Der große Steinbruch im Hahnenkamm-Quarzit bei Hemsbach (Mömbris) im Spessart
- der ehemalige MHI-Steinbruch - 
(aufgelassen,
aber kein Erholungsort!)
mit dem "Hahnenkammsee"

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main
 

Steinbruchsee
Der See im Morgenlicht am 03.09.2011

Seit dem Sommer 2008 gilt hier:
Baden verboten!
Betreten verboten!
Und im Winter:
Betreten des Eisfläche verboten!

Solche Schilder der Gemeinde Mömbris wurden an allen Zugängen aufgestellt. Sie müsen auch beachtet werden, da die häufige Missachtung zu Problemen mit der Gemeinde Mömbris geführt haben. Und uneinsichtige Fahrer mit Geländewagen, Schwimmer (Badende), Betreiber von Lagerfeuern und so weiter haben leider die Situation noch verschärft, so dass mehr Kontrollen mit der Polizei und kommunalen Mitarbeitern eingeführt wurden!


Steinbruchsee
Panoramafoto, aufgenommen am 30.08.2008

Steinbruchpanorama
Der Steinbruch am 10.05.2008 mit Blick nach Norden: Die unterste Sohle hat sich mit dem reichlichen Regenwasser des Winters 2007/08 gefüllt,
welches nicht mehr abgepumpt wird. Im Vordergrund erkennt man die Massen von Aushub, mit der Steinbruch verfüllt wird.
 

der Steinbruch bei Hemsbach als Panoramabild
Der eindruckvolle Steinbruch am 18.06.2006 (Panoramabild) während einer Führung mit der VHS Mömbris


Zusammenfassung:
Bei der früheren Gewinnung von Straßenschotter und Wegebaumaterial in dem inzwischen ausgedehnten Quarzit-Steinbruch bei Hemsbach am östlichen Hang des Hahnenkammrückens konnten bis heute nur wenige, meist weit verbreitete Mineralien gefunden werden. Bemerkenswert unter den Mineralien ist das Vorkommen von reichlich glaskopfartigem Lithiophorit auf Kluftflächen und grünem Dravit, einem Turmalin.
Weiter sind vor allem hübsche Gesteinsstücke mit Granatporphyroblasten (leider ausnahmslos zersetzt) zu beobachten.
 

Lage:
Es handelt sich bei dem Aufschluss um den ehemaligen Steinbruch der Fa. August AMBERG. Er wurde von der MHI (Mitteldeutsche Hartstein-Industrie AG mit Sitz in Haunau-Steinheim; der Steinbruch gehört zur 100%igen Tochter MHI GmbH in Gründau) ausgebeutet. Er liegt am südwestlichen Hang der Hohe Mark südwestlich von Brücken, ein Ortsteil der Gemeinde Mömbris im Kahlgrund nordwestlich von Aschaffenburg (GK 5920 Alzenau i. Ufr., R 0920 H 4970, siehe Okrusch et al. 2011, S. 141, Aufschluss Nr. 8). Seit 2007 ist der Steinbruch aufgelassen und wird nur noch als Erddeponie der Gemeinde Mömbris genutzt.

Der Steinbruch ist zu Fuß über die mittlerweile aufgelassene Zufahrt von der Straße von Brücken nach Hemsbach (Ortsteil der Gemeinde Mömbris) aus zu erreichen. An der scharfen Kurve zweigt rechts ein steil ansteigender Weg zum Bruch ab, den man nach ca. 200 m erreicht.
Mit dem PKW ist er leicht über die Zufahrt von der Straße Alzenau-Schöllkrippen zwischen Michelbach und Niedersteinbach zu erreichen. Man überquert das Bahngleis der Kahlgrundbahn und passiert nach einen Metallverarbeitungsbetrieb die Kläranlage. Dann verläuft der steil ansteigende, asphaltierte Weg im Wald bis zu einer Schranke vor dem Steinbruch.

