Der Neubau eines Eisenbahn-Tunnels
zwischen Hain im Spessart und Heigenbrücken

die geologisch-mineralogischen Beobachtungen in Bildern.



von Joachim Lorenz, Karkstein-Dettingen a. Main




500 Millionen Jahre Spessart-Geologie
Die Baustelle erstreckte sich über eine Länge von etwa 7,5 km. Dabei wurden die Basiseinheiten der Spessartgeologie angeschnitten. Dies beginnt in Laufach mit dem kristallinen Grundgebirge (Gneise, Glimmerschiefer, Amphibolite, Marmor, Kalksilikatfelse, Diorite, Pegmatite, ...), darüber eine Basalbrekzie, gefolgt von den Sedimenten des Zechsteins als Kalke und Dolomite, aber auch Tonsteine, die das bucklige Paläorelief einebnen. Stellenweise sind diese Gesteine erheblich metasomatisch verändert in Kalksteine und Dolomite mit Zebra-Struktur. Über denen liegen die Ton- und Sandsteine des Bröckelschiefers, die zu dem Buntsandstein überleiten. Diese meist schwach gebundenen Sandsteine sind oft erheblich verwittert. Alle diese Gesteine werden von hydrothermal entstandenen Baryt- und Calcit-Gängen durchschlagen. Oberflächennah sind die Gesteine oft tiefgründig zersetzt, was eine Folge der tertiären Tiefenverwitterung ist. Lokal kommen Lössauflagen, solifluktiv umgelagerte Hangschutte und kaltzeitliche Formen hinzu. Anmoorige Stellen im Talgrund sind als nahzu rezent anzusehen.


Geologisch-mineralogische Bildergalerie:

Die Aufnahmen wurden über die Bauzeit sowohl an den Vortrieben wie auch in den begleitenden Erdbauten angefertigt. Ein Teil zeigt Proben nach der Reinigung oder in geschliffenem Zustand. Die Mineralien und Gesteine sind mit dafür geeigneten Methoden untersucht worden, so dass die Namen zutreffend und die Bestimmung begründet werden kann.
  
Calcit-Kristalle im Dolomit  
Weiße, rhomboedrische Calcit-Kristalle in den Drusen
des Zechstein-Dolomits von der Simmerwiese bei Hain
(hier stehen die Bürocontainer der Baustelle),
Bildbreite 8 cm
Baryt-Gänge im Kalkstein  
Eine ganze Schar aus cm-breiten Baryt-Gängen
durchschlägt den metasomatischen Kalkstein (LORENZ
2014:23ff). Diese streichen ganz typisch von NW nach
SO, siehe Geologenhammer als Maßstab rechts im Foto
aufgenommen am 07.09.2014
Der Aufschluss neben den Baucontainern ist durch die
Rekultivierung inzwischen wieder zugeschüttet worden.
metasomatischer Kalkstein
Metasomatisch durch Calcit entstandener Kalkstein, der
einst ein Zechstein-Dolomit war. Das Gestein erinnert
wegen seiner Grobkörnigkeit an einen Marmor,
Bildbreite 8 cm
Schwerspat aus Hain i. Spessart  
Dünntafeliger Schwerspat,  teils rosafarben. Die weißen
Stellen zeigen das Phänomen der Phosporeszenz bei der
Bestrahlung mit ultraviolettem Licht, angeschliffen und
poliertes Stück,
Bildbreite 10 cm
Zechstein-Dolomit  
Plattig, dünn gebankter Zechstein-Dolomit (die hellen
senkrecht verlaufenden Linien sind die Spuren der
Zähne der Baggerschaufel), siehe Geologenhammer als
Maßstab in der Bildmitte,
aufgenommen am 07.09.2014
Baryt mit Hämatit
Weißer Baryt mit feinschuppigem Hämatit als Teil einer
nur wenige cm breiten Gangfüllung im stark alterierten
Kristallin,
Bildbreite 7 cm 
Eisenrahm  
Feinstschuppiger Hämatit als Kluftfüllung eines Harnischs
in einem Baryt-Hämatit-Gang. Diese mit Tonmineralien
vermischten Massen sind so weich (und schmierig), dass
sie stark färben und bereits vom Regen abgewaschen
werden. Solche Massen werden als "Eisenrahm"
bezeichnet.
Bildbreite 12 cm
Harnisch mit Hämatit
Modellhaft ausgebildeter Harnisch aus einem Erzgang mit
Hämatit und Baryt,
Bildbreite 12 cm
Schwerspat Simmerwiese
Schwerspat (Baryt) aus dem Gang der Grube
Simmerwiese bei Hain. Bruchrauhes Handstück ohne
Begleitmineralien.
Bildbreite 14 cm

