Porphyre.
in allen Variationen und von überall.

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main



Porphyr Frankreich  
Markanter Porphyr aus Bourbach-le-Haut aus den französischen Vogesen.
Das sehr frische Gestein ist von Klüften durchzogen und weist stellenweise
auch runde Gasblasen auf,
angeschliffen und poliert
Bildbreite 10 cm.
 

Bingham Copper Mine
In einem porphyrischen Gestein (Quarz-Monzonit) sind kleine Erzteilen eingestreut
(Disseminated Porphyry Copper Ore), Bingham Copper Mine, Utah, USA, Es ist
einer der größten Tagebaue der Welt,
aufgenommen am 28.08.1994


 



Ähnliche und weitere Gesteine mit einem porphyrischen Gefüge,
porphyrische Gesteine sind in der Natur weit verbreitet
:
Poprhyr Inngletscher
Geröll eines tertiären Andesit-Porphyrits, ein
Leitgeschiebe des Inngletschers, welches von einem
abgetragenen Vorkommen des "Tauernfensters"
stammt. Gefunden von Herbert Klebl gefunden,
Bildbreite 13 cm,
Andesit-Porphy<rit
Geröll eines tertiären Andesit-Porphyrits vom
Inngletschers,   welches von einem abgetragenen
Vorkommen des "Tauernfensters" stammtaus der
Sammlung von Frau Hanne-Lore Wieczorek,
Bildbreite 12 cm.
Porphyr (Rhyolith)
Roters Porphyr-Geröll (Rhyolith), eingemauert in der
Wand der Burg in Sirmione am Gardasee in Oberitalien,
aufgenommen am 3.6.2012,
Bildbreite ca. 40 cm.
Porphyr-Pflastersstein
In der Magdeburger Altstadt um den Dom sind im
groben Pflaster aus Bernburger Sandstein und diversen
plutonischen Gesteinen auch Porpyhre verwandt
worden, z. B. solche aus dem Vorkommen von
Löbejün bei Halle,
Bildbreite ca. 20 cm.
Porphyrgeschiebe Osteestrand
Skandinavischer Rhyolith (Påskallavik-Porphyr) mit
einem porphyrischen Gefüge, Grundmasse mit cm-
großen Feldspat-Kristallen (teils zoniert) und kaum
erkennbaren grauen Quarzen (gesägt und lackiert).
Geschiebe von der deutsche Ostesseküste. Das
eigentliche Vorkommen liegt in Südschweden.
Sammlung M. Schuster, Schöllkrippen,
Bildbreite 13 cm..
Dalaporphyr
Dalaporphyr (Quarztrachyt) mit einem sehr hohen Alter
von 1.691 Millionen Jahren aus S. Sundsjön, N´Alvho,
Orsa Finnmark, Schweden,
Bildbreite 13 cm.
Quarzporpyhr Halle
Rhyolith (Quarzporphyr) aus dem Rotliegenden (unteres
Perm) von Schwerz bei Halle,
Bildbreite 12 cm.
Porphyr-Strandgeröll
Auch das ist ein Porphyr: Strandgeröll der Alzey-
Formation (Oligozän) aus einem gerundeten Rhyolith
("Quarz-Porphyr") mit einer aufgewachsenen Auster
der Art Pycnodonte callifera (LAMARCK 1819) aus
dem unteren Meeressand (Rupel-Stufe) bei Eckelsheim
(Sandgrube "An der Beller Kirche"), ehemals Sammlung
Volker Knörzer, Rhodt bei Edenkoben (Rheinland Pfalz),
Galerie Rhodter Schneck GbR,
Bildbreite 15 cm. 
Quarzporphyr Gross-Umstadt
Sehr unscheinbar und stark verwittert (kaolinisiert?) ist
der oberkarbonsiche Quarzporpyhr (Rhyolith) von
Groß-Umstadtim nördlichen Odenwald. Dabei ist das
Gestein sehr porös, relativ leicht und besitzt praktisch
keine Feldspäte mehr,
Bildbreite 13 cm.
Das Material wurde in einem großen Steinbruch südlich
von Groß-Umstadt im Steinerwald gewonnen und
insbesondere zu Bauzwecken verwandt.
Porphyr-Pflasterstein
Pflasterstein, vermutlich aus dem Quarz-Porphyr aus dem
Trentino in Italien,
angeschliffen und poliert (Bildbreite 14 cm). Bei
näherem Hinsehen erkennt man die farblosen bis
grauen Quarze, die teilweise alterierten Feldspäte und
untergeordnet die teils alterierten und von Hämatit
ersetzten bzw. durchsetzen Biotite.
Das Stück stammt aus einem Pflaster in Aschaffenburg.
Das farblich schöne Pflaster ist weit verbreitet und findet
sich beispielsweise auch in Amorbach und Weilbach.
Ein Teil ähnlich aussehender Gesteine von anderen
