Die Kies- und Sandgruben im Maintal - auch Fundstellen für Mineralien und Gesteine?
Ja!
Und auch echtes Gold - aber nur in winzigsten Mengen.


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In Babenhausen entsteht derzeit eine neue Kiesgrube mit einer Aufbereitung.
Dafür sucht Fa. Schumann & Hardt Mitarbeiter,
aufgenommen am 20.05.2021


von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main


Kiesgrube  Kiesgrube VOLZ & Herbert
Die Kiesgrube der Fa. Volz und Herbert zwsichen Dettingen und Hörstein: links am 07.04.2002 und 24.12.2015

Kiesgrube Weber
Die Kiesgrube der Fa. Weber (Miltenberger Industriewerk)
Sand- und Kieswerke Fritz Weber GmbH & Co. Werk Großostheim.
aufgenommen am 30.04.2011



schwarzer Sand Gipssanddünen Gipssand
Links: schwazer Sand aus Lavateilchen, Erz, Hornblende, Augit, Gesteinsglas usw.
im Spülsaum am Strand von Lanzarote, Kanarische Inseln, 28.03.2011
Mitte: Sanddünen aus Gipssand, White Sands National Monument, Chihuahua-Wüste, Neu-Mexiko. USA, 04.05.1981
Rechts: Im Vergleich mit der Hand sieht man die Feinkörnigkeit des Gipssandes der White Sands, 04.05.1981


Das Gestein des Jahres 2016:

Sand

Sand ist ein Lockergestein mit einer Körnung von 0,063 - 2 mm (Definition). Bei uns besteht der zum größten Teil aus Quarz, aber es gibt auch Sande mit Kalkstein, Feldspäten, Olivin, Gesteinsglas, Eisenerzen, Gips, Glimmerplättchen, Gesteinkörnern (Basalt), ... Nach dem Vorkommen unterscheidet man Dünensande, Flussande, nach der Zusammensetzung auch Schwermineralsande. Oft sind noch Tonminerale in den Zwickeln vorhanden, die dem Sand eine Bindung verleihen. In der Erde ist der Porenraum zwischen den Körnchen meist voll Wasser.

Sand aus dem
                        Maintal
Dünensand aus der Sandgrube von Alzenau, 15.07.2006

Bunte Sande aus Alzenau

Auch das ist Sand: extrem bunte, verschobene Sande aus dem Pliozän in
der Sandgrube in Alzenau, 05.11.2016


Sand ist ein gesuchter Rohstoff. Jeder Bundesbürger verbraucht pro Jahr 4,6 t Sand! Der meiste Sand geht in die Bauwirtschaft (Mörtel, Beton, Schutzschichten, ...), aber man verwendet ihn auch als Gießereisand (Formsand), als Rohstoff zur Glasherstellung, Erzeugung von Schleifmittel (SiC, als Mineral Moissanit), Filtermassen bis hin zur Herstellung von Reinsilizium für die Chips in der Computerwelt und für Sonnenkollektoren. Aber das Vorkommen von wirtschaftlich brauchbarem Sand ist ungleich verteilt. So gibt es auf den Höhen der fränkischen Kalkgebiete gar keinen Sand. Und nicht jeder Sand kann für das Herstellen von Beton verwandt werden. In Norddeutschland führt der Gehalt an Flint (Chalcedon) infolge der Unverträglichkeit mit dem Zement zu Schäden ("Betonkrebs").
Der Sand zum Betonieren der vielen und sehr hohen Hochäuser in den arabischen Emiraten wird aus Australien angefahren, weil der heimische Wüstensand aufgrund der Kornoberfläche als auch der Korngrößenverteilung für die Betonzubereitung hochfester Betonbauwerke ungeeignet ist. Hier bahnt sich eine Lösung an, in dem man den Sand granuliert und so eine gewünschte Siebkennlinie erzeugt, was die Firma MultiCon aus München mit den von ihr entwickelten Anlagen erreichen kann; somit lassen sich riesige Sandvorkommen erschließen, die bisher nicht verwendbar waren.

Dünensand  Sand der Namib
Die bis zu 380 m hohen Dünen des 31.000 km² großen Namib-Sandmeers am Sossusvlei in Namibia, 11.04.2008. Daneben der feine Sand der Namib
bestehend aus gelblichem Quarz, weißen Feldspäten, grauen Kristallinbruchstücken und ganz wenig Glimmerblättchen und Erzkörnchen,
Bildbreite 2 cm.


Nicht wie Sand am Meer.
Infolge der konkurrierenden Flächennutzung und eines sehr eigennutzorientierten Naturschutzes in unserer Region (Maintal) wird der Sand in einigen Jahren zur Mangelware, da kaum noch neue Gewinnungsstellen (Kiesgruben) für Bodenschätze ausgewiesen werden können. Man wird ihn dann aus dem Rheingraben anfahren müssen - oder man gewinnt den Sand aus dem Aufarbeiten von den verwitterten Buntsandstein-Massen (Brechsande). Oder man recycelt den Beton bis auf die Größe von Sandkörnern, aber der Aufwand energetisch sehr hoch, da das mechanische Zerkleinern und Sieben ja einen hohen Aufwand an Maschinen erfordert.
Bausande sind in einigen Regionen der Welt bereits Mangelware, so dass man beispielsweise Strände in Teneriffa mit Sahara-Sand überschüttet. Der Weltverbrauch an Sand liegt derzeit bei etwa 40 - 50 Milliarden Tonnen pro Jahr!   

Grobsand Feinsand
Grober (links) und feiner (rechts) Sand aus dem Mainsand von Großwelzheim (Karlstein a. Main). Wie man an den eckigen Körnern
erkennen kann, besteht der Sand zum Teil aus gebrochenem Gut.
Bildbreite 3 cm


Kaimu Black Sand
Sand von der ehemaligen Kaimu Black Sand Beach auf der Hauptinsel Hawaii,
gesammelt am 23.03.1986. Die Beach wurde von einem Lavastrom des
Kilauea im Jahr 1990 zerstört. Der bei näherem Hinsehen nicht mehr schwarze
Sand besteht aus Olivin, Gesteinsglas, Gesteinbruchstücken, Magnetit und
etwas Hornblende,
Bildbreite 2 cm


Korallensand
Auch Hawaii: Sand von der Sandy Beach auf der Insel Ohau (Hawaii). Der
weiße Sand besteht aus kleinen Korallenbruchstücken, Foraminiferen und
diversen Hartteilen und Schalenbruchstücken von vielen marinen Lebewesen;
aufgesammelt am 11.04.1986.
Es ist der klassische Sand unter Palmen, den man in den Schuhen aus Hawaii hat,
Bildbreite 1 cm


Sand Goldstrand
Sand vom "Goldstrand" am Schwarzen Meer in Bulgarien. Darin sind auch
Sandkörner aus dem Spessart, die einst über die Donau dorthin gelangt sind.
Neben farblosem bis braunem Quarz, Eisenoxiden und Feldspat sind
reichlich Schalenteile von marinen Lebewesen enthalten,
Bildbreite 2 cm

Sahara-Sand
Sahara-Sand aus Lybien, überwiegend aus Quarz-Körnchen bestehend,
von Alfred NEUMANN,
Bildbreite 1,5 mm


Australischer Sand
Ornamentale Sanddünen
im Croajiugolong National Park, Victoria,
Australien,
aufgenommen am 02.11.1982