Fluorit im Baryt
Bis zu 1 cm große, grünlichgraue Fluorit-Einschlüsse im
weißen Baryt,
Bildbreite 12 cm
Fluorit im Baryt
Bläulich-grünlicher Fluorit als cm-große Einschlüsse im
weißen Baryt. Der Fluorit ist oberflächennah angelöst,
da er weniger beständig ist als der Baryt,
Bildbreite 3 cm
Harnisch im Baryt
Harnisch im Baryt, überzogen von feinschuppigem Hämatit,
randlich von etwas Eisenhydroxid eingefärbt,
Bildbreite 13 cm
Chalkopyrit im Baryt
Unscheinbares Korn aus gelbem Chalkoyprit im Baryt.
Der Chalkoyprit ist randlich und entlang der Risse in
Goethit umgewandelt. Das Erz war erst sichtbar nach
dem Sägen des Steins; kleine Chalkopyrit-Körnchen
sind in dem Baryt weit verbreitet,
Bildbreite 2 cm
Tennantit mit Baryt im Dolomit
Stark verwitterte Tennantit-Kristalle mit Baryt im
Zechstein-Dolomit; Lesestein mit nicht genau bekannter
Herkunft aus umgelagerten Massen der Baustelle,
Bildbreite 13 cm
Dünnschliff Baryt
Unter dem Polarisationsmikroskop offenbart sich das
Problem: In dem Baryt sind sehr viele kleine Quarz-
Kristalle eingewachsen. Dieser Schwerspat wäre
aufgrund des hohen Quarzanteils nicht verkaufsfähig
gewesen.Dünnschlifffoto, gekreuzte Polarisatoren,
Bildbreite 1,25 mm
weggelöste Muschelschale
Muschelschale im dolomitischen Sediment; Dünnschliff-
foto im linear polarisiertem Licht,
Bildbreite 5 mm
Calcit im Baryt
Gedrungene Calcit-Kristalle als frühe Bildung im Baryt
aus dem Gang der Grube Simmerwiese,
Bildbreite 5 cm
Calcit
Calcit-Kristall im metasomatisch entstandenen Kalkstein
mit rechts einem Korn aus einem matamorph
entstandenen Quarz aus dem nahen Kristallin,
Dünnschlifffoto bei gekreuzten Polaristatoren,
Bildbreite 1,25 mm
Gangfüllung aus Baryt
Durch die Bauarbeiten wurde im Bereich des späteren
Tunnels Hain ein Schwarspatgang angeschnitten und in
Teilen abgefahren. Hier liegt ein ca. 8 t schweres Stück
aus dem ca. 1 m mächtigen Gang. Andreas VÖLKER
aus Rothenbuch ist steht als Größenvergleich daneben,
aufgenommen am 06.10.2013
Der Stein wurde für die Gemeinde Laufach gesichert.
Quarz von Baryt
Weißer Baryt mit einem ca. 3 cm dicken Bereich aus
grau-braunem Quarz, darüber ist der Baryt mit Hämatit
imprängiert; das Salband oben besteht aus einer
schmierigen Masse aus Tonmineralien und Hämatit,
aufgenommen am 12.10.2013
Amphibolit
Gebänderter und nicht verwitterter Quarz-Feldspat
Lagengneis an einer Pfütze am Fuß einer Böschung
(R 3524030 H5542085), Bildbreite ca. 40 cm,
aufgenommen am 12.10.2013
Biotit-Plagioklas-Gneis
Im östlichen Schwarzbachtal steht ein Biotit-Plagioklas-
Gneis an, der stellenweise auch große Kalifeldspat-
kristalle enthaltend (Augengneis),
Bildbreite 13 cm
Baryt vom Portal des Falkenbergtunnels
Über dem späteren Portal des Falkenbergtunnels konnte
ein bisher nicht bekannter Baryt-Gang gefunden werden
(R3524987 H5542336)
aufgenommen am 19.10.2013
Pegmatit Falkenbergtunnel
Im Bereich der späteren Portale für die Tunnel sind einige
Pegmatite in dem Diorit eingeschaltet. Die nach dem
Roden frei liegenden Lesesteine beinhalten keine
akzessorischen Mineralien, aufgenommen am 19.10.2013
Bildbreite etwa 45 cm
Baryt für das Infocenter
Für das Infocenter in Hain wurde von Rainer
ZENTGRAF ein ca. 2,5 t schwerer Schwerspat-
Brocken von der Fa. Zentgraf Grabmale aus Hain
geborgen; der wird dort gesägt, um einen Querschnitt
durch einen mächtigen Baryt-Gang zu erhalten,
aufgenommen am 15.11.2013
Diorit Hain
"Diorit" vom Portal des Falkenbergtunnels bei Hain. Das
extrem harte Gestein führt etwas Quarz und ist von
dünnen Klüften durchzogen, die mit Calcit gefüllt sind.
Bildbreite 12 cm
*Zur Problematik der Gesteinbenamung siehe unten
Baryt-Kristall
Ganz selten: tafeliger Baryt-Kristall mit angelöster
Oberfläche und den Krusten eines Manganoxids,
Bildbreite 3 cm
Baryt gesägt
Der Baryt aus dem Bild oben nach dem Sägen bei der
Fa. Zentgraf in Hain: man erkennt die beiden, sehr
unterschiedlich mächtigen Verdrängungszonen aus
grauem Quarz im weißen Baryt, der im unteren Teil
sehr grobspätig kristallisiert ist,
Bildbreite ca. 1,7 m
Gneis geschliffen
Gneis der Elterhof-Formation aus der Böschung am
Sportplatz am Tunnel südlich von Hain,
angeschliffen und poliert,
Bildbreite 10 cm
mylonitischer Baryt
Durch Verschiebungen in dem Baryt-Gang zerscherter,
zerbrochener und wieder durch Baryt verkitteter Baryt
aus dem Gang am Tunnel Hain (angeschliffen und poliert)
Bildbreite 9 cm
Gneis Hain i. Spessart
Stark alterierte Gneise (Saprolit) der Elterhof-Formation
in der Böschung am Tunnel südlich von Hain,
Bildbreite ca. 1 m
Die Felswand ist nicht mehr zugänglich, da der Trog für
das Tunnel Hain verfüllt worden ist.
Granat-Gneis
Rissige Granat-Körner als Bestandteil eines stark
alterierten Gneises von Hain, Dünnschlifffoto bei linear
polarisiertem Licht,
Bildbreite 5 mm
Glimmerschiefer
Glimmerreicher Gneis aus der Tunnelbaustelle südlich von
Hain, Dünnschlifffoto unter polarisiertem Licht bei
gekreuzten Polarisatoren,
Bildbreite 5 mm