 


Hinweis für Besucher:
Mineraliensammler, Geologen und Interessenten konnten den Steinbruch auf eigene Gefahr besuchen. Es besteht wie allgemein bekannt Helmpflicht und es wird festes Schuhwerk verlangt. Nach Regen oder auftauendem Frost ist das Verweilen an den Wänden lebensgefährlich! Nach Regenfällen sind Gummistiefel sehr zu empfehlen. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zur Arbeitssicherheit.

Leider hat die Flaute in der Bauindustrie, die leeren Kassen der Kommungen und der stark reduzierte staatliche Waldwegebau den Umsatz so weit zurück gehen lassen, so dass man den regelmäßigen Abbaubetrieb und die Aufbereitungsanlage gegen Ende 2003 eingestellt hat.
Es wurde dann seit 2005 nur unregelmäßig abgebaut und mit einer mobilen Anlage bei Bedarf gebrochen und gesiebt. Die Aufbereitsungsanlagen wurden vollständig abgebaut und seit 2007 fand gar kein Abbau mehr statt.
Seit 2008 wird der Steinbruch nur noch als gemeindliche Erdaushub-Deponie betrieben. Infolge der Größe werden die Felswände noch einige Jahre sichtbar bleiben.

Platz der Aufbereitung Brecherwerk
Hier standen die Silos, Förderbänder, Brecher, Instandhaltung, Waage und das Büro (Bild vom 10.05.2008) und rechts aus ähnlicher
Perspektive die Aufbereitungsanlage am 11.02.2002.


Eine der Folgen des Schließens ist, dass mit den LKW die weiter benötigten Gesteinsmassen dann über eine größere Distanz verfahren werden. Dies kostet Geld, verbraucht Treibstoffe und füllt die bereits vollen Straßen noch weiter.
Ganz abgesehen davon verschwindet langsam ein weiterer, eindrucksvoller Aufschluss in den Spessartgesteinen von der Bildfläche. Ein Teil des Geländes sollte als Geotop erhalten werden.

Hahnenkammsee
Der Wasserstand im "Hahnenkammsee" (hier am 31.08.2008) scheint im Gleichgewicht zu stehen. Infolge der steilen Wände wird der See kaum von Pflanzen besiedelt werden. Organisches Material nur durch den Eintrag aus der Luft erfolgen, so dass dem See ein langes Leben bescheinigt werden kann, wenn er denn nicht verfüllt wird. Da kein Abbau mehr erfolgt, sind die Aussichten auf Mineralfunde als sehr klein anzusehen, da praktisch nur das gefunden werden kann, was an den Felswänden durch die Verwitterung freigelegt wird. Belegstücke und Proben der Gesteine der Geiselbach-Formation sind dagegen immer noch zu gewinnbar.


Uhu!
Seit 2009 ist der Steinbruch auch als Brutstätte für einen Uhu und an solche trockenen Standorte angepasste Heuschrecken bekannt geworden. Diese Tiere benötigen einen offenen Lebensraum und somit wurde die behördlich verfügte Verfüllung öffentlich in Frage gestellt. Die Erhaltung und Freihaltung der Steinbruchwände verdient Unterstützung, da so das Geotop in dem sonst nirgens so gut aufgeschlossenen Gestein der Geiselbach-Formation erhaltungswürdig ist.


Der (Hahnenkamm-)See
Er wird inzwischen als "Hahnenkamm-See" bezeichnet und ist einer der wenigen Seen in felsigen Umfeld der Region. Die Entwicklung des Steinbruchs wie auch des Sees können Sie anhand der Bilder von 1975 bis 2015 nachvollziehen. Dabei ist es auch leicht, die geringe Tiefe von etwa 10 m zu erkennen, weil der Steinbruch hier nicht fortgeführt wurde. Beachten Sie auch die Färbung des Wassers und die markanten Stellen im Wasser mit dem sich ändernden Wasserstand:

Steinbruch 1975
01.08.1975
Der Steinbruch von August AMBERG  in dem Teil abbauend, wo später
die Aufbereitung erbaut werden wird. Damals fuhr ich mit dem Moped in
den Steinbruch.
Steinbruch 1986
10.08.1986
Mit dem Bau der damals neuen, großen Aufbereitung und der Siloanlage
kann die Produktion erhelblich gesteigert und der Steinbruch erweitert
werden.
Steinbruch 1991
01.06.1991
Der Steinbruch steht im bergwärts einfallenden Quarzit und infolge der
Tiefe bildet sich nach Regen der erste Tümpel.
Steinbruch 1983
07.08.1993
Der Steinbruch wird weiter nach Norden erweitert und erstreckt sich über
mehrere Sohlen. Infolge der Hanglage ist eine Wasserhaltung nicht
notwendig, da das Regenwasser einfach abfließt.
Steinbruch
16.07.1995
Das Regenwasser sammelt sich im tiefsten Teil des Steinbruches und bildet
einen See, der regelmäßig abgepumt werden muss.
ohne See
10.10.1999
Bedingt durch eine Wasserhaltung hat der tiefe Steinbruch keinen See
mehr.
Steinbruch 2000
17.06.2000
Man erkennt, dass man die Rippe aus Glimmerschiefer nicht abbaut und
dem Quarzit nach Norden und in die Tiefe herein gewinnt.
See 2001  
13.01.2001
Während der winterlichen Betriebsruhe bildet sich ein kleiner See.
See 2002
24.02.2002
Da im Winter keine Wasserhaltung erfolgt, läuft die unterste Sohle voll
Regenwasser
See 2003  
12.07.2003
Der Abbau folgt dem Quarzit in Richtung Norden
See 2003
22.02.2003   
Im Winter bildet sich aufgrund der hohen Niederschläge, des geringen
Verdunstungsgrades und der fehlenden Wasserhaltung ein See, der bei
geringer Tiefe mit einer Eisschicht bedeckt ist.
See 2004
15.05.2004
Nach dem Abpumpen wird der Abbau der Quarzitlagen in die Tiefe
fortgesetzt.
See 2005
30.04.2005
In den Sohlentiefsten bilden sich dauerhafte Pfützen
See 2006
15.01.2006
Die unterste Sohle wird nicht mehr vollständig herein gewonnen
See 2006
18.06.2006
Trotz Wasserhaltung bleiben auf den tiefsten Stellen dauerhafte Seen
bestehen.
See 2008
07.06.2007
Mit dem Einstellen der Pumpen beginnt sich die Steinbruchsohle mit
Regenwasser zu füllen.
See 2008
29.03.2008
Infolge des großen Anteils an Schwebstoffen wie Tonmineralien und
Hämatit ist das Steinbruchwasser braunrot.
See
16.08.2009
Nachdem der See steht, sinkt der größte Teil der Schwestoffe als
Sediment auf den Seeboden und das Wasser ist klar.
See 2010
02.09.2010
Mit jedem Gewitterregen wird neuerlich Trübe eingeschwemmt, so dass
das Wassser besonders auf der Südseite oft trüb ist.
Steinbruchsee
03.09.2011
Bei Windstille spielgeln sich die Steinbruchwänd eim klaren Wasser.
Steinbruch See Hemsbach
24.12.2011
Nach den starken Regenfällen des Dezember ist reichlich Sediment in der
See eingespült worden und das Wasser bekam damit eine rotbraune Farbe.
Eis auf dem See
11.02.2012
Der an Schnee arme Winter bringt strengen Frost, der den See völlig zu
frieren lässt.
Hahnenkamm-See
02.09.2012
Durch das Einfüllen von Erdaushub hat der See inzwischen deutlich an
Fläche verloren. Der Blick von höchsten Punkt des Steinbruchs
(Topographische Karte 1:25.000 Blatt Alzenau R 35 09 237,
H 55 49 840) geht weit über den Steinbruch hinaus bis nach
Geiselbach, Omersbach und Dörrnsteinbach.
Die Vegetation breitet sich sehr schnell aus.
Hahnenkammsee
26.01.2013
Der bei strengem Frost zugefrorene See wurde mit Eisregen und Schnee
bedeckt. Man erkennt gut die beginende Verfüllung von der
gegenüberliegenden Seite (Südseite).
Hahnenkammsee 2013
02.06.2013
Der regenreiche Mai 2013 hat auch Spuren am Hahnenkammsee hinterlassen,
denn der Wasserstand ist weiter gestiegen. Hinzu kommt, dass durch den
Eintrag des Aushubes und das Einschwemmen einer Feinfraktion das Kluft-
netz so abgedichtet wurde, dass weniger oder kein Wasser mehr versickert,
so dass nur die Verdunstung bleibt, die wegen der kalten und sonnenarmen
Witterung eine nur geringe Rolle spielt.
Hahnenkammsee 2014
18.04.2014
Gegenüber 2013 hat der Wasserstand kaum zugenommen, was aber auch
dem niederschlagarmen Winter und dem trockenen Frühjahr 2014
geschuldet ist.
Hahnenkammsee 2014
26.12.2014
Der Seespiegel ist infolge der geringen Niederschläge im Sommer und
Herbst 2014 und der zahlreichen Klüfte gegen den Nordhang kaum weiter
gestiegen. Offensichtlich wird keine Erde mehr eingefüllt, so dass sich die
Sedimente stabilisieren können.
Uhu-See
08.02.2015
Der Seespiegel ist auf der Nordseite ganz knapp über der Sohle gestiegen,
infolge der winterlichen Temperaturen hat sich eine glatte Eisfläche gebildet.
Der Steinbruchsee
02.08.2015
Infolge der lange anhaltenden Trockenheit und des fehlenden Regens ist
der Seespiegel etwa 1 m gesunken.
Steinbruchsee
05.05.2016
Infolge des reichlichen Niederschlags im Frühjahr 2016 ist der Wassser-
spiegel wieder angestiegen, liegt aber noch unter dem höchsten Stand.
Steinbruchsee
29.12.2016
Infolge der Trockenheit im Herbst und Winter 2016/17 ist der Seespiegel
wieder um etwa 0,5 m gesunken.