Sandflaschen
Sammlung aus Sandflaschen, meist aus den Ländern Israel, Jordanien und
Ägypten. Dabei wird mit verschiedenfarbigem Sand ein Muster erzeugt,
welches durch eine pralle Füllung fixiert wird. Der Sand ist teilweise auch
anthropogen gefärbt, Sammlung von Alf DIETERLE, Kleinheubach,
aufgenommen am 15.10.2016

Sand Babenhausen
Holozäne Verwerfung (Staffelbruch) im Sand der Kiesgrube am Akazinhof bei
Babenhausen. Dies belegt, dass es auch merkliche Erdbeben in unserer Region
gibt, deren Risse bis zur Oberfläche durchgepaust werden. Der Geologenhammer
ist 40 cm lang und steht rechts der Störung,
aufgenommem am 19.02.2021


Gersprenz-Sand
Der Sand der Gersprenz aus dem nahen Odenwald sieht völlig anders aus als der Sand aus dem Main. Der Anteil an Feldspat und anderen Mineralien wie Hornblende und Glimmer in Sandkorngröße ist wesentlich höher, der Rundungsgrad geringer. Eine Besonderheit ist das sehr reichliche Vorkommen von typischen "Löss-Schnecken", in der Hauptsache die Kleine Bernsteinschnecke (Succinella oblonga), die in Schrägschichtungskörpern einer hochglazialen Serie von groben und feinen Sanden ganze Lagen bilden kann; aufgenommen am 08.06.2021 in der Kiesgrube der Fa. Krichbaumer bei Hergershausen.
Diese Sande wurden mittels Luminiszenz datiert (HOSELMANN et al. 2018:35): 19,8 ± 1,2, 24,0
± 1,4 und 22,3 ± 1,3 ka, so dass die etwa 8 m hoche Abbauwand in ungefähr 5.000 Jahren während der kältesten Phase der letzten Eiszeit aufgeschüttet wurde.

Eisenhydroxide
Eisenhydroxide im Sand, ohne Rücksicht auf eine Schichtung,
die hier nahezu horizontal verläuft. Gesehen in der Kiesgrube
Akazienhof bei Babenhausen am 27.07.2021

 


Wichtiger Hinweis:
Vorsicht an Wänden und Schüttkegeln, denn sie können plötzlich rutschen. Auch an den Absetzteichen für das Wasser besteht die Gefahr, dass man im Schlamm einsinkt!
Leider wurde in diesen Kiesgruben die Aufbereitung so gebaut, so dass man nach der Aufgabe das Material durch den Brecher laufen lässt, so dass keine ungebrochenen Überkornhalden mehr entstehen.
Für den Sammler von Mainschottern bedeutet dies, dass man nur im Bereich der Wände ungebrochene Kieselsteine sehen kann.
 



Zusammenfassung
In den meist flächenreichen Kiesgruben können bei entsprechenden Verhältnissen die vielflätigen Gesteine, Fossilien und Mineralien in unterschiedlich großen Stücken gefunden werden, die oberhalb der Lage vom Main und seinen Nebenflüssen aufgenommen und hier mehr oder weniger gerundet und zerkleinert abgelagert wurden.
 

Lage
Kies- und Sandgruben gibt es von Wertheim dem Main folgend bis nach Mainz, besonders in der Nähe der Ortschaften Miltenberg, Obernau, Großostheim, Niedernberg, Stockstadt, Kleinostheim, Mainhausen, Babenhausen, Alzenau, Langen, Frankfurt, ......

Hier sollen bespielhaft zwei der vielen Kiesgruben aufgeführt werden:

 

Geologie
Unter einer geringmächtigen Bodenbedeckung von ca. 0,5 - 4 m beginnt ein lehmiger, sehr zäher Kies, der nach 1,5 m in den gewünschten ton- und lehmfreien Kies übergeht. Der Grundwasserspiegel liegt innerhalb der Mainniederungen bei ca. 3-4 m unter der Geländeoberfläche. Diese pleistozänen Ablagerungen des Maines aus wechsellagernden Sanden und Kiesen, oft schräg geschichtet, sind hier ca. 6-7 m mächtig:

Kies
aufgenommen am 19.08.2008

Unter ihnen folgen pliozäne Tone und Sande, leicht erkennbar an der gelblichen bis grauen Färbung und an der darin vorkommenden Braunkohle (Lignit). Stellenweise wurden auch so große Holzmengen sedimentiert, so dass diese als Braunkohlen-Lagerstätten abgebaut wurden. Ein Teil der Seen zwischen den Ortschaften Großwelzheim, Kahl, Alzenau und Großkrotzenburg sind dabei entstanden. Die Kohle wurde im Kraftwerk des RWE bei Großwelzheim verstromt. Infolge der Kleinheit der Vorkommen und der strukturellen Verhältnisse (Trinkwassergewinnung, Überbauung, forstliche Nutzung usw.) ist ein Abbau der noch vorhandenen Vorräte realitätsfern.
Infolge der gestiegenen Niederschläge ist der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren um etwa 1 m angestiegen.
 

Historie der Fa. Volz
Die Gewinnung von Sand und Kies hat in der Region lange Tradition. Früher wurde das Material von Hand gewonnen und mit Pferdewagen abgefahren. Später wurde mit Baggern und LKW, dann in großen Anlagen mit Schwimmbaggern und Förderbändern gearbeitet, wobei das Gestein auch gesiebt und gewaschen wird. Die meist mit Grundwasser gefüllten Seen wurden lange Jahre als Müllkippen genutzt, teilweise aber auch zur Schwimmbädern eingerichtet. Auch finden sich Mehrfachnutzungen, z. B. für Freizeitangler, Windsurfer usw.

Die Kiesgrube der Fa. Volz und Herbert in Hörstein wurde ca. 1990 begonnen, nachdem sich der Betrieb in Kahl nicht mehr ausdehnen konnte. Man kann aber insgesamt auf eine 100 jährige Tradition zurückblicken. Die Firma produziert und liefert Sand, Kies, Böden für den Gartenbau, Recycling-Materialien - z. B. für den Wegebau, Schotter, Brechsande und Steine für die Gartengestaltung. Seit dem Sommer 2008 auch einen Fertigbeton bereits ab 150 kg für Selbstabholer, wenn man beispielsweise eine Gartenmauer oder einen Weg damit befestigen will.
Betonmischer
Die Betonmischanlage für Fertigbeton in kleinen Mengen am 26.07.2008
 

Mineralien und Gesteine
Der Kies besteht im Bereich der Überkornhalden (siehe Bild unten) aus folgenden Bestandteilen, wobei der Buntsandstein bei weitem überwiegt (ca. 60-70%):

Überkornhalde Überkornhalde in der Wintersonne
Überkornhalden der Kiesgrube, rechts am 15.12.2007 in der winterliechen Nachmittagssonne

Manche der hier aufgeführten Arten wurden in den ca. 35 Jahren unterscheidlich intensiven Sammelns nur ein einziges Mal gefunden.

Die Korngröße reicht vom Ton über Sand bis zu mehreren Tonnen schweren Driftblöcken aus Sandstein, Diorit, verkieselter Zechstein-Dolomit und Gneis, die in die Gartengestaltung in der Umgebung der Kiesgruben Verwendung finden.

Die Fundmöglichkeiten sind nach längeren Regenperioden am besten. Es lohnt sich in der Regel nur die Geröllhalden abzusuchen, da hier das Überkorn vor dem Brechen zwischengelagert wird.

