Porfido verde antico
das markante, grüne Gestein (andesitischer Porphyr)
aus Krokees bei Sparta
in Lakonien auf dem Peleponnes
in Griechenland.

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main


Porfiro verde antico grüner Porphyr aus Griechenland    
Das markante Gestein von der Fundstelle bei Krokees in Lakonien (Süd-Peleponnes) bei Sparta in Griechenland,
links gefunden 1973, Bildbreite 9 cm, rechts Bildbreite 11 cm.


lapis lacedaemonius
Eine Scheibe des  
lapis lacedaemonius  
aus der Gegend von Krokees, angeschliffen und poliert, gefunden 2011, Bildbreite 18 cm.



Das ornamentale Material wird im Schrifttum als lakonischer Porfido verde antico bezeichnet. Infolge der jahrtausendlangen Verwendung in ganz Europa gibt es dafür eine große Anzahl an synonymen Namen und Bezeichnungen
  • Krokeischer Stein
  • Lapis croceus
  • Lapis spartanus
  • Grüner Porphyr
  • Lakonischer Porphyr
  • Andesitischer Porphyr
  • Porfido serpentino verde
  • Aphanitporphyr
  • Lapis lacedaemonius 
  • Porfido verde di Grecia 
  • ....



grüner Poprhyr
Als "Aphanitporphyr" ist das geschliffene Gestein in SCHUBERT´s
Naturgeschichte von 1888 in der 3. Abt. 1. Teil Mineralogie auf
Tafel 8 als Fig. 6 farbig abgebildet.


Das grüne bis grünliche Gestein mit einer andesitischen Zusammensetzung besteht aus einer sehr feinkörnigen Grundmasse, in der cm-große Feldspatleisten eingeschlossen sind. Diese Feldspäte sind weitgehend alteriert, so dass man nur noch sagen kann, dass es sich einst um Plagioklase gehandelt hat. Weiter erkennt man bei näherem Hinsehen in der Grundmasse Ansammlungen von Quarz, Augit und auch etwas Pyrit. Die grüne Farbe ist eine Folge der Mineralien Epidot und Chlorit, die in der Grundmasse in Farbe und Härte bestimmernder Menge vorhanden sind.
Das Alter des Gesteins konnte bisher nicht radiometrisch datiert werden, weil vom ursprünglichen Mineralbestand nur wenige Mineralien unverändert vorhanden sind, so dass eine konventionelle Datierung ein zu junges Alter liefern würde.

Dieser grüne "Porphyr" wurde von den Griechen abgebaut und in minoischer Zeit bis nach Kreta verfrachtet. Im Umfeld des Palastes von Knossor sind Rohsteine bei Ausgrabungen gefunden worden.
Von Plinius dem Älteren wurde der attraktive Stein als "lapis lacedaemonius"
beschrieben (in Griechenland wird er heute als Krokeatis bezeichnet). Im klassischen Griechenland wurde das Material wohl nicht mehr verwandt.
Es war dann erst wieder in römischer Zeit sehr begehrt und wurde im gesamten römischen Reich als ornamentaler Stein verwandt (oft zusammen mit einem "roten Porphyr" aus Ägypten).
Mit dem Untergang des römischen Reiches wurde auch die Gesteinsgewinnung eingestellt. Wann dies erfolgt ist weder durch Schriftstücke noch durch Spuren im Gelände belegt. Vermutlich fand im Mittelalter keine weitere Werksteingewinnung an den Vorkommen bei Krokea in Lakonien (Griechenland) statt, so dass auch keine weiteren Massen in den europäischen Raum geliefert wurden.
Die christlichen Kirchen übernahmen den Gestein und erhoben ihn zu einem sehr symbolbeladenen Stein mit der höchsten Wertschätzung. Wohl auch, weil die reichlich eingewachsenen Feldspatkristalle je nach Schnittlage kreuzförmig verwachsen sein können. Dabei griff man auf die römischen Steine in den Wüstungen und Ruinen (Spolien) zurück und verarbeitete diese Reste zu kirchlichen Gegeständen, wie beispielsweise frühmittelalterliche Tragaltäre, aber auch Mosaiken, Platten, Säulen, ....
Auch heute gibt es keine Werksteingewinnung und -verwendung mehr.

Aus dem 19. Jahrhundert sind einzelne Gegenstände bekannt geworden, die bei Christie´s versteigert wurden. So wurde 1995 eine ca. 8 cm große Schnupftabakdose (3.500 €) und 2004 zwei Vasen von ca. 50 cm Höhe (10.000 €) versteigert.

Lediglich "Blütenporphyr" wird das oder ein ähnliches Material (früher auch als
"Chrysanthemenstein") im Heilsteingewerbe verschlieffen.

Trommelstein Porphyr
Inzwischen gibt es das Gestein auch als Trommelstein,
gesehen auf den Münchner Mineralientagen 2012
am Stand (A6.143) des Achatspezialisten Peter
Jeckel (Achatwelt) aus Worms.


Einzelne Goldschmiede verarbeiten das exotische Gestein zu Schmuck (siehe unten).  


Nach den Ausführungen Einheimischer ist das gesamte Verbreitungsgebiet des grünen Porphyrs inzwischen gesetzlich geschützt worden und darf nicht verändert werden. Damit sei auch jegliche Entnahme von Gesteinsproben verboten. Es gibt aber vor Ort keine Schilder und Hinweise, die auf diesen Umstand verweisen.
Es macht auch keinen Sinn, denn die Gesteins-Vorkommen sind so umfangreich, dass man ganz im Gegenteil, eigentlich eine Gewinnung und Vermarktung zugunsten der hier lebenden Bevölkerung empfehlen muss. Dazu muss weder ein Felsen noch einer den Steinbrüche aktiviert werden, denn in den natürlichen Hangschuttmassen der Terrassen und der Straßenböschungen ist für Jahrzehnte ausreichend Gestein vorhanden. Dieser Formenschatz im Gelände ist sicher nicht römisch und somit auch nicht erhaltungswürdig.




Die Ruine auf dem Gotthardsberg bei Amorbach/Weilbach
Kirche Gotthardsberg  Ausgrabung Gotthardsberg
Links: Die gotische Kirche mit dem romanischen Kern und einem Turm (der jetzt als Aussichtsturm begangen werden kann - Taschenlampe nicht vergessen -
mit einer herrlichen Aussicht auf Amorbach und Weilbach), genau auf der Gemarkunsgrenze zwischen Amorbach und Weilbach auf dem markanten
Gotthardsberg aus dem Sandstein der nahen Anhöhe gebaut.
Rechts: Ein Teil des ausgegrabenen Areals aus Gebäudegrundmauern, Kellern mit Gewölbe und Straßenpflaster, ebenfalls ausschließlich aus Sandstein
errichtet und teilweise in den anstehenden Fels eintieft. Hier befindet sich die Fundstelle des Porphyrstückchens. Der Kalkmörtel zeigt teilweise noch die
Spuren des händischen Verstreichens auf den Sandsteinen,
aufgenommen am 07.09.2011.

Die heutige Runine besteht aus einem Kloster, welches einst aus einer salischen Burg hervorging. Die Erbauer sind vermutlich die Herren von Dürn, die auf der südlich gelegenen Wildenburg im Odenwald residierten (dort war nach Wolfram von Eschenbach (*1160/80
1220) die mystische Gralsburg im Versroman Parzival).

