Koutekit, Uraninit, Allanit-(Ce/La), Thorit, Skapolith und weitere Mineralien aus dem STAHL'schen Steinbruch im Diorit bei Dörrmorsbach, Spessart

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main

Panoramabild des Steinbruches
Der kleine Steinbruch im Frühjahr 2003

Steinbruch Stahl 2014
Der Steinbruch am 19.04.2014

Der Steinbruch
Der ausgedehnte Steinbruch am  05.07.2015 bei schönem und trockenem Wetter


Die aktuellen Verhältnisse erfahren Sie, wenn Sie das Bild oben anklicken!



Zusammenfassung
Im Bereich des südlichen Teils des kristallinen Spessarts wird in dem einzigen noch im Abbau befindlichen und nach heutigen Verhältnissen relativ kleinen Steinbruch der Diorit zum Herstellen von Wasserbausteinen gewonnen. Innerhalb des Diorits finden sich dunkle Einschlüsse aus Biotit-Plagioklas-Schiefern, Quarz- und Pegmatit-Gänge und seltener jüngere Klüfte mit Epidot und Aktinolith mit bemerkenswerten Mineralien:
 
Lage
Im südlichen kristallinen Vorspessart ist massiger Diorit weit verbreitet. Das beschriebene Vorkommen liegt SE von Aschaffenburg im nordwestlichen Bayern, am Ortsrand von Dörrmorsbach, welches heute ein Teil der Gemeinde Haibach ist.
Der Dioritsteinbruch der Fa. STAHL, ("STAHL'scher Bruch") liegt südlich des Heinrichsberges bei Dörrmorsbach (Geologische Karte Blatt Nr. 6020 Haibach R 351701 H 553451, siehe Okrusch et al. 2011, S. 194, Aufschluss Nr. 83).
Vom Ortsausgang Richtung Gailbach/Haibach folgt man links der Straße zum Sportplatz, kommt vorbei an einem "Bildstock" und gelangt, die 1990 neugebaute Brecheranlage passierend, zum Bruch.
 

Auf den folgenden Seiten werden folgende Themen sehr ausführlich beschrieben:

Aktuelle Situation
Aufgrund des weiteren Abbaues ist mit neuen Funden zu rechnen. Der Abbau erfolgt relativ langsam, so daß mit interessanten Funden nur in größeren Zeitabständen zu rechnen ist. Sie sind sowieso nur mit sehr viel Ausdauer oder/und Glück zu tätigen. Ein schwerer Hammer ist sicher immer notwendig, da die meisten Mineralien auf den Klüften sitzen und nur mit schwerem Werkzeug zu bergen sind. Die meisten Stücke sind schon vom Sprengen geschädigt; dies gilt insbesondere für die im Gegensatz zu dem Diorit doch "weicheren" Pegmatite. Sie werden bei größerer Mächtigkeit oft mittig von einem dann mit einer dünnen Tonschicht gefüllten Riss durchzogen. Beiderseits sind die Mineralien verfärbt und oft angewittert.

Abbau mit Bagger und großem Block
Neben dem Bagger liegt ein etwa 50 t schwerer Diorit-Block (mit Mensch als Maßstab
rechts), der schön zeigt, dass es auch größere Bereiche ohne offene Klüfte gibt,
aufgenommen am 01.05.2005.

Der Besuch des Bruches ist nur nach Voranmeldung beim Besitzer (Fa. Stahl, Dörrmorsbacher Str. 4, 63808 Haibach, Herrn STAHL, Tel. 06021/60932) in Dörrmorsbach erlaubt - in der Regel nur außerhalb der Betriebszeiten. Zum Verkauf bestimmte Exemplare die sichtbar zur Seite gelegt werden, insbesondere die für die Gartengestaltung verwendeten Blöcke, dürfen nicht bearbeitet werden!

Schweres Werkzeug - Brechstange, Vorschlaghammer und stabile Meißel - sind unabdingbare Voraussetzung für gute Funde. Nicht gewinnbare Klüfte sollten nicht mutwillig zerstört werden, sondern denen überlassen werden, die sie bergen können.
 

Hinweis zur Sicherheit
Aufgrund der Abbauweise werden vorwiegend große Blöcke gewonnen, die nach dem Sprengen sehr lose an der Felswand als Haufwerk liegen - ein Herumklettern dazwischen kann sehr gefährlich sein! Festes Schuhwerk, Schutzhelm und Schutzhandschuhe sind unbedingt notwendig. Bei der Verwendung eines größeren Vorschlaghammers ist eine Schutzbrille zu tragen.
Tragen Sie durch vorbildliches, sicherheitsgerechtes Verhalten dazu bei, dass der Bruch Sammlern zukünftig noch offen steht!
 

Literatur
FRIMMEL, H. E., SCHEDEL, S. & BRÄTZ, H. (2014): Uraninite chemistry as forensic tool for provenance analysis.- Applied Geochemistry 48, p. 104–121, 13 fig., [Elsevier Ltd.] Amsterdam.
LORENZ, J. (1998a): Koutekit, Uraninit und weitere Mineralien vom Stahl´schen Dioritsteinbruch bei Dörrmorsbach im Spessart (Teil 1).- Mineralien-Welt 9, Heft 4/98, S. 55 - 63, [Bode Verlag] Haltern.
LORENZ, J. (1998b): Der Stahl´schen Dioritsteinbruch bei Dörrmorsbach, Spessart: Allanit-(Ce), Thorit, Skapolith und weitere Mineralien (Teil 2).- Mineralien-Welt 9, Heft 5/98, S. 36 - 45, [Bode Verlag] Haltern.
LORENZ, J. (1998c): Aus den Sammlungen unserer Mitglieder: Allanit-(Ce).- Aufschluss 49, Heft 5 September/Oktober 1998 Heidelberg.
LORENZ, J. (2001): Tujamunit, Pumpellyit, Scheelit und andere Neufunde aus dem STAHL´schen Steinbruch bei Dörrmorsbach im Spessart.- Mineralien-Welt 12, Heft 4 Juli-Aug., S.16 - 23, [Bode Verlag] Haltern.
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- s. S. 614ff, 789ff.
OKRUSCH, M. (1963): Bestandsaufnahme und Deutung dioritartiger Gesteine im südlichen Vorspessart. Ein Beitrag zum Dioritproblem.- Geologica Bavarica Nr. 51, 107 S., München.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart. 
PHILONEN, P. C., ROWE, R., POIRIER, G. & GRICE, J. D. (2014): Discreditiation of Thorogummit.- The Canadian Mineralogist Vol. 52, part 4, pp. 769 – 774, 1 fig., Mineralogical Association of Canada, Quebeck.
PRACEJUS, B. (2015): The Ore Minerals under the Microskope. An optical Guide.- Atlases in Geoscience 3, 1.098 p., sehr viele farb. Abb., [Elsevier] Amsterdam.
SIEBEL, W., ERGOLU, S., SHANG, C. K. & ROHRMÜLLER, J. (2012): Zircon geochronology, elemental and Sr-Nd-isotope geochemistry of two Variscan granitoids from the Odenwald-Spessart crystalline complex (mid-German crystalline rise).- Miner. Petrol., 105, 187 - 200, Berlin.
WEINELT, Wi. (1962): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25.000 Blatt Nr. 6021 Haibach. - 246 S., München.
 


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