Kulturlandschaft versus Naturlandschaft

- aus und um den Spessart.


Und ein daraus resultierendes Missverständnis des Naturschutzes, auch des gesetzlichen.


von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main



Schmetterling
Eines der Sinnbilder für eine schöne und unbeschwerte Natur:
Ein Schmetterling der Art Kleiner Fuchs (Aglais urticae (L.))*, dessen Auftreten positiv bewertet wird.
Er sitzt auf einer Distel (Acker-Distel Crisium arvense), die als Unkraut negativ gesehen wird.
Aufgenommen am 19.08.1989


*Der wissenschaftliche Name weist auf die Futterpflanze der Raupe hin, die Brennnesseln (Urtica spec.); sie wird auch nicht gerne gesehen und als "Unkraut" bezeichnet. Mit dem Rückgang des Brennnesselbestände wird logischerweise auch der Falter seltener. Und damit auch die Insekten und Parasiten, die auf den Raupen und Puppen ihre Existenzgrundlage bauen (z. B. Schlupfwespen).


Kultur:
die, in seiner weitesten Verwendung kann mit dem Begriff Kultur alles bezeichnet werden, was der Mensch geschaffen hat, was also nicht naturgegeben ist. ...
(Brockhaus 1990:580ff)

Wiese

Vom Menschen gestaltet, gepflegt oder zumindest beeinflusst

Typische Kulturlandschaft im Spessart: Eine durch Wege für Fahrzeuge erschlossene Wiese (Landwirtschaft) mit Obstbaum (Obstbau - Streuobst), Erlen und Weiden an einem Bachlauf (einst Nutzholz für Korbflechter) im Wald (forstlich genutzt). Man sieht und bezeichnet dies als „Natur“, geht darin spazieren oder Wandern (Freizeitnutzung), aber hier ist gar nichts natürlich. Das ist eine Kulturlandschaft, bei dem jeder Quadratmeter jemanden gehört, der das mehr oder minder intensiv nutzt oder nutzen lässt (Verpachtung). Die meisten Menschen empfinden dies als schön.
aufgenommen am 20.04.2019. 
Dies gilt nicht nur für den Spessart. Das ist im Odenwald, dem Vogelsberg oder der Rhön nicht anders.


Natur:
die, zentraler Begriff der europäischen Geistesgeschichte, im Sinne von dem was wesensgemäß von selbst da ist und sich selbst reproduziert. ...
(Brockhaus 1991:372ff)


Natur

Vom Menschen unbeeinflusst oder zumindest nicht wesentlich gestaltet

Nun, da es im Spessart keine Naturlandschaft mehr gibt, kann man auch keine zeigen. Es gibt im Spessart keinen einzigen Hektar Landfläche, der nicht vom Menschen geschaffen, gepflegt, bewirtschaftet, bejagt, befischt oder nicht beeinflusst wird. Der Naturpark Spessart umfasst die Kulturlandschaft, die Naturschutzgebiete schützen ein bestimmtes Stadium einer Sukzession zum Wald und Naturdenkmale schützen kleinste Besonderheiten. Natur im eigentlichen Sinne ist hier nicht mehr zu finden. Und das sicher seit mehr als 2.000 Jahren nicht mehr.


Deshalb ist kein Foto einer Natur-Landschaft möglich*

Vermutlich kann es das auch nicht geben, denn eine Natur unterliegt
einer steten Veränderung, so dass jedes Foto eine Momentaufnahme
eines Flusses ist. Im Extrem gedacht, beeinflusst der Fotograf mit seiner 
Anwesenheit bereits das Geschenen. 


*sollten Sie anderer Meinung sein, dann senden Sie mir ein Foto.

Das verklärte, romantische Naturbild von einer guten "Mutter Erde" entstand im 19. Jahrhundert, als die engen, schmutzigen und rauchigen Städte wuchsen und man vom kargen Leben auf dem Land (als Gegensatz zur Stadt) eine "Natur" sah. Die "Schönheit" war aber in Wirklichkeit eine übernutzte und von Mangel geprägte Kulturlandschaft
(REICHHOLF 2018:138ff):

Homburg am Main mit Schloss
Die von vielen herbeigesehnte, angeblich gute, alte Zeit:
Der Stahlstich (Nachdruck der Ludwig BRAUNFELS´schen Sammlung der Mainufer von 1846) aus der Zeit um 1844 zeigt das Schloss von Homburg auf dem Kalksinter-Felsen. Die recht realistische Abbildung zeigt am Mainufer kaum einen Bewuchs - und schon gar kein Schilf oder einen Röhrricht, denn der hätte ja die Leinreiter beim Ziehen der Schiffe behindert; der ausgetretene Weg links im Bild ist der Leinritt. Die Berge im Hintergrund sind weitgehend kahl, also ohne Wald; nur in den Tälern ist Wald auszumachen. Im gleichen Buch sind zahlreiche Stiche aus der Spessart-Region am Main wieder gegeben, die alle einen ähnlichen, weil kahlen Spessart zeigen. Dies deckt sich mit den Berichten, dass es im Spessart um 1850 kein frei verkäufliches Köhler-Holz mehr gab, das man zu Holzkohle hätte verschwelen können.
Ist das Natur?

Nun könnten man als Zweifler zu dem Schluss kommen, das ist ja über 150 Jahre her und es ist eine Zeichnung, die möglicherweise nicht den wahren Verhältnissen entspricht. Also schaut man sich Luftbilder an. Im Buch "Deutsches Land in 111 Flugaufnahmen" (Reihe: Die blauen Bücher; SCHEFFLER 1961) kann man auf den Seiten 62 und 63 den Main bei Rothenfels und die große Mainschleife bei Urphar in Schwarzweiß bewundern. Da da die Straßen nicht asphaltiert sind, sollten die Fotos aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg stammen; weil die Schleuse Eichel noch nicht gebaut bzw. angefangen ist, muss das Foto einige Jahre vor 1933 aufgenommen worden sein (nach einem Hinweis vom Verlag). Das Foto der Mainschleife zeigt diese aus einer ungewöhnlichen Perspektive in Richtung Südost. Darauf ist der der Main mit Urphar und den ersten Häusern von Eichel im Frühsommer abgebildet, aber völlig ohne Bäume im Uferbereich. Also keine Weiden, keine Pappeln, keine Erlen und damit keine "Weichholzau", aber Schilf oder Röhricht in einen schmalen Streifen immer an den Gleithängen des Flusses.
In der Fläche ist deutlich weniger Wald als heute vorhanden. Viele Schläge im Wald sehen sehr jung aus. Das eindrucksvolle Foto zeigt eine kleinparzellierte Kulturlandschaft, in der es keine Natur im Sinne einer sich selbst überlassenen Fläche und schon gar keine ungenutzten Flächen gibt, da die Bevölkerung im und am Spessart damals noch zum überwiegenden Teil direkt von der Landwirtschaft lebte. Die Straße von Eichel nach Urphar am Main entlang ist weiß, also nicht asphaltiert. Autos, Busse und LKW waren damals wohl eine Seltenheit. Das Normale waren Gespanne und Fußgänger. 
Ist das die "Natur", zu der man sich zurück sehnt oder die so artenreich war?

 

Forst und Wald

Ähnlich ist es bei dem Begriff Wald und Forst. Die heute oft synonym verwandten Worte haben eine ganz unterschiedliche Bedeutung: 
Mit Wald (etymologisch nicht bebautes Land, "gerupftes Laub" - Nutzung durch Schneiteln oder Laubstreu; DUDEN 1963:752) meint man einen geschlossenen Baumbestand auf einer größeren Fläche. Der Begriff sagt nichts über die Art der Bäume, den Zustand und die Entstehung aus.
Mit Forst (etymologisch unklarer Herkunft; DUDEN 1963:181) meint man einen Wirtschaftswald, den Wald eines Herrschers (Staatswald) oder der Wald, der einem einzelnen gehört. Dass es einen menschlichen Einfluss gibt, erkennt man aus den Ableitungen, denn man sagt "aufforsten" für das Wiederbepflanzen, das "Durchforsten" für den Baumbestand lichten und das wird von einem "Förster" gemacht, der in einem "Forstamt" residiert und arbeitet. In Aschaffenburg bestand von 1844 bis 1910 eine königlich bayerische Forstlehranstalt (später Forsthochschule).
 
Da aufgrund der viele Hektar unfassenden Größe der Forstbezirke der Förster im Wald nur selten zu sehen ist, denkt der am Wochenende und an Feiertagen in den Wald gehende Bürger, das sei Natur. Und je älter die Bäume aussehen oder tatsächlich, um so mehr verstärkt sich Eindruck, dass das natürlich sei. Dies wird damit weiter verstärkt, dass nahezu alle älteren und oft markanten Bäume geschützt werden müssen und meist außerhalb der Wälder zu "Naturdenkmalen" erkoren werden. Oder man erlässt örtliche Baumsatzungen, damit der Baumbestand in einer Stadt erhalten bleibt; dabei wird der Bürger, der einst die Bäume (wie ein Förster) pflanzte) in seinen Entscheidungen behindert. 
Aber bei uns im Spessart sind die meisten Wälder (besser eigentlich als Forste zu bezeichnen) in einer gewissen Übertreibung als "Holzäcker" zu bezeichnen. Während der Landwirt jährlich sät und erntet, kann der Forstmann nur nach mindestens 50 bis 300 Jahren (Umtriebszeiten je nach Baumart, Standort, Wetter oder auch Klima und Boden) ernten. Dies ist in weiten Teilen des Spessarts den sandigen Verwitterungsböden des Sandsteins geschuldet, denn auf dem geographisch hoch liegenden Sand ohne Lössauflage kann man keine nach heutigen Maßstäben ertragreiche Landwitschaft betreiben, so dass die Bäume die wenigen löslichen Nährstoffe nicht in einem Jahr, sondern in Jahrzehnten zu Holz akkumulieren.
Die aufgrund von unterschiedlichen Gesteinen im Untergrund (Kristallin, Zechstein-Sedimente unter dem Buntsandstein) entstandenen Böden kann man als Grenze von Feld und Wald am westlichen Spessartrand in einem Streifen von etwa Gelnhausen bis nach Bessenbach verfolgen:
 

Feld-Wald-Grenze
Weit geht der Blick vom Hotel und Landgasthof Klingerhof nach Osten (links) und Süden (rechts), wo besonders schön die Feld-Wald-Grenze um Bessenbach zu sehen ist. Hier zeichnet diese unterschiedliche Landnutzung die Überlagerung des Sandsteins (mit Wald) auf den Kristallin-Gesteinen wie Diorit und Gneise (Landwirtschaft) nach. Eine Kulturlandschaft, die man gemeinhin als "Natur" bezeichnet, weil es außerhalb einer Ortschaft ist.
Das Panorama wurde am 15.04.2007 aufgenommen




Natur?