Lokalitäten (wie z. B. Argentinien) sind in unserem
Klima nicht stabil und zerfallen scheibenförmig zu
plattigen Stücken, auch wenn eine Belastung durch
Fahrzeuge fehlt. Dies lässt nich an vielen Stellen in der
Region beobachten.
Treppe aus Porphyr
Treppe vor einem Hauseingang, ausgelegt mit Platten
aus einem roten Porphyr, vermutlich aus Italien,
aufgenommen im oberen Kahlgrund am 02.09.2012.
Rhyolith von Groß-Umstadt
Das Gestein in dem östlich von Groß-Umstadt
liegenden, ebenfalls großen Steinbruch am Koßberg
ist ebenfalls ein Rhyolith, aber das Material ist so
feinkörnig (felsitisch), dass man es nicht als
"Quarzprophyr" bezeichnen kann, weil kein
porphyrisches Gefüge vorhanden ist! Es sollten
die Sedimente aus Glutwolken sein. Nach den
Hinweisschildern ist es 290 Ma alt,
Bildbreite ca. 40 cm
Porpfido antico rosso
Der farbliche und strukturelle Gegensatz: Der ebenfalls
berühmte Porfido rosso antico (auch porphyre rouge
antique
oder Imperiale Porphyr) aus den Steinbrüchen
der östlichen Wüste in Ägypten. Das hier gezeigte Stück
stammt aus aus einer archäologischen Grabung vom
Schössel bei Klingenmünster.
Bildbreite 4 cm
Quarzporphyr Sailauf
Der Quarzporphyr aus Sailauf im Spessart mit gut
erkennbaren Fließstrukturen und kleine Xenolithen
(links im Bild des geschliffenen Stückes),
Bildbreite 12 cm.
Quarzporphyr Sailauf Hartsteinwerk
Rothenfels Münster am Stein
Bei Bad Münster am Stein wird der Prallhang der Nahe
aus einem Quarzpoprhyr gebildet, dessen Felswand 200
m Höhe erreicht (NSG Rotenfels)
Quarzpoprhyr Traisen
Der gleiche rote Quarzporphyr (Rhyolith) ist 1 km weiter
nordwestlich durch einen Steinbruch aufgeschlossen. Das
Gestein ist vor ca. 280 Millionen Jahren erstarrt,
Bildbreite 12 cm
Quarzpoprhyr Marokko
Strandgeröll eines braunen Quarzporphyrs mit
rhyolithischer Zusammensetzung mit rötlichen Feldspäten
und grauen Quarzen, von Sidi Jfni, ca. 160 km
südwestlich von Agadir, Marokko, gefunden 2012 von
Ingrid WANEZEK,
Bildbreite 8 cm
Maingeröll aus Quarzporphyr
Maingeröll eines Quarzporphyrs unbekannter Herkunft,
gefunden am 31.05.1971 in der Kiesgrube der Fa.
Schultz zwischen Kleinostheim und Dettingen,
Bildbreite 12 cm
Porphyr Fischbach
Blasenreiches, vulkanisches Gestein mit bis zu 1 cm
großen Feldspatkristallen gefunden am Watzwiesenberg,
NW von Fischbach bei Idar-Oberstein,
Bildbreite 12 cm
Porphyr aus Indien
Dieser Porphyr kommt aus Südindien (bei Mysore,
Karnataka) und wird dort in sehr bedeutendem Umfang
zu Platten für die Bauwirtschaft verarbeitet,
Bildbreite 8 cm
Porphyr aus Indien
Ein Rohstein des gleichen Gesteins,
Bildbreite 10 cm
Porphyr Vogesen
Poprhyr Bourbach
Der bekannte Poprhyr vom Bourbach-le-Haut in den
südlichen Vogesen bei Masevaux. Der Stein ist
Bestandteil einer Einfriedigung eines Hauses (Route
Joffre), das untere Foto zeigt einen ca. 40 breiten
Ausschnitt.
Poprhyrmann
Der Porphyrmann aus den Quarzporphyrgeröllen
Südtirols, gesehen zwischen den Messe-Hallen A5
und A6 am auf den Mineralientagen in München
am 26.10.2013 
Porphyr Teide Kanaren
Porphyrisch ausgebildete, phonolithische Lava mit großen
Plagioklas-Tafeln, Teide, Teneriffa, Kanaren,
aufgenommen am 09.04.2011
Porphyr Bourbach-le-Haut
Geschliffen und poliert: Porphyr aus Bourbach-le-Haut
aus den französischen Vogesen. Das sehr frische Gestein
ist von Klüften durchzogen und weist stellenweise auch
bis zu 1 cm große, runde Gasblasen auf,
Bildbreite 12 cm
Porphyr aus Ägypten
Porphyr aus dem Wadi Towat in der Ostwüste, südöstlich
von den Steinbrüchen des Mons Porphyrites,
Bildbreite 7 cm
Porphyr aus China
Vulkanisches Gestein mit einem porphyrischen Gefüge,