gruener Fluorit im Baryt
Graugrüner Fluorit als teils idiomorphe Kristalle im
weißenBaryt, der seinerseits von Quarz durchwachsen
ist, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 11 cm
Lamprophyrgang
In einem saprolitisch verwitterten Diorit ist ein ca. 0,5 m
mächtiger, kleinstückig zerlegter Lampropyhr-Gang frei
gelegt (R 3524699 H 5542155),
aufgenommen am 30.12.2013
Felsen des Lamprphyrs ragen noch aus der Böschung
an der neuen Straße zum Tunnel Falkenberg, wo die
den Tunnel Hirschberg quert.
Heigenbrückener Sandstein
Auf der Seite von Heigenbrücken steht der uniforme
Heigenbrückener Sandstein (untere Calvörde-Formation)
an, Tunnelbaustelle in Heigenbrücken,
aufgenommen am 31.12.2013
Lampropyhr aus Hain
Frischer Lamprophyr (Spessartit - Kersantit) aus einer
Bohrung für einen Bohr-pfahl mit weißem Calcit in den
Klüften,
Bildbreite 12 cm
Eiskeil im Schwarzbachtal
Mit Schwemmlöss gefüllter Eiskeil im verwitterten
Tonstein des Bröckelschiefers (R 3524144 H 5541780),
aufgenommen am 18.01.2014
Die Böschung wurde rekultiviert
Calcit im Gneis
Weiße bis braune Calcit-Gangfüllungen im Gneis mit
Baryt, Fluorit und Spuren von Chalkopyrit,
Bildbreite 14 cm
zersetzter Diorit
Zersetzter Diorit (Saprolit) mit einem Pegmatit-Gang
rechts oben,  zukünftiges östliches Tunnelportal am
Tunnel Hirschberg
aufgenommen am 25.01.2014
Pegmatit mit Gneis
Biotit-Plagioklas-Gneis mit einem Stück von einem
Pegmatit-Gang auf der Deponie AF11,
aufgenommen am 25.01.2014
Biotit-Plagioklas-Gneis Hain
Der harte Fels* vom Falkenbergtunnel mit einer
Alterationzone, die von einer Kluft ausgeht,
Bildbreite 14 cm
Mylonit Falkenbergtunnel
Mylonitische Zone aus dem Gneis der Falkenbergtunnels
mit weißem Calcit,
Bildbreite 10 cm
Riss mit weißem Calcit
Weißer Calcit als Rissfüllung im Gneis vom Falkenberg-
tunnel,
Bildbreite 10 cm
Baryt mit Harnisch
Gestriemter Harnisch auf einem Stück Baryt aus einem
Gang in der Deponierfläche AF23,
Bildbreite 9 cm
Zechstein Karst
Kuppelförmiger, gebankter Zechstein-Dolomit mit einer
Überdeckung aus einem manganhaltigem Residualton
knapp über dem Kristallin (R 3524133 H 5541796) an
den Betonmischanlage,
aufgenommen am 08.02.2014
Lamprophyr-Gang
Ca. 0,5 m mächtiger Gang aus einem Lamprophyr (klein-
stückig verwittert) im kluftreichen Gneissaprolit, ebenerdig
frei gelegt am Tunnel-Portal des Tunnels Hirschberg.
Links oben am Bildrand ist ein zweiter Gang zu sehen,
aufgenommen am 15.02.2014
Hakenschlagen
In der Böschung des östlichen Mundlochs zum
Tunnel Hirschberg Südröhre wurde ein Hangkriechen aus
dem Periglazial frei gelegt, h. d. der aufgetaute Boden
über dem Dauerfrostboden bewegte sich kriechend
hangabwärts und der Pegmatit wurde dabei "umgebogen";
man nennt das "Hakenschlagen",
anfgenommen am 22.02.2014
Calcit
Im Falkenbergtunnel wurde ein Baryt-Gang frei gelegt,
der neben weißem Baryt (oben) bis zu 10 cm mächtige
Bereiche aus einem klein- bis grobkristallinen Calcit
führt. Das zuckerkörnige Gefüge erinnert an einen
Marmor und ist stellenweise nur schwer vom Baryt
zu unterscheiden, mit der er auch innig verwachen sein
kann,
Bildbreite 10 cm
Baryt Falkenbergtunnel
Schneeweißer, blättriger Baryt aus dem Falkenbergtunnel
angetroffen bei Tunnelmeter ca. 103,
Bildbreite 13 cm
Calcit-Gang
Calcit-Gang mit beiderseits Gestein aus dem Ausbruch
des Falkenbergtunnels. Der Calcit kommt zusammen mit
Baryt vor, bildet aber auch monomineralische Gänge
ohne Baryt. Dies Massen sind nur schwer vom Baryt
zu unterscheiden; gefunden im Ausbruch von Andreas
VÖLKER,
Bildbreite 12 cm
Zechstein-Dolomit
Über der Basalbrekzie wurde ca. 0,5 m ein dünn ge-
bankter Zechstein-Dolomit abgelagert, der seinerseits
von einer Art "Basalbrekzie" überlagert wird. Darauf
folgt der unscheinbare Tonstein des Bröckelschiefers.
Aufgenommen neben der Betonmischanlage im
Schwarzbachtal am 16.03.2014
Zechstein-Kalk
Dünn gebankter, durch dünne Sedimentlagen mit
Kristallinschutt getrennte Lagen aus einem kalkigen
Zechstein-Sediment, vermutlich metasomatisch
überprägt. Gefunden im Ausbruch des Falkenberg-
Tunnels bei Tunnelmeter 240 am 16.03.2014
Bildbreite 15 cm
Baryt-Kristalle
Kleine, meißelförmige, honigfarbene Baryt-Kristalle im
Zechstein-Dolomit vom Westportal der Nordröhre des
Tunnels Hirschberg, gefunden am 29.03.2014
Bildbreite 2 cm
Baryt-Gang
Steil einfallender, absätziger Baryt-Gang mit geringen
Anteilen an Fluorit im verwitterten Diorit-Gneis mit
Andreas VÖLKER als Maßstab. Im Zuge des
Tunnelbausim Ostportal des Tunnels Hirschberg
(Südröhre) wird der Fels hinter Spritzbeton
verschwinden,
aufgenommen am 05.04.2014
Baryt mit Quarzharnisch
Harnisch am Salband eines Barytganges mit einer Kluft
quer dazu. Der Harnisch ist von idiomorphen Quarz-
Kriställchen und feinschuppigem Hämatit überkrustet,
gefunden im Ausbruch des Tunnels Hirschberg,
Ostportal,
Bildbreite 10 cm
Fluorit-Kristall  
Kleiner Fluorit-Kristall im Baryt aus dem Falkenberg-
Tunnel,
Bildbreite 5 mm