Olivin-Basalt
Basaltisches Gestein mit reichlich Olivin, der
herausgewittert die Pockennarbige Oberfläche
erzeugt. Das Stück stammt vermutlich aus der
Heldburger Gang-schar. Gefunden 1969 in den
Mainschottern bei Dettingen, als der Main
begradigt wurde,
Bildbreite 9 cm
Quarzit
Gut gerundeter und gebänderter Quarzit
(metamorph) aus dem Mainbett beim Aus-
baggern der Flussrinne gewonnen und in
Dettingen 1971 aufgesammelt,
Bildbeite 11 cm
Kieselsteine
Der "Kieselstein" schlechthin: Abgerollte
Quarze mit einem hohen Rundungsgrad aus
dem Flussbett des Mains und 1971 Mainufer
bei Dettingen aufgelesen. Der Ursprung ist der
Spessart, der Odenwald und die Kristallinge-
biete am Oberlauf des Mains, also Frankenwald,
Fichtelgebirge oder Oberpfälzer Wald,
Bildbreite 12 cm

Sandstein
Toniger Sandstein unbekannter Herkunft aus
dem Mainschotter von Dettingen und gefunden
1969. Hier zeigt es sich, dass man ohne mikros-
kopischen Befund nicht entscheiden kann, ob
das Gestein aus der Natur stammt oder einen
anthropogenen Hintergrund hat,
Bildbreite 10 cm

Flint
Ungewöhnlicher Flint (Feuerstein) mit einer
weißlichen Verwitterungsrinde; gefunden
1971 in der ehemaligen Kiesgrube Schultz
zwischen Dettingen und Kleinostheim,
Bildbreite 9 cm
Kieselstein
Relativ großer, gut gerundeter Kieselstein aus
einem grauen Quarz-Geröll. Das Stück stammt
sicher aus dem Spessart (oder Odenwald),
gefunden 1974 in der ehemaligen Kiesgrube W.
RACHOR zwischen Kleinostheim und Dettingen,
Bildbreite 15 cm
Quarzit
Quarzit als verkieselter Zechstein-Dolomit aus
der ehemaligen Kiesgrube Schultz zwischen
Dettingen und Kleinostheim. Das größere Stück
wurde hier 1974 gefunden,
Bildbreite 13 cm
Amphibolit
Gut gerundeter Amphibolit aus dem Kristallin
des Spessarts (oder Odenwalds) aus der ehe-
maligen Kiesgrube der Fa. Wilhellm RACHOR
zwischen Dettingen und Kleinostheim,
Bildbreite 10 cm
Kieselsteine
Gut abgerollte, verschiedenfarbige Quarz-
gerölle aus der Kiesgrube W. Rachor in Kleinost-
heim. Solche Quarze sind sehr betsändig und
können über mehrerehundert Kilometer in einem
Fluss transportiert werden. Die aus dem Main
findet man, wenn auch dann kleiner, noch in
Holland,
Bildbreite 11 cm

Basalt
Vulkanisches, basaltisches Gestein mit einer
ganz typischen Verwitterungsrinde und den
Grübchen wo die leicht zersetzlichen Olivin-
Körner fehlen. Solche Gesteine kommen auch
aus der Oberpfalz zu uns. Gefundnen 1973 im
Kies der Kiesgrube Rachor bei Kleinostheim,
Bildbreite 12 cm

Gneis
Rissiger, gut gerundeter Gneis, vermutlich aus
dem Spessart-Kristallin (Rotgneis-Komplex)
mit einem gering mächtigen Quarz-Gang
(rechts am Stück zu sehen) aus der Kiesgrube
RACHOR zwischen Dettingen und Kleinost-
heim; gefunden 1974,
Bildbreite 8 cm
Turmalin
Geröll auf weißem Quarz mit reichlich dünn-
nadeligen Turmalin-Kristallen (Schörl) aus
dem Kristallin des Spessarts. Solche Gesteine
kommen um Aschaffenburg vor. Ausgelesen
1987 aus dem Überkorn der Kiesgrube Volz &
Herbert zwischen Hörstein und Dettingen,
Bildbreite 9 cm
Granat-Amphibolit
Ein ganz seltenes und auffallendes Gestein:
Granat-Amphibolit mit unbekannter Herkunft.
Das Geröll wurde 1975 aus dem Überkorn der
Kiesgrube Rachor zwischen Dettingen und
Kleinostheim aufgelesen,
Bildbreite 10 cm

Brekzie
Eine Brekzie mit einer kalkigen Bindung, sehr
wahrscheinlich aus den Kalkgebieten mainauf-
wärts oberhalb von Marktheidenfeld. Gefunden
1971 in der Kiesgrube Rachor nördlich von
Kleinostheim,
Bildbreite 11 cm
Dendriten
Ein nicht bekanntes, kieseliges Gestein mit zahl-
richen Klüften, in denen sich schwarzes Mangan-
oxid abgeschieden hat. Gefunden 1972 im Kies
der Kiesgrube Rachor bei Kleinostheim. Hier ist
es nicht möglich, eine Herkunft im Main-Einzugs-
gebiet anzugeben,
Bildbreite 8 cm

Kieselschwamm
Zwei Kieselschwämme als verkieselte Fossilien
aus dem Kalkstein den Kalkvorkommen im
Main-Ein-zugsgebiet oberhalb von Wertheim.
Diese hartenFossilien sind meist länglich und
besitzen eine achsiale Bohrung, die oft leichter
verwittert und so ein Loch hinterlässt. Die Ge-
steinsaufbau ist - dort wo man es erkennen
kann - schwammig, wie man in dem rechten,
weißen Stück sehen kann. Gefunden 1972 in
der Kiesgrube Rachor bei Kleinostheim,
Bildbreite 10 cm

Ortstein
Ortstein. Eine durch Eisenhydroxide erzeugte,
harte Verkittung des örtlichen Kieses, meist an
der (früheren) Grenze zwischen Grundwasser
und der Atmosphäre und damit die Grenze
zwischen dem reduzierenden Grundwasser und
der oxidierenden Luft. 1973 gefunden im Kies
der Kiesgrube Rachor bei Kleinostheim. Das
Stück wurde zum Erhalt mit einem Kunststoff
gefestigt,
Bildbreite 10 cm
Sandstein
Eine andere Art des "Kugelsandsteins", bei
dem im Sandstein (hier kieselige) Konkretionen
gebildet wurden, die etwas härter sind als der
normale Sandstein, und so etwas hervorstehend
heraus präpariert werden. Gefunden 1972 im
Kies der Kiesgrube Rachor südlich von
Dettingen,
Bildbreite 9 cm
Quarz Muskovit
Gangfömige, pegmatoide Masse aus reichliche
Muskovit, Quarz und etwas Feldspat ohne
akzessorische Mineralien wie Turmalin. Das
Stück stammt aus der Mömbris-Formation des
Spessarts und wurde 1971 in der Kiesgrube
Rachor bei Kleinostheim gefunden,
Bildbreite 11 cm

Sandstein
Bänder von Eisenhydroxid (Goethit) im Sand-
stein des Buntsandsteins aus Spessart oder
Odenwald, gefunden 1971 in der Kiesgrube
Rachor bei Kleinostheim,
Bildbreite 8 cm
Rhyolith
Bröseliger Rhyolith (Quarz-Porphyr) welches
man dem Vorkommen von Sailauf zuordnen
kann. Gefunden 1971 in der Kiesgrube der Fa.
Rachor nördlich von Kleinostheim,
Bildbreite 10 cm
Kieselschiefer
Außergewöhnlich großes Stück eines Kiesel-
schiefers aus dem Mainschotter von Großost-
heim, gefunden 2016. Diese markanten Gesteine
mit der auffallenden Kombination aus schwar-
zem Gestein mit weißen Adern sind Bestand-
teil aller jungen Mainschotter (Leitgeröll).
Bildbreite 20 cm