angeboten als Heilstein unter dem Namen "Blütenporphyr"
oder "Porphyrit" mit einem Fundort "China" oder
"Australien", getrommelt
Bildbreite 45 mm
Geschiebe aus Dänemark
Geschiebe aus Thorsminde in Dänemark, alles Porphyre
aus den Kristallingebieten Skandinaviens,
teils geschliffen und poliert,
Sammlung von Ingo Hartlieb, Limburgerhof
Bildbreite ca. 35 cm
Straßenschotter Hurgada
Geschliffener Straßenschotter aus Ägypten, gefunden in
Hurgada. Der Steinbruch, wo der Schotter produziert
wird, ist nicht bekannt,
Bildbreite 5 cm
Quarzprophyr
Glimmerreicher Ryholith aus dem Rotliegenden mit einem
porphyrischen Gefüge ("Glimmerporphyr"),
Bildbreite 16 cm
Ilfelder Becken bei Ilfeld, Harz
Porphyry Copper Ore
Quarz-Monzonit mit einem porphyrischen Gefüge und
kaum sichtbaren Einschlüssen aus Chalkopyrit ("Porphyry
Copper Ore") aus der Bingham Copper Mine, Utah,
USA, einem der größten Kupferbergwerke der Welt,
Bildbreite 9 cm
Quarzporphyr
Der rhyolitischer Quarzporphyr aus einer rotbraunen
Grundmasse mit bis zu 8 mm großen, rötlichen Feldspat-
Kristallen, grauen Quarz-Kristallen und alterierten
schwarzen Pyroxen-Körnern, teils mit Hämatit
durchsetzt, angeschliffen und poliertes Stück aus der
Ostwüste in Ägypten
Bildbreite 8 cm.
Porphyr Brandberg
Vulkanisches Gestein mit vermutlich andesitischer Zusam-
mensetzung und porphyrischer Struktur. Gefunden von
Familie HILLERT in der Nähe des Brandberges in
Namibia,
Bildbreite 8 cm
Porphyr aus Australien
Etwa 35 cm großes, gesägtes Stück eines porphyrischen
Gesteins aus Australien, leider ohne nähere Bezeichnung
des Fundortes. Gesehen am Stand von Serge
LAUMONIER auf der Mineralienbörse von Sainte-Marie
aus-Mines in den Vogesen,
aufgenommen am 23.06.2016
Porphyrpflaster in Venedig
Typisches Straßenpflaster in Venedig (ca. 50 x 20 cm)
aus einem Gestein mit porphyrischer Struktur, zur
Kontrastverbesserung mit Wasser genässt,
aufgenommen am 25.06.2016
Porphyr aus Russland
Russischer Porphyr, der bei näherem Hinsehen völlig
alteriert ist, so dass von den Feldspäten nur die Form
und in der Grundmasse neben Chlorit und Epidot noch
Hämatit sichtbar ist,
angeschliffen und poliert
Bildbreite 8 cm
Porphyr
Alteriertes Gestein mit einer porphyrischen Struktur. Es
fallen insbesondere die zonierten Feldspäte ins Auge und
der hohe Anteil an schwarzen Amphibol-Kristallen in der
Grundmasse. Die Herkunft des Gesteins ist nicht bekannt,
angeschliffen und poliert,
Bildbreite 7 cm
grüner Poprhyr aus Griechenland
Der grüne Porphyr aus Krokees bei Sparta auf dem
griechischen Pelleponnes war zu römiischer Zeit und
im Hochmittelalter sehr begehrt und ist auch als
Porfido verde antico bekannt,
angeschliffen und poliert
Bildbreite 11 cm
Phonolith Kleinostheim
Phonolith mit großen Sanidin-Kristallen, die eine
porphyrischen Struktur aus der Rückersbacher Schlucht
bei Kleinostheim,
angeschliffen und poliert
Bildbreite 12 cm
Rhombenporphyr Norwegen
Der berühmte Rhombenporphyr aus dem Gebiet von
Oslo* in Norwegen aus der Produktion der Fa. Dr. F.
KRANTZ in Bonn für Gesteinssammlungen,
Bildbreite 9 cm
*bis 1924 hieß Oslo Christiania
Das Gestein hat ein karbonisches Alter und bildet eine
Masse von  etwa 1.000 km³ bei einer Fläche von ca.
10.000 km². Das Gestein ist selten und kommt sonst
nur im ostafrikanischen Riftvalley und in de Antarktis
vor.
Rhombenporphyr
Rhombenporphyr von Westfold, Norwegen. Das
Gestein ist leicht angewittert (besonders um unteren
Drittel) und so sind die Feldspäte teilweise in Kaolinit
umgewandelt und von Erzkörnchendurchstäubt; dabei
ist die Zonierung partiell erhalten geblieben,
angeschliffen und poliert,
Bildbreite 6 cm