Ein solches, bearbeitetes Gesteinsstück aus dem kirchlichen Umfeld des Mittelalters wurde bei einer archäologischen Grabung des Archäologischen Spessartprojekts von Harald Rosmanitz und Christine Reichert 2010 auf dem Gotthardsberg zwischen Amorbach und Weilbach im Grenzgebiet zwischen Spessart und Odenwald gefunden.
Porphyr Amorbach Weilbach
Das kleine Stück des Porfido verde antico aus der Grabung vom Gotthardsberg
auf der Gemarkungsgrenze zwischen Weilbach und Amorbach,
Bildbreite ca. 5 cm.


Die petrographischen Untersuchungen konnten die Herkunft aus Griechenland sicher belegen. Funde von Bruchstücken solcher Gesteinsplatten mittelalterlicher Tragaltäre sind aus vielen, bedeutenden Kirchen- und Klosterorten bekannt und belegen die Bedeutung des Gotthardsbergs zwischen Amorbach und Weilbach. 

Titelseite
Die dabei gewonnen Erkenntnisse wurden in einer ersten Publikation beschrieben.
 

Gotthardsberg
Der Gotthardsberg vom Amorbach aus gesehen,
aufgenommen am 22.10.2001.
So sahen die Teilnehmer der Tagung den Berg aus dem
Tagungsraum des Pfarrsaals der katholischen Gemeinde St. Gangolf in
Amorbach. Übringens besteht das Pflaster um die Kirche in Amorbach
aus Buntsandstein,an vielen Stellen ergänzt durch ein kleinstückiges
Porphyr-Plaster aus Italien!
Kirche Gotthardsberg
Ausschnitt aus dem Bild links, die Kirche auf dem Gotthardsberg,
aufgenommen am 22.10.2011

"Porphyr-Tagung":
Am Freitag, den 21. und Samstag, den 22.10.2011 fand in Weilbach und Amorbach - in Sichtlinie zum Gotthardberg - eine kleine Tagung zur Grabung und zum Porphyr-Fund statt (Programm als PDF-Datei). Die Tagung wurde veranstaltet von der ARGE Gotthardsberg und vom Archäologischen Spessartprojekt aus Aschaffenburg unter der Leitung von Harald Rosmanitz. Die Herren Flackenecker und Ermischer moderierten und führten durch das Programm.
Dabei wurde der überraschende Fund der kleinen Porphyrplatte, das Gestein Porphyr und seine Bedeutung von allen Seiten der Historie, der Archäologie und der Mineralogie bzw. Petrologie betrachtet. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, aber auch aus den Ausland:

Tgaungsbild
Das Foto zeigt das Stück vom Gotthardsberg auf einer Platte aus Griechenland.

Weilbach:  
Highranking - Porphyr und das deutsche Königtum

Dr. Caspar Ehlers von der Universität Frankfurt a. Main eröffnete mit "Der ostfränkisch-deutsche König als Bauherr". Herr Rainer Kuhn sprach im Festvortrag über die bemerkenswerten Funde von antiken Gesteinen im ottonischen Dom zu Magdeburg (Sachsen-Anhalt), wo sich im Chor drei ca. 3 m lange Säulen aus Prophyr befinden (2 rot, 1 grün). Dazu noch ein Taufbecken, hergestellt aus einem antiken Sockel aus rotem ägyptischen Porpyhr, der einst eine großen Schale trug. Diese Baustoffe wurden wahrscheinlich als wertvolle Spolien im Mittelalter aus Italien nach Magdeburg transportiert.   

Amorbach:
Porphyr massenhaft – Der Versuch einer Zusammenschau

Die weiteste Anreise hatte Frau Orly Senior-Niv von der Universität Tel-Aviv in Israel, die besonders über die Funde des ägyptischen roten Porphyrs in Israel berichtete. Weiter wurden von Dr. Christian Forster die Funde von rotem Porphyr und anderen "Buntmarmoren" aus Lorsch vorgestellt. Herr Dieter Barz berichtete von einem rotbraunen Porphyr vom Schlössel bei Klingenmünster. Herr Matthias Zirm sprach über den Fund eines Profido verde antico aus dem Frauenstift von Brunshausen bei Bad Gandersheim. Dr. Gerhard Ermischer trug wortgewltig und bilderreich den Porphyr in der Liturgie des Mittelalters vor. Prof. Dr. Helmut Flachenecker von der Universität Würzburg trug die archivalischen Dokumente der Historie des Gotthardsbergs zusammen und Harald Rosmanitz versuchte dann, die archäologsichen Belege unter dem Titel Salische Burg und staufisches Kloster – Die Neubewertung des Gotthardsbergs nach den Ausgrabungen 2011 mit den schriftlichen Belegen zusammen zu führen. Christine Reichert zeigte dann die Fundstelle des Porphyrs vom Gotthardsberg. Und Joachim Lorenz erklärte in Kurzfassung die petrographische Seite des Porphyrs vom Gotthardsberg aus geologischer SichtProf. Dr. Martin Okrusch vom Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg sprach - anstelle von Vilma Ruppinie, die aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte - über die Funde aus Xanten (CUT), bei denen sich unter ca. 3.000 Gesteinsfragmenten aus dem gesamten Mittelmeerraum auch einige des grünen Porphyrs aus Griechenland fanden.
Nicht geklärt werden konnte die Frage, warum man bei den archäologischen Grabungen in Deutschland vornehmlich die bis etwa 5 cm große Stücke ehemaliger Platten von ca. 1 - 2 cm Dicke des nur geschliffenen (nicht polierten!) grünen Porphyrs aus Lakonien findet. Es handelt sich in der Regel um einzelne Streufunde aus dem kirchlichen Umfeld ohne einen Zusammenhang. 

Tagung Weilbach
Herr Rainer KUHN beim Festvortrag in Weilbach (infolge der
schwachen Beleuchtung links schwer erkennbar)
Tgaung Weilbach
Der Rathaussaal in Weilbach mit den ca. 30 Zuhörern und ~innen
der Tagung am 21.10.2011, die Qualität der Redebeiträge hätte
mehr Besucher verdient!
Tagung Amorbach
Die ca. 60 Zuhörer der Tagung am Nachmittag lauschen den
Ausführungen von Harald ROSMANITZ zur den Ergebnissen der
Ausgrabung am Gotthardsberg
Senior-Niv Ermischer
Frau Orly SSENIOR-NIV aus Israel beantwort unter der Moderation
von Dr. Gerhard ERMISCHER Fragen der Teilnehmer in englischer
Sprache. Sie war extra aus Israel angereist, nachdem Sie über das
Internet von der Tagung erfahren hatte!
Martin Okrusch
Da Vilma RUPPINIE von der Universität Würzburg nicht kommen
konnte, spricht Prof. Dr. Martin OKRUSCH über die Ergebnisse
der Dissertation zu den fremden Gesteinen. die bei den Ausgrabungen
der Colonia Ulpia Traiana (CUT) in Xanten gefunden wurden.
Porphyrschmuck
Helga Lorenz trug auf der Tagung erstmals einen Anhänger aus einem in
750er Gold gefasstes Blättchen des lakonischen Porphyrs (Bildbreite
9 cm) mit einer ausgeprägten Zeichnung und dessen Wiederholung am
Rand in Gold.
Das außergewöhnliche und sehr dekorative Schmuckstück wurde von
Theresia Konrad aus Aschaffenburg angefertigt (Schmuckatelier
Theresia Konrad, Im Hofgut Schweinheim, Unterhainstr. 50,
63743 Aschffenburg, Internet: www.theresia-konrad.de,
Tel. 0 176 / 70 06 95 64).
Impessionen von der Tagung


 

Der ausführliche Tagungsband:
Band 26
(Entwurf des Umschlags aus Vorder- und Rückseite)

Porphyrbuch  Poyphyr-Buch Titel
Die Produktion des Buches ist fast fertig. Der Titel in hochwertigem und schillerndem Gold - ganz passend zun den edlen Gesteinen der Porphyre. Der Umschlag ist teilweise hochglänzend lackiert, so dass die Fotos brillant hervortreten. 