Die zunächst lokal geäußerten Befürchtungen, dass der See eine Gefahr für die tiefer liegende Wohnbebauung darstellt, ist mit Fakten kaum zu begründen. Selbst wenn man annehmen würde, dass der Wasserdruck von 1 bar (bei 10 m Tiefe) am Seegrund zu einem Einsickern in das Kluftnetz führt, dann steht die Schieferung gegen den Talhang, so dass kein Abrutschen von Felsmassen möglich ist. Auch ein Abgleiten von Glimmerschiefermassen in den See ist nicht in einer Größe zu erwarten, dass ein pötzliches Überlaufen eintreten könnte, wie man das von großen Stauseen beobachtet hat. 

Es handelt sich bei dem Wasser ausschließlich um Regenwasser, welches aus dem Einzugsgelände in den See läuft (wenn man so will ist es eine große Pfütze). Dies kann man damit begründen, dass es in Trockenperioden während des Steinbruchbetriebes keine Zuflüsse gab, so dass man in den sommerlichen Trockenperioden kein Wasser abpumpen musste. 

Die Befürworter der Erhaltung tagten am 13.10.2011 im Vogelschutzhaus in Mömbris. Dabei wurde ein Gutachten vorgestellt, welches aus rein biologischer Sicht ein Konzept für die Erhaltung der Roten-Liste-Pflanzen und ~Tieren vorsieht. Es sollte dahin gehend nachgebessert werden, dass ein größerer Teil der Felsen und des Sees erhalten bleiben, da sonst eine sehr schnelle Verlandung des Sees eintritt. Weiter ist die rein botanisch-zoologische Ausrichtung auf Dauer nicht tragfähig, da der Samenanflug aus dem umgebenden Wald sehr schnell die Verhältnisse ändern wird.

Der See mit einer relativ großen Tiefe von ca. 10 m ist eine Besonderheit, da eine Verlandung in den nächsten Jahrzehnten nicht erwartet werden muss, da in wenigen Jahren kaum mehr Sediment eingetragen wird (wenn die Verfüllung eingestellt würde). Dabei tritt eine thermische Schichtung ein, die im Jahreslauf wechselt und so das Wasser umwälzt. Der See hat nur im Norden ein steiles Ufer, so dass auch nur wenig Sediment eingetragen wird. Infolge der derzeitigen Verfüllung ist ein erheblicher Teil des Sees bereits verfüllt, da die erdigen Massen sich breeig im See weit ausbreiten und einen sehr flachen Böschungswinkel bilden. Dies kann bei gutem Wetter und dem klaren Wasser bereits sehen. Das südliche, flache Seeufer wird über kurz oder lang einen Rohrkolben - bzw. Schilfgürtel anwachsen lassen. Inzwischen konnten im Seewasser Aquariumfische aus Südamerika gesichtet werden.  