Radiolarit
Flaches Stück eines Radiolarit (anderer Name
für Kieselschiefer) mit weißen Rissfüllungen
aus Quarz aus der Kiesgrube Weber in Groß-
ostheim, gefunden 2019. Unter dem Mikroskop
in einem Dünnschliff hat man grundsätzlich
die Möglichkeit noch Radiolarien zu sehen.
Die schwarze Farbe des Gesteins resultiert aus
dem Gehalt an organischem Kohlenstoff
Bildbreite 12 cm

Lydit poliert
Lydit (anderer Name für Kieselschiefer) aus dem
Main-Schotter, angeschliffen und poliert. Man
sieht darin die sehr kleinstückigeZerlegung des
Gesteins und die Ausfüllung durch weißen Quarz,
gefunden 1999 in der Kiesgrube der Fa. Volz
& Herbert zwischen Hörstein und Dettingen,
Bildbreite 10 cm
Kalkoolith
Kalkoolith (auch als "Rogenstein" bezeichnet)
als Geröll aus der Kiesgrube Volz & Herbert;
gefunden 2019,
Bildbreite 9 cm
Problematikum
Von außen ein Kieselholz, aber innen gar nicht
nach einem Holz aussehend. Es handelt sich
um Prototaxites, einem merkwürdigen Gewächs
aus dem Devon. Hier stellt sich die Frage nach
der Herkunft, denn im heutigen Einzugsgebiet
des Mains gibt es kein terrestrisches Devon.
Bildbreite 7 mm
 Schwersand
Schwersand aus Zirkon, Granat, Eisenoxiden,
usw., gewaschen aus dem Sand,
Bildbreite 1,5 mm




Grundsätzlich könnte man alle Gesteine aus dem Einzugsgebiet des Mains oderhalb der jeweiligen Fundstelle finden - theoretisch. In der Praxis reduzieren sich die Funde auf relativ wenige Gesteine, die aufgrund der Eigenschaften einen mehr oder minder langen Transport überstehen. Weiche Gesteine werden zerrieben (Löss, Kalksinter, Marmor, Baryt, ...), andere sind zu selten (durch die "Verdünnung" mit den anderen Gesteinen; hier wären der Eklogit, Spessartit, usw. anzuführen), kommen natürlich kaum in kleinen Stücken vor (Diorit, ...) oder werden leicht aufgelöst (Gips, ...), so dass sie im Geröllspektrum fehlen.

Eklogit
Beispiel für ein Gestein, welches noch nicht am Untermain aufgefunden wurde:
Auffallend schwerer Eklogit aus grünem Omphacit (Klinopyroxen) und
braunrotem Granat (Pyrop) von der Fundstelle Silberbach bei Konradsreuth
bei Hof (Typlokalität für Omphacit), Bildbreite 9 cm,
gefunden von Karlheinz Gerl, Oberkotzau.

Gold
Wäscht man eine größere Masse an Sand und Kies durch, so erhält man die dunkle Schwermineralfraktion aus Hämatit, Magneit, Ilmenit, Granat, Staurolith und anderen Mineralien. Das Verfahren ist sehr anstrengend, kann im Winter nicht ausgeführt werden und die Ausbeute liegt im Bereich von µg.
Thomas Weis mit der Waschpfanne Maingold
Darunter auch etwas gediegen Gold, wie im Bild rechts zu sehen ist. Die Flitter sind nur 0,1 mm groß!.
Der Gehalt ist sehr klein und hat selbst im Mittelalter nicht für ein Waschen ausgereicht. Details zu dem Goldfund können Sie hier nachlesen. 
aufgenommen am 01.06.2008

Gold aus dem Fichtelgebirge
Das Gold kommt wahrscheinlich aus dem Fichtelgebirge; hier ist die Korngröße deutlich größer (Sammlung A. MOHRHARD, Aschaffenburg).

Museum Goldkronach Gold aus
        Goldkronach
Wer sich über die Herkunft des Goldes informieren will, dem sei das Goldmuseum in Goldkronach bei Bayreuth wärmstens empfohlen. Links ist das alte
Forstgebäude zu sehen, in dem das Museum eingerichtet wurde. Rechts sieht man eine Lupe vor einem Stück Quarz, in dem etwas von dem mm-großen
Gold als Berggold zu sehen ist.
aufgenommen am 28.12.2008

Es ist am Oberlauf des Mains Gold in Gramm-Mengen Gold gefunden bzw. gewaschen worden, dass man daraus Medaillen geprägt hat:
Maingold-DukatMaingold-Medaille
2020 wurden 60 Medaillen mit einem Gewicht von etwa 5,5 g geprägt, so dass das etwas mehr als ein früheren
Dukat entspricht (~3,5 g). Der Feingehalt beträgt 920, was 92,05 % Au entspricht. Weiter sind 7,26 % Ag, 0,030 % Pd
und 0,011 Pt enthalten. Die restlichen 0,649 % sind wahrscheinlich Cu, Fe und andere Elemente wie Hg, die nicht
analysiert wurden. Der Durchmesser liegt bei 22,3 mm und die Dicke bei 1 mm. Die Stempel wurden von Victor
HUSTER aus Baden-Baden gestaltet. 