Paläokarst
An der Basis stehen die dünn gebankten, kalkigen
Zechsteinsedimente an, die kuppelförmig angelöst sind
und von schwarzen Residualtonen überlagert werden.
Darüber befinden sich die Tonsteine des Bröckel-
schiefers. Etzbauchtrog zwischen dem Tunnel
Hirschberg und Metzberg,
aufgenommen am 12.04.2014
Zechstein-Kalk
Am Westportal des Tunnels Hirschberg Nordröhre stehen
die dick gebankten, dolomitischen Kalke des Zechsteins
an,
aufgenommen am 12.04.2014

Calcit-Druse
In den massiven Partien der dolomitischen Zechstein-
Kalke finden sich auch die typischen rhomboedrischen
Calcit-Kristalle,
aufgenommen am 18.04.2014
Bildbreite ca. 20 cm
Augengneis
Augengneis mit cm-großen Kalifeldspatkristallen vom
Tunneltrog zwischen Hirschberg- und Metzbergtunnel
in Höhe der Betonmischanlage,
aufgenommen am 27.04.2014
Bildbreite ca. 15 cm
Problematikum
Ca. 10 cm mächtige Lage aus einem merkwürdigen
Sediment aus feinblättrigen Calcit, der aber senkrecht
zur Schichtung steht,
aufgenommen am 21.04.2014
Länge des Geologenhammers 41 cm
Brekzie mit Calcit
Hydrothermale Gangfüllung aus brekziiertem Kristallin mit
Calcit verkittet, Falkenbergtunnel linkes Gleis, Bildbreite
ca. 40 cm,
aufgenommen am 27.04.2014
Bildbreite ca. 25 cm
Zechstein-Kalk
Die hier auf ca. 3 m frei gelegten dolomitischen Kalke aus
dem Zechstein-Meer, Hirschbergtunnel Nordröhre,
Westseite,
aufgenommen am 03.05.2014
Xenolith im Kalk
Etwa faustgroßes Kristallinbruchstück im Zechstein-
Kalk aus dem Falkenbertunnel, Nordröhre, gefunden
auf der Deponie AF23 am 03.05.2014
Bildbreite ca. 30 cm
Bröckelschiefer
Die frisch frei gelegten Tonsteine des Bröckelschiefers
zwischen zwei Bohrlöchern für die Verbauträger im
Einschnitt für das Westportal des Tunnels Hirschberg,
aufgenommen am 03.05.2014
Calcit-Brekzie
Alterierte Kristallin-Bruchstücke, verkittet mit Calcit mit
einem marmorähnlichem Gefüge, rechts in dem Spalt
etwas Baryt (weiß) aus dem Falkenbergtunnel Nord-
Röhre, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 11 cm
Pegmatit im Diorit von Hain
Ca. 45 cm mächtiger Pegmatit ohne akzessorische
Bestandteile im Diorit am späteren Mundloch des noch
zu bauenden Tunnels Metzberg (Westseite),
aufgenommen am 17.05.2014
Brachiopode  
Dolomitischer Zechstein-Kalk mit einem Brachiopoden
im Querbruch, dessen Schale weggelöst wurde. Im
unterenTeil zeichnen dunkle Glimmer ehemalige
biologische Matten auf der Sedimentoberfläche nach,
die an Stylolihten erinnern. Gefunden im Ausbruch des
Falkenbergtunnels,
Bildbreite 3 cm
Grenze Kristallin - Sedimente
Tunnel Hirschberg (linkes Gleis) Westportal: unterbrochen
von den Verbauträgern ist die schräg durchs Foto
lafende Grenze zwischen Kristallin (unten), den
dolomitischen Zechstein-Kalken (mitte) und dem
Bröckelschiefer (Fulda-Formation; rechts) zu sehen;
solche Aufschlüsse bestehen nur kurz, da beim
Baufortschritt der Verbau aus Holz oder Beton
die Felsen verdeckt,
aufgenommen am 07.06.2014
Chalkppyrit
Gelber Chalkoyprit im Baryt aus der Südröhre des
Falkenbergtunnels,
Bildbreite 2 cm