Shonkinit Katzenbuckel
Na-Shonikinit mit einem porphyrischen Gefüge vom
Katzenbuckel im südlichen Odenwald. Man beachte
die großen Nephelin-Kristalle in der Grundmasse,
Slg. Martin SCHUSTER,
Bildbreite 11 cm
Porphyr Korsika
Quarz-Porphyr (Rhyolith) als Geröll aus Korsika
Bildbreite 13 cm
Porphyr St.-Marie-aux-Mines
Granitisches Gestein mit einem porphyrischen Gefüge
durch Sprossung von Feldspat-Kristallen in den
Säulen des Kriegerdenkmals (1. Weltkrieg) in dem
Bergbauort St.-Marie-aus-Mines, Vogesen,
Frankreich; aufgenommen am 24.06.2017
Bildbreite ca. 30 cm
 



Und noch mehr sehr schöne geschliffene Porphyre finden Sie auf der französischen Internetseite von Le Comptoir des Pierres Dures in Paris.
 

Le Comptoir Pierres Dures
Der Börsenstand des "Geschäftes der Harten Steine" von Serge Laumonier
auf der Mineralien-Börse von St.-Marie-aux-Mines in den Vogesen (Stand
LCH 25 in der Zone Mineral (ZM) vor dem Lycee (Schule)) am 27.06.2014
mit einem bunten Reigen ornamentaler Gesteine.  




