Aktueller Bericht - Stand: 15.05.2022

 

Das Foto des Monats:

    Aktuelles Bild
  Nicht aus dem Spessart, aber trotzdem schön: Eisenkiesel-
Sternquarz aus Chella in Spanien - Slg. B. SCHNECKENBURGER,
Bildbreite 5 cm.
Eine der vielen Konkretionen, die bei uns in der Regel nicht so schön aussehen.
  

 



Auf dieser Seite werden die aktuellen Beobachtungen der im Betrieb befindlichen Steinbrüchen des kristallinen Vorspessarts beschrieben, so wie sie der Autor Joachim Lorenz beim letzten Besuch vorgefunden hat. Derzeit sind nur noch 3 Steinbrüche im Betrieb, so dass die Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind.

Jetzt haben wir ein normales Frühjahr. Tagsüber warm, wenn die Sonne scheint und nachts wieder kalt. Gegenwärtig spannt sich ein wolkenarmer Himmel über dem Spessart auf; wobei sich die Wetterprognosen doch von der wenig treffsicheren Seite zeigen. Der Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite, denn vieles blüht. Das ist die Zeit zum Wandern oder dem Besuch von Mineralienbörsen. Es gibt ja viele Kulturwege im Spessart.

Die seit dem 22.03.2020 verordneten bayerischen CORONA-Maßnahmen wurden bis auf Reste am Sonntag, den 03.04.2022 abgeschafft. Bei den einen kommt Freude auf, die anderen sehen Deutschland in den Abgrund fallen. 


Bleiben Sie in jedem Fall fern von den bis zu 30 m hohen den Wänden der Steinbrüche - bei Regen, nach Frost mit Schnee und längerem Sonnenschein ist immer mit herabfallenden Steinen zu rechnen!


Eine gefährliche Unsitte, das Herabschmeißen von Steinen an den Steinbruchwänden wird zunehmend beobachtet (dabei wird man an die Autobahnbrücken erinnert). Es gefährdet nicht nur die Besucher, sondern die kullernden Steine lösen auch weitere Steine aus der Wand, die dann abstürzen. Oder sie lockern Steine, die später fallen. Die auf den Fahrwegen liegenden Steine müssen dann von den Steinbruchbetreibern weggeschafft werden, das diese die Reifen der Fahrzeuge beschädigen können.
 
 

Der große Steinbruch im Rhyolith der Hartkoppe bei Sailauf:
Der wurde zum 31.12.2017 auf der 7. Sohle eingestellt:
aktuelles Foto des Steinbruches im
        Rhyolit von Sailauf (Hartkoppe)
Wie bekannt, findet seit 2018 kein Abbau mehr statt. Der Rückbau der Betriebseinrichtungen ist abgeschlossen, so dass es so aussieht, als sei da nie was gewesen; alle Gebäude und Einrichtungen sind weg. Da bekommt man schon feuchte Augen. Da der gesamte Steinbruch eingezäunt ist, kann man auch nicht mehr in den Steinbruch gehen, so dass es auch gar keine Fundmöglichkeiten mehr gibt. Wegen des Vogelschutzes (Turmfalke, Wanderfalke und Uhu) gibt es darüber hinaus noch ein Betreteungsverbot. Es ist auch nicht ratsam, in den Steinbruch zu gehen, da aus den Wänden durch den Regen und den Frost viele Steine fallen bzw. bereits gefallen sind, wie man oben in dem Foto sehen kann. Das ist lebensgefährlich, selbst mit Schutzhelm.
Und durch den Samenflug aus der Umgebung wachsen die Bäume. Da kein Wasser mehr abgepumpt wird, hat sich im Tiefsten cin See aus Regenwasser gebildet, der inzwischen die gesamte unterste Sohle überflutet hat. Die reichlichen Niederschläge und die geringe Verdunstung im Tiefsten haben dazu geführt, dass das Wasser weiter angestiegen ist.
Die Bermen sind natürlich begrünt.  

 

Der Steinbruch am Rehberg bei Sailauf:
In einem weiteren Rhyolith-Vorkommen am ca. 0,5 km von der Hartkoppe entfernten Rehberg wurde ein Steinbruch eingerichtet. Der Abbau erfolgt nur zeitweise. Das stark alterierte Gestein wird teilweise auch in einer mobilen Brecheranlage gebrochen und gesiebt.
Auch etwas weiter östlich ist an einem Schurf ein plattig absondernder Gneis aufgeschlossen.

aktuelles Foto des Steinbruches im
        Rhyolith vom Rehberg bei Sailauf
Wie zu erkennen ist, fand bis Ende 2021 ein Abbau statt und es liegen noch die Reste eines Haufwerkes am Bagger; man hat bereits begonnen, Teile des Steinbruchs zu verfüllen (rechts im Foto). Dann wird auch dieser Steinbruch als potentielle Fundstelle wegfallen.
Leider gibt es hier keine der für die Hartkoppe so typischen Gangmineralisationen, so dass die Fundmöglichkeiten sich auf wenige Mineralien wie Fluorit, Calcit oder Malachit beschränken. Die Zone mit dem Azurit und Malachit ist nur noch in Resten vorhanden und schwer erreichbar, da hier Aushub eingefüllt wird.
Die Achatfundstelle ist abgefahren worden, so dass man auch so gut wie keine Achate bzw. Lithophysen mehr finden kann. 
 

Der Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach:
Der Abbau erfolgt gegenwärtig besonders auf der 1. und 2. Sohle und geht langsam voran. Dabei werden auch größere Mengen an Verwitterungsgrus frei.
aktuelles Foto des Steinbruches im
        Diorit von Dörrmorsbach
Der Abbau ist an der Zufahrt des Bruches fortgesetzt worden. Infolge der locker liegenden Felsen ist das Begehen des Haufwerkes gefährlich. Ich sah ein großes Haufwerk mit ganz wenig Pegmatite und so gut wie keine mineralisierte Klüfte.   

 

Der kleine Steinbruch der Fa. HUFGARD bei Feldkahl:
Der Steinbuch ist in weiten Teilen bereits wieder verfüllt. Hier waren infolge der geringen Abbautiefe bisher nur unbedeutende Funde möglich.
aktuelles Foto des Steinbruches im
        Zechstein-Dolomit von Feldkahl
Die alte Zufahrt wurde abgetragen und es wird die Erweitungen gegen den Golfplatz fortgesetzt. Die früher so reichlichen Drusen mit Calcit kommen derzeit noch sporadisch vor. Ich sah etwas weißen Baryt und kleinere Drusen in einem manganreichen, weil schwarzen Dolomit mit weißlichem Calcit.
Bemerkenswert sind auch die seltenen Golfbälle, die man hier finden kann.  


Die hier vorgestellten Bilder sind Dokumente des letzten Besuchs. Infolge der Lage ist es oft nicht möglich die guten Fundchancen und gute Bilder gleichermaßen haben zu wollen bzw. zu machen. Für gute Funde in Steinbrüchen und Baustellen muss man früh unterwegs sein, weil man sonst oft nur die Reste der Konkurrenz auflesen kann. Da die Steinbrüche oder Aufschlüsse oft erst am Nachmittag oder im Winter gar keine Sonne erhalten, kann man morgens oft keine guten Fotos schießen. So sind die Bilder ein Kompromiss und Zeitdokumente.


Alle anderen Aufschlüsse weisen keine nennenswerten Veränderungen auf; meist weil sie aufgelassen sind, als Naturdenkmal geschützt oder sind so nur historisch interessant sind.


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