Nach der Veranstaltung gibt es ein umfangreich bebildertes Buch über die Tagung in all seinen Facetten geben. Es ist der Band 26 aus der Reihe Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Museum der Stadt Aschaffenburg, heraus gegeben vom Naturwissenschaftlichen Verein Aschaffenburg und vom Spessartprojekt Aschaffenburg.
Die Beiträge sind u. a.:

Das Buch richtet sich an:
Archäologen, Historiker, Geologen, Mineralogen, Steinmetze, Antiquitätenhändler, Restauratoren, Reisende in Rom, Paris und Istanbul, Natur- und Wanderführer im Spessart und an Heimatforscher. 

Die Ausgabe erschien im neuen, größeren Format A4, hat 188 S., 228 Abb., 3 Tab., durchgehend vierfarbiger Druck auf alterungsbeständigem Papier und eine Abgabe zu den Selbstkosten. Der Verkaufspreis beträgt 27 €. Die Auslieferung erfolgt nach der Vorstellung am 16.11.2012, siehe auch der Bestell-Flyer zum Herunterladen.
Vorbestellungen werden ab sofort entgegen genommen; dafür können Sie das Formular verwenden (PDF-Datei zum Herunterladen), ausdrucken, ausfüllen und abschicken.

Den Vereinsmitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit in der Region wurde das Buch am Freitag, den 16. November 2012 um 19.30 Uhr im Naturwissenschaftlichen Museum in Aschaffenburg vorgestellt:
Helga und Joachim Lorenz
Helga und Joachim LORENZ mit dem zur Abholung bzw. zum Verkauf 
stehenden Porphyrbuch
(Foto Johann Thut, Mühlheim)
Vortragsraum
Der Oberbürgermeister von Aschaffenburg, Klaus HERZOG, hielt eine
beachtlicheRede an die über 50 Zuhörer; der weitest angereiste Autor
kam extra aus Magdeburg!
(Foto Johann Thut, Mühlheim)  
Harald Rosmanitz
Der Archäologe Harald ROSMANITZ vom Archäologischen Spessart-
projekt berichtete in wenigen Sätzen über die besonderen Verhältnisse im
Spessart und dem Sinn der Grabungen in der Vergangenheit
(Foto Johann Thut, Mühlheim)
Imbiss im Foyer
Nach dem Vortrag über die Entstehung des Buches und der Entwicklung
seit der Tagung von Joachim LORENZ traf man sich zum Imbiss und
Gedankenaustausch im Foyer des Museums.
(Foto Johann Thut, Mühlheim)
belegte Brötchen
Poprhyre machen hungrig: Vom nahen Hotel Wilder Mann geb es leckere
belegte Brötchen, frische Brezeln, Geflügel- und Obstsalate, Käse und
Weintrauben und dazu lokales Mineralwasser und Apfelsaft.
(Foto Johann Thut, Mühlheim)
Das Buch wurde gefördert durch die Unterfränkische
Kulturstiftung
Bezirk
des Bezirks Unterfranken 

Sparkasse Aschaffenburg
der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau 

Wilder Mann
und dem Hotel "Wilder Mann" in Aschaffenburg
  .


Sie erhalten das Buch in

Rezensionen:

"Spessart-Nachrichten"
Porphyre
"...
Es ist im deutschen Sprachraum nach dem lange vergriffenen Werk von Delbrück (1932) das erste umfassende Buch über Porpyhre. Neben der Historie werden auch geologische, mineralogische und archäologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Selbst antike und neuzeitliche Imitate sind erwähnt."
(Jürgen Schreiner, Spessart. Monatsschrift für die Kulturlandschaft Spessart, 106. Jahrgang, Heft November 2012, S. 26).



"Buchbesprechungen von H.-J. Gregor"
Porphyre
"...
Fazit: ein gelungener Tagungsband über Porphyre mit vielen wissenswerten Details, Reiseanregungen, Ideen zu weiteren Studien, Einblicke in Archäologie und Kunstgeschichte, Politik des Mittelalters und Ideen der Machthaber.
Fazit: Unbedingt zu empfehlen - für einen Preis von 27.- € fast geschenkt für den dargebotenen Aufwand. Kompliment dem Schriftleiter Joachim LORENZ und dem Verlag LORENZ."

(Dr. Hans-Joachim Gregor, documenta naturae  no. 189. München 2012, S. 27).



Porfido verde antico  Feldspat
Links:
Eine Bruchfläche des faszinierenden Gesteins Porfido verde antico mit dem porphyrischen Gefüge und einer andesitischen Zusammensetzung. Gefunden 1973 am Denkmal zur Schlacht an den Thermophylen von Prof. Dr. Martin Okrusch, Universität Würzburg (heute in der Belegsammlung des Instituts für Geodynamik und Geomaterialforschung), Bildbreite 7 cm. 
Rechts:
Zonierter Feldspat-Kristall (alteriert) in einer geschliffenen Fläche des gleichen Stückes, Bildbreite 3 cm.

Porfido verde antico
Das auch als "Labradorit-Porphyrit" beschriebene, andesitische Gestein von
der Fundstelle "Maratonisi", Peleponnes Halbinsel, Griechenland, Sammlung
Martin SCHUSTER, Schöllkrippen, Bildbreite 9 cm. Hier ist die Grundmasse
dunkelbraun und die alterierten Feldspat-Kristalle grünlich.


Zur Sicherung des Befundes fuhren wir im heißen Juli 2011 nach Griechenland, suchten das Vorkommen und nahmen Proben am originalen Fundort:

Krokees
Die Stadt Krokees (früher Krokee) südlich von Sparti
auf dem Peleponnes, in dessen Nähe sich die
Fundstellen befinden,
aufgenommen am 14.07.2011
Denkmal
Denkmal aus weißem Marmor auf dem zentralen Platz
in Krokees in Griechenland. Im Sockel sind Bruchstücke
des Porphyrs eingemauert,
aufgenommen am 14.07.2011.
Vor Ort war über das markante Gestein damals
kaum etwas bekannt.
Fundstelle
Die Fundstelle an einer Straßenböschung bei Krokees in
Lakonien in Griechenland mit Geologenhammer als
Maßstab.Das sind unvergessliche Momente, nach einer
langen Fahrt von 2.200 km und 35 °C im Schatten -
und auch Stechmücken.
Die in der Sonne liegenden Steine waren so heiß, dass
man diese mit der bloßen Hand nicht angreifen konnte!
Aufgenommen am 14.07.2011.
verwitterter Porphyr
Der Porphyr in plattiger Absonderung als Fundstücke
(Lesestein) aus einem Olivenhain bei Krokees in
Griechenland,
Bildbreite 20 cm
andesitischer Porphyr  
Bruchrauhe Fläche des Porfido verde antico aus der
Gegend von Krokees in Griechenland,
Bildbreite 20 cm
anstehender Fels
Anstehender Fels - leider tiefgründig verwittert - des
andesitischen Porphyrsbei Krokees in Griechenland,
aufgenommen am 15.07.2011.
Porfido verde antico
Frische Bruchfläche des ornamenatalen Gesteins,
welcher auch als "Krokeischer Stein" bekannt ist,
Bildbreite 6 cm
Mykene
Im berümten Mykene auf dem Peleponnes in
Griechenland wurde das Gestein bereits um 1.250 v. Chr.
zur Herstellung von Kunstgewerblichen Gegenständen
verarbeitet, wie man im örtlichen Museum sehen kann.
Aufgenommen am 14.07.2011
SCHOFIELD (2009:63) vermutet, dass die befestigte
Siedlung durch den Handel mit dem grünen Porphyr zu
Reichtum gekommen sein könnte.
Strandkiesel aus Porphyr
Kieselsteine aus verschiedenen Varianten von
porphyrischen Gesteinen aus dem südlichen Peleponnes, gesammelt 2013 von der sehr rührigen Lena Ekerabasi
aus Krokees.
Bildbreite 13 cm
(das Stück in der Mitte vorne ist lackiert)