Baryt mit Fluorit
Durch die Aufbereitung gelaufenes Stück einer Gangzone
aus einem von reichlich Quarz verdrängten Baryt (weiß)
mit leicht violettem Fluorit, darin kleine - hier dunkel -
erscheinende Körnchen aus Chalkopyrit und mit Eisen-
hydroxid und Quarz durchsetztes Nebengestein aus der
Südröhre des Falkenbergtunnels,
Bildbreite 9 cm
Basalbrekzie
Basalbrekzie über dem Kristallin und unter den
dolmitischenZechstein-Kalken, Nordröhre des
Tunnels Hirschberg Westportal,
aufgenommen am 14.06.2014
Lamprophyr Hain
Der Lamprophyr vom Ostportal des Tunnels Hirschberg:
Ein Großteil des Gesteins besteht aus einem ehamaligem
Glas, in dem alterierte Feldspäte, reichlich Glimmer und
Magnetit wie auch Eisenhydroxid zu erkennen ist,
linear polarisiertes Licht,
Bildbreite 5 mm,
Baryt im Zechstein-Dolomit
Nur kurz offen: ein etwa 5 cm mächtiger Baryt-Gang im
Zechstein-Dolomit, bevor die Hölzer des Verbaus den
Fels verdecken,
aufgenommen am 26.07.2014
Fulda-Formation
Die Gesteine der Fulda-Formation aus dem Tunnel
Falkenberg bestehen bei Tunnelmeter 655 aus einer
dünn gebankten Wechselfolge von Tonsteinen, Mergel,
Schluffe und Sandsteinen,
Bildbreite ca. 40 cm,
aufgenommen auf der Deponie AF23 am 03.08.2014
Rippelmarken
Rippelmarken im Bröckelschiefer (Fulda-Formation) aus
dem Tunnel Falkenberg bei Tunnelmeter 655,
Bildbreite ca. 50 cm,
aufgeommen auf der Deponie AF23 am 03.08.2014
Betoninjektionen
Im anstehenden Fels sind auch merkwürdige, graue
Massen zu sehen, die von den Betoninjektionen stammen
und damit nicht natülichen Ursprungs sind,
aufgenommen am 23.08.2014 im Einschnitt zu Tunnel
Hirschberg, linkes Gleis, Westseite
Diorit im Dünnschliff
Sehr frischer Diorit aus dem Tunnel Hirschberg, rechtes
Gleis: Großer verzwillinger Plagioklas-Kristall umgeben
von Quarz, Biotit und Hornblende mit Spuren von Titanit.
Dünnschlifffoto bei gekreuzten Polarisatoren,
Bildbreite 5 mm
Tonsteine
Tonsteine, gebleicht und mergelig ausgebildet: Die
obersten Schichten des Bröckelschiefers (Fulda-
Formation), Einschnitt am Falkenbergtunnel in
Heigenbrücken,
aufgenommen am 04.10.2014
Tonsteinharnisch
Zerscherter Tonstein mit einem Harnisch und deformierten
Lagen, darin graue Schichten aus einem Mergel. Unten ist
eine mit Calcit belegte Kluft zu erkennen, entnommen im
Tunnel Falkenberg, linkes Gleis bei Tunnelmeter 685,
Bildbreite 13 cm
Kalkstein
Merkwürdiger, strukturkoser Kalkstein des Zechsteins
mit sehr ausgeprägten Stylolithen in einem Gestein, bei
dem nahezu alle Spuren des einstigen Sedimentes durch
Umwandlung verloren gegangen sind; gefunden im
Ausbruch des Tunnels Falkenberg bei Tunnelmeter
1.014 im rechten Gleis
Bildbreite 10 cm
Dolomit
Die Sedimente des Zechsteins sind sehr vielfältig: Hier
reinweißer Dolomit im grauen Dolomit, als metasomatische
Verdrängung, sogn. hydrothermale Zebra-Dolomite
(HZD). Gefunden im Ausbruch des Tunnels Falken-
berg etwa bei Tunnelmeter 1.100 im rechten Gleis,
Bildbreite 11 cm
Calcit-Dolomit-Brekzie
In den Zechstein-Sedimenten sind Bereiche völlig
brekziiert und mit weißem Calcit und Dolomit verkittet.
Gefunden im Ausbruch des Tunnels Falkenberg etwa
bei Tunnelmeter 1.100 im rechten Gleis,
Bildbreite 18 cm
Kluftcalcit
Brüchiger Calcit als dünner Kluftbelag auf dem Tonstein
der Fulda-Formation ("Bröckelschiefer") aus dem Tunnel
Falkenberg etwa bei Tunnelmeter 1.250 aus dem rechten
Gleis,
Bildbreite ca. 15 cm
Calcit im Tonstein
Die weißen Flecken im Tonstein des Bröckelschiefers
bestehen bei einer mikroskopischen Untersuchung aus
kleinen, weißen Calcit-Kristallen, aus dem Tunnel
Falkenberg etwa bei Tunnelmeter 1.250 aus dem
rechten Gleis,
Bildbreite 3 cm
Wellenrippel im Tonstein
Eine Besonderheit und noch nie gesehen: Wellenrippel
im Tonstein der Fulda-Formation aus dem Tunnel
Falkenberg etwa bei Tunnelmeter 1.250 aus dem
rechten Gleis,
Bildbreite 15 cm
Spalerit
Winzige Kristalle eines Zinksulfids auf Calcit aus dem
Tunnel Falkenberg,
REM-Foto, Bildbreite 0,25 mm
Pegmatit
Schräg einfallender, mehr als 1,5 m mächtiger Pegmatit-
Gang im Diorit vor dem Ostportal des Metzbergtunnels,
leider bisher ohne die typischen akzessorischen
Mineralien,
anfgenommen am 17.01.2015
Zebra-Dolomit
Phantastisch ausgebildeter Zebradolomit ("hydrothermal
zebra dolomit" (HZD) aus dem Tunnel Falkenberg linkes
Gleis bei etwa Tunnelmeter 1.074 im linken Gleis,
Bildbreite 10 cm
Die Entstehung wird weiter unten beschrieben.
Calcit
Gelber, strahliger Calcit ohne weitere Mineralien,
Tunnel Metzberg, rechtes Glesi bei Tunnelmeter 240,
Bildbreite 13 cm
gebänderter Calcit
Gebänderter, feinkristalliner Calcit, oberflächlich angelöst,
den man auch als Kalksinter (Handelsname Travertin oder
Onyx) ansprechen könnte, Tunnel Metzberg. Die Aus-
bildung spricht für eine offene Höhle, wobei die Quelle
für die Ca-Inonen nicht geklärt ist,
Bildbreite 10 cm
Fluorit
Weißer Baryt mit reichlich leicht bläulichem Fluorit in den
Zwischenräumen der Baryt-Täfelchen, Tunnel Metzberg
im rechten Gleis bei Tunnelmeter 240,
Bildbreite 13 cm
Calit-Kristalle
Ein ganz seltener Fund: skalenoedrische Calcit-Kristalle
in grobkristallinem Calcit aus dem Tunnel Metzberg,
gefunden am 07.02.2015
Calcit
Das Stück aus gebändertem und zoniertem Calcit belegt,
dass während der Bildung des Calcits eine Brekziierung
erfolgte, Tunnel Metzberg
Bildbreite 20 cm
Calcit gebändert
Zoniert gefärbter, grobstrahliger Calcit aus dem Tunnel
Metzberg; links oben ist grauer Spritzbeton zu erkennen,
Bildbreite 20cm
Calcitsinter geschliffen und poliert
Gebänderter, von Rissen durchzogener Calcitsinter ohne
Fluoreszenz, Tunnel Metzberg,
Bildbreite 16 cm