Literatur
[Anon.] (1966): Aus der Geschichte der RWE-Betriebsverwaltung Dettingen und ihrer Vorgängerin, der "Gewerkschaft Gustav".- Unser Kahlgrund Heimat Jahrbuch für den Landkreis Alzenau, S. 134 - 143, Alzenau.
[Anon.] (1999): 100 Jahre Firma Volz: Vom Einmann-Betrieb zum kompetenten Partner der Bauwirtschaft.- Main-Echo vom Donnerstag, 19. August 1999, S. 19, [Main-Echo & Kirsch] Aschaffenburg.
ALTMEYER, H. (1964): Reste devonischer Algenbäume als Rheingerölle.- Der Aufschluss 15, S. 209 - 212, Heidelberg.
ALTMEYER, H. (1964): Zur Bestimmung verkieselter Hölzer aus Rheingeröllen bei Köln.- Der Aufschluss 15, S. 287 - 291, Heidelberg.
ALTMEYER, H. (1989): Über weitere Rheingerölle.- Aufschluss 40, S. 197 - 200 Heidelberg.
Autorenkollektiv (1936): Die nutzbaren Mineralien, Gesteine und Erden Bayerns.- II Band Franken, Oberpfalz und Schwaben nördlich der Donau, 509 S., [Verl. R. Oldenbourg und Piloty & Loehle] München.
Autorenkollektiv (1986): 400 Millionen Jahre Wald.- Aktuelle Geo-Information der Freunde der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie, 64 S., München.
Autorenkollektiv (1998): 100 Jahre RWE 70 Jahre RWE Dettingen 40 Jahre VAK.- Karlsteiner Geschichtsblätter 8, November 1998, 36 S., [Kolb-Druck] Karlstein.
BEISER, V. (2021): Sand. Wie uns eine wertvolle Ressource durch die Finger rinnt.- 315 S., ohne Abb., [oekom Verlag] München. (in sicher interessantes wirtschafts- und gesellschaftspolitiches Buch über den Rohstoff Sand, aber die deutsche Übersetzung krankt daran, dass kein Geo- oder/und Mineraloge lektoriert hat; es sind zahlreiche Fehler enthalten, die vermutlich bereits im amerikanischen Original enthalten sind und dann noch weitere "Übersetzungsfehler", die aufgrund der Fachfremdheit eingebaut wurden)
EIKAMP, H. (1976): "Blitzröhren" - Bildung von Sand- und Felsfulguriten.- Aufschluss 27, S. 225 - 227, Heidelberg.
GARUTT, W. E. (1964): DAS MAMMUT.- Die neue Brehm Bücherei, Band 331, 140 S., Wittenberg-Lutherstadt.
Gewerkschaft Gustav & Geschichtsverein Karlstein a. Main (2004): 100 Jahre Gewerkschaft Gustav.- Karlsteiner Geschichtsblätter Ausgabe 9, August 2004, 56 S., zahlreiche SW-Abb., [Kolb Offsetdruck] Karlstein.
HARDER, H. (1993): Zur Entstehung von verkieselten Hölzern.- Aufschluss 44, S. 23 - 31, Heidelberg.
HEINRICH, A. (1984): Eine neue Skelettrekonstruktion des Wollnashorns Coelodonta antiquitatis BLUMENBACH im Museum Bottrop.- Aufschluss 35, S. 391 - 394, Heidelberg.
HOSELMANN, C., LAUPENMÜHLEN, T., BOHATY, J., RADKE, G., WEBER, G., & WEIDENFELLER, M. (2018): Field Trip C (27 September 2018): Fluviatile und äolische Ablagerungen im Rhein-Main-Gebiet, DEUQUA Spec. Pub., 1, 29–52, 20 Abb., 1 Tab., https://doi.org/10.5194/deuquasp-1-29-2018.
KRÜGER, F. J. (1977): Ein Flintgeröll mit Nasenmarken.- Aufschluss 28, S. 401 - 402, Heidelberg.
KÜHNE, W. G. (1983): Gold für uns aus der Kiesgrube.- Aufschluss 34, S. 215 - 218, Heidelberg.
LORENZ, J. (2019): Steine um und unter Karlstein. Bemerkenswerte Gesteine, Mineralien und Erze.- S. 12 - 13, 17, 32 - 33, 36 - 37, 40, zahlreiche Abb..- in Karlsteiner Geschichtsblätter Ausgabe 12, 64 S., Hrsg. vom Geschichtsverein Karlstein [MKB-Druck GmbH] Karlstein.
KÜHNE, W. G. (1985): Paläontologische Silexforschung I, ein Programm.- Aufschluss 36, S 239 - 243, Heidelberg.
LORENZ, J. & WEIS, T. (2008): Gediegen Gold aus den Mainschottern am Unterman.- Der Aufschluss 59, S. 213 - 219, 4 Abb., 2 Tab., [VFMG] Heidelberg. 
LORENZ, J. & JUNG, J. (2009): Die Mainkiesel. Quarz, Sandstein, Gold und Fulgurite. Ein Beitrag zu den Sedimenten des Maines und seiner Zusammensetzung, der Herkunft und wie man daraus den früheren Mainlauf ableiten kann.- Spessart Monatszeitschrift für die Kulturlandschaft Spessart 103. Jahrgang, Heft 6/2009, S. 3 - 29, 85 Abb., [Main-Echo GmbH & Co KG] Aschaffenburg.
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- s. S. 767ff.
LOTH, G., GEYER, G., HOFFMANN, U., JOBE, E., LAGALLY, U., LOTH, R., PÜRNER, T., WEINIG, H. & ROHRMÜLLER, J. (2013): Geotope in Unterfranken.- Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz Band 8, S. 62,  zahlreiche farb. Abb. als Fotos, Karten, Profile, Hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, [Druckerei Joh. Walch] Augsburg.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
OKRUSCH, M., STREIT, R. & WEINELT, Wi. (1967): Erläuterungen zur Geologischen Karte v. Bayern. Blatt 5920 Alzenau i. Ufr.- 336 S. München 1967  
PAULI, P. & JUNG, J. (2018): Als der Main Berge formte. Vier Erhebungen am Flussufer im Ost- und Südspessart haben eine besondere Vergangenheit – Das Himmelreich bei Kreuzwertheim könnte der nächste dieser Umlaufberger werden.- Spessart Monatszeitschrift für die Kulturlandschaft am Main 112. Jahrgang, Heft Januar 2018, S. 14 - 20, 10 Abb., 1 Tab., [Main-Echo GmbH & Co KG] Aschaffenburg. 
PÄTZ, H., RASCHER J. & SEIFERT, A. (1986): Kohle - ein Kapitel aus dem Tagebuch der Erde.- 150 S., Frankfurt.
PROBST, E. (1986): Deutschland in der Urzeit. Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit.- 479 S., München.
RENFTEL, L.-O. (1995): Verbreitung und Ausbildung pliozäner Ablagerungen in der Umgebung von Hanau.- Jber. wetterau. ges. Naturkunde 146 - 147, S. 55 - 70, Hanau.
RÜCKER, E. (1974): Erinnerungen an das Braunkohlenbergwerk in Großwelzheim.- Unser Kahlgrund Heimat Jahrbuch 19, S. 90 - 92, Alzenau.
RÜCKER, E. (1980): Torfstich vor 150 Jahren in Großwelzheim, Kahl und Emmerichshofen.- Unser Kahlgrund Heimatjahrbuch 25, S. 86 - 89, Alzenau.
RÜCKER, E. (1982): Kahl am Main im Wandel der Jahrhunderte.- Hrsg. von der Gemeinde Kahl am Main, 544 S., [D. Steiner] Kahl.
RUTTE, E. (1987): Rhein.Main.Donau. Wie - wann - warum sie wurden. Eine geologische Geschichte.- 154 S. Sigmaringen
SEIDENSCHWANN, G. (1980): Zur pleistozänen Entwicklung des Main-Kinzig-Kahl-Gebietes.- Rhein-Mainische Forschungen Heft 91, 194 S., Frankfurt
SEIDENSCHWANN, G., GRIES, H. & THIEMEYER, H. (1995): Die fluvatilen Sedimente in den Baugruben des Wohnparks Mühlheim zwischen Ebertstraße und Offenbacher Straße in Mühlheim/Main.- Jber. wetterau. ges. Naturkunde 146 - 147, S. 71 - 86, Hanau.
STÜRMER, W. (1959): Untersuchungen an Kieselschiefer-Geröllen des Maines.- Nachr. Naturw. Museum Aschaffenburg 63, S. 1 - 25, 5 Tafeln, Aschaffenburg.
TYROFF, H. (1978): Fossile Kieselhölzer im Maintal von Weilbach bei Flörsheim.- Aufschluss 29, S. 287 - 297, Heidelberg.




Kiesgrube Fa. Weber bei Großostheim

In der Kiesgrube in unmittelbarer Nähe zum Flughafen bei Großostheim werden die Kiese mittels eines Schwimmbaggers abgebaut. Man fördert bis aus einer Tiefe von 22 m dann tertiäre Sande und Kiese ab. Diese werden in einer aufwändigen Aufbereitung zu verschiedenen Klassierungen verarbeitet. 

Schwimmbagger Greifer
Der ca. 350 t schwere Schwimmbagger fördert weitgehend automatisiert den Kies aus dem See. Der 8 m³ fassende Greifer schüttet den Rohkies auf
einen Rost, über den die großen Steine und Tonbrocken ausgesiebt werden,
aufgenommen am 05.07.2013.