polierter Porphyr
Das geschliffen und polierte Gestein zeigt sehr schön die
teils kreuzförmig verwachsenen Feldspäte, aber auch
Risse und ehemalige Gasblasen, die mit weißem Quarz gefüllt sind,
Bildbreite 10 cm
Lakonischer Porphyr
Das Schliffbild offenbart 3 Arten von Rissen: der helle
links ist rezent, der im unteren Viertel parallel zur
Bildkante ist mit Quarz verheilt und der diagonal in der
rechten Hälfte weist eine Vergrünung auf,
Bildbreite 8 cm
grüner Porphyr
Unterschiedlich alterierter grüner Porphyr, angeschliffen
und poliertes Handstück,
Bildbreite 17 cm.
Plagioklas
Der nicht grüne Porphyr unter dem Mikroskop:
Ein Teil der Feldspäte sind noch als Plagioklase
erkennbar. Bild eines Dünnschliff SE1 mit einer
Bildbreite von 5 mm im polarisiertem Licht bei
gekreuzten Polarisatoren
Feldspat
Der grüne Porphyr:
In der Grundmasse finden sich zahllose Körnchen aus
schwarzem Magnetit. Die Feldspäte sind teils gänzlich
verändert und im Randbereich mit einem Reaktionssaum
(hier hell) umgeben. Bild eines Dünnschliff (SE2) bei
5 mm Bildbreite und linear polarisiertem Licht.
Ausschnitt Feldspat
Ausschnitt aus dem Stück links mit den stark
veränderten Plagioklas-Kristallen,
Bildbreite 3 cm.

Anmerkung:
Die Bilder der Nahaufnahmen scheinen unscharf, aber
das liegt an den Feldspäten, die nicht ganz scharf gegen
das Gestein abgegrenzt sind (Reaktionssaum), so dass
eine "Unschärfe" entsteht.

Barbeitung:
Die Bearbeitung des dichten und harten Gesteins mit der porphyrischen Struktur gestaltet sich als schwierig. Das Schlagen eines Handstückes wird von den vielen trennenden Klüften bestimmt, so dass es nicht einfach ist, ein ausreichend großes, frisches und rissfreies Stück zu finden, welches auch durchgängig grün ist. Das Material ist etwas zäh, so dass das Abschlagen von kleinen Stücken nur bei dünnen Stücken gelingt.
Die Härte beim Sägen wird vom Epidot und auch vom Quarz bestimmt. Beim Schleifen zeigt es sich, dass die bereits die Quarze dazu neigen, ein Relief zu erzeugen, da dieser Härter ist als die Grundmasse. Das Problem ist das Polieren. Hier macht sich der große Härteunterschied zwischen dem Epidot und dem Chlorit bemerkbar. Bei einer normalen Politur wird ein leicht "matter" Glanz erreicht. Wirklich sehr gute Polituren können nur angebracht werden, wenn neben einem dafür geeigneten Poliermittel auch ein Zusatz verwandt wird, der die Unterschiede im Korngefüge ausgleicht.
Dies Fertigkeit war den römischen Steinbearbeitern bekannt und so finden sich gut polierte Belegstücke aus dieser Zeit in den Museen. Im Mittelalter war dieses Können verloren gegangen, weshalb die Porphyrplatten in den Tragaltären immer matt aussehen. Erst die Steinschneider der Neuzeit waren in der Lage, nahezu perfekte Polituren zu erzeugen. 



Olivenöl aus Krokees Label Olivenöl aus Krokees Packpapier
Nun liest man auch in Griechenland im Internet, aufgrund der sprachlichen Hürden mehr die Bilder. Dabei entdeckte man diese Seite und musste erkennen, dass man einen besonderen Stein im Gemeindegebiet hat. Lena Karampasi erkannte das Potential und sie positionierten den grünen Prophyr auf das Etikett ihres Olivenöls. Die Familie produziert ein qualitativ hochwertiges Öl und weitere landwirtschaftliche Produkte (die Internetseite ist in Griechisch verfasst). Die hier abgebildete Flasche enthält als Prototyp in der Füllung noch 23-karätige Goldflitter - wie beim Danziger Goldwasser. Auf den Etiketten der Marke "Maistros" ist ein Schmuckstück aufgedruckt. Und auf dem Packpaier ist das stilsierte Muster der kreuzförmigen Feldspäte wiederholt.


Hauptbestandteile in Gew.-%
"Porphyr" von Molai
Probe M819, ohne nähere Beschreibung (nach PE-PIPER & PIPER 2002)
SiO2
47,21
TiO2
  1,18
Al2O3
16,87
Fe2O3
  3,51
FeO
  3,8
MnO
  0,12
MgO
  7,6
CaO
  8,84
Na2O
  3,77
K2O
  0,25
P2O5
  0,2
SO3
  n. b.
LOI
  2,31
Summe:
99,48
Spurenelemnte in ppm

Ba
112
Ce
  25
Co
  42
Cr
528
Cu
  42
Eu
    1,28
Ga
  20
Hf
   2,05
La
 10,7
Lu
   0,34
Nb
    5
Nd
  14,7
Ni
  99
Rb
  <5
Sc
  36
Sm
   3,8
Sr
351
Ta
   0,09
Tb
   0,68
Th
   2,3
U
   1,76
V
370
Y
  18
Yb
    1,85
Zn
  64
Zr
  94



Die Aufschlüsse (Steinbrüche) am Porphyrberg zwischen Krokees und Stephania

Bei dem griechischen Ort Krokees (früher auch Krokeä) wurde in römischer Zeit der berühmte grüne Porphyr gewonnen. FIEDLER (1840:326) zitiert PAUSANIAS (III. Buch 21. 3.; nieder geschrieben zwischen den Jahren 160 und 175 n. Chr.), der die schwierige Gewinnung größerer Stücke beschreibt, da es keine zusammen hängenden Felsen gäbe. Wann die römische Gesteinsgewinnung eingestellt wurde ist nicht bekannt. Bis zum Mittelalter war das Wissen um die Herkunft verloren gegangen und es erfolgte auch keine Gesteinsgewinnung mehr.