Naturschutz?


KONOLD (1996:5) schreibt dazu:
"... Ja, man kann sagen, daß in Mitteleuropa fast alle Landschaft Kulturlandschaft ist, vom Menschen geformt nach seinen Bedürftnissen und seinen jeweiligen Möglichkeiten." 


Urwald im Spessart? Nach der Meinung von Biologen sollten die Naturschutzgebiete Rohrberg und Metzger Urwald-Relikte sein (MALKMUS 2009). Leider ist das nicht der Fall, denn die menschliche Nutzung des Spessarts reicht viel weiter in die Vergangenheit, als der Schein alter Bäume vorspiegelt. Bereits RUF (2011:11f) beschreibt, dass die heute meist als Synonym benutzten Worte Wald und Forst sich unterscheiden und es gab den Spessart als Forst im Sinne einer Nutzfläche bereits im 9. Jahrhundert! In der Urkunde vom 7.7.839 findet sich auch die erste urkundliche Erwähnung des Namens Spessart (RUF 2014).
Auch in der ganz neuen Dissertation von Anika MAGATH über den Spessart kommt sie zu dem gut begründeten Schluss, dass es im Spessart keine Natur mehr gibt, sondern alles vom Menschen seit Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) überformt und beeinflusst ist. Somit erhält man mit der Bewahrung der historischen Kulturlandschaft eine Art "Museum im Freien" (MAGATH 2020:37, 69, 134ff, 147, 164f, 166ff). 

Auch BÜDEL et al. (2021:9) kommen zu dem Ergebnis ihrer unfangreichen Erhebungen und eigenen Forschungen: 

"Der Spessart, wie wir ihn heute vorfinden, ist eine vom Menschen tiefgrefend veränderte Landschaft. "Urwald" im Sinne eines ursprünglichen, unberührten Waldes finden wir hier seit Jahrhunderten nicht mehr. ..."

Unberührte oder einer sich selbst überlassene Natur gibt es weder in Deutschland noch in Europa (mit Ausnahme der Flächen über den Schneegrenze in den Hochgebirgen und im Wattenmeer; MALKMUS 2017:11 gibt 0,35 % der Fläche in der BRD an) und auch weltweit kaum noch (HERING 1939, GLASER, GEBHARTD & SCHNEK 2007:23f, SEITZ 2017:156, KORNFELDT 2018:90, siehe dazu auch WINIWARTER & BORK 2019).

Bei dem Hochgebrige der Alpen muss man bereits schon wieder eine Einschränkung machen, denn die heutige Baumgrenze in den Alpen ist nicht natürlich, sondern eine Folge einer jahrtausende bestehenden Almwirtschaft. Diese besteht nachweislich seit der späten Jungsteinzeit, wie Untersuchungen von Gernot PATZELT in den Ostalpen zeigen (PAZELT 2019:202f). Die Brandrodung dieser hoch gelegenen Wälder erfolgte hier großflächig in der Bronzezeit; bemerkenswert ist, dass die Gletscher zu dieser Zeit wesentlich kleiner waren als heute. Der Vorstoß erfolgte in der "kleinen Eiszeit" mit dem Höchststand - seit dem würmzeitlichen Maximum - in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese Ergebnisse aus der Analyse von Hölzern und organischen Materialien wie Torf aus den heutigen Gletschern ist auch aus den schweizer Alpen bekannt (Christian SCHLÜCHTER aus Bern in einem Vortrag).
Dieses von Menschen beobachtete, vermutlich relativ schnelle und klimatisch bedingte Anwachsen der Gletscher über mühsam kultiviertes Land, wurde als die Existenz bedrohend angesehen - was ja auch war - und führte zu einem Sagen- bzw. Märchenschatz der übergossenen Almen. Diese sind im Kern immer ähnlich: Menschen lebten sehr wohlhabend und diese wurden von Gott bestraft, in dem das schnell vorrückende Eis die Grundlagen der Existenz vernichtete. Gletscher als Bedrohung!

Und auch das, was man heute weltweit als Natur ansieht, ist eine vom Menschen veränderte Erde. Nur ist das nicht dokumentiert, weil bereits einige zehntausende Jahre her. Überall auf dem Globus, wo der modernde Mensch ankam, wurden größere Tiere ausgerottet. Überlicherweise wird das dem Klima und seinen Veränderungen zugesprochen, aber die Indizien, dass das der Mensch war, sind nicht zu übersehen und auch schlüssig (HARARI 2013:85ff). Bei uns war es das Mammut, das Wollnashorn und die kaltzeitlichen, großen Säugetiere. Auf den anderen Kontinenten traf es eine Megafauna, die wir nur fossil kennen. Mit jeder Insel im Pazifik, die entdeckt und besiedelt wurde, wiederholte sich der Vorgang, bis der Mensch um 800 n. Chr. Neuseeland erreichte. Und das ging im Prinzip weiter bis ins 20. Jahrhundert. Hätte man keinen internationalen Stopp des Walfanges und den Schutz der Walrosse, Robben usw. eingeführt, so gäbe es heute sicher diese großen Säuger nicht mehr. Man könnte das auch auf andere Großsäuger wie Elefanten, Nashörner, Giraffen, Tiger, usw. übertragen.
Infolge der weiter ungehemmt wachsenden Weltbevölkerung mit wachsenden Ansprüchen werden die restlichen Flächen auch noch im Sinne einer menschlichen Verwendung genutzt werden müssen.

Als tatsächlich heute von Menschen völlig unberührt kann wohl einzig auf der Erde die extrem eisige, abiotische und einige Millionen km² umfassende und etwa 3.000 m über dem Meer liegende Hochfläche der Ostantarktis gelten; als repräsentativ für die Klimaverhältnisse kann hier die russische Forschungsstation Wostok gelten, wo über Jahre eine Jahresdurchschnittstemperatur von -55° C (mit einem Maximum von etwa -20° C im Süd-Sommer und Minima von -90° C Süd-Winter) ermittelt wurde. Es ist wie auf dem Mars, denn auch Menschen bzw. Forscher können hier nur mit erheblichem Aufwand tätig werden.


Auch das was man als Reisender oder Tourist sieht und für natürlich hält, ist es nur ganz selten, denn alles gehört jemanden und der beeinflusst und verändert - bereits durch seine temporäre Anwesendheit. Und wenn nicht heute, dann in der Vergangenheit, denn es gab auch früher Menschen in nahezu allen Teilen der Welt. Das gilt für Nationalparke in "überall", denn auch hier wird die Natur nicht sich selbst überlassen (ja, ich weiß, es gibt einige Ausnahmen, die man dann auch nicht besuchen kann). Denn in den anderen Fällen gibt es einen Weg, eine Straße usw. Und auch die Menschen dort leben von dem, was es dort gibt. So sind die meisten schönen Gebiete dann auch keine Natur, sondern das Produkt einer langen Entwicklung zu einer Kulturlandschaft, so exotisch diese auch für uns aussehen mag.


Hochland in Island
Das heute menschenleere Hochland im Innern Islands mit der Hochlandstraße F35. Man liest und denkt,
das ist unberührte Natur. Aber das ist ein völliger Irrtum. Als die Wikinger um das Jahr 1000 mit der
Besiedlung Islands begannen, stand hier Wald. Der wurde schnell abgeholzt und durch eine Weide ersetzt.
Die Schafe verhinderten einen Aufwuchs. Der immer wehende Wind trug an jeder kahlen Stelle den Boden
weg, bis ein Steinpflaster den weiteren Abtrag verhinderte. Es ist eine von Menschen verursachte Wüste;
das mag bitter sein, aber es ist die Wahrheit; siehe auch BORK
2006:151ff.
Aufgenommen am 19.08.2002


Es ist ein wertvolles und herausragendes Verdienst des Archäologischen Spessartprojektes (ASP), dass dieses Bewusstsein der Kulturlandschaft über die Kulturwege im Spessart und seiner Umgebung in die lokale Bevölkerung getragen worden ist (MOLLENHAUER 1985, Projekt-Büro Spessart et al. 1996, Autorenkollektiv 2003, 2005, 2009, 2012, 2020, MAGATH 2020). Davon zeugen neben den Grabungen an den zahlreichen Burgen und Klöstern auch über 110 Kulturwege im und um den Spessart, auf denen der Besucher, Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer die Kulturlandschaft und seine Besonderheiten auf den bekannten Tafeln erläutert bekommt. Und die aktuellen Forschungen mit dem ASP zur Pfinzing-Karte aus dem Jahr 1594 im Staatsarchiv Nürnberg (Karten und Pläne Nr. 230) zeigt, dass es sich bei der zwischen 1562 und 1564 von Jörg NÖTTELEIN geschaffenen Karte um eine Wirtschaftskarte handelt; der Spessart trägt darauf kaum einen Wald! Der gesamte Spessart war damals in vielfältiger Art und Weise in Nutzung und keine sich selbst überlassene Natur. Dass dies bereits seit dem Hochmittelalter so war, kann man auch den vielen Burgenstandorten erkennen, die damals weithin sichtbar auf Hügel und Vorberge gebaut wurden. Eine Wald mit hochstämmigen Bäumen hätte weder einen Schutz geboten noch hätte man von dem Bauwerk weit in das Gelände schauen können.

Und wer sich ein Bild der kleinbäuerlichen Landwirtschaft im Spessart machen will, der lese nicht im Internet, sondern alte Schriften; damit kann man dann auch spiegeln, wie es um die Kulturlandschaft bestellt war: "... so ist auch die Bienenzucht auf dem Lande fast erloschen. ..." (RAUCH 1987:14).