Quarzporphyr
aus Südtirol: Montiggler Porphyr


Rhyolithfelsen Quarzporphyr
Die Rhyolith-Felsen mit den etwa 250 m hohen Felswänden (Pfattener Wände) des bis zu 690 m hohen Mitterbergs über der Etsch an der Gemeinde Pfatten (230 m) in Südtirol,
aufgenommen am 29.06.2016

Der Mitterberg ist ein markanter Höhenrücken im Etschtal der Südalpen südlich von Bozen, der aufgrund seiner Härte unter dem eiszeitlichen Gletscher des Etschtals erhalten blieb. Die Ostseite ist als ca. 250 m hohe Felswand über den ausgedehnten Obstplantagen ausgebildet, wie man bei der Fahrt auf der Autobahn A22 vom Brenner nach Oberitalien sehr schön sehen kann. Das Gestein sondert hier plattig ab und bildet so die gestriemten Felsflächen. Petrographisch ist es ein saurer Vulkanit, den man aufgrund der Struktur (bis zu 7 mm große Feldspäte als Sanidin (Alkalifeldspat) und Plagioklas, Quarze und alterierter Biotit in einer mikrokristallinen und teils entglasten Grundmasse) als Quarz-Porphyr bezeichnet. Die internationale Bezeichnung für dieses Gestein ist Rhyolith. Es hat etwa eine granitische Zusammensetzung (siehe chemische Analyse unten) und wäre die gesamte Schmelze auskristallisiert, so läge ein Granit vor. Aufgrund des geringen Verwitterungsgrades ist der Fels als sehr hart und äußerst beständig anzusehen.

Die sauren Vulkanite gehören zur Etschtaler Vulkanit-Gruppe (früher Bozener Quarzpoprhyr genannt); sie erreicht eine Mächtigkeit von bis zu 3 km bei einer flächigen Ausdehung von über 4.000 km²! Das Erstarrungsalter erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa 285 bis 275 Ma, von N nach S jünger werdend. Ein Teil der geförderten Produkte werden als Ignimbrite interpretiert. Es ist nach der sächsischen Vulkanprovinz das zweitgrößte Vorkommen saurer Vulkanite in Europa. 


Montiggler Porphyr
Der Steinbruch im Montiggler Porphyr mit der gut sichtbaren plattigen Absonderung,
aufgenommen am 24.06.2016

Auf dem Mitterberg östlich des Montiggler Sees wurde vor ca. 70 Jahren ein Steinbruch angelegt, in dem der Porphyr abgebaut wird (Montiggler Porphyr GmbH - Srl). Der nach heutigen Maßstäben kleine Steinbruch ist von einer mit ca. 45° einfallenden Störung durchzogen, die zu stellenweise bogenförmig gekrümmten Porphyrplatten überleitet. Entlang der Klüfte kam es zum Eindringen hydrothermaler Lösungen (Fluide). Diese verursachten eine symmetrische Rotfärbung von 2 bis 3 cm beiderseits der Klüfte durch die Bildung eines feinstschuppigem Hämatit-Pigments. Bis zu 15 cm große Xenolithe aus felsitischen und granitischen Gesteinen sind sporadisch zu sehen und wurden mit gefärbt. All diese Erscheinungen werden von jüngeren Klüften durchschnitten, die in dem Steinbruchgelände meist mit weißem Calcit gefüllt sind.
In der weiteren Umgebung gab es einen Bergbau auf gering mächtige Blei-Zink-Erze, wie z. B. bei Nals. Einige Bergwerke bauten auf Fluorit als Gangfüllungen; das letzte dieser Art schloss erst 1996. 

Aus dem Gebiet von Montiggl sind auch seltene Mineralien
bekannt:
Dawsonit aus Montiggl
Nadelförmige, weiße Dawsonit-Kristalle (
NaAl[(OH)2|CO3]) auf Quarz.
Dieses seltene Mineral krisallisiert in den Klüften des Porphyrs aus.
Das Stück wurde um 1970 für 35 DM erworben,
Bildbreite 3 cm.