Die modernen landwirtschaftlichen Terrassierungen für das intensive Kultivieren des Olivenbaumes einschließlich einer Schlauchbewässerung, der Straßenbau aus dem 20. Jahrhundert und das aktuelle Feldwegenetz haben das Gelände der bis zu 273 m hohen Berge (Hügel) und auch der Umgebung so nachhaltig verändert, so dass es schwer ist, zu erkennen, was morphologisch aus römischer Zeit noch vorhanden ist. Hinzu kommt der Bau von Gebäuden und die Beweidung mit Schaf und Ziege, die durch den Tritt auch die Erosion und damit das Gelände nivelieren. Dabei spielen die angeschnittenen Hangschuttmassen eine große Rolle, denn es lässt sich kaum erkennen, was als Abraumhalde oder was als natürliche Bildung zu gelten hat. Hinzu kommen zahlreiche Schürfe zur Gewinnung von Wegbaumaterial in unterschiedlichen Altersstufen; dies kann man aus dem Bewuchs und dem Zustand der Böschungen schließen. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine aus erdig verwittertem Gestein bestehende Böschung 1.600 Jahre erhalten sein kann. Die wenigen frei liegenden Felsen und Blöcke in den Steillagen der Olivenbestände bestehen aus nicht porphyrischem, vulkanischen Gesteinen mit basaltartigem Aussehen und andesitischer Zusammensetzung. 

Steinbruch
Ein - vermutlich römischer - stark verwachsener Steinbruch am Hügel Psephi (auch Psyphia) neben einem der vielen Wege für die landwirtschaftliche
Nutzung als Olivenhain und als Weide für Schafe und Ziegen. Die hier sichtbaren Felsen an den Böschungen bestehen nur zum Teil aus einer porphyrischen
Gesteinsform und sind kleinstückig verwittert und somit für eine Nutzung nicht verwendbar. Deshalb ist es merkwürdig, dass sich keine volumetrisch
passenden Abraumhalden erkennen lassen,
aufgenommen am 10.04.2017

Porphyr im Weg Porphyr
Die Fortsetzung des ansteigenden Weges aus dem Foto oben. Der Weg ist bis auf den anstehenden Fels eingeschnitten und zeigt
den hier zu 10 m mächtigen grünen Porphyr in der rissigen und angewitterten Form. Blick nach Südosten bis zum Meer und den
Bergen des Südöstlichen Lakoniens. Länge des Geologenhammers auf dem Porphyr 33 cm,
aufgenommen am 10.04.2017

Für das gegenwärtige Studium der Verbandsverhältnisse eignen sich besonders die Böschungen der Wege und die sehr großen und derzeit brach liegenden Terrassen südlich des Porphyrberges, die vermutlich um 2003 angelegt worden sind. An den steilen Flanken sind die unterschiedlichen vulkanischen Gesteine gut, frisch und teils wenig bewachsen aufgeschlossen. 

An zahlreichen Stellen ist das Gestein in der rötlichen wie auch grünen Variante sichtbar und im Bereich der bis zu 10 m hohen Böschungen auch in relativ frischer Ausbildung. Der Porphyr streicht fast NW - SE und fällt mit ca. 60 - 80 ° steil ein. Die Mächtigkeit variiert von etwa 1 m bis zu ca. 15 m. Die Verwitterung ist als Folge der tertiären Tiefenverwitterung zu deuten. Da die Terrassen mit einer dornenreichen und bis zu einer Wuchshöhe von 1,5 m aufragenden Ruderalflora bestanden sind, ist das Besuchen der Aufschlüsse nur mit hoch geschlossener Kleidung zu empfehlen. In den grasigen Flächen wachsen Zungenständel (Serapias spec.). Eidechsen sind selten und Schlangen wurden nicht beobachtet. 
Der weithin sichtbare Steinbruch als Teil einer Terrasse (GPS Daten N 36° 51´ 04,4" E 22° 35´ 36,7") führt nur rötlichen und alterierten Porphyr. Auf Klüften ist Hämatit in schuppiger Ausbildung zu sehen; dies wird auch von FIEDLER (1840:327) erwähnt. Derber bzw. feinnadeliger, grüner Epidot mit etwas Quarz konnte in bis zu faustgroßen Stücken aus den zahlreichen Klüften in der vulkanischen Gesteinsabfolge geborgen werden.

Steinbruch
Verwitterter Porphyr als ca. 25 cm großes Stück, der
durch ein Hämatit-Pigment rötlich gefarbt ist,
aufgenommen am 07.04.2017
Quarz-Epidot-Gang
Klüftsystem, welches mit grünem Epidot und im Zentrum
mit weißem Quarz gefüllt ist. Gesehen an einem Fels-
aufschluss der Großterrassen,
Bildbreite 12 cm
Epidot-Gang
Kluftfüllung aus strahligem Epidot in einem andesitischen
Vulkanit; gesehen im einem Schurf des Porphyrberges,
Bildbreite 4 cm
Chalcedon
Stellenweise sind in dem vulkanischen Gestein ehemalige
Gasblasen enthalten. Diese Hohlräume sind meist mit
weißem Quarz (z. T. als gebänderter Chalcedon) aus-
gefüllt. Im Hangschutt sind die sehr beständigen Quarze
dann isoliert zu finden. Sie erreichen eine Größe bis
zu etwa 8 cm,
Bildbreite 3 cm
Alteration
Basaltischer Andesit mit einer fleckigen Alteration aus
einer Grundmasse aus Chlorit mit Quarz, teils löchrig,
so dass in den kleinen Hohlräumen Quarzkristalle
sprossen konnten. Es sind eindeutig keine Hohlraum-
füllungen, sondern Verdrängungen,
Bildbreite 11 cm  
Epidot-Harnisch
Völlig epidotisierter Andesit mit einem Harnisch.
Mittels Röntgenverfahren konnte am 06.07.2015
neben Quarz noch Klinozoisit und Epidot
nachgewiesen werden.
Bildbreite 6 cm

Bei der geologischen Aufnahme des Gebietes fällt auf, dass es das porphyrische Gestein auch in einer rötlichen Variante gibt, die durch Hämatit gefärbt ist. Dieses Gestein ist im Bereich der großen Terrassen sehr weit verbreitet und meist sehr stark verwittert - insbesondere die Feldspäte. Die ehemaligen Plagioklas-Kristalle sind zu einem weichen Ton verwittert. Die meisten Gesteinsbrocken mit einer porphyrischen Struktur der Hangschuttdecken (und der in den Straßengräben) sind an der Oberfläche einfach braun und nicht grün. Bei den größeren Stücken fällt diese, meist rissige Verwitterungsrinde leicht ab und so kann man erst nach einem Anschlagen erkennen, ob im Innern noch frisches Gestein vorhanden ist. Ein weiteres geeignetes Mittel zum erkennen der Qualität ist das Anschlagen, denn die rissfreien Stücke klingen hell, während die rissigen und verwitterten Brocken dumpf klingen; dieses Prüfverfahren ist bei Steinmetzen seit langem bekannt.

An einer leicht zugänglichen Stelle ist der grüne Porphyr unmittelbar auf der Südseite der Straße von Krokees nach Stephania an einer Böschung frei gelegt und hinter dornigen Ginsterbüschen sichtbar: N 36° 51´ 20,9" E 22° 35´ 17,8". Aber auch diese Felsen sind kleinstückig durch trennende Klüfte zerteilt und angewittert. Frische, aber außen angewitterte Gesteinsproben lassen sich aber ohne Aufwand aus den Straßengräben und Böschungen des Verwitterungs- bzw. Hangschuttes im unmittelbaren Umfeld anschauen.