Dünnschliff
Dünnschliff aus dem Stück oben bei linear polarisiertem
Licht,
Bildbreite 5 mm
Wellenrippel
Rippelmarken im Grenzbereich zwischen einer Sandstein-
und einer Tonsteinlage im Bröckelschiefer des Tunnels
Falkenberg,
gefunden auf der Deponie am 23.03.2015

Calcit
Calcit wie oben, jedoch geschliffen und sehr sorgfältig
poliert (Fa. Zentgraf in Hain), Ausschnitt aus einem
großenStück,
Bildbreite 10 cm
Marmor und Silikatmarmor
Silikatmarmor (links) und Calcit-Marmor (rechts) aus dem
Trog des Tunnels Hain - Laufach. In dem Gestein ist unter
dem Mikroskop noch Phlogopit und Chlorit (als Pseudo-
morphose nach Chondrodit?) erkennbar,
Bildbreite 10 cm
Dieses Vorkommen mit dem - besonders im Gelände -
sehr unscheinbaren Gestein war bisher unbekannt.
Marmor
Marmor und Silikatmarmor in einer Wechsellagerung,
geschliffen und poliert,
Bildbreite 10 cm
Kalksilikatfels
Unscheinbarer Kalksilikatfels aus Diopsid, Amphibol,
Quarz, Plagioklas und Titanit, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 11 cm
merkwürdiges Gestein
Im Verband mit Amphibolit, Kalksilikatfels und Marmor
kommt ein merkwürdiges Gestein vor. Das durch eine
bemerkenswerte Farbigkeit ausgezeichnete Gestein kann
am einfachsten als extrem alterierter Kalksilikatfels aufge-
fasst werden. Angeschliffen und poliertes Stück,
Bildbreite 10 cm
Stylolith
Extrem lange Striemungen in einem Zechstein-Kalk aus
dem Tunnel Falkenberg, linkes Gleis bei Tunnelmeter ~
1.100 in der Sohle. Entstanden sind die Stylolithen durch
Drucklösung in dem Gestein. Auf den streifenförmigen
Muster sind Quarz- und Baryt-Kristalle aufgewachsen,
Bildbreite 15 cm
Calcit im Tonstein
Flachlinsige Calcit-Druse im Tonstein des Bröckel-
schiefers (Fulda-Formation) aus dem Tunnel Falkenberg
bei Tunnelmeter 1.720 bzw. 1.515,
Bildbreite 10 cm
Dolomit-Kristalle
Sattelförmig gekrümmte, rhomboedrische und weiße
Dolomit-Kristalle aus den Zechstein-Sedimenten des
Tunnels Falkenberg,
Bildbreite 3 cm
Brachiopoden
Ein Muschel-Schill im Zechstein-Kalk aus der Sohle
des Tunnels Falkenberg bei Tunnelmeter 1.000. Dieser
besteht ausschließlich aus Steinkernen von „Avicula“
cf. murchisoni
GEINITZ 1861,
gefunden auf der Deponie AF13,
aufgenommen am 30.05.2015
Konkretion
Brotlaibförmige Konkretion aus dem Bröckelschiefer des
Tunnels Falkenberg linkes Gleis bei Tunnelmeter 1.850.
Die Konkretion besteht zum größten Teil aus Calcit
Bildbreite 20 cm
Netzleisten
Erstmals im Bröckelschiefer gesehen: Netzleisten! Dies
belegt, dass das Meer trocken fiel, was bisher nicht
bekannt war. Der Brocken stammt aus dem Tunnel
Falkenberg,
aufgenommen am 26.07.2015
Kalksilkatfels
Gebänderter Kalksilikatfels aus Calcit, Augit, Diopsid,
Klinochlor, Amphibol, Titanit und Plagioklas vom
Ingenieurbau des Trogs für die Zufahrt zum Hain bei
Laufach, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 18 cm
Kalksilkatfels
Violett veränderter Kalksilikatfels aus dem Trog des
Tunnels Hain bei Laufach,
angeschliffen und poliert.
Bildbreite 12 cm
Aplit-Pegmatit
Diorit mit Pegmatit-Gängen, die randlich eine aplitische
Korngröße zeigen und symmetrisch angeordnet sind. Im
Innern ist der grobkristallie Pegmatit auskristallisiert. Der
Fels stammt aus dem Tunnel Metzberg linkes Gleis bei
Tunnelmeter 292,
aufgenommen auf der Deponie am 10.10.2015
Elterhof-Formation
Wechselfolge von sehr verschiedenen Gesteinen in der
Elterhof-Formation: Amphibolite, Hornblende- und Biotit-
Gneise und Kalksilikatgesteine. Hier vom Sprengen
gelockert im Trog bei Laufach,
aufgenommen am 07.11.2015
Kalksilkatfels
Feinkörniger Diopsid-Kalksilikatfels im Anstehenden als
Zwickel zwischen den Rundungen von 2 Betonbohr-
pfählen,
aufgenommen am 07.11.2015
Amphibolit  
Ein großer Felsblock aus der Elterhof-Formation:  
über einem Biotit-Gneis mit Perlgneis-Lagen ist eine
hellbraune Amphibolit-Lage eingeschlossen,  die bis zu
5 cm lange Amphibol-Stängel und Klüfte mit weißem
Calcit führt (rechts oben), gesehen am 12.12.2015  
auf dem Gelände der Tunnelbaustelle bei Hain; der
Felsblock stammt aus dem Trog bei Laufach. 
Diopsid-Kalksilikatfels
Weißer Kalksilikatfels aus hauptsächlich Diopsid mit einer
Zone, in der das Gestein in einen Klinochlor alteriert ist,
gefunden im Trog bei Laufach
Bildbreite 19 cm
grobkristalliner Calcit-Marmor
Schneeweißer, grobkristalliner Plagioklas-Pegmatit als
etwa 5 cm mächtige Lage im Kalksilikatfels des Trogs
von Laufach,
Bildbreite 13 cm
Erz im Marmor
Marmor mit einem Erz aus einem Kupfersulfid, ein bisher
nicht gesehener Gesteinsbestandteil. Das Erz ist nicht
hydrothermal an Risse gebunden!
Bildbreite 4 cm
Allanit
Harzglänzende, weil metamikte Titanit-Körner im
Feldspat einer pegmatitischen Partie der bunten Serie
aus dem Trog von Laufach,
Bildbreite 4 cm
Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Seltenen
Erden nicht wirklich selten sind, sondern diese sind in
einigen metamorphen Gesteinen des Spessarts mit
etwa 200 g/t oft z. B. an Titanit gebunden.
violette Alteration
Grünlicher Diopsid-Kalksilikatfels der partiell in eine
tiefviolette Masse alteriert ist, gefunden im Trog der
Baustelle zwischen Laufach und Hain, angeschliffen
und poliert
Bildbreite 12 cm
Schriftgranit
Pegmatit mit schriftgranitischer Verwachsung von Quarz
und Feldspat mit etwas Biotit aus dem Trog bei Laufach,
Bildbreite 5 cm
Schwarze Trennschicht
Schwarze Trennschicht unbekannter Zusammensetzung
im Zechstein-Kalk aus dem Tunnel Falkenberg,
Bildbreite 13 cm
Erzanschliff
Blei-, Zink- und Kupfersulfide und Kupfermineralien
als Bestandteil im Silikatmarmor von Laufach,
Erzanschliff im Auflicht,
Bildbreite 0,6 mm
Bröckelschiefer
Der oberste Bröckelschiefer in einer Böschung an der
Tunnelbaustelle am Ostportal des Tunnels Falkenberg
bei Heigenbrücken,
aufgenommen am 24.04.2016
Bröckelschiefer geschliffen
Der Tonstein des Bröckelschiefers, quer zu Schichtung
angeschliffen. Hier sieht man, dass das Gestein keines-
wegs homogen aufgebaut ist, sondern dass die Schichten
unterbrochen und durch die Auflast verwürgt wurde,
Bildbreite 9 cm
Biotit-Schiefer
Bruchrauhes Stück eines Biotit-Schiefers, bei dem auffällt,
dass weder Erze noch Feldspat entahlten sind. Das Stück
stammt aus dem Trog zwischen dem Tunnel Hain und
Laufach.
Bildbreite 14 cm
Kalksilkatfelse, Marmor, Schiefer
Wechsel von Kalksilikatgesteinen mit Glimmerschiefern
und Marmor, teils alteriert in Chlorit. Es handelt sich um
Diopsid-reiche Lagen, Biotit und Chlorit. Die Diopsid-
Kristalle im Calcit-Marmor sind ebenfalls alteriert. Das
angeschliffene und polierte Stück stammt aus dem  Trog
zwischen Laufach und dem Tunnel Hain,
Bildbreite 13 cm
Kalksilkatfels
Calcit-Diopsid-Kalksilikatfels mit einer beginnenden
Alteration, die besonders den Diospid und die Glimmer
angreift, angeschliffen und poliert. Die Risse sind eine
Folge der Lockerungssprengung, gefunden im Trog
zwischen dem Tunnel Hain und Laufach,
Bildbreite 16 cm
Dünnschliff Kalksilikatfels
Der Calcit-Diopsid-Kalksilikatfels im Dünnschliff: Darin
ist ein feinkristalliner Calcit, Diopsid, Quarz, Glimmer,
Titanit und alterierter Feldspat zu erkennen, gekreuzte Polarisatoren,
Bildbreite 5 mm
Calcit-Gang im Diorit Tunnel Hirschberg
Weit häufiger als Baryt-Gänge wurden dünne Gänge mit
Calcit im Diorit angefahren. Die Bergung erwies sich als
schwer, da der Calcit sehr viel weicher und spaltbarer
ist als der Diorit, so dass die Bruchfläche meist durch
den Calcit geht. Der Calcit besteht aus bis zu 5 cm
großenKristallen und führt in der Regel keine
Erzmineralien. Das angeschliffene Stück stammt aus
dem Tunnel Hirschberg,
Bildbreite 15 cm
Kalksilkafels
Ein Kalksilkatfels aus Augit, Amphibol und Calcit, dazu
etwas Titanit und Quarz, durchschlagen von einem Riss,
der mit weißem Calcit gefüllt ist,
Bildbreite 14 cm
violetter Gang
Gangförmig begrenzte Alteration in einem Diopsid-
Kalksilkafels,
Bildbreite 8 cm
Kalksilkatfels
Alterationsschlieren in einem Diopsid-Kalksilkatfels aus
der Baustelle des Trogs zwischen Hain und Laufach,
Bildbreite 11 cm
Kalksilkatfels
Ausschnitt aus einem ca. 0,9 m langen Stück eines
Diopsid-Kalksilkatfelses mit dem Anfang einer Linse
aus einem Silikatmarmor (rechts), entlang der Risse
und am Rand alteriert,
Bildbreite 50 cm
Der etwa 50 kg schwere Felsblock aus dem Trog
zwischen dem Tunnel Hain und Laufach wurde bei
der Fa. Zentgraf in Hain von Marcus Kalan
geschliffen und poliert. Der Stein wurde zum
Tag des offenen Tunnels am 08.10.2016 in
Heigenbrücken und auf dem Eisenbahnfest in
Laufach am 25.05.2017 gezeigt. 
Dünnschliff Amphibol
Neubildung aus einem feinnnadeligen Amphibol im
Quarz in alteriertem Plagioklas und oben rechts Reste
von Diopsid. Gesteinsdünnschliff eines Kalksilkatfelses
aus Trog zwischen dem Tunnel Hain und Laufach,
Bildbreite 5 mm
Aplit und Pegmatit
Die Krezung eines Pegmatit-Ganges mit einem Aplit-
Gang im Diorit lässt ein relatives Alter erschließen.
Der Felsblock stammt aus dem Tunnel Metzberg,
Bildbreite ca. 1,2 m
Der Block wird zukünftig im Steinegarten am Frei-
zeitgebiet oberhalb des Tunnels Hain am Seebachtal
zu sehen sein.
Zechstein-Kalk
Dolomit im Kalk: metasomatisch dolomitisierte
Kalkschicht im Zechstein-Kalk, aus dem Tunnel
Falkenberg linkes Gleis bei etwa Tunnelmeter
1.074 im linken Gleis,
Bildbreite 13 cm
Heigenbrückener Sandstein
Nach über einem Jahr der Witterung ausgesetzt sind die
Tonklasten aus dem hellen Heigenbrückener Sandstein
herausgefallen. Für das Studium der Gesteine gibt es eine
zweite Chance, denn die Deponie AF11 am Schwarz-
kopftunnel wird wieder abgetragen, wenn der still gelegte
Tunnel verfüllt wird.
aufgenommen am 27.05.2017