"Rettet die Bienen" die Bienen?

2019. Das bayerische Volksbegehren erhielt viel Zuspruch und politisch enorme Aufmerksamkeit. Aber es rettet keine Bienen und auch die Partei, die sich das werbewirksam auf die Fahnen schreib, rettet auch keine. Die meisten (Honig-)Bienen (und das ist mit „den“ Bienen wohl gemeint) ist inzwischen ein Haustier wie Kühe und Schweine der Landwirte; sie gehören den Imkern und werden gehalten (MALKMUS 2003). Der Bestand wird nicht durch natürliche Prozesse geregelt, sondern durch eine derzeit in Deutschland wachsende Schar von Imkern, die die Königinnen handeln, Völker aufbauen, liebevoll pflegen und damit vermehren. Sie stellen und verfahren die Völker dorthin, wo reichlich Nahrung (Tracht) vorhanden ist und bestäuben dabei viele Pflanzen. Und wir profitieren von einen günstigen Lebensmittel Honig und die Bienen bestäuben eine große Zahl von Blütenpflanzen wie z. B. Obstbäume. 

Selbstverständlich gibt es darüber hinaus eine große Zahl von Insekten, die ebenfalls als Bienen (Hautflügler) bezeichnet werden, aber nicht von Menschen kultiviert wurden. Sie bilden in der Regel keine großen Staaten und leben auch solitär. Als man noch Kastenschlösser („Chubb-Schloss“) ohne Schließzylinder in den Türen hatte, fand ich nach einem Problem im Schloss unserer Haustüre die Reste von „Erdbienen“ (wohl Gattung Andrena). Die Biene konnte wohl zwischen den wenigen Schließungen die Kammern aus Ton für den Nachwuchs in dem Schlosskasten bauen. Nicht an Insekten interessierte Menschen werden diese Bienen kaum wahrnehmen. Die Ausnahme ist die hummelähnliche Holzbiene (Xylocopa spec.), die aufgrund der Größe und der Farbe sehr auffallend ist.

Mit den Bienen werden alle Insekten gleich gesetzt, denn die meisten Menschen mögen Bienen, lehnen aber sonstige Insekten ab oder haben sogar Phobien dagegen. Zweimal im Jahr kann man das beobachten. Nach dem warmen Sommer 2018 suchten im Herbst 2018 die großen Baumwanzen einen Unterschlupf und wählen dafür auch Büros. Im Frühjahr wollen die dann wieder zu den Pflanzen und versuchen die Büros über die Fenster zu verlassen, was die meisten Menschen mit Ekel quittieren, wenn man dann erklärt, dass es sich um harmlose Wanzen handelt, die sich von Pflanzensäften ernähren und mit den Bettwanzen nichts zu tun haben.

Aber es gibt eine Vielzahl weiterer Insekten, die wirklich nicht erwünscht sind und bei den Menschen als "Schädlinge" angesehen werden:

Kiefernprozessionsspinner
Pinien-Prozessionsspinner-Raupen (Thaumetopea pityocampa)
an einem Gespinst mit Kotpillen,
aufgenommen im Mai 1979


Ohne Zweifel ist die Wahrnehmung, dass es weniger sichtbare Insekten gibt als früher (also vor 30 oder 50 Jahren), richtig, auch wenn ich denke, dass die zur Ermittlung der Arten verwandten klassischen Lichtfallen nur einen kleinen Teil der Insekten erfassen, denn es gibt sie auch unbeachtet im Boden (z. B. Ameisen, Springschwänze – Collembola - wer zählt die?). Und dann fallen einfach Schmetterlinge und große Insekten wie Libellen, Hautflügler usw. mehr auf und sind auch leichter bis zur Art bestimmbar. Und damit wird auch das Fehlen wahrgenommen. Aber wer kennt oder interessiert sich für Wanzen? Ich kannte mit Dr. Edmund WOLFRAM() aus Mainaschaff bzw. Bonn nur einen Spezialisten für Wanzen. Obwohl kaum jemand selbst eine Bettwanze sah, sind die überwiegend harmlosen Tiere (z. B. sind Wasserläufer auch Wanzen) sehr negativ belegt.

Und man hat den Eindruck, dass auch hier eine Selektion betrieben wird: Schmetterlinge (vor allem die bunten Tagfalter) bitte gerne, aber Eichen-Prozessionsspinner, den Kohlweißling und Nachtfalter wie Motten nein. Blühwiesen ja, Disteln und Brennesseln nein. Mit den jetzt überall angebotenen Samenpackungen für "Blühwiesen" wird sich langfristig nicht viel ändern; allenfalls werden weitere standortfremde Pflanzen verbreitet; wie mit dem winterlichen Vogelfutter. 

Blühwiesensamen
Bunte Samenpackung aus einer Frauenzeitschrift vom Mai 2020: Eine Biene als Sympathieträger suggeriert, dass hier etwas für die "Natur" und die Bienen getan wird. Der Klatschmohn ist rot, aber er ist keine heimische Pflanze, sondern kam mit dem Getreide aus dem Nahen Osten und galt Generationen von Bauern als "Ackerunkraut", d. h. der war als Nährstoffkonkurrent unerwünscht. Und die Aufschrift "Nützlingswiese" suggeriert die überholte Teilung der Umgebung in Nützlinge und Schädlinge. Übringens die Packung reicht für 1 m² Wiese. Sie wird auch nicht von Dauer sein, denn spätestens nach 2 oder 3 Jahren haben die besser angepassten Pflanzen diese "Blühwiese" verdrängt; so ergeht es allen "Blühwiesen" am Untermain. 


Die Gründe für die Verminderung der in der Luft vorkommenden Insekten kann man aber ebenfalls wahrnehmen. Die Vielfalt und die Masse der Insekten fußt auf einer kleinräumigen und vielfältigen Kulturlandschaft mit artenreichen Pflanzen als Nahrung – nicht auf der Natur. Wenn man Natur als ungesteuertes Stück Land, als Gegensatz zur Kultur ansieht, dann gibt es in Deutschland seit Jahrhunderten keine Natur (mehr). Und alles was als solches gesehen wird, sind die vielfältigen Kulturlandschaften und die sind vom Menschen, wenn auch für einen anderen Zweck geformt, entstanden. Die Heiden als Folge der Abholzung und anschließende (Schaf-)Beweidung; bekanntes Beispiel ist die Lüneburger Heide durch die Salzsiederei in Lüneburg. Auch die Weikertswiese im Spessart ist eine Rodungsinsel, also vom Menschen geschaffene Wiese zur Gewinnung von Gras bzw. Heu. Die Forste sind einstige Wälder mit einem aus wirtschaftlichen Gründen angepflanzten Baumbestand. Die Liste ließe sich sehr lange fortführen. Sie ist in der einschlägigen Literatur beschrieben.

Das Verschwinden der Insekten geht einher mit der langjährigen Reduzierung der Nutzgärten, kleinteiligen Landwirtschaft (Flubereinigungen), das Vorrücken des Waldes in eine von Wiesen geprägten und ohne große Maschinen auskommenden Landwirtschaft, Neophyten (wie z. B. das Drüsige- oder Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) oder der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) mit einer Wuchsgeschwindgigkeit von bis zu 25 cm am Tag), welches die heimische Flora an den Bachrändern an vielen Orten verdrängt hat.
Bis in die 1980er Jahren waren die Hausgärten vom eigenen Anbau des Gemüses, kleine Obstbäume und von Blumen geprägt. Die, die keinen Garten hatten, bauten solche Pflanzen auf Äckern oder in "Schreber-Gärten" an. Das wird heute in einem viel geringerem Umfang praktiziert, da Samen und Pflänzchen manchmal teurer sind, als die daraus gewachsenen Produkte im Lebensmittelgeschäft. Blumen kauft man an der Tankstelle, im Blumenladen, selbstpflückend am Acker oder an der Straße.
Auch die Flächen des Staates, der Länder, der Kreise und Kommunen wie Straßenränder, "Norm-Böschungen" an Straßen, Rasen-Wiesen an Gewässern und kommunale Flächen werden größtenteils damit bewirtschaftet, dass man mäht, wenn das Gras oder was da auch immer wachsen mag, größer als 30 cm geworden ist. Ohne Rücksicht auf was da wann blüht oder wächst. Damit stellt sich eine daran angepasste "Einheitsflora" aus reichlich Neophyten ein, die überall in Deutschland ähnlich zusammen gesetzt ist und nahezu gleich aussieht, so ähnlich wie ein Rasen. Ein Artenreichtum kann sich da nicht entwickeln. Felsen werden hier auch nicht geduldet, so dass es auch keine Sonderstandorte mit dafür angepassten Pflanzen gibt.  

Hinzu kommen sicher viele weitere Faktoren. Ein Erhalt des Insektenbestandes, z. B. von 1970, ist keine Natur, sondern das Gleiche, als würde man viele kleinen Zoos für Insekten einrichten.

Grünpflege
Grünpflege an einem Hang der Eisenbahn: Trotz der anhaltenden Trockenheit
werden hier die üppig blühenden Pflanzen weggemäht, damit die planfestgestellten
Pflanzen (Bäume) am richtigen Ort wachsen können.
aufgenommen am 26.05.2018

Wenn man in Deutschland ein Land sich selbst überlässt, wie zum Beispiel im Nationalpark Bayerischer Wald, dann ist das Ergebnis immer der Wald (wenn die Pflanzenfresser wie Rehe und Hirsche zurück gehalten werden), je nach Lage, Boden und Höhe sehr unterschiedlich aussehend, aber eben Wald (Klimaxgesellschaft). Und der ist gegenüber der einer Kulturlandschaft artenarm, wenn man die "sichtbaren" Arten vergleicht. Deshalb ist eine Unterschutzstellung von weiteren Wäldern sinnlos, denn die viel gelobte Artenvielfalt begründet sich auf einer keinteiligen Kulturlandschaft. Und der Wald brennt auch mal ab und für die Nachfolge auf den abgebrannten Flächen gibt es natürliche Spezialisten, die diese geschwärzten Flächen schnell wieder begrünen. Aber das darf in Deutschland nicht sein, denn der Wald darf auch im Naturschutzgebiet nicht brennen und wird von der Feuerwehr in jedem Falle gelöscht, weshalb die Wiederbesiedler dann selten sind. Es wäre aber Natur, den Wald brennen zu lassen, denn das tat er jahrtausendelang auch.