Kiesgrube
Der Rohkies wird über Förderbänder zur Aufbereitung gebracht,
aufgenommen am 03.07.2020

Der Abbau stellt auch bis zum Grundwasserspiegel Wände frei, die aber aufgrund der geringen Bindung im Kies keine lange Standzeit haben. Unter dem Ackerboden sind sandige Tonsteine aufgeschlossen, die sehr scharf abgegrenzt in den Sand und dann Kies übergehen (siehe das Foto vom Würgeboden unten).
Der frei gelegte Kies zeichnet sich durch einen hohen Anteil (geschätzt 95 %) an Sandsteingeröllen aus. Kristalliengesteine fehlen fast völlig (der Spessart kann nichts geliefert haben und die Kristallingebiete Oberfrankens sind 300 km mainaufwärts). Vulkanische Gesteine wie Basalt stammen wohl größtenteils aus dem nahen Odenwald, von der Heldburger Gangschar und vielleicht auch aus der Oberpfalz, die vielen Kieselschiefer bezeugen einen pleistozänen bis holozänen Schotterkörper des Mains. Selten finden sich Stücke aus verkieseltem Holz. Kalkgerölle aus dem Muschel- und Keuperkalk sind nicht sehr häufig und kaum angelöst. Kieselsteine aus kristallinem Quarz sind in kindskopfgroßen Stücken zu sehen, aber auch selten. 

Bemerkenswerte Beobachtungen und Funde aus der Kiesgrube:

Kies
Der Kies ist stellenweise sehr reich an Geröllen
und ein typisches Produkt eines extremes Kalt-
klimates während des Hochglazials der würm-
zeitlichen Vereisung. Tonanteile und organische
Stoffe oder Reste fehlen völlig;
aufgenommen am 30.04.2011
dunkler Hornstein
Kieselschiefer - oder ein dunkler Hornstein?
Bildbreite 7 cm
Flint aus Großostheim
Flint als Geröll mit der typischen Farbe, dem
typisch muscheligen Bruch und dem Glanz
auf den Bruchflächen, gefunden am 25.08.2013 
Bildbreite 10 cm, 
Kies Fa.
              Weber
Ungebrochener Kies, hauptsächlich aus
Sandsteingeröllen
bestehend,
aufgenommen am 30.04.2011 

Mainachat   Konkretion aus Hornstein mit einem roten Achat
mit einer glaskopfartigen Oberfläche im einst
hohlen Innern; am Rand ist die umnlaufende
Bänderung deutlich erkennbar, Bildbreite 6 cm,
gefunden am 14.06.2012.
Das ist der einzige Fund eines solches Mainachats,
die aus dem Oberlauf  des Mains bekannt sind. Die
als "Mainachate" bekannten Gerölle stammen ur-
sprünglich aus dem Grenzkarneolhorizont des
Buntsandsteins im Raum Bayreuth - Kulmbach
und Kronach in Oberfranken (SCHEIDER 2005).

Würgeboden
Über dem reinen Schotter sind Sandlagen mit
Tropfen- und Würgeböden angeschnitten, die
das Periglazial der Region bezeugen. Über dem
Sand befindet sich eine Tonschicht, die tropfen-
förmig in den Sand eingedrungen ist,
aufgenommen am 30.04.2011
Eisdriftblöcke  
Eisdriftblöcke bis zu einem Gewicht von ca. 1 t
bestehen vorwiegend aus schlecht gerundeten Buntsandstein-Felsen, die in den Schotterkörper eingestreut sind.
Diese Steine werden ausgehalten, an zentraler
Stelle aufgeschüttet und zur Gartengestaltung
verwandt,
aufgenommen am 30.04.2011.
Quarz-Kieselstein
Der Inbegriff für einen Kieselstein: Quarz. Das
weiße Geröll stammt entweder aus dem Oden-
wald oder aus den Regionen der Kristallinge-
biete Oberfrankens,
Bildbreite 7 cm
Quarz
Bildbreite 9 cm 


Geröll aus vulkanischem Gestein
Vulkanische Gesteine, wie z. B. Basalte, kom-
men aus der Heldburger Gangschar oder der
Oberpfalz mit dem Main in den Schotterkörper.
In der Regel sind diese stark verwittert und
manche können mit der Hand zerbröselt
werden,
Bildbreite 11 cm
   

Kalkstein
Solche Kalksteine aus den Muschelkalk- und
Keupergebieten oberhalb von Marktheidenfeld
werden im Grundwasser des Kieses angelöst
und die Ionen sind der Grund für das "harte"
Trinkwasser aus der Niederterrasse des Mains,
Bildbreite 15 cm
Kieselschiefer
Kieselschiefer kommen ausschließlich im
Frankenwald vor und sind das Vorzeigegeröll
der jungen Mainschotter.
Es handelt sich bei den auch als Radiolarit zu
bezeichnenden Gestein um ehemaligen Ozean-
boden. Die gelbliche Färbungist eine Folge
von Eisenhydroxiden, die im Grundwasser
ausgefällt wurden,
Bildbreite 15 cm
Hornstein
Brauner Hornstein, hier ein verkieselter
Muschelkalk mit der Erhaltung von Schalen
und den geschlossenen Muscheln bzw.
Brachiopoden die jetzt als leere Hohlräume zu
sehen sind,
Bildbreite 13 cm
Sandrinne
              im Kies
90° zur einstigen Flussrichtung angeschnittene,
mit feinem Sand gefüllte und etwa 2 m breite
Rinne im Kies,
aufgenommen am 23.08.2013
runder Hornstein
Dichter Hornstein, der die unterschiedlich
porösen Lagen nachzeichnet,
Bildbreite 13 cm
speckiger Hornstein
Sehr großes Stück (4 kg) speckiger Horstein
mit einigen Vertiefungen, in denen farblose
Quarz-Kristalle gebildet wurden,
Bildbreite 15 cm
fossiles Holz
Halber Stamm-/Astabschnitt eines fossilen
Holzes aus den Sedimenten des Mains,
Bildbreite 12 cm
Verkieseltes Holz
Frisch gebrochenes Stück Holz (verkieselt),
welches vom Vorbrecher auf dem Schwimm-
bagger zerkleinert worden ist; Sammlung
Julius KAPELLER, Hörstein
Bildbreite 13 cm
Quarz mit Turmalin
Weißes Quarzgeröll mit schwarzem Turmalin
als typischerBestandteil metamorpher Quarze;
das Herkunftsgebiet liegt vermutlich im
Odenwald,
Bildbreite 7 cm
Kieselschwamm
Rundlicher Kieselschwamm in einer schaligen
Hornsteinkonkretion,
Bildbreite 10 cm
Kiesgrubenbegehung
Im Rahmen einer Führung durch den Großost-
heimer Forstwirt Toni Schwanzer konnten die
Besucher auch kaltzeitliche Kiesablagerungen,
Erosionsdiskordanzen, gradierte Schichtungen
und Rinnen anschauen. Anhand von Plänen
wurde die Rekultivierung der Kiesgrube in den
nächsten Jahren erläutert. Der Betriebsleiter, Herr
Willi SCHLEGEL beschrieb die Kiesgewinnung.
Die Kinder hatten Spaß bei der Suche nach be-
sonderen Steinen. Anschließend gab es im be-
nachbarten Ziegenhof der Familie ZAHN
leckeren Ziegen-Käse zur Probe.
Aufgenommen am 01.07.2017
Rhyolith
Rhyolith aus einem bisher nicht bekannten Vor-
kommen innerhalb des Einzugsgebiets des Mains.
Das Gestein mit dem porphyrischen Gefüge
besteht aus weißlich alterierten Feldspäten,
Quarz und der Grundmasse, die von minerali-
sierten Rissen durchzogen ist.
Bildbreite 6 cm
Quarzadern
Sandstein mit Rissfüllungen aus weißem Quarz,
Bildbreite 12 cm
Flint
Typische Knollen aus Flint (Silex) mit einer
weißlichen Rinde und dem braunen Innern
(Konkretion) aus der Kiesgrube der Fa.
Schumann & Hardt bei Babenhausen,
gefunden am 02.12.2017
Bildbreite 9 cm
Tertiärquarzit
Tertiärquarzit (frische Bruchfläche durch den Vor-
brecher) aus einem nicht bekannten Vorkommen
Mainaufwärts,
Bildbreite 11 cm
Auch wenn man denkt, dass kaum noch Neunach-
weisemöglich sind, wird man doch hin und wieder
für Ausdauer belohnt.
Mn-Oxid
Dünne Lage einem Manganoxids auf einem
Sandsteingeröll aus der Grenzzone des Grund-
wassers und der Atmosphäre,
Bildbreite 12 cm
Konkretion
Konkretion eines Eisenhydroxids mit dem Sand
und Kies, mit stellenweise ausgesparten Teilen,
so dass der heraus gefallene Sand Löcher erzeugt.
Solche Bildungen entstehen durch Migration von
Eisenionen im Wasser und anschließendem Fällen,
so dass der Porenraum zwischen den Sandkörnern
ausgefüllt wurde,
Bildbreite 13 cm