*Benamungsprobleme mit dem Fels im Tunnel Falkenberg

Ein Name für einen Stein ist ganz leicht gesagt. Der Beweis für die Richtigkeit dagegen schon schwerer. Das gilt für den Fels am und im Falkenbergtunnel in ganz besonderem Maße. Nach der geologischen Karte soll es ein Diorit sein.
Das Gestein vom Falkenbergtunnel ist nicht einfach im Handstück mit einem Namen zu belegen. Im Tunnel wurden die verwitterten Gesteinspartien inzwischen durchörtert, so dass auf den Ausbruchsdeponien ganz frische Gesteinbrocken liegen. Das graue, gesprenkelte Gestein ist äußerst hart, was den Tunnelvortrieb nicht gerade beflügelt. Im Handstück erkennbar sind die Bestandteile aus gut spaltbarem Plagioklas und etwas Kalifeldspat (mit dem bloßen Auge schwer zu unterscheiden), grauem Quarz, viel schwarzem Biotit und unter dem Mikroskop kann man in der Bruchfläche untergeordnet schwarze Hornblende erkennen; als akzessorischer Bestandteil lässt sich brauner, stark glänzender Titanit (meist alteriert in Antas und Brookit) identifizieren. Der Fels ist mittelkörnig, d. h. nur die Feldspäte erreichen 1 cm Größe, mit lokaler Ausbildung als "Augengneis". Aufgrund der Schieferung müsste man es als einen Gneis bezeichnen. Da fast keine Kalifeldspäte vorkommen, ist es kein Granit. Der hohe Quarzanteil spräche u. U. für einen Quarzdiorit oder auch Tonalit, aber dafür ist zu wenig Hornblende vorhanden (es fehlen auch die in den Dioriten häufig eingeschuppten Amphibolite). Aber da ist die deutliche Schieferung. Demnach ist das Gestein einfach ein Biotit-Plagioklas-Gneis (Orthogneis), der aus dem Granodiorit hervorgegangen ist (beanspruchte Titanite). 

Gestein Falkenbergtunnel Dünnschliff
Dünnschlifffoto des Gesteins aus dem Falkenbergtunnel. Man erkennt die Plagioklase
an der Zwillingsstreifung, die hellen Quarze und die braunen Biotite. In der Mitte oben
und rechts unten ist Hornblende zu erkennen,
Bildbreite 5 mm
Nach dem Dünnschliff liegt ein Diorit vor, der metamorph überprägt wurde. Dafür spricht der hohe Gehalt an Titanit und die Hornblende. Unter den dunklen Bestandteilen dominiert der Biotit, die Hornblende tritt deutlich zurück. Die Quarz löschen undunlös aus. Die Feldspäte sind nicht mehr ganz frisch und weisen auf einer beginnende Verwitterung hin. Als Azessorien ist auch selten Allanit enthalten. Erze sind kaum vorhanden und sehr klein. Magnetit ist in rundlichen Körnern vorhanden. An den Korngrenzen sind winzige Pyrit-Körnchen eingewachsen.  

Wir befinden uns hier in einer Randzone gegen den Diorit. Dieser Diorit ist hier zwar in der geologischen Karte eingetragen (CRAMER & WEINELT 1978), aber damals bei der Kartierung hatte man nicht die guten Aufschlüsse von heute, so dass die Karte durch die vielen Aufschlüssen im Schwarzbachtal auch an anderen Stellen im Baufeld umgezeichnet werden muss. Die Grenze zwischen dem Diorit und dem Gneis ist nicht scharf ausgebildet - so dass man die Gesteine wie Lehrbuch ausgebildet unterscheiden kann, sondern in einem nahtlosen Übergang mit Einschuppungen von Diorit in der massigen Ausbildung. Bemerkenswert sind die sehr zahlreichen Calcit-Gängchen und Rissflüllungen im Fels. Sie sind wenige mm bis 7 cm stark und weisen kaum Hohlräume mit Kristallen auf. Da der Abschlag nur 1,5 m beträgt, sind die meisten Calcite stark rissig. Verbreitet sind gestriemte und wenig mineralisierte Harnische.
Bei den grauen Massen und Flecken auf den Ausbruchsmassen handelt es sich um Spritzbeton.  


Zebra-Dolomit!
Zebradolomit  Zebradolomite
Links: Zebra-Dolomit, bruchrauh in einem bemerkenswert großen Stück, Bildbreite 35 cm
Rechts: Zebradolomit mit dem Übergang zum nicht veränderten Dolomit bzw. Kalkstein, angeschliffen und poliert, Bildbreite 10 cm. Beide Stücke stammen aus dem Tunnel Falkenberg, wurden aber infolge des Tunnelvortriebs zu unterschiedlichen Zeiten gefunden. 

Eine Besonderheit ist das Vorkommen von Zebradolomit (eigentlich hydrothermal zebra dolomite; HZD der internationalen Literatur, einer eigentümlichen Texturvariante) in den carbonatischen Zechstein-Sedimenten der Tunnel Falkenberg; sie wurden inzwischen in beiden Röhren durchörtert. Die hydrothermalen Zebra-Dolomite sind weltweit von zahlreichen Vorkommen beschrieben worden. Die Entstehung ist eine komplexe Folge von Druck, Lösung und Wiederabscheidung des Dolomits unter niedrig hydrothermalen Bedingungen in einem selbst steuernden Regelkreis (Selbstorganisation). Dabei kann auch Calcit und Baryt gebildet werden. Das grobkristalline und regellose Gefüge erinnert an einen Dolomit-Marmor. Solche metasomatischen Bildungen sind in einigen Ag-Pb-Zn-Lagerstätten beobachtet worden. Auch in Hain sind in Spuren die Erzmineralien Tennantit und Chalkopyrit festgestellt worden. 
Die sehr markante Texturform des Gesteins Dolomit ist weltweit verbreitet und fehlt in den einschlägigen Lehrbüchern der Gesteinskunde und der Mineralogie. In Deutschland war bisher kein Vorkommen bekannt.
Zebra-Dolomit Dünnschliff
Ein Dünnschliff des Zebradolomits unter dem Polarisations-
Mikroskop bei gekreuzten Polarisatoren. Der Dolomit
löscht undulös aus,
Bildbreite 5 mm


Kalk-Dolomit mit Zebrastruktur Zebra-Dolomit Zebra-Dolomit
Verschiedene Strukturvarianten des Zebra-Dolomites aus dem Tunnel Falkenberg rechtes Gleis bei Tunnelmeter 1.145 und gefunden am 23.06.2015;
Bildbreiten: links 14 cm, mitte 13 cm, rechts 7 cm.