 


Montiggler Quarzporphyr Kluft im Rhyolith
Links: Typischer Montiggler Porphyr mit den gut sichtbaren Verfärbungen hydrothermalen Ursprungs in einer geflammten Platte (Länge des Geologenhammers 31 cm),
rechts eine geschliffene und polierte Platte mit einer nicht trennenden Kluft, von der aus beiderseits die Infiltration der Eisenoxide in das Gestein erfolgte,
aufgenommen am 24.06.2016

Montiggler Quarz-Poprhyr
Nahaufnahme des bruchrauhen Gesteins mit den relativ großen Einsprenglingen
aus grauem Quarz, weißen Plagioklasen, rötlichen Kalifeldspäten (Sanidin?)
und wenigen Biotit-Plättchen; Erzkörnchen sind sehr selten im Bruch zu sehen,
Bildbreite 8 cm


Quarzporphyr LPL Quarzporphyr gekreuzte Polarisatoren
Der Quarzporphyr von Motiggl unter dem Polarisationsmikroskop:
Der große Quarz zeigt typische Korrosionsbuchten, Suturen und Flüssigkeitseinschlüsse. Die Kalifeldspäte waren wohl einst Sanidine, die teilweise eine Mikroklin-Perthit-Entmischung zeigen, die aber auch hydrothermal überprägt ist, so dass man ein feinkörniges Gemenge von Sichtsilkaten sieht. In den Biotit-Blättchen sind reichlich kleinen Eisenoxid-Kristalle eingewachsen. An Akzessiorien tritt winzige Zirkon-Kristalle und Monazit-Körnchen auf; letztere weisen einen dunklen Bestrahlungshof auf. In den wenigen und ebenfalls stark altierten Plagioklasen gibt es Neubildungen von Epidot. Die sehr feinkörnige Grundmasse führt neben dem Quarz wenig Erz und es lassen sich Fließstrukturen ausmachen. Das gesamte Gestein ist von dünnen Rissen durchzogen, die mit Eisenoxid gefüllt sind. Fremdeinschlüsse aus einem Quarz-reichen Gestein sind zu sehen. Ehemalige Poren sind mit Sichtsilkaten ausgefüllt. 
Bildbreite 5 mm, links LPL, rechts #PL

Aus dem Stein (Spaltporphyr) werden Abfallbehälter, Bodenplatten, Brunnen, Fensterbänke, Grabsteine, Küchenarbeitsplatten, Mauersteine. Monolithe, Randsteine, Sitzgruppen, Stufen und weitere Produkte wie Pflastersteine, Gedenksteine usw. hergestellt. Die Verarbeitung erfolgt unmittelbar am Steinbruch. Der Montiggler Porphyr ist mit seinen granitähnlichen Eigenschaften im Gegensatz zu anderen Quarzporphyren sehr frost- und tausalzbeständig, so dass man ihn nahezu unbegrenzt im Freien einsetzen kann.

Das rhyolitische Gestein fällt im TAS-Diagramm recht genau an die Grenze zwischen dem Dacit und dem Rhyolith.
Hauptbestandteile: Gehalt in Gew.-%:
SiO2 73,4
Al2O3 13,2
Fe2O3   1,24
MnO   0,04
MgO   0,35
CaO   1,54
Na2O   2,22
K2O   5,66
TiO2   0,25
P2O5   0,06
LOI
  2,0
Spurenelemente: Anteil in ppm:
As
     5
Ba 386
Ce    80
Co    <5
Cr    <5
Cu  <15
Ga    16
La    39
Mo
 <10
Nb    12
Ni     5
Pb   20
Rb 205
Sc     6
Sr   53
Th   15
U <10
V   14
Y   31
Zn   19
Zr 158
RF-Gesamtgesteinsanalyse einer Probe aus dem Steinbruch
von Montiggl an einer Schmelztablette  






Kunstwerke unter Verwendung von Porphyren:


Louvre, Paris, Frankreich
Louvre Paris
In den Museen des Louvre in Paris werden auf über 60.000 m² ca. 380.000 Werke aufbewahrt. Davon sind schätzungsweise 100 aus dem roten agyptischen Porphyr, dem imperialen Gestein Porfido rosso antico. Wenn man die Wartezeit in den langen Schlangen am Sicherheitscheck und den Kassen auf sich nimmt, kann man großartige Kunstwerle bewundern. Besonders beeindruckend sind die Werke aus dem roten Pophyr, der im kaiserlichen Rom eine besondere Bedeutung inne hatte.
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen fehlt jedoch dort der grüne Porfido verde antico (d. h. in dem Buch "Porpyhre" vom Louvre 2003 ist keiner angeführt oder ein Bild abgedruckt und wir sahen beim eintägigen Besuch auch kein Stück davon).
Interessant waren auch die Steingefäße ("stone vases") aus Ägypten. Auch diese wurden, wenn auch selten, aus Gesteinen mit porphyrischer Gefüge gefertigt. Davon sind im Louvre zahlreiche Exemplare ausgestellt.
Stone vase
Steinvase
(stonevase) aus der Nagada II Periode (3.500 - 3.100 v. Chr.), ebenfalls
hergestellt aus einem porphyrischen Gestein,
aufgenommen am 18.07.2012
Steingefäß    
Steingefäß,
hergestellt aus einem Gestein mit porphyrischem Gefüge, gefunden in Ägypten,
aber ausgestellt ohne Hinweis auf Alter und Fundort.
Vermutlich stammt dieses und ähnliche Steingefäße in der nicht beschrifteten
Vitrine der ägyptischen Abteilung aus dem 1.- 4. Jahrtausend vor. Chr. Es ist
sehr schwert vorstellbar, welch handwerkliches Können aufgwandt werden
muss, um so ein Gefäß aus Stein herstellen zu können, 
aufgenommen am 18.07.2012.  


London, Großbritannien
British Museum
 
Steingefäß
In der ägyptischen Abteilung (Raum 64 im 1. OG) steht ein kreisrundes rundes Steingefäß (ca. 60 cm Durchmesser bei ca. 20 cm Höhe, großer Öffnung und einem fast kreisförmigen Bauch) und zwei breite Ösen für eine Aufhängung aus einem fast schwarzen, andesitischen Porphyr mit unglaublichen, bis zu 5 cm großen, weißen Feldspat-Kristallen, die in dem fast schwarzen Gestein durch den Kontrast dominant hervortreten. Trotz eines Einsatzes aus klarem Kunststoff kann man in dem großen Gefäß sehr gut sehen, dass das Innere ausgedreht und auch Innen poliert ist, so dass man eine Wandstärke von ca. 2 - 4 cm abschätzen kann. Das Gefäß wurde in der 1. oder 2. Dynastie hergestellt.
In einer Vitrine stehen weitere, sehr unterschiedlich geformte Steingefäße, darunter 4 Gefäße aus dem gleichen dunklen Porphyr mit den weißen, cm-großen Feldspäten - wie eine sehr ähnliche Vase im Louvre in Paris. In einer anderen Vitrine steht ein etwa 30 cm großer Frosch aus dem gleichen Material.
Es ist erstaunlich, dass die genaue Herkunft des sehr eindruckvollen Gesteins nicht bekannt ist (siehe ASTON, HARELL & SHAW p. 49 in NICHELSON & SHAW 2009). 