Schlacke
Es ist nicht immer einfach, einen Stein zu be-
stimmen. Hier liegt ein gut gerundete Schlacke
mit Holzkohle vor. Aber stammt das aus der
Natur? In dem Fall sicher nein, denn so etwas
ist sehr selten und im Einzugsgebiet des Mains
extrem unwahrscheinlich bzw. gar nicht vor-
stellbar. Lange kann so ein weicher Stein auch
nicht transportiert worden sein. Ein Stein, der
durch Verschleppung in die Kiesgrube gelangte,
Bildbreite 10 cm
Diorit
Abgerolltes Stück Diorit - ein sicher seltenes
Stück, dann der Diorit neigt bei der Verwitte-
rung zur Vergrusung, so dass es nur wenige
Gerölle gibt.
Bildbreite 12 cm

Kalktuff als Geröll
Im trockenen Zustand leichter und sehr weicher
Kalktuff als Süßwasserkalk aus dem Geröllspek-
trum des Mains, ein sicher ganz seltenes Gestein.
Das mainaufwärts nächste bekannte Vorkommen
ist heute Triefenstein, 
Bildbreite 13 cm
Hornstein mit Achatband
Achat im
              Hornstein
Hornstein mit einem Achatband: oben roh,
unten geschliffen,
Bildbreite 8 cm
Pegmatit
Pegmatit mit reichlich Plagioklas,
Bildbreite 8 cm
Quarzit
Auf dem ersten Blick denkt man an einen Tertiär-
Quarzit. Unter dem Mikroskop offenbart sich dann
einen Struktur, die an einen verkieselten Vulkanit
erinnert,
Bildbreite 11 cm
Tertiärquarzit
Rundliches, an der Oberfläche glattes, durch Fe-
haltige Sickerwässer bräunlich gefärbtes Geröll
aus einem typsichen Tertär-Quarzit, gefunden in
der Kiesgrube der Fa. Weber 2020. Eine Unter-
scheidung zu den ähnlich aussehenden Sandsteinen
des Buntsandsteines ist nur nach einer mikroskop-
ischen Bemusterung möglich,
Bildbreite 10 cm
Quarzit
Eigenartiger Quarzit ohne Glimmerschüppchen,
aber mit Magnetit,
Bildbreite 6 cm
Sandstein
Sandstein mit zahlreichen Löchern,
Bildbreite 5 cm
Asphalt
Ein weiteres Beispiel für einen seltenen Stein, der
nicht natürlichen Ursprungs ist:
Straßenaufbruch aus Asphalt mit eingeschlossenen
Schotterbruchstücken aus einem grauen Kalkstein.
Unter dem Mikroskop erkennt man dann noch
Quarzsand als Bestandteil im Asphalt.
Bildbreite 10 cm
Solche Stücke gelangen durch Verschleppung in
die Kiesgrube. Man muss also immer kritisch
prüfen, ob wirklich ein Naturstein vorliegt oder
ob der Stein eingeschleppt wurde - insbesondere
dort wo LKW-Verkehr vorhanden ist.
Vulkanisches Gestein
Teil eines einst etwa 30 cm großen, weißen und
gut gerundeten Gerölls mit einen schwarzgrauen
Innern aus einem vulkanischen Gestein. Die
kaolinitisch alterierte, weiche Rinde entstand
vermutlich im Tertiär durch Verwitterung des
Gesteins. Es wurde ein Stück abgesägt und
geschliffen,
Bildbreite 18 cm
Quarz im Sandstein
Zerklüfteterer Sandstein mit zahleichen Füllungen
aus weißem Quarz,
Bildbreite 13 cm
Rhyolith
Weißlich alterierter Rhyolith mit zahlteichen,
ebenfalls weißen Quarz-Gängchen. Solche
Gesteine sind aus Sailauf und Eichenberg im
Spessart bekannt,
Bildbreite 8 cm
weißer Kieselstein
Der klassische Kieselstein: Ein gut gerundeter,
weißer Quarz, vermutlich aus einem Kristallin-
gebiet,
Bildbreite 7 cm
Feldspat-Lagengneis
Ein Gestein aus (verwitterten) Feldspat-Körnern
im Quarz ohne Glimmer; solche Gesteine sind
als Feldspat-Lagen-Gneise aus dem Spessart
bekannt,
Bildbreite 8 cm
Chalcedon aus Sandstein
Chalcedon aus dem Karneol-Dolomit-Horizont
des Buntsandsteins im Spessart. Das ist ein sehr
unscheinbarer Fund,
Bildbreite 6 cm
Quarz
Ein ungewöhnlich großer, weißer Quarz von
etwa 70 kg Gewicht in der Überkornhalde der
Kiesgrube, wo er auf eine zukünftige Verwen-
dung in einem Garten bereit liegt;
aufgenommen am 14.06.2020
Konglomerat
Kieselig gebundenes Konglomerat mit runden
Gneis-Geröllen unbekannter Herkunft,
Bildbreite 6 cm
Problematikum
Problematikum: Ein von Quarz durchzogenes,
rissiges Gestein ohne dass man das aufgrund
seiner Feinkörnigkeit ansprechen könnte,
Bildbreite 7 cm
Sandstein-Konglomerat
Sandstein-Konglomerat mit großen, weißen
und gut gerundeten Quarzen, wie man das aus
dem Mittleren Buntsandstein (Volpriehausen-
Basissandstein),
Bildbreite 8 cm
Hornstein
Hornstein als verkieselter Kalkstein mit den
Resten von vermutlich schalenbildenden
Organismen,
Bildbreite 5 cm
Feuerstein
Feuerstein aus den Kalkgebieten im Main-Ein-
zugsgebiet mit den typischen Schlagmarken und
der weißlichen "Verwitterungsrinde",
Bildbreite 6 cm
Sandstein
Typischer Sandstein, das häufigste Geröll in
den Kiesgruben am Untermain,
Bildbreite 9 cm
Tonstein
Ein zerbrochener Tonstein mit einem Riss,
in dem etwas Pflanzenmaterial für eine
Entfäbung sorgte,
Bildbreite 8 cm
Flint - Hornstein
Stark gerundeter, flintähnlicher Hornstein mit
zahlreichen Schlagmarken in der Oberfläche,
Bildbreite 7 cm