Und wer hat im Mittelalter einen Waldbrand gelöscht? Es wäre doch sehr verwunderlich, dass bei den vielen Feuerstellen wie Hütten, Aschenbrennern, Köhlern, Waldschmieden, usw. in den Wäldern keine Schadenfeuer gegeben haben sollte. Oder es gab einfach keine Waldbrände, weil es durch die vielfältige Nutzung keinen "brennbaren" Wald gab?

Wie man an fossilem Holz feststellen kann, brannten auch Wälder vor Millionen von Jahren, denn Holzkohle ist über geologische Zeiträume erhaltbar (siehe Holzkohle im fossilen Holz). In den USA lässt man dagegen natürlich entstandene Feuer in den Nationalparken brennen.


brennender Baum
Von einem Blitzschlag angezündeter und abgebrannter Wacholder-Baum nahe
einer Straße. Vor ihm war ein Zettel am Boden gepinnt, in dem die Besucher
gebeten wurden, nicht zu löschen, da es sich um ein natürliches Feuer handelt;
Canyonlands National Park, USA.

Aufgenommen am 04.09.1994

Dass selbst in den so genannten „Naturschutzgebieten“ eine Reduzierung der Insekten (und damit ein "Artenschwund") zu beobachten ist, ist auch logisch. Das System des gesetzlichen und regelkonformen Naturverständnisses und sein Schutz kann keine dynamische „Natur“ erhalten. Sinngemäß schrieb das auch der Reptilenkenner Rudolf MALKMUS (2019) für die Echsen und Schlangen: "Der weggepflegte Reptilienbestand" (MALKMUS (2019:19ff). Solche Gebiete entwickeln sich langsam und oft kaum merklich weiter, weil die darin lebenden Pflanzen eine relativ kurze Lebensdauer haben, auch wenn sie gepflegt und vom Menschen („Naturschützer“ mit Roten Listen; MALKMUS 2017) ein bestimmtes Stadium der Sukzession erhalten werden soll. Da dies auch bei den kaum wahrnehmbaren Bakterien, Flechten, Moosen und Pilzen so ist, folgen mit Verzögerung auch die höheren Pflanzen und mit dem Wechsel der Pflanzen folgen die darauf fußenden Tiere.

So genannte Naturschutzgebiete entstehen nach einem sehr ähnlichen Muster. Es werden keine "normalen" Flächen wie Wälder, Äcker oder Wiesen geschützt, sondern Sonderstandorte, die gegenüber den übrigen Flächen unterrepräsentiert sind und dann von Spezialisten besiedelt werden. Da diese selten sind, werden sie "geschützt".

Es ist doch auffällig, dass nicht nur im Spessart, meistens (Beispiele)

zu „schützenswerten“ Naturschutzgebieten oder Naturdenkmalen erkoren werden. Die Pflanzen und Tiere gibt es dort nur, weil der Mensch dort eine unnatürliche Freifläche geschaffen hat, die eine vielfältige Sukzession erzeugt, die selten ist, weil sonst die menschliche Nutzung als Forste, Gärten, Häuser, Äcker und Wiesen das verhindern. Würde man die Naturschutzgebiete nicht pflegen, dann werden die sich zu einem Wald entwickeln. Dies kann man sehr schön in den flächigen Gebieten verfolgen, so dass nach 20 oder 30 Jahren keines der einst schutzwürdigen Pflanzen oder Tieren hier nachzuweisen sind. Dies ist für viele Menschen schmerzhaft, aber die Dynamik der Natur ist hier nicht aufhaltbar.

Das aktuell durch das geplante "Eichenzentrum" medial bekannte Hafenlohrtal im östlichen Sandstein-Spessart ist ein typisches Beispiel für eine Kulturlandschaft, aber ohne geschlossene Ortschaft. Es gab oder gibt dort Landwirtschaft (Wiesen, einst extra bewässert), Fischwirtschaft (Teiche), Gastronomie & Tourismus (Lichtenau), einen Eisenhammer (Lichtenau), eine Glashütte (Karlshütte in Einsiedel), Papiermühle (Windheim), Pferdezucht und Holzwirtschaft (Sägewerk) (PAULI & HIMMELSBACH 2002). Nach einem mehr als 30jährigen Widerstand durch engagierte Bürger wurde 2008 verhindert, dass in dem Tal ein Trinkwasserspeicher für die Fränkische Platte erbaut wurde. Weite Teile des Tals wurden als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt. Die kleinteilige und landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft kann heute mit 1.600 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten aufwarten. Hätte man die Landwirtschaft eingestellt, dann würde der nahe Wald den vom Mesnchen künstlich vom Wald frei gehaltenen Talraum schnell wieder besiedeln. Aus diesem Grund hat man 2009 exotische, aber pflegeleichte und damit kostengünstige asiatische Wasserbüffel (Bubalus bubalis!) eingeführt, die die Flächen beweiden und damit vom Bewuchs frei halten (SALOMON 2012). Natürlich wäre das Reh, der Rothirsch (der aus "fürsorglichen Gründen" nur in bestimmten Gebieten leben darf, die von Verwaltungen bestimmt werden! - siehe GEBNER 1994), der Elch (im Spessart ausgerottet), Wisent oder europäischer Bison (im Spessart ausgestorben) und der Auerochse (ausgerottet) (SCHÖNMANN 2002a, 2002b, 2002c). Zäune verhindern das freie Bewegen der Tiere. Damit wird mit der Begründung des Artenschutzes ein unnatürlicher Zustand erhalten, wobei es sich nicht um eine Natur handelt. Es ist damit eine Kulturlandschaft des 19. Jahrhunderts bewahrt worden, damit die darin lebenden Pflanzen und Tiere erhalten bleiben; also eine Mischung aus Botanischem Garten und Zoo ohne Eintritt. Durch die Einwanderung von weiteren Pflanzen und Tieren, wie z. B. von Insekten (z. B. das Verdrängen der heimischen Marienkäfer durch die asiatischen Verwandten), aber auch von invasiven Vögeln (z. B. Nilgans), aber auch ansteckenden Krankheiten bei Amphibien, werden sich unaufhaltsame Veränderungen ergeben.

Ein Bewahren eines bestimmten Zustandes über einen längern Zeitraum (eine Art Fließgleichgewicht) ist nicht möglich, denn das gelingt selbst bei den klassischen Denkmälern nur eingeschränkt, denn die Verwitterung und die Biologie nagt unaufhaltsam an den im Freien stehenden Bauten, so dass diese - je nach Materialauswahl - immer wieder erneuert werden müssen; man denke dabei an die großen Kirchenbauten, die infolge der Gesteinsverwitterung immerwährend erneuert werden müssen. Es bleibt dann die Form oder die Idee, aber nicht das Material erhalten.

Zum Begriff der "Umwelt" schreibt TREPL (1996:23f): ... Es gibt in einem Raum so viele Umwelten, wie es Lebenwesen (oder, je nach dem, Lebensgemeinschaften) gibt, und es ist keineswegs so, daß sich all diese Umwelten zu "der" Umwelt summieren ließen, und schon gar nicht bildet "die" Umwelt ein System; das widerspräche dem ganzen Sinn des Systembegriffs. Es ist auch nicht etwa so, daß man die Lebewesen wegnehemn oder sich wegdenken könnte, und dann z. B. Hydrologen, Meteorologen, Chemiker u. a. untersuchen lassen könnte, wie hier "die Umwelt" beschaffen sei. "Die Umwelt", "der Naturhaushalt", der Landschaftshaushalt sind klassische Nonsens-Formulierungen.
Völlig unzulässig ist es schließlich, von einem in irgendeinem Sinne intakten Funktionieren eines ökologischen Systems oder von seiner ökologischen Vielfalt auf die Harmonie und die Schönheit der ästhetischen Landschaft zu schließen. - Daß das alles dennoch geschieht, führt dazu, daß die wissenschaftliche Literatur über die Landschaft wie kaum eine andre von Leerformeln und Zirkelschlüssen wimmelt.
...


Nun stehen bei einer solchen Betrachtung alle Beteiligten in einer Wechselwirkung. Dabei spielen in einer urabanen Umgebung die Hauskatzen eine sehr unnatürliche Rolle. Im Gegensatz zu Hunden werden sie nicht eingesperrt. so dass diese zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Gärten und siedlingsnahen Gegenden streifen und dabei keinesweg nur auf das Erbeuten von Mäusen fixiert sind. Bei Freunden brachte die Katze neben Eichhörnchen, Schlangen, Eidechsen und Vögel als "Geschenk" nach Hause. Die unnatürlich hohe Katzendichte in den Siedlungen führt mehr zu einer Veränderung der Fauna - und damit auch der Flora, als viele andere Maßnahmen, wie beispielsweise das Verbot von "Schottergärten". Hier kann man aber nicht ansetzen, da man sich dann einer kulturell bedingten Tierliebe entgegen stellt, die von sehr vermenschlichten "Tierschützern" hoch gehalten werden. Wenn man rein den Schutz der Lebewelt im Auge hätte, müsste man den größten Teil der Katzen, das sie keine Feinde haben, abschaffen.