Diese geschliffen sehr attraktiven, ornamentalen Gesteine werden wegen des hübschen, kontrastreichen Farbwechsels in geringem Umfang gewonnen und zu Trommelsteinen, Anhängern und Kugeln verarbeitet. Auch in den Sortimenten der Heilsteinlieferanten sind solche geschliffen und polierten Stücke zu finden.


Spritzbeton
Belegstücke aus den Tunnelbauwerken weisen oft auch nach der Reinigung mit Wasser noch anhaftenden Quarzkörner in einer grauen Matrix auf. Es handelt sich um den Spritzbeton, der im Tunnelbau nahezu überall Verwendung findet. Hier in Hain wird Nassspritzbeton verwandt. Dabei wird der Zement mit den Zuschlagsstoffen aus Sand und Splitt in der Betonmischanlage hergestellt und mit einem LKW zur Einbaustelle verfahren. Mit einer Pumpe wird der Beton einer Düse auf einem frei beweglichen Arm zugeführt. In dieser werden Abbinde- und Erstarrungsbeschleuniger und noch Druckluft zugesetzt, so dass der mit hoher Geschwindigkeit aufgebrachte Beton sofort anhaftet. Der Beton erhärtet sehr schnell und kann an nahezu alle Untergründe aufgebracht werden. Durch den Rückprall geht insbesondere ein Teil des Beton verloren. Diesen Rest findet man dann auf den Steinen, die auf den Deponien abgekippt werden.



Wichtiger Hinweis
für Mineraliensammler und Freunde der Geologie des Spessarts


Infolge der vielfältigen Bautätigkeiten auf engem Raum und der damit verbundenen Gefahren durch die zahlreichen Fahrzeuge war das Begehen der Baustelle für Unbeteiligte nicht möglich. Wegen der anfangs vielen Spaziergänger und der Diebstähle wurde auch ein Sicherheitsdienst verdingt, der die Zufahrten sicherte, so dass nur Mitarbeiter der Baufirmen Zugang hatten.
Das Befahren der Tunnelbaustellen während des Vortriebs war wegen der sehr beengten Verhältnisse und den weit größeren Gefahren nicht möglich und da die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, ist auch ein Besuch mit keinem geologischen Erkenntnisgewinn verbunden. Eine Gesteinsgewinnung oder Probennahme im Vortrieb an der Ortsbrust war im Tunnel gar nicht machbar, da der Fels beraubt war und keine Gesteinsstücke gelöst werden konnten, denn man stand ja unter dem Spießschirm ohne weitere Sicherung. Und sonst war oft nur der graue Spritzbeton zu sehen, da selbst die Ortsbrust nach dem Vermessen und Bogen stellen damit gesichert wurde.
Viele der Gefahren waren nicht offensichtlich, z. B. verloren die Dumper oft bis zu mehre hundert kg schwere Steine beim Befahren der Steigungen, Bodenschwellen und Kurven, so dass auch die Baustellenstraßen nicht sicher waren und oft mit dem gewöhnlichen PKW nicht befahren werden konnten.

Ausbruchsmassen auf Deponie
Ausbruch aus dem Tunnel Falkenberg mit reichlich Zechstein-Sedimenten
auf der Deponie AF13
aufgenommen am 22.11.2104

Das Suchen und Sammlen in den Ausbruchsmassen war mühsam. Eine Zuordnung des Ausbruchs auf den Deponien zu den einzelnen Tunnelvortrieben ist ohne die Ortsbrusten gesehen zu haben, nahezu unmöglich. Die Felsen wurden nach einem für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Muster auf die 3 Deponien verteilt und dort an sehr unterschiedlichen Stellen abgekippt. So liegen dann unter Umständen die Felsen aus 3 Vortrieben nebeneinander. Da nebenbei auch noch Gestein aus der Sohle - die nachgezogen wird - gewonnen wird, können Ausbruchmassen "frisch" daliegen, deren Gewinnungsort hunderte Meter der gegenwärtigen Ortsbrust zurück liegt und man so geneigt ist, die Quelle an der völlig falschen Stelle zu vermuten. Ein weiterer Umstand ist der Zustand der Gesteinsmassen. Infolge der Sprengungen sind diese immer rissig, auch wenn man das im Handstück zunächst kaum erkennen kann. Spätestens nach dem Waschen und Abtrocknen muss man erkennen, dass man insbesondere bei den karbonatischen Sedimenten des Perms, kaum unbeschädigte Stücke bergen kann. Kristalle und Hohlräume sind meist stark beschädigt. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sieht man Flecken des Spritzbetons, die sich auf den Carbonaten kaum entfernen lassen. Infolge des Rückbaues liegen jetzt Massen aus allen Baustellen praktisch überall.

 
Auf der Nordseite des Schwarzbachtals wurde Ende Juli 2014 ein etwa 2 km langer "Panoramawanderweg Falkenberg" eingerichtet, der von einer Besucher-Plattform über dem Tunnel Falkenberg (linkes Gleis) einen ungefährlichen Blick in die Baustelle zuließ. Hinweistafeln erläutern dem Besucher das Gesehene.

Besucherplattform Blick von der Plattform
Der Blick reicht vom "Dunklen Bogen" oder "Holzmannbogen" links unten über die Tunnel Hirschberg, die Betonmischanlage am Etzbachtrog, die
Baustelleninfrastruktur bis zur Baustelle des Tunnels Hain rechts oben.
aufgenommen am 09.08.2014

Für die, die Mehr sehen wollten, konnte man nur die Mitnahme eines Fernglases empfehlen.
Der Weg beginnt am Infocenter in Hain und führt über die Heigenbrückener Straße bis zum Westportal des bestehenden Schwarzkopftunnels. Im Infocenter gibt es dazu ein Faltblatt mit einer Karte, auf der der Verlauf eingezeichnet ist.  

AK Kulturrundweg
Die Mitwanderer des Arbeitskreises zur Planung eines Kulturrundweges aus den Gemeinden Heigenbrücken und Laufach liefen am 19.03.2016 die etwa 11 km lange Strecke von Heigenbrücken nach Laufach ("von Bahnhof zu Bahnhof") und sannen über eine opitmale Wegführung nach dem Ende der Bauarbeiten der neuen Bahnstrecke. Dabei erläuterte detailreich der Bahnexperte Martin VOLGMANN vom Verein der Eisenbahnfreunde Kahlgrund e. V. die komplexen Einrichtungen der Bahn entlang der Strecke und den Ablauf des Schubbetriebs auf der Spessartrampe. Und die beiden Bürgermeister sannen über die Machbarkeit der Vorschläge.


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