Miszellen*
 

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main

   

Kalksilkatfels
Kalksilkatfels aus dem Marmorvorkommen von Hochstädten bei Auerbach
im Odenwald, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 12 cm







Konkretion


Konkretion
Sehr schönes Beispiel einer Goethit-Konkretion mit einer Tonsteinfüllung
aus dem Bröckelschiefer in Soden, gefunden vor ca. 30 Jahren in einer
Baugrube,
Bildbreite 14 cm

Eisen ist ein sehr häufiges Element in der Erdkruste und dazu noch leicht löslich. Im Wasser des Bodens gelöst, kann es weit transportiert werden, um dann an einer anderen Stelle wieder gefällt zu werden. Dies geschieht oft in der Form von Krusten oder rundlichen Gebilden, die man dann als Konkretionen bezeichnet. Das Eisen wurde hier als rundliche Kruste abgeschieden, so lange von außen Eisenionen nachgeliefert werden konnten. Im Innern ist noch der Tonstein des Bröckelschiefers enthalten. Die Oberfläche im Innern ist nach dem Entfernen des Ton glaskopfartig ausgebildet und dann schwarz. Die im Querbruch braune Kruste besteht aus Goethit, einem Eisenhydroxid (α-FeO(OH)), also einer natürlichen Form dessen, was wir als Rost beim Stahl bezeichnen. Im Spessart ist Goethit das am weitesten verbreitete oxidische Eisenmineral. Es wurde an einigen Orten auch als Eisenerz abgebaut und zum Erzeugen von Eisen bzw. Stahl verwandt.
Solche Gebilde werden in Unkenntnis der wahren Natur auch als "Meteorite" angesprochen.
In Norddeutschland werden die manchmal schälchenförmigen Bruchstücke solcher Konkretionen als "Hexenschüsseln" bezeichnet (BECKER 2016:295).





Kalksandstein!

Kalksandstein Zechstein-Kalk
Links: Kalksandstein, bruchrauh, von Dörrmorsbach,
Bildbreite 6 cm
Rechts: Zechstein-Kalk, leicht angelöst und die Poren sind von kleinen Calcit-Kristallen ausgekleidet,
Bildbreite 14 cm

Nun gibt es auch Kalksteine, die einen hohen Gehalt an Quarz in der Form von ehemaligem Sand enthalten, also ein carbonatreicher Sandstein mit Calcit als Porenfüller und Bindemittel. Dazu etwas Ton und als Bestandteil des Sandes noch Feldspäte und Glimmer in Spuren (nach einer röntgendiffraktometrischen Analyse 000/515). Dieser gut gebankte, aber sehr unscheinbare Fels war bei Dörrmorsbach in einem Straßenanschnitt aufgeschlossen. Bemerkenswert ist die mit 3 mm Größe der unterschiedlich orientierten Calcit-Kristalle, die eine Genese als aus dem auflagernden Löss ausschließen. So liegt hier eine merkwürdige Randfazies von Zechstein-Sedimenten vor, die nach meinem Kenntnisstand von keiner anderen Stelle des Spessarts beschrieben worden ist. Das Erkennen als Sediment aus der Zeit des Perm ist nur aufgrund der Verbandsverhältnisse möglich.
Andreas VÖLKER fand auch eine Lage mit einem reinen, weißgrauen Kalkstein mit einer deutlichen Schichtung (Algenlaminate?), so dass es sicher ist, dass es sich um permische Kalke handelt. Das poröse und feinkörnige Gestein ist an den Klüften schichtabhängig unterschiedlich angelöst. Die Poren und Hohlräume sind mit kleinen Calcit-Kristallen überkrustet.   


Dörrmorsbach
Straßenbaustelle bei Dörrmorsbach an der Straße nach Haibach. Auf den
Fundamenten aus Beton wurden Gabionen mit Diorit aufgebaut, die die
Hänge sichern,
aufgenommen am 01.05.2016