Mineralienbörse in St.-Marie-aux-Mines 2012, Frankreich:
Stand in St-Marie-aux-Mines  
Wenn ich in der Vergangenheit vergeblich nach dem ägyptischen Porphyr suchte und kein Stück des imperialen Materials bei einem Händler fand, war ich doch sehr überrascht, dass von einem römischen Steinschleifer (Sassodoro, Claudio Di Tunna) solches Material in größeren Mengen angeboten wurde. Dazu wurden zahlreiche weitere ornamentale Gesteine (Marmi) in Platten, Kugel, Schalen und fertigen Mosaiken  feil geboten. Die Platten des roten Porphyrs waren nur gesägt. Die Preise lagen bei kleinen Platten bei ca. 50 €, Randstücke mit den Spuren antiker Bearbeitung zwischen 150 und 1.500 € (etwa 0,1 €/g), eine großes Stück mit zwei Keilspuren wurde für 2.000 € angeboten. Kugeln bis zu ca. 15 cm Durchmesser kosten 600 €. Die klassischen Mosaiken waren unerschwinglich; dies ist sicher auch verständlich, wenn man weiß welche Arbeit in so einem Teil steckt. Weiter gab es Bücher, kleine Obelisken und Vasen mit Deckel, die aus dem roten Porphyr angefertigt worden sind.
Mosaik  Porphyr-Platten
Bilder vom Börsenstand, aufgenommen am 22.06.2012.
Die Schale auf dem Mosaik besteht aus dem schwarzen Porfido nero - ebenfalls aus Ägypten. 




Literatur: 
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DEER, J. (1959): The Dynastic Porphyry Tombs of the Norman Period in Sicily.- Dumbarton Oaks Studies „V“, 188 S., dazu 33 unpaginierte Seiten Tafeln mit 220 SW-Abb., [Harvard University Press] Cambrindge, Mass.

DELBRUECK, R. (1932): Antike Porphyrwerke.- Studien zur spätantiken Kunstegschichte Band 6, mit 122 Textabb., 245 S., 112 unpag. Tafeln, im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts, [Verlag Walter de Gruyter] Berlin – unveränderter Nachdruck von L´ERMA di Bretschneider 2007.
DELESSE, A. (1852): Untersuchungen über den rothen Porphyr der Alten und über den rothen egyptischen Syenit.- In´s Deutsche übertragen von G. Leonhard, 32 S., 1 colorierte Tafel im Stahlstich, [J. B. Müller Verlagshandlung] Stuttgart.
DEL BUFALO, D. (2013): Porphyry. Red Imperial Porpyhry Power and Religion. Rosso Imperiale Potere e Religione.- 300 p., sehr viele farb. Abb., [Umberto Allemandi & C.] Turin.

EBERT-SCHIFFERER, S. (1996): Hessisches Landesmuseum Darmstadt.- 128 S., zahlreiche farb. Abb., [Fondation Paribas] ohne Ort.
FEES, I. [Hrsg.] 2005: Die Höfe - dein Denkmal. Zur karolingischen Burg und salischen Königspfalz bei Dreihausen.- 118 S., zahlreiche SW-Abb., Zeichungen, Arbeitskreis Dorfgeschichte Dreihausen, [Druckhaus Marburg] Marburg.
FRATTARI, A. & STENICO, F. (2001): Porphyr. Architektur und Technik.- zahlreiche farb. Abb., technische Zeichnungen und Skizzen, [gruppo editoriale faenza editrice s.p.a.] Faenza RA (Italien).
GRANT, L. & MORTIMER, R. [eds.] (2002): Westminster Abbey. The Cosmati Pavements.- Courtauld Research Paper No. 3, 141 p., 42 figs., 1 Plan/Foto ausklappbar, [Ashgate Publishing Ldt.] Alderhot. 

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JACOBSHAGEN, V. [Hrsg.] (1986): Geologie von Griechenland.- Beiträge zur Regionalen Geologie der Erde Band 19, 363 S., 112 Abb (davon 2 mehrfach gefaltet in Umschlagtasche), [Verlag Gebrüder Borntraeger] Berlin – Stuttgart.
JENSCH, J.-F. (2013): Bestimmungspraxis Rhombenporphyre.- Der Geschiebesammler 46, Heft 2-3, S. 47 - 103, 35 Abb., 3 Tab., 18 Tafeln, 1 Karte, [Dr. Frank Rudolf Verlag] Wankendorf.
KLEMM, R. & KLEMM, D. D. (1993): Steine und Steinbrüche im alten Ägypten. 465 S., 484 Abb., 16 Farbtafeln mit 96 Einzeldarstellungen, [Springer-Verlag] Berlin.
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