Krokees
Frühmorgendlicher Blick vom Porphyrberg auf das einige
km entfernte Krokees (weiße Häuser in der Mitte rechts)
und dahinter die schneebedeckten Gipfel des über 2.400
m hochen Taygetosgebirges,
aufgenommen am 07.04.2017
Porphyrberg
Der hügelige Porphyrberg in der Abendsonne mit dem
schütteren Bewuchs aus Olivenbäumen und den teilweise
terrassierten Hängen,
aufgenommen am 06.04.2017
Porphyr an der Straße
Die südliche Flanke der Straßenböschung an der
asphaltierten Straße von Krokees nach Stephania mit
dem anstehenden grünen Porphyr hinter den Ginster-
büschen,
aufgenommen am 07.04.2017
Denkmal
Die 2015 errichtete Stele aus weißem Marmor mit dem
Krokeischen Stein in der Ortslage von Krokees auf
dem zentralen Platz,
aufgenommen am 07.04.2017
War die Gewinnung von großen Werksteinen in der
Antike ein Problem, so gilt dies im abgesuchten Ge-
lände heute noch. Auch die Schöpfer des Kunstwerks
hatten das Problem keinen großen Block zu finden zu
können, mit dem man die Stele hätte zieren können.
So blieb es bei einem "wilden" Zusammenwürfeln
von teilweise anpolierten Stücken.
Mauerrest
Rest einer Mauer für ein undatiertes Gebäude in der
Morgensonne, dessen Verwendung heute nicht mehr
nachvollziehbar ist. Es steht auf dem höchsten Punkt des
Porphyrberges inmitten eines Olivenhains. Aufgrund der
Lage ist es weithin sichtbar bzw. hat man von dort oben
einen unverstellten, weiten Blick in die hügelige
Umgebung und nach Süden bis zum Meer bei Gythio,
aufgenommen am 07.04.2017

Das aus Porphyr und Andesit erbaute Mauerwerk ent-
hält sehr dünne Ziegelsteine, wie sie im Altertum herge-
stellt wurden, aber ohne die typische Verwendung im
Mauerwerk. So kann man schließen, dass hier die
Steine eines ehemaligen antiken Gebäudes zum Bau
mit Holz verwandt wurde. Mit dem Holz im Mauer-
werk könnte eine C14- oder dendrochronologische
Datierung erfolgen.
Blöcke
Der basaltische Andesit ohne das porphyrische Gefüge
bildet am Hang rundliche Felsen und auch abgerundete
Felsen. Sie sind die Folge einer Wollsackverwitterung
in einem Feuchtklimat,
aufgenommen am 06.04.2017

Felsen am Hang
Frei liegende Felsen auf der Nordostseite des Hügels
mit dem Porphyr, hier aber aus einem nicht
porphyrischen Andesit,
aufgenommen am 06.04.2017
Schurf
Relativ frischer (weil nicht bewachsener) Schurf innerhalb
des Vorkommen des grünen Porphyrs. Das Gestein
zerfälllt in faust- bis kindskopfgroße, scharfkantige
Bruchstücke,
aufgenommen am 07.04.2017
klüftiger Fels
Anstehender Porphyr an einer der Großterrassen mit
vielen trennenden Klüften, so dass eine Gewinnung von
größeren Gesteinsstücken kaum möglich ist; der Geo-
logenhammer dient an Größenvergleich,
aufgenommen am 07.04.2017
Porphyr
Die frische, kluftarme und porphyrische Variante des
basaltischen Andesits an der Felswand einer
Großterrasse mit dem Geologenhammer als Maßstab,
aufgenommen am 07.04.2017
schwarzer Porphyr
Ein kaum vergrünter Porphyr, bei dem die Plagioklas-
Kristalle noch die Spaltbarkeit aufweisen und die
Grundmasse noch nicht vergrünt ist. Ursprünglich war
das Gestein fast schwarz und die Feldspat-Kristalle
weiß,
Bildbreite 10 cm 
Lapis lacdeamonius
Das Gestein mit dem porphyrischen Gefüge (geschliffen
und poliert). Man erkennt sehr schön die vom Rand
(ehemals Klüfte) aus vordringende Alteration
(Verwitterung) des einst grünen Gesteins als auffällige
Verfärbung in ein helles Braun. Dabei wird das Eisen2+
in Eisen3+ umgewandelt (oxidiert), so dass die grüne
Farbe verloren geht.
Bildbreite 14 cm 

brauner Porphyr
Die meisten Bruchstücke im Gelände zeigen die auf der
Außenfläche eine porphyrische Struktur, aber keine
grüne Farbe. Die Verwitterungsschicht ist sehr unter-
schiedlich mächtig und kann bei kleinen Stücken das
gesamte Stück durchziehen, so dass kein grüner
Porphyr mehr vorhanden ist,
Bildbreite 13 cm



Die Verwendung:

Viele Porphyre in Rom, Italien:
Tigermosaik    
Kapitolische Museen
Im Vorraum zur Gemäldesammlung ist ein ca. 1,5 x 1 m
großes Mosaik an der Wand eingelassen,  welches einen
Tiger zeigt, der ein Kalb schlägt. Dabei sind Streifen des
Tigers und der Hintergrund aus dem grünen Prophyr aus
Griechenland gefertigt worden. Ein sehr ähnliches,
beeindruckendes Mosaik ziert das Titelbild des bebilderten
Führers, der in vielen Sprachen verkauft wird!
aufgenommen am 1.6.2012. .
Kosmaten-Ornament  
In der berühmten Kirche Santa Maria Maggiore (St. Maria im Schnee)
Zur Kirche aus dem 4. oder 5. Jahrhundert gehört ein 75 m hoher Turm -
der höchste einer Kirche in Rom. Das Gebäude wird von großen Marmor-
und Granitsäulen gestützt. Über dem Altar wird ein Baldachin von vier großen
Säulen aus rotem Porphyr getragen. Daneben befindet sich das sehr schlichte
Grab des berühmten Baumeisters Gian Lorenzo Bernini (*1598, †1680). Der
Kosmatenfußboden aus dem 12. Jahrhundert ist mit Mosaiken aus Marmor,
farbigen Kalksteinen und Porphyr ausgelegt. Neben viel rotem Porphyr aus
Ägypten ist hier auch grüner aus Griechenland in erheblichen Anteilen
verarbeitet worden: kleine Dreiecke, Quadrate und kreisrunde Ronden in sehr
unterschiedlichen Größen von rotem und grünem Material im Wechsel. Beim
roten Porphyr erreichen die zahlreichen Ronden (zersägte Säule) bis zu ca. 1 m
Durchmesser, beim seltenen grünen bis etwa 25 cm.
aufgenommen am 31.5.2012..
Mosaike mit dem grünem und roten Poprhyre gibt es in folgenden Kirchen (nach (PAJARES-AYUELA 2002):



Aachen, Deutschland:
Mosaiken unter dem Karlsthron Mosaik im Boden
Im Münster von Aachen (Dom) ist in der Ausstattung des steinernen Verkleidungen des 19. Jahrhunderts im karolingischen Oktogon auch Porphyr verbaut worden. Nach der Anordnung ist dabei im Fußboden mehr zufällig als systematisch der Profido verde antico in kleinen Stückchen verlegt worden (Foto rechts). Neben dem Karlsthron aus einem einfachen Kalkstein sind dreieckige Stücke aus dem grünen Porfido verde antico und im Konstrast der rote Profido rosso antico zwischen dem weißen Marmor eingepasst worden. Der grüne Porphyr weist alle typischen Merkmale wie Quarzeinschlüsse, zonierte Feldspat-Kristalle und die größe Härte auf.
Infolge der geringen Helligkeit fallen diese Gesteine im eingebauten Zustand kaum auf. Die Führer geben in der Regel dazu auch keine Hinweise (aufgenommen am 29.04.2012).