Die östliche Felswand aus den schräg einfallenden Glimmerschiefern wird infolge der Verwitterung, insbesondere nach Frost und Regen weiter abrutschen, so dass diese Wand in wenigen Jahren auf ca. 45° abgeböscht sein wird. Damit wird der oberhalb des Sees verlaufene Weg verschwinden, bis sich ein natürlicher Böschungswinkel aus Hangschutt eingestellt hat. Damit ist das die gefährlichste Fläche im Steinbruch.
Die gegenüber liegende Seite besteht aus Quarziten, die gegen den Hang einfallen und damit recht stabil sind. Aufgrund dessen wird diese Wand länger bestehen bleiben. Die starke Klüftung wird zwar dem Wasser einen Zutritt ermöglichen, da aber die durch den Frost gelösten Brocken in der Klüftung stehen, reicht diese Hemmung für einen Erhalt. Einzelne Felsen werden aber auch vom Frost zerkleinert und diese werden dann abgehen. Da sich unterhalb nur der See befindet, besteht für Menschen keine Gefahr.

Der nördliche Bereich des Steinbruchs eigenet sich für einen schönen Einblick, ohne dass Gefahr für Menschen besteht oder die Tiere im Steinbruch gestört werden. Hier besteht auch keine Gefährdung für Besucher (außer dass man dort ins Wasser fallen kann und infolge der Höhe der steilen Wand dann nicht mehr heraus kommt, sondern ans südlich Ufer schwimmen muss).
Die größte Gefahr für den Erhalt ist das Verwachsen mit Büschen und Bäumen. Infolge der Besamung durch den umgebenden Wald wachsen schon jetzt erschreckend schnell Bäume heran. Dies wird in den nächsten Jahren verstärkt anhalten, so dass ohne weitere Maßnahmen das Gelände in ca. 20 Jahren völlig zugewachsen sein wird. Das kann man an den vielen Steinbrüchen im Spessart sehen. Keine Felswand ist zu steil oder bietet keinen Halt für Pflanzen. Damit werden auch all die Pflanzen und Tiere verschwinden, die offene, trockene und warme Lebensräume benötigen. 

Zu einem Erhalt ist es in wenigen Jahren notwendig, die Bäume heraus zu schlagen. Das ist insbesondere in den Steillagen aufwändig und muss mit einer Sicherung erfolgen.

Der beste Schutz und die Erhaltung wäre ein moderat fortgeführter Abbau, mit einigen tausend m³/Jahr unter Verwendung einer mobilen Brecheranlage zum örtlichen bzw. gemeindlichen Wegebau bzw. für den lokalen Bedarf. Dies wäre auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten die wirtschaftlichste Lösung.

Aufgrund der Verhältnisse besteht kein Mangel an einer Alternative.

Alternativer Platz
Der älteste Teil des Steinbruches (aufgenommen am 11.02.2012) böte über Jahre hinweg die Möglichkeit Aushub zu deponieren. Hier standen früher die Betriebseinrichtungen wie Silos, Brecher und Werkstätten. Das ist der Steinbruchteil, den August Amberg als erstes in den 1970er Jahren abbaute. Die umgebenden Bergflanken und Felsreste zeigen leicht erkennbar die ursprüngliche Geländeform.

Für Interessierte hat es am Sonntag, den 06.05.2012 um 14.30 Uhr (Treffpunkt an der Kläranlage) eine Wanderung um den Steinbruch gegeben, bei der neben den geologischen Verhältnissen auch die historischen, botanischen und zoologischen Besonderheiten von verschiedenen Fachleuten erklärt werden. Leider wurde Antrag, in den Steinbruch zu gehen, von der Gemeinde Mömbris, abgelehnt. So blieb der Gang um den Steinbruch zusammen mit den LBV und weiteren Bürgern aus Mömbris. 