Phacelia
Pflanzen der Gattung Phacelia werden auf landwirtschaftlich genuzten als
Monokultur angebaut. Unter anderem als Bienenweide", da die Pflanze
erheblichen Mengen an Nektar erzeugt. Die Pflanze stammt aus Amerika
und ist wohl nicht frostfest, so dass die sich kaum ausbreitet,
aufgenommen am 02.07.2019



Steingarten-Stopp im Markt Mömbris?
Bauausschuss: Gremium empfiehlt Gestaltungssatzung gegen die Versiegelung von Vorgärten - Debatte im Sinn von verboten - Rat entscheidet
Da ist der Titel eines Artikels im Main-Echo vom 16. April 2021 Seite 16 Stadt und Kreis Aschaffenburg. Ähnliche und sinngleiche Beiträge waren in der letzten Zeit öfters zu lesen und der Auslöer für Maßnahmen, diesen "Wildwuchs" regulieren zu müssen. Gärten mit einer pflegeleichten Schotter- oder Kiesbedeckung werden auch abwertend als "Schottergärten" bezeichnet und die werden von einer Minderheit der Bevölkerung als ökologisch "wertlos" angesehen. Deshalb wurden die im grün regierten Baden-Württemberg seit dem Sommer 2020 über §21a des Landesnaturschutzgesetzes verboten! Aber wo bitte ist in einem Garten Natur?

Schottergarten? Steingarten?
Sind das "Schottergärten"? Ab wieviel % Steine im Garten ist ein Steingarten ein "Schottergarten"? Bei genauem Hinsehen erkennt man in beiden Gärten, dass sich zwischen den Steinen (Diorit links, Quarz rechts) Leben angesiedelt hat. Man muss sich dazu aber bücken. In unseren Breiten gibt es kein Biotop, in dem sich kein Leben ansiedelt. 
aufgenommen om Krombach und Dörrmorsbach am 01.05.2021

Ähnlich wie bei dem Schutz der Insekten (man erzähle das einem Menschen in Afrika, der gerde seinen Besitz an Nahrungsmitteln durch Wander-Heuschrecken verloren hat) glaubt man durch Verbote die "Natur" bis in die kleinste Parzelle regeln zu müssen und denkt, dass es keine mündigen Bürger gibt. Dem "grün" denkenden Menschen sind alle Steine ein Graus, so dass das verboten gehört! Es ist dann die logische Konsequenz, wenn das weiter denkt, dass man eines Tages auch Grabsteine auf dem Friedhof verbietet.
Also Ersatz der Steine durch ein von der Vorschrift (Satzung) geregeltes, amtliches Grün, so wie an den Straßenrändern, die infolge der Einheitssaat keinen Beitrag zu irgendeinem Artenschutz leisten. Mir selbst muss kein Garten gefallen, denn das ist ein Ausdruck des Eigentümers, was der glaubt, der Umgebung präsentieren zu müssen; ich denke, dass hier die Eigentumsverpflichtung anzuwenden, übers Ziel hinaus reicht; wenn man das zu Ende denkt, müsste man das menschliche Leben verbieten. Wenn endlich so was eingeführt wird, dann auch noch eine Liste der zu pflanzenden Bäume, Sträucher und wann die geschnitten und die Rasen gemäht werden müssen/dürfen. Dann noch einen %-Anteil für Steine für Eidechsen, Masse an Totholz für Insekten und soviel % Wasserfläche für die Insekten im Wasser. Letztendlich muss das dann auch einer kontrollieren und man schafft eine weitere Stelle (oder begründet eine Kommission) in einer ausufernden kommunalen Verwaltung. Man könnte das als typische deutsche "Regelunsgwut" bezeichnen.
Der Stein des Anstoßes sind in dem Fall (Vor-)Gärten, in denen jedwede Steine einen großen Anteil der Fläche bedecken. Sicher kann man das als bei uns "fremd" einstufen, aber weite Teile der Erdoberfläche sind mit Steinen belegt, die von keiner Vegetation bedeckt ist. Also ist das keineswegs unnatürlich. Die von uns nächste Möglichkeit, so etwas anzuschauen, bieten die Schuttfächer der Felsen in der Rhön, im Saar-Nahe-Raum und in den Alpen. Oder die ohne Stauhaltungen fließenenden Voralpenflüsse. Oder noch viel einfacher und ganz nah still gelegte Steinbrüche, Kiesgruben und Sandgruben*. Dabei sind auch solche Biotope keineswegs tot, sondern werden von Spezialisten besiedelt; die sind selten, weil solche Biotope selten sind:
Beginnen werden Cyanobakterien auf den Steinen - erkennbar an einer "Schwarzfärbung" der Steine. Ihnen folgen Flechten und in den Ecken Moose und Algen. Durch den Wind werden Staub und Pflanzenteile wie Blätter eingetragen. Dann kommen irgendwann auch höhere Pflanzen und auch Tiere. Man denke an Milben, Spinnen und auf der Unterseite der Steine ein ganzer Zoo an Insekten, Asseln, Hundertfüßer und Spinnen. Auch Schnecken weiden die Steine ab. Dann folgen z. B. die Frühlings-Hungerblümchen und Gewöhnliches Hirtentäschel. Und man denke an Tiere wie die Blauflügelige Ödlandschrecke, die auf solche Biotope spezialisiert ist. Die sind auf den ersten Blick nicht zu sehen, da muss man sich schon tief bücken. 
Und nach 10 oder 20 Jahren ist jeder Steingarten auch grün.
Der mit vielen Regeln bereits überschüttete Bürger regt sich über die komischen EU-Vorschriften auf und produziert auf kommunaler Ebene gleichermaßen neue Vorschriften.


*Im Kahler Wald hat man nördlich der Autobahn A45 mit viel Aufwand genau das hergestellt, eine vegetationsfreie Fläche, für solche Pflanzen und Tiere. Es scheint absurd, hier wird das unter dem Deckmantel der "Natur" geschaffen und im Garten nebenan ist es unerwünscht oder verboten?





"Das einzig Stetige ist der Wandel".


Bis vor etwa 2,6 Millionen Jahren war es bei uns wärmer und feuchter als heute. Während des Miozäns lagen wir am Rand eines kleinen Meeres mit Sümpfen. Dieses erstreckte sich vom Rand des heutigen Spessarts bis nach Alzey. Die Verhältnisse waren ähnlich denen im heutigen Florida. Davon zeugen beispielsweise auch die Kalksteine am Schneckenberg (mit dem einstigen Kalkwerk Grix), Lohwald und Bieberer Berg in Offenbach (siehe OTT et al. 2009). Damals gab es hier sicher keine Menschen.

Kalkstein Offenbach Kalkstein mit Peloiden
Mariner, untermiozäner Kalkstein aus Foraminiferen, Schnecken und Peloiden vom Schneckenberg am Lohwald zwischen Bieber und Offenbach am
Main, angeschliffen und poliert,

Bildbreite links 13 cm, rechts im Ausschnitt 2 cm


Mit der globalen Abkühlung („Eiszeiten“) verbreitete sich der Mensch weltweit und so kamen vor etwa 0,7 Million Jahren die ersten Menschen nach Deutschland. Sicher waren deren Einflüsse infolge der sehr kleinen Zahl noch vernachlässigbar klein. Aber es gibt ernst zu nehmende Hinweise, dass das Aussterben der kaltzeitlichen Großsäuger am Ende der letzten Kaltzeit durch den Menschen zumindest gefördert wurden, wenn nicht verursacht, weil die klimatischen Änderungen mit den anthropogenen Einflüssen nicht mehr zu kompensieren waren. Spätestens seit dieser Zeit ist es mit der von Menschen unbeeinflussten Natur im heutigen Deutschland vorbei. Während der kältesten Phase des Würm (der letzten "Eiszeit"), so um 20.000 Jahren, war es so kalt, dass auch die großen Pflanzenfresser abhahmen und somit auch nur noch ganz wenige Menschen hier überleben konnten. Damit ist gemeint, dass es vielleicht keine 1.000 Menschen in Deutschland waren oder vielleicht auch gar keine mehr. Die Vegetation war der im heutigen Nordeuropa sehr ähnlich, so dass das Studium dieser Pflanzengesellschaften zu Schlüssen der einst hiesigen Vegetation führen kann (DIERßEN 1996). 

Nach der letzten Kaltphase („Eiszeit“) vor 18.000 Jahren sind Pflanzen und Tiere aus klimatischen Inseln und von Süden wieder nach Deutschland und in den Spessart eingewandert. Ihnen folgten die Menschen und so wurde der Spessart bereits in der Steinzeit, wie Streufunde darlegen (MENDE 2015). Spätestens seit der Jungsteinzeit kam der Mensch zurück und brachte weitere Pflanzen und Tiere „mit“ (HIMMELSBACH 2010:34f) in den Spessart. Mit jeder innovativen Welle zu Ackerbau und Viehzucht kamen neue Pflanzen und Tiere dazu. Wie die zahlreichen Funde bei Ausgrabungen des Archäologischen Spessartprojektes zeigen, gab es die erste Besiedelungwelle des Spessarts in der Jungsteinzeit. Dass es damals bereits weit reichende Handelsbeziehungen gab, belegen die Steinbeile aus dem 600 km entfernten Isergebirge im heutigen Tschechien (LORENZ 2010:541). Mit der deutlichen Klimaverschlechterung in der Bronzezeit (POSCHLOD 2015:38f) wurden die Höhen des Spessarts wieder aufgegeben.

Mit dem Handel und der größer werdenden Mobilität spätestens seit der Ankunft der Römer wurde die Vielfalt immer bunter. Hierbei wurde eine Vielzahl von Nutz-Pflanzen und damit auch Tiere eingeführt und auch versehentlich verschleppt. Mit den Römern kam beispielsweise der Weinbau hierher.

