Aktueller Fundbericht - Stand: 09.05.2013


 

Das Foto des Monats:

    Aktuelles Bild
Kalksinter im Wasserrohr DN 200(!),
herausgesägtes Stück einer Leitung aus Homburg -
siehe auch die Exkursion des Naturwissenschaftlichen Vereins Aschaffenburg,
Bildbreite 20 cm



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Auf dieser Seite werden die aktuellen Fundverhältnisse in den in Betrieb befindlichen Steinbrüchen des kristallinen Vorspessarts beschrieben, so wie sie der Autor Joachim Lorenz beim letzten Besuch vorgefunden hat:

Inzwischen hat sich ein Aprilwetter eingestellt. Die Temperaturen liegen jetzt bei frühsommerlichen Maxima am Tag mit 23 °C und in der Nacht mit 7° C. Da freut sich der Mineraliensammler. Das Sammeln ist derzeit uneingeschränkt möglich.

Bleiben Sie in jedem Fall fern von den bis zu 30 m hohen den Wänden der Steinbrüche - bei Regen, nach Frost mit Schnee und längerem Sonnenschein ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!

Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
 
 

Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Der Abbau steht auf der 7. Sohle:
aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolit von Sailauf (Hartkoppe)
Im Steinbruch wurde der Abbau wieder aufgenommen. Infolge des reichlichen Schlammes von der darüber liegenden Sohle und dessen Wasser ist das Gestein und seine Gänge kaum erkennbar. Ich sah etwas Calcit, Hämatit, Kutnahorit, Braunit, Rhodochrosit, Quarz, Illit und Spuren von Brandtit, aber völlig ohne sammlerische Bedeutung. Aber ich sah zwei größere Brocken mit schönen Xenolithen und ein Stück mit einem herausgefallenen Gneis-Xenolith von ca. 15 cm Größe.    

Achtung: Im Zuge des Abbaues werden auch Steine und Schotter vom Rehberg in der Hartkoppe gelagert, so dass man Mineralien von dort auch hier finden kann. Dies gilt insbesonder für die an den Wänden abgelegten Freisteine.
 

Der Steinbruch am Rehberg bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgte seit Frühjahr 2007 schneller, da in der Hartkoppe nur relativ wenig abgebaut wurde. Das stark alterierte Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt oder zur Anlage in der Hartkoppe gefahren.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.

aktuelles Foto des Steinbruches im Rhyolith vom Rehberg bei Sailauf
Es wurde auch 2013 wieder mit einer mobilen Anlage Gestein gebrochen, ohne dass es bis jetzt hier interessante, seltene Mineralisationen gibt. Ich sah keine interessanten Mineralien.
Leider scheint es hier keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen zu geben. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nur noch in Resten vorhanden und schwer erreichbar, da hier Aushub eingefüllt wird.
Die Achatfundstelle ist abgefahren worden, so dass man auch keine Achate mehr finden kann. 
 

Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf der 3. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
aktuelles Foto des Steinbruches im Diorit von Dörrmorsbach
Der Abbau wurde wieder begonnen, aber ich sah nur Reste von Haufwerken ohne Pegmatite oder andere Klüfte, so dass ich keine Proben mitnehmen konnte. Derzeit wird Gestein von der obersten Sohle abgebautm welches stellenweis bis auf die unterste Sohle fällt. Das Material ist teilweise verwittert und die seltenen Mineralien sind nicht frisch. 
In dem Grabstein- und sonstigen Gesteinsabfall finden sich immer wieder eindruckvolle Gesteine - meist bereits geschliffen und poliert.
 

Der kleine Steinbruch der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Abbau hat den alten Steinbruch fast gänzlich geleert, so dass ein neuer Steinbruch eingerichtet wurde. Hier waren infolge der geringen Abbautiefe bisher nur unbedeutende Funde möglich.
aktuelles Foto des Steinbruches im Zechstein-Dolomit von Feldkahl
Die Gesteinsgewinnung wurde wieder aufgenommen; der Hang gegen die Straße wurde gesichert. Im abgebauten Dolomit finden sich wieder weißer Baryt, dazu auch etwas Calcit in kleinen Kristallen, aber ohne weitere Mineralien. Die damit mineralisierten Partien sind dunkelbaun bis schwarz und färben stark ab. In dem Steinbruch bahnt sich das Freilegen einer Verwerfung mit einer Sprunghöhe von ca. 4 m an. 

Der Dolomit ist im Bereich der Mineralisation schwarz und tonreich - so dass die Kleider anschließend entsprechend gefärbt sein können. Da bisher nur die oberflächennahen Partien erschlossen sind, gab es nur sehr reichlich Residualtone, Stückchen von weißem Baryt und wenige Drusen mit Calcit.
Faszinierend war der 2009 aufgeschlossene Paläokarst unter dem Residualton, teils spitzkegelige Rippen aus Dolomit, und das Ganz noch mit Löss bedeckt, aber durch den Regen wieder verwaschen.
Bemerkenswert sind die vielen Golfbälle, die man hier finden kann.


 
Die ehemalige Autobahnbaustelle der A3 bei Waldaschaff:
Die Baustelle ist so weit fortgeschritten, dass seit 19.08.2011 die Fahrzeuge auf 2 Fahrspuren in Richtung Würzburg die neue Trasse und die neue Brücke befahren können. Am 22.12.2011 wurde die gesamte Strecke für den Verkehr frei gegeben. 

Die Untersuchungen zu den Mineralien sind noch nicht ganz abgeschlossen und werden später publiziert.
 
Autobahnbaustelle
Die neue Trasse im Bereich des Diorit-Komplexes bei Waldaschaff,
aufgenommen 05.02.2012. Die Parkplätze sind jetzt auch fertig; so dass
im Frühjahr 2013 der nächste Abschnitt nach Weibersbrunn begonnen wird.

Jetzt ist die Baustelle Geschichte. Darüber berichtet ein Beitrag in der Zeitschrift "Spessart" Heft 9/2012. 


Die neue Autobahnbaustelle der A3 zwischen Waldaschaff und Rohrbunn bei Weibersbrunn 

Baustelle Bischbrunn
Nach den Rodungen für den Abschnitt zwischen Waldaschaff und Rohrbunn
wurde die Baustelle eingerichtet und die Bauarbeiten haben begonnen. Aber
es wird hier nur den uniforme und mineralarme Buntsandstein abgebaut. 



Die hier vorgestellten Bilder sind Dokumente des letzten Besuchs. Infolge der Lage ist es oft nicht möglich die guten Fundchancen und gute Bilder gleichermaßen haben zu wollen bzw. zu machen. Für gute Funde muss man früh unterwegs sein, weil man sonst oft nur die Reste der Konkurrenz auflesen kann. Da die Steinbrüche oder Aufschlüsse oft erst am Nachmittag oder im Winter gar keine Sonne erhalten, kann man morgens oft keine guten Fotos schießen. So sind die Bilder ein Kompromiss und Zeitdokumente.


Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen sind, Naturschutzgebiet oder ~denkmal oder sind so nur historisch interessant.


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