Es kamen etwa 75 Interessierte, darunter auch zahlreiche Bürger aus der weiteren Umgebung; die meisten stammten aus der Gemeinde Mömbris.
Leider war das Wetter etwas nass: 
  

Uhu Joachim Lorenz  Gudrun Griesbeck
Zur Anschauung diente ein ausgestopfter Uhu (Opfer eines Unfalls) von und durch den Sachverständigen Thomas Stadtmüller, Gesteins- und Mineralproben von Joachim Lorenz und Frau Griesbeck erläuterte die Historie des Steinbruchs (Fotos Andreas Völker, Rothenbuch).

Aussichtspunkt im Regen  
Leider wurden die Redebeiträge durch Regenschauer unterbrochen (Foto Andreas Völker, Rothenbuch). Der Steinbruch wurde beim Rundgang auf öffentlichen Wegen umrundet, so dass sich die Besucher selbst ein Bild machen konnten. Den nachtaktiven Uhu konnte man dabei nicht sehen. Zur Vermeidung von Störungen sollte der Steinbruch auch nicht begangen werden.

Das Konzept mit einseitigen Erhalt der steilen Böschung wurde durchkreuzt, weil der Uhu sich vom Verfüllen belästigt sah und einfach die Seiten gewechselt hat. Er brütet 2012 auf der anderen Seite, innerhalb der gefährlichen Steilwand.
Im Sommer 2012 wurde ein kommunaler Prozess eingeleitet, bei dem die Bürger der Gemeinde abstimmen dürfen. Jetzt kann man wieder hoffen, dass eine Mehrheit die zu der Abstimmung geht, für den Erhalt des einzigartigen Areals ist. 

Die lokale Tageszeitung "Main-Echo" berichtete in der Ausgabe Alzenau auf Seite 18 unter der Überschrift "Mehrheit für den Hahnenkammsee. Bau- und Umweltausschuss: Antrag der Mömbriser SPD setzt sich durch - jetzt ist der Marktgemeinderat am Zug", dass sich unter Umständen ein Wandel der Meinungen einstellen könnte. 

Das Main-Echo (Ausgabe Alzenau) vom Donnerstag, den 25. Oktober 2012 schreibt auf Seite 17 die aus Sicht der Geologen gute Nachricht: "Der Hahnenkammsee darf bleiben". Damit ist wohl auch das Verbleiben der Steinbruchwände für die nächsten Jahre gesichert, so dass der Aufschluss mit den Quarziten und Glimmerschiefern für zukünftige Interessierte zugänglich sein wird. Jetzt dürfen nur noch Bürgen aus Mömbris Material zum Einfüllen anfahren. Ein Problem für die Verwaltung ist die Verkehrssicherung der Steilhänge. 

Der Seespiegel steigt gegenwärtig weiter an. Im Gegensatz zu früher, wo das Kluftsystem das jährlich hinzu laufende Wasser größtenteils auf einer großen Fläche versickern ließ, war dies auch noch bis zur beginnenden Verfüllung so. Mit dem Einfüllen von tonig-erdigen Massen in großen Mengen, schoben sich die mit Wasser gesättigten Erden als Schlamm keilförmig in den See. Zusätzlich wurden durch das Regenwasser obflächliche Anteile in den See gespült (das konnte man nach Gewittern an der Farbe des Wassers erkennen), ist das Kluftsystem jetzt weitgehend abgedichtet, so dass kein Wasser in nennenswerten Mengen versickern kann. Totz des hohen Bodendrucks mit dem steigenden Wasserstand sickert die sehr feinen Trübe in alle Klüfte und bildet einen Verschluss, ähnlich wie man dies in der Technik bei Bohrungen anwendet (z. B. mit dem Produkt Wetronit). Aus diesem Grund wird der Seespiegel weiter ansteigen und auch die nächste Sohle erreichen und übersteigen, so dass dann auch kein Durchlaufen des Steinbruches mehr möglich ist.
Da hier nach Norden hin die Überdeckung an Hangschutt noch vorhanden ist, wird auch hier vermutlich kein Wasser durchgelassen, so dass dann der See ansteigt, bis er an der niedrigsten Stelle einen Überlauf hat, wo das dann zufließende Wasser ablaufen kann. Lässt man das zu, dann wird dann der Überlauf erodiert bis der feste Fels erreicht wird, was einer Erniedrigung des Wasserspiegels um ca. 2 oder 3 m gleich käme. Die Folge wäre das Eintiefen einer Rinne über die Zufahrtsstraße bis zum nächsten Bachlauf. Dies wird sicher verhindert, in dem man vorher ein Rohr eingräbt und so einen bestimmten Seespiegel einstellt, wie dies bei anderen Seen auch der Fall ist.
Solche Gedanken wurden in der örtlichen Tageszeitung bereits geäußert. 