Das Klimaoptimum im Mittelalter führte zu einer Ausbreitung der Besiedelung, auch im Spessart. Damit wurde der Bodenabtrag gefördert. Die Erosion führte um das Jahr 1100 im Maximum unter anderem zu auch erheblichen Verluste am fruchtbarem Löss (LARSEN 2014:15). Durch den Mehrbedarf an Ackerflächen kam es zum weitgehenden Abholzen des Waldbestandes in ganz Deutschland auf auf unter 15 % der Fläche um das Jahr 1300 (WINIWARTER & BORK (2019:20f), ein so niedriger Wert, der später nicht mehr erreicht werden wird. Neben dem Konstruktionsholz ("Holländerholz") verbrauchte die industrielle Glasfertigung sehr große Holzmassen; einmal zum direkten Schüren den Glas-, Kühl- und Strecköfen und andererseits zur Produktion der Holzasche, die im Mittelalter direkt ins Gemenge kam. Später war das der Rohstoff für das Waschen der Pottasche, die man für farbloses Glas benötigte. Weitere Holzverbraucher waren: Salzsieder, Seifensieder, Kalkbrenner, Aschenbrenner, Köhler, Hammerwerke, Eisenhütten, Hausbrand, Schmiede, . Für den Forst setzte man eine Umtriebszeit von 30 bis 60 Jahren an, so dass man das Holz leicht einschlagen konnte. Diese Art Forst wäre in Kombination mit den konkurrierenden Nutzungen (siehe unten) für uns sehr fremd.
Insbesondere die "Magadelenenflut" vom 19. - 25. Juli 1342 führte zu einem massiven Einschnitt und zu einer heute noch sichtbaren Veränderung der Landschaft. Eine deutschlandweite Vb-Wetterlage erbrachte in wenigen Tagen unglaubliche Niederschlagsmengen, die auf den bestellten Akerflächen zum "Schluchtenreißen" führte; die Wassermassen schnitten tiefe Rinnen in den Boden, die je nach Untergrund zu Schluchten wurden und deren Wände später nachrutschten. Solche Formen kann man beispielsweise heute noch am Westrand des Spessarts erkennen. Dabei wurden große Massen an Sedimenten abgetragen und in den Tälern wieder abgelagert; dabei wurden wohl auch ganze Weiler oder Ortschaften weggespült und verschüttet. Beispiele sind Sahsen und Winden im Elsavatal, wo Aufschüttungen von 2 - 3 m festgestellt wurden (HARTMANN 2011). Die Abflussmengen der großen Flüsse wurden gegenüber den Hochwässern des 19. und 20. Jahrhunderts um das 10 bis 100fache übertroffen! Für den Main bei Keinheubach, der sonst im Mittel 175 m³/sec führt, wurden anhand bekannter Pegelstände und Rechnungen des Niederschlags, Einzugsgebiet und Abflussverhaltens des Mains zwischen 3.500 und 3.600 m³/sec errechnet (TETZLAFF et al. 2002).
Mit dem Beginn der neuzeitlichen Klimaverschlechterung (bekannt als "kleinen Eiszeit") (KIERMAYR-BÜHN 2009, FOUQUET & ZEILINGER 2011, GERSTE 2018) wurden viele Weiler und Gehöfte im Spessart wieder aufgegeben und sie fielen wüst, z. B. Neuendorf bei Steinau a. d. Str. Zusammen mit der Pest, dem 30jährigen Krieg und der klimatischen Abkühlung eroberte der Wald die wüsten Flächen wieder zurück. Die Erosion wird durch die Wiederbewaldung verhindert, so dass man nach 1670 keinen nennenswerten Abtrag mehr nachweisen kann (LARSEN 2014:15). Der heutige Wald fußt auf der Täigkeit der nachhaltig wirtschaftenden Förster seit dem 18. Jahrhundert.

V-Graben
Namenloser, V-förmiger Graben zwischen Hörstein und Kleinostheim, südlich
des Häuserackerhofes, entstanden bzw. vertieft beim Unwetter im Juli 1342.
Ein Großteil der Pflanzen am Boden ist das Kleine Springkraut (Impatiens
parviflora
), welches aus Asien stammt (Neophyt). Das damit vergesellschaftete
Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) ist heimisch,
aufgenommen am 22.05.2019


Mit Segelschiffen der Neuzeit wurden sehr viele Nutzpflanzen eingeführt. Besonders nach dem man reichlich exotische Pflanzen (und Tiere) aus allen Teilen der Welt in (botanische) Gärten verfrachtete, konnten Pflanzen (und damit auch Tiere) aus den Gärten den Rest des Landes eroberten (sogn. Neophyten). So sind etwa 1/3 der gesamten deutschen Flora Neophyten, je nach dem was man seit der Eiszeit als „natürlich“ definiert. Beispielsweise stammen die in den Wäldern des Spessarts verbreiteten Springkräuter (Impatiens) alle aus Asien oder Nordamerika. Bei den Insekten sind mir keine Zahlen bekannt, aber da diese auf Pflanzen angewiesen sind, sind ähnliche Zahlen zu erwarten. Es gibt kaum ein größeres Stück Land, wo keine Neophyten wachsen. Und dies geschieht heute entlang der Straßen und Eisenbahnen weitgehend ungebremst. Nur dort wo Menschen Probleme erleben oder erwarten, regt sich ein Widerstand: So breitet sich das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisifolia L. (1753) als Neophyt von Nordamerika seit 1860 in Deutschland aus. Der Pollen der Pflanze gilt als starkes Allergen und somit wird die Pflanze bekämpft. Da die botanischen Artenkenntnise nur bei wenigen modernen Menschen vorhanden sind, sind die Ergebnisse nicht in die Fläche zu tragen und damit auch nicht nachhaltig.

Mit dem frühindustriellen Bürgertum (nach heutigem Terminus „Citizen-Science“ der Naturwissenschaftlichen Vereine in Deutschland im 19. Jahrhundert) wurde die Möglichkeit geschaffen, die Kulturlandschaft zu dokumentieren. Herbarien wurden angelegt und naturwissenschaftlichen Sammlungen zusammen getragen, die nur zum Teil öffentlich zugänglich gemacht werden konnten. An dem Level wird das Heute verglichen und gemessen (z. B. WOLFSTETTER 1990; es wäre in dem Zusammenhang auch mal interessant wieviele Pflanzen sind seit der Zeit hinzu gekommen). Parallel schaffte eine kleinteilige Land- und Gartenwirtschaft viele Nischen, die maximal mit Tieren und Kulturfolgern („Unkraut“) besetzt wurden. Hinzu kam eine wachsende Zahl an Büchern, die das Wissen weiter gab. In diese Zeit fallen auch die ersten Bestimmungsbücher, teils mit schönen Farblithographien, heute gesuchte Bücher. Bestimmungsschlüssel helfen bei der genauen Zuordnung von Gattungen und Arten.
Das wurde von den heute lebenden Menschen als „Natur“ angesehen und auch in Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften festgeschrieben.

Mit den immer besser werdenden Möglichkeiten der farbigen Fotografie - gepaart mit den wachsenden Druckmöglichkeiten im Vierfarbendruck zu geringen Kosten in der 1980er Jahren - wurden Bücher produziert, die dem Leser eine attraktive und schöne Welt der "Natur" zeigen, versehen mit der Botschauft diese Schöpfung zu erhalten. Ein Beispiel ist der damals auflagenstarke, großformatige und durchweg farbig illustrierte Bildband von BLÜCHEL (1982) mit einem Gang vom alpinen Hochgebirge bis zum Wattenmeer der Nordsee. Auch hier ist klar, dass die Mehrzahl der abgebildeten Tiere eine menschlich positive Botschaft in sich tragen. Es sind hervorragende Fotos von sehr zahlreichen Photographen, die hier abgeruckt und komentiert wurden. Und der Text vermittelt ein rundes Bild von den Wechselwirkungen, Artenkenntnissen und den vielfältigen Beziehungen zwischen den Pflanzen und Tieren.
Insbesondere die vielen Naturwissenschaftlichen Vereine und Fördervereine der notleidenden Naturkunde-Museen leisten hier nach wie vor einen wesentlichen Beitrag zur Dokumentation der biologischen Vielfalt. In den Tauschbibliotheken der Vereine befinden sich die gesammelten Werke aus nahezu 2 Jahrhunderten.

Jedwede Veränderung wird als Verlust oder Aussterbebedrohung gesehen, obwohl die Verbreitungsgebiete vieler Pflanzen (und wohl auch Insekten) nicht originär bei uns liegen. Diese Sicht nach Stadt-, Kreis- oder Ländergrenzen produzieren dann viele Gefährdungen, denn je kleinteiliger die Sicht, um so größer die Gefährdung. Bespielsweise ist das Wollgras durch die Trockenlegung der Sümpfe in Deutschland in seinem Bestand sehr klein und ist damit im Bestand gefährdet. Wer aber mal die nördlichen Teile Skandinaviens bereist hat, weiß, dass das Wollgras nicht vom Aussterben bedroht ist, da es hier auf tausenden von km² vorkommt. Also ist der mit hohem Aufwand betriebene Schutz des Wollgrases bei uns in Deutschland für das Überleben der Art ohne Bedeutung.

Hat schon mal jemand gefragt, wie viele Insekten oder Bienen es zur Zeit der Römer, im Mittelalter oder um 1750 gab? War das Natur? Und wo waren all die Rote-Liste-Tiere und -Pflanzen in dieser Zeit der Intensiv-Nutzung der Gebiete um die Dörfer und Städte?
Man erinnere sich daran, dass 1850 alle Hammerwerke im Spessart den Betrieb einstellen mussten, weil die Köhler im Spessart kein Holz mehr kaufen konnten, um Holzkohle zu schwelen! Was bedeutet, dass weite Teile des Spessarts keinen Wald bzw. Forst nach unserer heutigen Definition trug (man lese dazu die Bemerkungen des Russischen Finanzminsters Grafen Georg Cancrin auf der Fahrt durch den Spessart im August 1843). Das war sicher im Harz und in anderen Bergbau- und Hüttenregionen ähnlich. Der Wald musste dem Bergbau das Holz zur Verfügung stellen und alle anderen Nutzungen wurden hinten angestellt (GLEITSMANN 1984). Der restliche Wald wurde in einer heute unvorstellbaren Art intensivst und vielfältig genutzt (siehe STERN et al. 1979, KAMPFMANN 1990):

Geharzte Kiefern
Kiefern mit den Einschnitten zur Baum-Harzgewinnung bei Limsdorf, Gemeinde
Storkow in Brandenburg in der DDR,

aufgenommen am 10.06.1992


Die Harzgewinnung (Harzen) gab es auch im Spessart (MALKMUS 2010a)
und davon leitet sich der Familienname Harzer ab.