Reduktionshof
Kugelrunder, weißer Reduktionshof im Sand-
stein,
Bildbreite 9 cm
Goethit
Schalig-glaskopfartiger Goethit verkittet und
färbt Gerölle aus der Kiesgrube Weber bei
Großostheim,
Bildbreite 10 cm
Sand
Sand. Bei einem leichten Regen spülte wenig
Wasser den Sand an den Böschungen ab und
erzeugte Sandhaufen in der Kiesgrube
Akazienhof bei Babenhausen,
aufgenommen am 27.07.2021
Was ist das?
Problematikum eines Sandsteins(?) mit einer
eigenartigen Bänderung. Dabei kann es sich
auch um ein Fossil handeln. Untersuchungen
dazu laufen derzeit. 
Gefunden im August 2021 bei Regenwetter,
Bildbreite 11 cm
Konglomerat
Konglomerat mit weißen, gut gerundeten Quarz-
geröllen in einer Sandmatrix,
Bildbreite 8,5 cm
Koralle
Verkieselte Koralle aus den Kalkgebieten
Frankens. Diese Hornsteine sind sehr
beständig,
Bildbreite 7 cm
Mylonit
Extrem verwitterter Mylonit, der von vielen
Rissen durchzogen ist. Diese sind mit Chalce-
don gefüllt und werden aufgrund der Härte
beim Transport im Kies herauspräpariert,
Bildbreite 9 cm
Sandstein
Heller Sandstein, von außen mit Eisenhydroxiden
gefärbt,
Bildbreite 9 cm
Skolithos
Bruchstück eines Sandsteins mit dem Spuren-
fossil Skolithos. Dabei handelt es sich um die
Grabgänge von Lebewesen, die im Sediment
lebten,
Bildbreite 10 cm
"Girlandensandstein"
Mit ringförmigen Eisenhydroxiden durchsetzter
Sandstein als scheibenförmiges Gerölle aus dem
Mainschotter von Großostheim,
Bildbreite 21 cm
Scolithos
Und noch ein Fund eines Sandstein-Gerölls mit
dem Spurenfossil Scolithos,
Bildbreite 6 cm
Quarz-Sand
Gewaschener Quarzsand aus den Mainschottern,
Bildbreite 1,5 mm
Harnisch
Sandstein mit einem Harnisch,
Bildbreite 7 cm







Erlebnistag 2013

Baggern Mainquarzsand Geologie
        zum Anfassen
Am leider wettermäßig nicht sehr schönen Sonntag, den 25.08.2013 wurde von Fa. Weber in Großostheim ein Erlebnistag veranstaltet. Mehrere hundert Besucher kamen in die Kiesgrube. Den größten Zuspruch hatten die technischen Geräte, wo Vater und Sohn nach Wunsch Baggern oder Dumper fahren konnte (mancher Vater schien mehr begeistert zu sein als die Kinder). In einem eigenen Bereioch wurden die Produkte vorgestellt. Joachim Lorenz hatte die Geologie zum Anfassen dabei: Neben den Geröllen aus Quarz, Basalt, Kalk, Horstein, Flint auch versteinertes Holz. Als Besonderheit gab es das Schulterblatt, den ein Stück eines Unterschenkels und einen großen Backenzahn eines Wollhaar-Mammuts zum Anfassen. Trotz des Regens kamen die Besucher begeistert und wurden auch über Schwimmbagger, die Aufbereitung und die Biologie durch den LBV informiert. Am Wasser konnte man Edelsteine waschen, so dass für Kinder auch gesorgt war. Ein kleines Kino und der Bereich zum Essen und Trinken rundeten die Veranstaltung ab.


Kiesgrube der Fa. Weber, Bürgstadt
Die Fa. Weber fördert im Bereich von Bürgstadt ehemalige Mainsande und darin eingeschuppte Sande aus den Seitentälern bzw. der Hänge der Sandsteinberge der Umgebung. Sie haben eine völlig andere Zusammensetzung der Gerölle wie die Mainschotter am Untermain.
Kiesgrube Weber
Zu den Sanden aus dem Main wird auch der Buntsandstein aus dem
Steinbruch Kirschfurt zur Schotter und zu einem scharfen Sand mit roter
Farbe gebrochen (links im Bild).
aufgenommen am 18.08.2012


Muschelschill
In dem Baggergut aus dem Main sind Schalen von Mollusken (viele Muschelschalen und wenige Schneckengehäuse) enthalten. Durch die Aufkonzentration am Fuß der Halden können diese Schalen das Kies fast völlig bedecken. Diese Schalen sind bei der Verarbeitung zu einem qualitativen hochwertigen Kies bzw. Sand ein Problem und man entfernt diese Schalen soweit es technisch mit einem vertretbaren Aufwand möglich ist.
aufgenommen am 18.08.2012

Zu dem Betrieb gehört noch eine Recycling-Anlage für Bauschutt und eine Asphalt-Mischanlage (Main-Tauber-Asphalt) und weitere Firmen auf dem weitläufigen Betriebsgelände.


 

Schilf im Gegenlicht
Schilf im Gegenlicht der Wintersonne
aufgenommen am 15.12.2007
Kiesgruben sind auch biologisch sehr schnelllebige Orte; die Sukzession der Pflanzen führt in wenigen Jahren zur Verlandung von (flachen) Seen (Wasserlinsen, Schilf, Erlen ...) und dem völligen Zuwachsen bis zum Wald (Klimax in der Region). Wenn Bodendecker den Boden begrünt haben, folgen Brombeeren und dann in deren Schutz Birken. Dies dauert nur wenige Jahre. In deren Schatten folgen dann weitere Baumarten. So ist nach ca. 50 Jahren von einer Kiesgrube nichts mehr zu sehen. 



Kieselsteine oder Gerölle ("Mainkiesel) sammeln

Kieselschwamm Kieselschwamm
Bildbreite 5 cm, je Vorder- und Rückseite (Sammlung Nr. 9040)
   
Der Anfang einer Leidenschaft:
Das ist der Stein mit dem im Frühjahr 1969 mein Interesse an den Steinen geweckt wurde.
Der ca. 3 cm große, aus Hornstein bestehende Kieselschwamm, fand ich beim Spielen in einer Baugrube an der Birkenstraße zur Errichtung eines Wohnhauses in der Nachbarschaft. Durch die Struktur erinnert das Stück wegen des "Stielansatzes" an einen "vertrockneten Pfirsich". Die Neugier war geweckt, auch wenn niemand aus meinem Umfeld sagen konnte, was das ist. Nun, da halfen auch die ersten Bücher nicht und auch die Lehrer in der Schule. Und auch keiner meiner Verwandten oder Freunde meiner Eltern.  
Dass es kein "Pfirsich" sein kann, dachte ich mir bereits. Aber richtig deuten konnte ich das Stück erst viele Jahre später, als ein Paläontologe das Stück sah und ich die wahre Natur als fossiler Kieselschwamm erklärt bekam. Aber fortan suchte ich wegen der Nähe zu den Kiesgruben nach den Mineralien und Gesteinen der Mainschotter. Nun förderte mein Vater das Interesse und das Ergebnis waren Besuche in Idar-Oberstein, in den Jura-Kalken bei Pottenstein, in der damals noch im Abbau stehenden Sulfid-Grube "Bayerland"  bei Waldsassen im Fichtelgebirge und ein Urlaub im Alpen-Kristallin im Rauris in Österreich. Aber ich erkannte schnell, dass eine Beschränkung auf den heimatlichen Spessart die bessere Wahl sein wird.
 

Kieselschwamm
Auch ein Stück eines Kieselschwamms,
gefunden am 11.06.2011
in der Kiesgrube der Fa. Volz und Herbert, Hörstein,
Bildbreite 10 cm.


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