Am Freitag, den 04.07.2014 titelt das Main-Echo auf S. 17: "Strom aus dem Hahnenkammsee? Hemsbacher Steinbruch: Mömbris prüft Fördermöglichkeiten für ein Pumpspeicherkraftwerk - Illegale Ausflügler anzeigen." Die Idee ist nicht neu und war bereits bei der Steinbruchbegehung am 6. Main 2012 vorgebracht worden. Neben den genannten Kosten in dem Beitrag müssten am See und dessen Einzugsgebiet erhebliche Veränderungen vorgenommen werden, denn in den Turbinen würde das nach Regenfällen schlammige Wasser nicht gut sein; bzw. es würde sich die Trübe im Unterbecken absetzen, was zu weiteren Aufwänden führen würde. Weiter müsste das Becken - also der Steinbruch so gesichert werden, dass keine Steine in das Rohrsystem gelangen könnten. Aber im Grundsatz könnte man das Karftwerk bauen.

Am Samstag, den 05.03.2016 berichtet das Main-Echo auf Seite 18: "Zugangsverbot für Steinbruch verschärft". Wer den Steinbruch besuchtm begeht Hausfriedensbruch bei der Gemeinde Mömbris. Mit einem Erlass der Naturschutzbehörde soll es ein generelles Betretungsverbot in der Zeit vom 15. Februar bis zum 31. August des Jahres geben, welches mit einem Bußgeld bewehrt sein wird. In der Nahe des Forstweges über dem Steinbruch soll eine Aussichtsplattform für Besucher entstehen, so dass man einen Blick in den Steinbruch haben wird.

Am Mittwoch, der 1. Juni 2016 fordert das Main-Echo auf Seite 17: "Weg bleiben vom Hemsbacher Steinbruch" und im Untertitel "Natur Bußgeld bis zu 25.000 € - Ab diesem Mittwoch gilt ein Betretungsverbot des Landratsamts". Die angekündigte Aussichtsplattform wird wohl erst 2017 erbaut.

Schilder im Wald
Seit dem Sommer 2016 wird auf einem zusätzlichen
Schild "Vogelschutz" des Landratsamtes/Untere
Naturschutzbehörde erläutert, dass in der Zeit vom
15.02.-31.08. des Jahres der Steinbruch aufgrund
einer Verordnung vom 24.05.2016 nicht betreten
werden darf,
aufgenommen am 29.12.2016


Literatur:
LORENZ, J. (1996): Lithiophorit und Dravit aus dem Quarzit-Steinbruch bei Hemsbach (Spessart).- Aufschluss 47, Heft November/Dezember 1996, S. 314 - 320, Heidelberg.
LORENZ, J. (2002): Crandallit und ein bauxitischer Ton aus dem Quarzit-Steinbruch bei Hemsbach im Spessart.- Aufschluss 53, Heft 4 Juli/August 2002, S. 201 - 208, 5 Abb., 4 Tab., Heidelberg
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- s. S. 792ff, 802.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
OKRUSCH, M., STREIT, R. & WEINELT, Wi. (1967): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt 5920 Alzenau i. Ufr.- S. 57 ff, S. 65 ff, München.


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