Es gibt im Dom-Museum auch zwei kleine Säulen aus grünem Porphyr, aber dieser stammt aus Ägypten (LORENZ 2012:186ff)




Kloster Lorsch, Deutschland 
Krokeatis in Lorsch
Der grüne Porphyr als ca. 10 cm, auffallend dicke Platte einer ehemaligen Wandverkleidung (?) und rechts daneben ein Stück roter Porphyr in einer Sonderausstellung des Museums in Lorsch, mit dem berühmten Kloster, aufgenommen am 29.07.2012



Residenz München, Deutschland
Porpyhr-Imitat
Achtung Fälschung!
In der Residenz in München sind zahlreiche Flächen mit einem roten und seltener auch grünen "Porphyr" verkleidet, der bei näherer Betrachtung sich als Imitat aus Stuckmarmor (auch bekannt als Scagliola) heraus stellte, aufgenommen am 25.07.2012

Porpyhrplatte im Ciborium
In der Schatzkammer der Residenz ist neben einem sehr flachen Tragaltar mit einer großen grünen Porphyrplatte (mit auffallend schmalen Feldspatkristallen) ein sehr großes, mit viel Gold verziertes Altarciborium des Königs Arnulf von Kärtner aus der Zeit um 870 - 890 ausgestellt. In dem Unterteil ist eine große, geschliffene Porpyhrplatte eingearbeitet. Sie zeigt den "Normaltypus" des Porfido verde antico mit den große, auch zonierten Feldspatkristallen. Auch diese Platte ist auch nicht poliert. Die Einpassung in den steinernen(?) Rahmen ist nicht sehr sorgfältig ausgeführt worden, so dass ein wechselnd breiter, umlaufender Spalt besteht.  



Sigtuna, Schweden
Etwa 50 km nordwestlich von Stockholm liegt Sigtuna am Mälaren-See. Sie gilt als die älteste Stadt in Schwden mit heute ca. 8.500 Einwohnern. Hier fand man bei ärchälogischen Grabungen einige Porphyrplatten aus dem grünen Porfido verde antico von Griechenland. Es handelt sich vermutlich um Platten, die über die Wikinger, wahrscheinlich aus dem deutschen Sprachraum nach Schweden kamen. Einige Platten sind infolge von Brandeinwirkungen grau entfärbt. Der Fundzusammenhang weist auf eine Zeit ins 10. oder 11. Jahrhundert hin (TESCH 2007, 2008).
Bemerkenswert ist der Fund einer dicken, grünen Porphyrplatte in einer Kirche mit einem Altar aus dem 16. Jahrhundert in der Ortschaft Örberga (ein Weiler südwestlich Vadstena bei Motala am Vättern-See). Dieser wurde seinerzeit mit einer neuen Altarplatte überdeckt und damit die eingelassene Porphyr-Platte erhalten. Bei einer Renovierung wurde die Steinplatte in der alten Altarplatte entdeckt. Ein weiterer Fund aus grünem Porphyr stammt aus einem Grab des 11. Jahrhunderts in Varnhem (Ort zwischen Skara und Skövde) in Västergötland (Sten TESCH, persönliche Kommunikation am 04.12.2012).



Köln am Rhein, Deutschland
Köln ist berühmt für seine römischen Reste und Funde. Aber es finden sich nur spärliche Ausstellungsstücke mit dem grünen oder roten Poprhyr.

Dom zu Köln   Sarkophag von Gero Köln
In Dom zu Köln befindet sich in der südlichen Chornische der durch ein schweres, über 3 m hohes Eisengitter gesicherte Sarkophag des Erzbischofs von Köln, Gero (aufgenommen am 15.12.2012). Im Deckel sind um weiße Marmorquadrate Einfassungen aus grünem und rotem Porphyr zur Anwendung gekommen, so dass ein rautenförmiges Muster zu erkennen ist. Infolge der Unzugänglichkeit konnte kein vorzeigbares Foto angefertigt werden; es war kurzfristig dafür auch keine Genehmigung zu erlangen.  

Salbenreibstein Wandverkleidung (römisch)   Waldverkleidung aus Porphyr
Im Römisch-Germanischen Museum neben dem Dom ist im Kellergeschoß eine hübsche, rechteckige Platte (etwa 18 x 8 cm, Inventar-Nr. 38,940) aus grünem Porphyr ausgestellt, welches als Salbenreibstein in der römischen Zeit genutzt wurde. Die Platte ist nur ca. 1 cm dick, allseits bogenfömig nach unten abgerundet und oberseits nur geschliffen - nicht aber poliert.
Im Obergeschoß wurde ein römischer Wandvertäfelung nachempfunden (Bild in der Mitte), dessen Materialverwendung für Köln nachgewiesen ist. Dabei wurden neben diversen Marmoren auch 2 Ronden aus rotem Porphyr symmetrisch eingelassen. In ca. 1 m Höhe ist zwischen weißem Marmor aus Carrara ein ca. 5 cm breites Band aus grünem Porphyr montiert worden. Durch geschicktes schräges Ansetzen wird der Eindruck erweckt, dass das Band aus 3 Teilen besteht. Erst bei näherem Hinsehen sind die Ansätze zu erkennen (Bild rechts, aufgenommen am 15.12.2012).  

Das Schnütgen-Museum besitzt in der ehemaligen Sakristei der als Museum genutzten Kirche einen mittelalterlichen Tragaltar aus norddeutscher Produktion mit vergoldetem Kupfer, Messing und geschwärztem Silber mit einem Kern aus Eichenholz. Auf der Unterseite ist ein Evangelistenrelief durch einen Spiegel sichtbar gemacht. Auf der Oberseite ist ein ca. 7 x 3 cm großes grünes Porphyrplättchen mittig quer eingelassen. In der neben der Vitrine aufgehängten Erläuterung wird das Material fälschlich als "Serpentin" beschrieben.
Ein weiterer, in einem aktuellen Ausstellungskatalog aufgeführter Tragaltar mit einer großen, grünen Porphyr-Platte war nicht mehr ausgestellt.   



Berlin, Deutschland
Das wissenschaftshistorisch bedeutendste Stück des grünen Porphyrs befindet sich in der riesigen Gesteinssammlung des Museums für Naturkunde in Berlin an der Invalidenstraße. Das Stück stammt aus der Sammlung des sächsischen Bergbaufachmanns Karl Gustav Fiedler (Fiedler 1840:326ff) war wohl der erste geologisch versierte Forscher der die Fundstelle des Porphyrs südlich von Krokees an der Straße nach Marathonisi, nach der Entdeckung durch einen Franzosen wenige Jahre vorher, Ende August 1835 besuchte).
grüner Porphyr Variante mit kleinen Feldspatkristallen .
Links: Kleines Bruchstück des Porfido verde antico von Krokaea, Griechenland, ex. Collection Fiedler, mit einer Pappschachtel und dem von Hand
geschriebenen Sammlungszettel aus dem späten 19. Jahrhundert,  Sammlung Nr. 2013-00703 (nicht ausgestellt). Es handelt sich um eine Gesteinform
mit kleineren Feldspatkristallen, Bildbreite ca. 14 cm.
Rechts: Vergleichsstück der Gesteinsvariante mit den kleineren Feldspatkristallen (geschliffen und poliert), gefunden 2015, geschliffen und poliert,
Bildbreite 9 cm.

