Betrieb und Abbau
(erloschen)

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main

Aufbereitung
Die Aufbereitung des Steinbruchs mit dem Brecher, den Siebanlagen und Silos. Rechts oben die Halle
des früheren Kalkwerkes,
aufgenommen am 06.03.1977



Der markante Hang mit dem Dolomit diente sicher bis ins 20. Jahrhundert als Weinberg.
An der Stelle des heutigen Steinbruches wurde schon seit langer Zeit ein Abbau von Dolomit vollzogen. Die Reste eines Kalkofens auf der höchsten Stelle des Geländes und die eines alten Steinbruchs waren lange Zeit als östliche Fortsetzung und stark verwachsen und verfallen zu erkennen gewesen. In den alten Karten des 19. Jahrhunderts sind die Gewinnungsstellen wie auch der Kalkofen eingezeichnet. Leider habe ich mich seinerzeit nicht für den historischen Aspekt bemüht. 

Die ausgedehnten Bruchanlagen werden mindestens seit 1970 bis etwa 1999 von der Fa. SCHMITT in stark wechselnder Geschwindigkeit abgebaut. Es wurden in den 70er Jahren vorwiegend Schotterproukte hergestellt. Mit der Lieferung von Gestein für chemische Industrie kam es im Betrieb zu einem deutlichen Aufschwung. Die engständige Klüftung und das dünnbankige Gestein hat den Abbau sehr befördert, da es ohne großen Brecheraufwand in ein rechteckig-stückes Material zerbrochen werden konnte. 

Steinbruch mit Altenmittlau Steinbruch 1977
Der noch kleine Steinbruch mit den Anlagen, dem Wohnhaus des Besitzers und Altemittlau im Hintergrund, daneben der Steinbruch mit dem Abbaubereich
und den Niedermittlauer Heiligenkopf und der Rauenberg im Hintergrund
aufgenommen am 02.10.1977

Bis ca. 1985 war der Betrieb daher recht klein, die Zufahrt war über den Ort und am Wohnhaus vorbei möglich. Mit dem Ausbau  der Anlagen wurde eine neue, geteerte Zufahrtsstraße zwischen Horbach und Altenmittlau zur neuen Waage mit Büros in Containern und den Brecher- und Siloanlagen gebaut.
Ein Zugang für Sammler war seit 1984 nur noch während der Betriebszeiten möglich. Seit 1990 wurde in zunehmendem, großem Maße Recyclingmaterial, Aushub und andere Gesteinsabfälle verarbeitet bzw. zugemischt. 

Auf dem Südhang gegen Altenmittlau hatte Herr SCHMITT Weinstöcke angepflanzt, deren Trauben zu einem Wein "Altenmittlauer Kalkberg" vergoren wurden. Damit wurden dann Persönlichkeiten im Umfeld geehrt. Nur wenige Flaschen mit dem Etikett (und sogar Inhalt) sind erhalten:
Schmitt-Wein
Ein der selten Flaschen "Altenmittlauer Kalkberg",
Jahrgang 1989 in der Sammlung von Erwin Brenneis,
Kahl a. Main.

Der Steinbruch wurde ca. 1 Jahr nach dem Tod von des Betreibers, Herrn Franz Gottfried SCHMITT im Jahr 1998, um 1999 geschlossen. Seit dieser Zeit wird kein Abbau mehr vorgenommen, sondern das Gelände rekultiviert. Diese Maßnahmen sind weit fortgeschritten, so dass der Steinbruch in einigen Jahren nur noch Geschichte sein wird. Die Verfüllung war zunächst mit ca. 10 Jahren veranschlagt worden, dauert aber deutlich länger. 

Damit sind auch keine nennenswerte Fundmöglichkeiten mehr vorhanden. Die eine verbliebene Wand mit der Erläuterungstafel ist für Mineraliensammler tabu. 

Restwand Altenmittlau
Die einzig verbliebene Wand liefert keine nennenswerten Mineralien mehr.
Man kann aber sehr schön die typischen Flachwasserablagerungen studieren, 
aufgenommen am 22.12.2012

Dieser Bereich gehörte schon immer der Gemeinde Freigericht. und war um 1981 die beste Fundstelle für Azurite die teilweise in Malachit umgewandelt sind. Diese ebenfalls unter Schutz stehende Fläche wird vom örtlichen Naturschutz gepfegt und offen gehalten, so dass die an Dolomit, Sonne und Wasserarmut angepassten Pflanzen und Tiere gedeihen können. Das sollte man respektieren und hier keine Steine abbauen.

Die derzeit besten "Funde" aus Altenmittlau gelingen auf den zahlreichen Mineralienbörsen beim Auflösen alter Sammlungsbestände oder aus den Nachlässen verstorbener Mineraliensammler. 


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