Hinzu kamen die Hüttenrauchschäden aus den Hütten und Industriebetrieben wie die Schmelzhütten in Bieber und Laufach, die Hammerwerke, die Kalkbrennereien, die Pottaschesiedereien und die vielen Glashütten. Diese Rauchschäden an den Pflanzen und besonders der Bäume wurden in der Fläche erst in den 1970er Jahren wahrgenommen ("Waldsterben"), waren aber bei den Forstleuten bereits lange bekannt und ausführlich, auch analytisch und experimentell, beschrieben worden (von SCHROEDER & REUSS 1883). 
Dazu kamen wirkliche Wetterextreme, die trotz der heutigen Diskussionen um das sich änderende Klima, mit den heutigen nicht vergleichbar sind, da die damals eine existenzielle Bedrohung waren und von den Menschen auch so empfunden wurden. Der Hunger war auch im Spessart allgegenwärtig, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann (SCHMITTNER 2016). Zum Beispiel gab es in den Jahren nach 1816 sicher nichts mehr für Menschen essbares in den Wäldern (DE BOER & SANDERS 2004, WOOD 2015, BEHRINGER 2018).


Oder man schaue alte Bilder und frühe Fotos vom Main, z. B. in Stadtansichten, an; die Zeitschrift "Spessart" ist voll davon (z. B. Spessart 12/2001 S. 9,
KITTEL 2008, auch Titelbild, Spessartbund 1921:35, 43, 44, 57). An den kahlen Ufern des ungestauten Flusses gab es gar keine Vegetation wie Schilf und Weiden, denn die hätten die Leinreiter behindert, d. h. die Menschen, die die kleinen Schiffe und Schelche mittels Seilen und Pferden mainaufwärts zogen, da es ja keine Motoren gab und für das Segeln war der unregulierte Main wohl zu schmal. Im Bereich der Werften, Steinbrüche, Anlegestellen und Waschstellen waren deren Betriebe direkt am Ufer angesiedelt. Die heute als "natürlich" angesehene Vegetation aus Brennesseln, Riesenbärenklau, Topinambur, Kanadische Goldrute, Springkraut, Waldrebe, Schilf, Weiden, Erlen, Robinien und Pappeln war zumindest vor einigen Jahrhunderten nicht vorhanden. Auch sonst waren die Feldfluren weitgehend frei von Bäumen, wie man auf alten Fotos sehen kann. Ein typisches Beispiel ist der Weiler des Hammerstandortes "Höllhammer" bei Heimbuchenthal, der vor 1921 völlig frei stehend im Tal von der Straße aus zu sehen war (Spessartbund 1921:64). Heute würde man ohne Kenntnis und Hinweisschild einfach daran vorbei fahren, weil von der Straße aus kaum ein Haus zu erkennen ist.  


Vermutlich sind "natürliche" Ökosysteme bei uns im Spessart gar nicht mehr erhaltungsfähig, ohne dass der Mensch nach irgendwelchen Kriterien eingreift. Einerseits weil die für einen Erhalt aus sich heraus selbst zu klein sind und andereseits, weil zu den Verfälschungen, wie Bisam, Waschbär und Nilgans, ständig neue Teilnehmer in den Ökosystemen hinzukommen und eine stete Änderung bewirken. Eine Ausrotten dieser extrem anpassungsfähigen Arten ist aufgrund eines vermenschlichten Tierschutzes politisch weder durchsetzbar noch dann in der Praxis ausführbar. Oder es fehlt das Geld, weil man für tausende € Eidechsen "rettet" und dann umsiedelt, was für den Erhalt der Art belanglos ist. So werden wir ungewollt auch Zeuge von Verdrängungen, die letztendlich auch zu einem Aussterben von Arten führen werden, weil die Zahl der Nischen für Nahrung usw. in einem Ökosystem begrenzt sind. 

Das über Jahrzehnte anhaltende selektive Sammeln von wenigen Pilzarten ("Fresspilze") hat die Zusammensetzung der Pilze im Wald nachhaltig verändert; Pilze sind aber fü die meisten Pflanzen existenziell notwendig (HOFRICHTER 2018:31ff). Die früher häufigen und auch für Unkundige leicht bestimmbaren Pilze wie Maronen, Steinpilze, Pfifferlinge usw. wurden durch das gezielte Absammeln selten oder in manchen Orten praktisch ausgerottet. Pilze sind wohl darauf angewiesen, unglaublich große Massen an Sporen zu verbreiten, weil die Wahrscheinlichkeit einer Keimung und das Ausbilden eines Myceliums in einer Mykorrhiza mit einer Pflanze sehr klein ist. Werden die Sporen tragenden Organe (Fruchtkörper der Pilze) abgesammelt, dann fehlen diese Sporen und die Pilze können sich nicht mehr verbreiten. Das Mycelium in der Erde wird zwar einige Jahr weiter existieren, ohne Fruchkörper zu bilden, aber infolge der Veränderungen im Baumbestand müssen frische Sporen eingetragen werden.
Die Pilzschwemme nach den Trockenjahren 2018 und 2019 führte im Herbst 2019 zu einer selten gesehenen "Blüte" von Pilzen, die aufgrund des späten Austreibens auch ohne die typischen Larven der Pilzfliegen ("Maden") waren. Diese wurden dann zentnerweise gesammelt.


DOHRN (2017) sieht nahezu monokausal das Verschwinden vieler Arten als Folge einer auf Optimierung gewachsenen Landwirtschaft, von der wir alle mit niedrigen Lebensmittelpreisen profitieren (dass das für viele Landwirte ein Existenzproblem ist, ist bekannt, kann aber im europäischen Kontext derzeit von der deutschen Politik kaum gelöst werden). Aber sie erkennt auch, dass unsere "Natur" eine Folge eines kulturellen Erbes ist, welches über Jahrtausende gewachsen ist (
DOHRN 2017:15). Sie erkennt auch, dass die tausendjährigen Eichen keine Urwaldreste, sondern einstige Hutewälder (auch Hudewälder) sind (LANG 1994:253, DOHRN (2017:20f). Und dass die Mehrzahl der verschwundenen Ackerwildkräuter nicht heimisch sind: Archäophyten (DOHRN (2017:50). Damit hat man einen Widerspruch geschaffen, denn man sieht in der Kulturlandschaft synonym die Natur, was definitionsgemäß nicht sein kann: es findet sich so gut wie keine Natur mehr. Die Vielfalt ist eine Folge der Kultur, aber nicht Natur. Die meisten der "schützenswerten" Ackerpflanzen sind mit der Landwirtschaft eingeschleppt wurden und wurden zu einem Bestandteil der bäuerlichen Landwirtschaft; man konnte diese nicht ausrotten. In der Folge passten sich andere Pflanzen und Tiere an. Und man tut so, als sei das schon immer so und muss erhalten werden, weil es vor 50 oder 100 Jahren so war. Der gegenwärtige Rückgang wird als Verlust gesehen.

Diese Pflanzen aus der Schar der Ackerwildkräuter oder auch damit gekoppelten Tiere heute auf eine "Rote Liste" setzen, die dann noch kleinteilig nach Bundesländern oder anders geteilt wird, erzeugt eine Gefahr des Aussterbens, die nicht da ist, denn wir sind in vielen Fällen nicht das natürliche bzw. ursprüngliche Verbreitungsgebiet. Das wäre so, als würde man die gegewärtig sich in Deutschland ungehemmt ausbreitende und sehr aggressive Nilsgans bejagen - und wenn der Bestand in ein paar Jahren zurück gegangen ist, von einer Gefährdung für die Art sprechen.


Somit sind die gegenwärtig geplanten Maßnahmen zum Erhalt der Insekten bzw. zum "Artensterben" nichts anderes, als viele kleine Botanische Gärten und Zoos ohne Zaun und Eintritt. Ein Erhalt dieser Stadien in einer natürlichen Sukzession ist immer mit einem dauerhaften Aufwand durch Menschen verbunden, denn sonst kommt der (artenärmere) Wald! Es wäre wohl ein Rotbuchen-Tannenwald (FREY & LÖSCH 2010:163); auch wenn ZERBE (1999:42) bezweifelt, dass die Tanne natürlich im Spessart vorgekommen ist. Aber das wäre Natur. Und der natürliche Wald (je nach dem was man darunter versteht) ist gegenüber der vielfältigen Kulturlandschaft artenarm. 

Er sieht auch nicht „schön“ aus. 

Daran würde auch ein Nationalpark im Spessart nichts ändern, denn ein Gebiet, in dem keine menschlichen Aktivitäten mehr erwünscht sind, würde sich zu einem Wald entwickeln. Selbstregulatorische Prozesse würden alle Kulturfolgen wie Wiesen und Wege in etwa 50 Jahren tilgen, so dass man auch kaum mehr sich darin bewegen könne. Da sich auch das Wild darin vermehren würde, müsste man doch wieder eingreifen, aber wie viel Jagd auf was ist dann genug? Und spätestens nach dem ersten Feuer in einer längeren Trockenperiode würden die Rufe nach dem Löschen kommen; aber wenn es keine Wege mit einem Lichtraumprofil für Feuerwehrfahrzeuge gibt, kann die Feuerwehr nicht löschen. Einen Schaden gäbe es nicht, denn das Holz und alles was sonst im Wald ist, ist ohne Wert. Den Wert in € erhält man erst im Forst.


Nach den Ausführungen der Forst- und Waldfachleute, würde bei einem Sich-selbst-überlassen des Waldes die Buche über die Eiche dominieren, so dass langfristig die Eiche aus den Wäldern des Spessarts verdrängt werden würde (MALKMUS 2009:4). Dass dies tatsächlich so sein würde, kann man aus der "Eichenlücke" des Spessarts schließen, denn es gab bis um 1800 über etwa 150 Jahre keine natürliche Eichenverjüngung. Erst das nachhaltige Pflanzen der Förster führte zu einer Neubegründung des Eichenbestandes im Hochspessart (SCHÖNMANN 2009). 
Hinzu kommen schleichende Veränderungen der Baumzusammensetzung in den Wäldern bzw. Forsten durch Pilze. So werden ohne menschliches Zutun die Ulmen verschwinden (Pilz Ceratocystis ulmi), dann die Eschen (Eschentriebsterben durch den erst vor etwa 15 Jahren entdeckten Pilz Hymenoscyphus pseudoalbicans) und auch die Buchen und Eichen sind neuerdings durch einen Pilz (Phytophtora ramosum) bedroht. Ich allen Fällen sind an der Ausbreitung Insekten beteiligt. Dies führt in der Folge zu einer erheblichen Veränderung der darauf fußenden Tier- und Pflanzenwelt; bei den Bäumen kommen auch noch Pilze hinzu, die in einer wenig bekannten Symbiose mit den Bäumen leben (Mykorrhiza).


