der dolomitische Zechstein
(hier abgetragen; war ca. 50 weiter östlich zu sehen). Das kaum verfestigte
Sediment ist stark wasserhaltig und färbend (!) und ist nach dem Trocknen
bröselig und leicht. Es sind stellenweise kleine Goethit-Krusten eingelagert.
Die weißen, cm-dicken Lagen bestehen aus einem Rhyolith-Grus der während
der Ablagerung vom höher aufragenden Rhyolith eingetragen wurde. Eine
abschließende Deutung des Gesteins steht noch aus.
Weiter links am Bildrand liegt dann auf dem vorpermisch verwitterten Gneis
ein pleistozäner, grusiger, vielleicht solifluktiv umgelagerter Blockschutt
auf (Deutung von Jürgen JUNG und Prof. BUSCHE, Geographisches Institut
der Universität Würzburg).
In der tonigen Kontaktzone wurden früher zahlreiche Lithopyhsen mit Achat und Quarz gefunden:
Ausschnitt eines größeren Achates mit Quarz im festen Rhyolith
- von kleinen Turmaline-Sternchen durchsetzt -,
gefunden auf der 1. Sohle (Bildbreite des angeschliffenen und polierten
Stückes ca. 3 cm).
unterschiedlich gefärbte Lithophyse mit einer typischen Zwiebelschalenstruktur, den linienförmig angeordneten Sternchen aus Turmalin und gebändertem Achat (rechts unten mit waagrechter Bänderung); Bildbreite ca. 6 cm |
Bemerkenswert schönes Stück eines gebänderten Achates in einer grauen Lithophyse. Der Achat ist inzwischen stark verblichen; Bildbreite ca. 12 cm |
Außergewöhnlich große Lithophyse (sieh Bild rechts) mit einer Achatfüllung, darin farbloser Quarz und darin Achat und brauner Goethit. In der Lithopyhse um den Achat sind kleine Turmaline (schwarze Punkte) eingewachsen, gefunden 1987, Bildbreite 10 cm, angeschliffen und poliert. Die Farben des Achats ist leider inzwischen sehr stark verblasst, ein Phänomen, welches besonders die Achate von der Hartkoppe betreffen. . |
Die Lithopyhse aus dem Bild links, jedoch außen mit einer "blumenkohlartigen" Oberfläche und umlaufenden Wülsten, Bildbreite 13 cm, gefunden 1987 in der Kontaktzone auf der 1. Sohle von Hermann Urner, früher Bessenbach. |