Das Kunstgewerbemuseum in Berlin beherbergt 2 Tragaltäre
Der Katalog zu einer Ausstellung (LAMBACHER 2010) zusammen mit dem Dom-Museum Hildesheim geht auf die Altarsteine nicht näher ein; darin sind aber 4 Tragaltäre mit rotem und grünem Porphyr beschrieben und abgebildet.



Freiberg, Deutschland
In der riesigen Sammlung der TU Freiberg liegt in der Gesteinssammlung eine schöne geschliffen und polierte Platte aus grünem Porphyr.
Porphyrandesit
Sie ist beschriftet mit: Andesit. "Porfido verde antico" (Diabasporphyit), Lebesova, Pellepones, Griechenland.



St. Petersburg, Russland
Tisch mit Poprhyr
In der weltberühmten Eremitage (Museum) befinden sich einige Tische in Pietre-Dura-Technik, die sowohl den grünen als auch den roten Porphyr als kleine Gesteinsplatten enthalten.  




Hildesheim, Deutschland
Im Domschatz von Hildesheim befindet sich ein Tragaltar mit einer Platte aus rotem Porphyr: 


Darmstadt, Deutschland
Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt befindet sich ein Tragaltar mit einer Platte aus grünem Porphyr: 


Saalburg, Deutschland
In dem Nachbau eines Kohortenkastells werden zahlreiche Funde aus dem Kastell wie auch der Umgebung ausgestellt. In einer Vitrine mit kosmetischen Werkzeugen und Gefäßen liegt je eine kleine Platte des grünen Porphyrs aus Griechenland und des roten Poprhyrs aus Ägypten. Dies belegt, dass selbst in Kastellen am Limes (Grenze) solche Gesteine Verwendung fanden.



Oldenburg, Deutschland
Im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg (Niedersachsen) befindet sich ein Tragaltar mit einer ovalen Platte aus grünem Porphyr: 


Etzel, Deutschland
Bei einer Kirchengrabung im Jahre 1974 in Etzel (Gemeinde Friedeburg, Landkreis Wittmund, Ostfriesland) wurde ein Bruchstück einer Platte aus dem grünen griechischen Porphyr eines ehemaligen Tragaltars gefunden (SCHWARZ & SCHWARZ 1975).


Baesweiler, Deutschland
Bei eine Grabung der ehemaligen Via Belgica von Kön nach Boulogne-sur-mer im Herzen von Baesweiler wurde eine 1 cm dicke und etwa 8 x 6 cm große Platte aus dem griechischen Prophyr gefunden (AEISSEN 2015).
grüner Porphyr, Baesweiler
Platte des grünen Poprhyrs von Baesweiler,
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Archaeonet GbR, Zafer Görür. 


Wien, Österreich



London, Großbritannien

Eine römische Amphore  soll sich in der Northwick Collection (Captain Spencer-Churchill) befinden (Warren 1969:133).


Canterbury, England:
Mosaik in der Kapelle von St. Thomas in der Kathedrale von Canterbury (PAJARES-AYUELA 2002:22).



Venedig, Italien

Scoula Grande di San Rocco rechteckige Platte ovale Platte

Die Erbauer der Scoula Grande di San Rocco in Venedig hatten sehr reichlich grünen und auch roten Porphyr zur Verfügung. In der aus weißem Marmor bestehenden Außenfassade des Palastes der größten Bruderschaft Venedigs aus dem 16. Jahrhundert sind geschätzt etwa 50 polierte Platten bis zu einer Größe von ca. 45 x 45 cm eingelassen. Die ovale Platte im Bild rechts hat eine Höhe von ca. 15 cm und befindet sich rechts neben dem Eingang. 
Der 44 x 17 m umfassende, steinerne Fußboden im Obergeschoß unter den prachtvollen Deckengemälden besteht aus perfekt geschliffenen Einlegearbeiten aus Marmor usw. unter reichlicher Verwendung ebenfalls von rotem und grünem Poprhyr. Das Gebäude dürfte den größten Bestand an grünem Porphyr überhaupt besitzen (aufgenommen am 25.06.2016).


Schale aus grünem Porphyr
Schale aus dem grünen Porfido Verde Antico in San Marco (Foto Jörg LIEBE).

Mosaik aus grünem Porpyhr
In dem Palast Ca d´Oro in Venedig ist zwischen dem weißen Marmor grüner und roter Porphyr eingesetzt (Foto Jörg LIEBE).  



Ravenna, Italien

Battistero Neoniano Ravenna grüner Porphyr
Das unscheinbare achteckige Battistero Neoniano in Ravenna stammt aus dem 5. Jahrhundert und ist innen reich mit Mosaiken und an den Wänden zahlreichen Porphyrplatten bestückt, darunter auch reichlich grünem Porphyr als Einlegearbeit und auch als große Platten, die aus kleinen Stücken zusammen gesetzt sind (aufgenommen am 26.06.2016). Die Größe und Machart der Platten, deren Einfassungen und Größe erinnern an die in der Hagia Sophia in Istanbul.

San Vitale Ravenna  San Vitale
Auch die außen schlichte Backstein-Kirche San Vitale (erbaut 526 - 547 weist einen beeindruckenden Schmuck aus Porpyhr auf. Insbesondere der Fußboden ist unter der Verwendung von rotem und grünem Porphyr verlegt worden. Darunter sind Rotae eingelassen, die aber aus Einzelstücken zusammen gesetzt wurden (aufgenommen am 26.06.2016). Auch hier zeigt es sich, dass es von dem Material aus Griechenland nur ganz wenige Stücke gibt, die 50 cm übersteigen.


Sant Appolinare Nuovo Kapitell PVA
In der Kirche Sant´Appolinare Nuovo (erbaut 493 - 496) befinden sich auf zwei Säulen aus Calcit die behauenen und nicht geschliffenen Kapitelle aus dem grünem Porphyr aus Griechenland. Sie tragen heute keine Last mehr, so dass vermutet werden kann, dass sie früher einem anderen Zweck oder an anderer Stelle standen. Infolge der Dunkelheit und der randlichen Aufstellung in der Kirche ist das Gestein der beiden Kapitelle schwer erkennbar (aufgenommen am 26.06.2016).



Florenz, Italien 

Vase aus grünem Porphyr  
Vasenförmige Urne mit Bronze von 1728 im Museo delle Argenti des Palazzo Pitti in Florenz. Das zugehörige Schild (nicht im Foto) weist das Material fälschlich als "Serpentino" aus. Es handelt sich aber zweifelsfrei um den grünen Poprhyr aus Griechenland.  
Aufgenommen von Dr. Jörg Liebe im Mai 2015. 



Tuscania, Italien:
Grüner Porphyr und Roter Porphyr im Mosaik im Türrahmen der Kirche San Pietro (PAJARES-AYUELA 2002:38ff).


Bari, Italien:
Grüner Porphyr im Mosaik im Chor der Basilika di San Nicola (PAJARES-AYUELA 2002:21).


Ostia, Italien:
Opus sectile als Wandmosaik mit grünem Porpyhr der Porta Marina (PAJARES-AYUELA 2002:143f).


Knossos, Kreta, Griechenland:
Als Rohmaterial im "Gesteinslager" bzw. der "Werkstatt" von Knossos, Kreta, Griechenland  (Warren 1969:133). Bilder davon finden sich im Intrenet.  



Weitere Gesteine mit einem porphyrischen Gefüge finden Sie hier:  


Literatur: 
AEISSEN, M. (2015): Die Via Belgica im Herzen von Baesweiler.- in Archäologie im Rheinland 2015, S. 125 - 127, 3 Abb., [Theiss Verlag].

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