Die medial wirksame Aktion "Rettet die Bienen" hat dazu geführt, dass jetzt überall "Blühwiesen" geschaffen werden und ganze Gemeinden "summen". Man erhält in Zeitschriften als Beilage, als Werbegeschenk und kommerziell sowieso Samenpackungen als "Blühmischungen" angeboten, damit Pflanzen in den Gärten blühen sollen. Das ist einfach blinder Aktionismus, denn nur von den Blühwiesen wird es nicht mehr Insekten geben. Man ignoriert dabei den Umstand, dass die überwiegende Mehrzahl aller Insekten einen komplexen Lebens-Zyklus durchlaufen, der vom Ei über die Larve zur Puppe und dann zum fertigen Insekt geht, welches sich paaren, Eier legen und dann noch einen Winter überleben muss. Nahezu alle benötigen einen Lebensraum und Nahrung. Eine Änderung der Zahl der Insekten (welche?) und der Arten ist nur zu erreichen, wenn eine kleinteilige und an Pflanzenarten reiche Kulturlandschaft geschaffen wird. In wie weit die umfangreiche Verwendung von Insektiziden eine Rolle spielt, kann ich nicht beurteilen. Aber - Ordnung im Garten und sonst wo führt garantiert nicht zu mehr Insekten.  


Berufkraut Acker-Vergissmeinnicht Moos am Straßenrand
Links: Die Blüten des Einjährigen Berufskrauts am Rand des Zauns.
Mitte: Die nur etwa 7 cm hohe Pflanze des Acker-Vergissmeinnichts
in der Ritze des Verbundpflasters, darüber die Brennessel und die
blühenden Brombeeren; in einigen Wochen kann man hier lecker
schmeckende Brombeeren ernten.
Rechts: Moos mit gestielten Sporenkapseln, gewachsen am Rand der
Straße gegen die Mauer der Einfriedigung. Der 1-cm³-Würfel dient als
Maßstab.

Aufgenommen am 08.06.2019


Wenn man keinen konventionellen Garten pflegt, gefällt das vermutlich nicht allen Nachbarn, denn man hat ja nur "Unkraut". Auch die Gemeindeverwaltung nimmt sich den "Wildwuchs" vor:

Die Gemeinde Karlstein ließ 2015 gegen den Willen der meisten Anwohner bei einer Kanalsanierung die Graslitzer-, Taunus-, Rhön- und Erlenstraße in eine verkehrsberuhigte Betonwüste aus Verbundpflaster umbauen - die Anwohner mussten das auch noch bezahlen. Jetzt gibt es breite, leere Straßen und zu wenige Parkplätze, logisch auf dem Zwang von einer Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen, Normen und Ausführungsbestimmungen, die sklavisch beachtet werden müssen. Und wenn jemand in den leeren, breiten Straßen mit einem Verbundpflasterbelag neben der Markierung parkt, dann wird das auch kontrolliert und gegen Geld sanktioniert.
Und man erwartet seitens der Gemeindeverwaltung, dass die Anwohner auch alle Ritzen frei von Pflanzen halten - es muss ja alles seine Ordnung haben. Wenn man den typischen (und wegen des "Ordnungswahns" damit seltenen Kulturfolgern) etwas Raum am Straßenrand lässt, bekommt man ein erläuterndes Schreiben vom Ordnungsamt der Gemeinde (bei mir vom 14.11.2018) mit dem Inhalt "... Zudem ist der Fahrbahnrand mit Gras bewachsen ... Darüber hinaus muss der Fahrbahnrand von Gräsern etc. befreit und künftig mindestens einmal im Monat - bei Badarf auch öfter - gereinigt werden".
Gras ist da nicht vorhanden; ich machte mir die Mühe, das "Gras" zu bestimmen. Hier stehen innerhalb eines Jahren oder lugen aus den Ritzen folgende Pflanzen, teils infolge des Nährstoffmangels als "Kümmerform":
Manche der oben aufgeführten Pflanzen in einer Kümmerfom, denn die Ritzen zwischen dem Verbundpflaster gibt ja keine großen Nährstoffe frei.
Den Straßenrand kann keiner nutzen, denn geparkt werden darf hier nicht und die Fahrbahn ist so breit, dass man im Gegenverkehr fahren könnte, wenn denn das bei den wenigen Fahrzeugen passieren würde. Deshalb wachsen dort auch die Pflanzen, denn da fährt keiner (die heutigen PKW haben so ausladende Spiegel, dass man sowieso nicht an den Zaun fahren kann). Ganz im Gegenteil, denn die Kinder freuen sich und essen die reifen, leckeren Johannis-, Him- und Brombeeren durch den Zaun.
Würden bayernweit mehr solche Randstreifen bestehen bleiben, wäre der Effekt weit höher als ein paar Blühwiesen, die mit viel Geld und Energie erhalten werden. Der nicht gepflegte Rand kostet nichts. 

Brombeeren
Die Ernte eines Tages: kostenfrei im Garten wild gewachsene Brombeeren,
aber ich gebe zu, wegen der spitzen Stacheln schwierig zu ernten. Es ist eine
der etwa 300(!) Rubus-Arten in Deutschland,
aufgenommen am 09.07.2020


Selbst die Medien sind inzwischen auf den Zug der nicht gepflegten Gärten, und damit weg vom Aufgeräumt sein müssen, aufgesprungen. So titelte das Main-Echo am 21.05.2020 im Teil TOP SHOP unter Alzenau und Kahlgrund in großen Buchstaben "Je schlampiger, desto besser" Den Garten bienen- und insektenfreundlich zu gestalten, ist ein Beitrag gegen das Artensterben und begründet auf fast einer Seite die Vorzüge eines verwilderten Gartens.


So fußt auf einem falsch verstanden Naturschutz 2019 eine weitere sinnentstellende Gesetzgebung in Bayern. 1,7 Millionen Wähler haben den Rest von etwa 9,5 Millionen Wählern mit "Rettet die Bienen" überstimmt. Und die Politik finanziert über den Steuerzahler eine Landwirtschaft zum Erhalt von künstlich "natürlichen" Ökosystemen.


In ein paar Jahren wird man diesen Luxus wieder aufgeben müssen, da man dann jeden m² landwirtschaftlich nutzbare Fläche nutzen muss, um die weiter exorbitant wachsende Zahl von gegenwärtig 7,7 Milliarden Menschen auf dem begrenzten Globus ernähren zu können.

Derzeit (2020) steigt die Weltbevölkerung täglich um ca. 230.000 Menschen an (etwa die Einwohnerzahl von Mainz), was im Kalenderjahr etwa 80 Millionen ergibt; also etwa die gegenwärtige Bevölkerung von Deutschland - und das jedes Jahr!

Die seit 2020 grassierende CORONA-Pandmie wird daran kaum etwas ändern, denn durch die Gegen-Maßnahmen wird es weniger Infektionen mit anderen Erregern und damit weniger Erkrankungen und durch die gesunkene Mobilität weniger, auch tödliche Unfälle geben. Im Gegenteil kann man dezeit vermuten, dass die Ausgangbeschränkungen einen merklichen Anstieg der Geburten Ende 2020 erwarten lassen kann.

Und dies bei weltweit zurück gehender Anbaufläche für die Landwirtschaft, denn diese Menschen müssen ja auch irgendwo wohnen, essen, heizen, arbeiten und diese haben auch Wünsche. Das größte und ungeregelte Wachstum findet in den eh schon schwierigen klimatischen Regionen statt, so dass das globale Artensterben längst nicht mehr steuerbar ist. Hinzu kommen Wetterereignisse, die zu einer immer größeren Verschärfung führen werden, weil eben überall Menschen gerade am Limit (Existenzminium) leben. Der Druck auf die verbleibenden Gebiete wird so groß, dass man über ganz andere Konzepte nachdenken muss; die dadurch verursachten Veränderungen sind dramatisch und werden aber aufgrund des punktuellen Gedächtnisses kaum wahrgenommen (PEARCE 2007).
Hier hinkt die lokal bis nationalstaatlich denkenden und in Wahlperioden handelnden Politik der Realität wie auch den prognostizerten Daten weit hinterher. Eine Regelung in Deutschland, eines Bundeslandes oder gar einer Kommune mag Gewissen beuhigen, löst aber global kaum ein Problem.

Bundesgartenschau 2005
Hier besteht kein Zweifel. Eine extreme Kulturlandschaft oder
ein Garten auf der Bundesgartenschau in München (ehemaliger
Flughafen Riem), Veilchen mit den einst typisch deutschen
Gartenzwergen,
aufgenommen am 04.05.2005



Literatur:

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WINTER, H. (2019:) Tagebuch des Kaspar Brenneis aus dem Jahr 1919.- S. 6 - 7, 1 Ab.- in Karlsteiner Geschichtsblätter Ausgabe 12, 64 S., Hrsg. vom Geschichtsverein Karlstein [MKB-Druck GmbH] Karlstein. 

WOOD, G. D. (2015): Vulkan Winter 1816. Die Welt im Schatten des Tambora.- 336 S., 51 SW-Abb. als Gemälde, Karten, Grafiken, [Wissenschaftliche Buchgesellschaft] Darmstadt.

ZERBE, S. (1999): Die Wald- und Forstgesellschaften des Spessarts mit Vorschlägen zu deren zukünftigen Entwicklung.- Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Museums der Stadt Aschaffenburg Band 19, 354 S., 71 Abb. (teils farbig), 37 Tab. [Naturwissenschaftlicher Verein Aschaffenburg] Aschaffenburg.


Indisches Springkraut
Zwei gefürchtete Neophyten: Das Indische Springkraut und der Japanische Stauden-
Knöterich. Beides sind invasive Arten, die die heimische Flora verdrängen bzw. über-
wachsen.
Aufgenommen am Steinbruch bei Hemsbach am 28.07.2019


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