Zwischen Haibach und Dörrmorsbach wurde die Straße erneuert. Dabei hat man ummittelbar vor Dörrmorsbach die bergseitigen Böschungen versteilt. So kann man hier unter dem Sandsteinhangschutt die Sedimente des Zechsteins als ton- und sandreiche Kalke ("Kalksandstein") erkennen (Randfazies). Dies sind 5 bis 15 cm mächtig und deutlich gebankt. Darüber ist der bis zu 6 m mächtige Bröckelschiefer frei gelegt worden (ist an einer Stelle abgerutscht). Der Bröckelschiefer ist normal entwickelt; der Übergang zum untersten Buntsandstein ist nicht erkennbar. Auf dem Bröckelschiefer liegen lösshaltige Hangschutte und die darüber entwickelten Böden.
In Richtung Haibach sind dann die Hangschutte aus Sandsteinblöcken zu erkennen und auch nochmals auf dem Bröckelschiefer aufliegend. Entgegen des sonstigen Einfallens, ist hier eine gegensinniges Einfallen nach Westen zu sehen; ein Baryt-Gang konnte nicht gesichtet werden.


Kalksandsteine werden für Bauzwecke gefertigt:
Im Autoklaven hergestellte, in der Regel schneeweiße Kalksandsteine (KS) nach DIN EN 771-2 sind als (feuer-)beständiger Baustoff weit bekannt und werden beispielsweise in einer Fabrik der Fa. Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co. KG zwischen Dudenhofen und Babenhausen als Unika Kalksandstein hergestellt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass das dominierende Bindemittel im technischen Kalksandstein kein Calcit (CaCO3), sondern die zu den Zeolithen gehörende Phase Tobermorit (H2Ca5[Si3O9]2·4H2O) ist, die sich bei der hydrothermalen Druckhärtung bildet.





Tonstein!

Kiegrube Weber Panoramafoto
Die Kiesgrube der Fa. Weber Industriewerke baut pleistozäne Sande und Kiese zwischen dem Theresienhof und Kirschfurt ab. Dabei kann man zwischen warmzeitlichen
und kaltzeitlichen Sedimenten - mit Driftblöcken - unterscheiden. Die Basis wird vom Buntsandstein gebildet, der in der Grubensohle ansteht,
aufgenommen am 15.10.2016

Tonlage Tonprofil
Über den Sanden und Schotterkörpern ist eine ca. 2 m mächtige Tonsteinlage aus einem sehr bildsamen,
feinkörnigen und einschlussfreien Ton angeschnitten,
aufgenommen am 15.10.2016


Tonbasis Goethit
Die sandige Basis des Tonsteins ist sehr eisenreich und es kam zu einer Ortsteinbildung, die aus Eisenhydroxiden (Goethit?) besteht,
links aufgenommen am 15.10.2016,
rechts Bildbreite 4 cm.

Die Fa. Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerk KG aus Bürgstadt betriebt seit Jahren eine Kirsgrube bei Kirschfurt in der ältere Mainsedimente aufgeschlossen sind; die bereits abgebauten Teile sind abgeböscht und begrünt.
Die bunten Sande mit gering mächtigen Einschaltungen von Schotterkörpern führen nur wenig Gerölle. Bei den Geröllen dominieren die Sandsteine; Kalke, Horsteine und Kieselschiefer fallen zwischen dem Sandstein auf. Nur in den kaltzeitlichen Lagen sind auch spärlich Driftblöcke enthalten. Die Sandschichten sind teilweise weiß, aber oft braun mit Eisenoxiden verfärbt. Die Färbung tritt sowohl schichtgebunden als auch in der Form von Girlanden und wolkigen Schattierungen auf. 
Im höchsten Teil der Kiesgrube ist ein hell- bis dunkelgrauer, teils bräunlicher Tonstein angeschnitten, den man aufgrund der Lage und der darunter liegenden Sedimenten ins Altpleistozän stellen kann. Holzreste oder organische Reste ließen sich nicht beobachten. Der Ton staut das Niederschlagswasser von oben, so dass es an der Grenze der Tonlage austritt. An der Basis ist der Sand bzw. der Ton mit braunem Eisenhydroxid durchsetzt, so dass braune Schattierungen vorherrschen. Die Grenze zwischen Ton und Sand wird durch einen Ortstein aus Eisenhydroxid (Goethit?) markiert, der stellenweise bis zu 1 cm dick ist.






Sand - bunter Sand!

bunter Sand  
Bunte, durch Eisenoxide und ~hydroxide gefärbte und entfärbte pliozäne Sande, die durch tektonische Bewegungen verstellt
sind, Bildbreite etwa 2 m,
aufgenommen am 05.11.2016
 
In der Sandgrube in Alzenau wird seit vielen Jahren Sand zu Bauzwecken gewonnen. Dabei werden die Dünensande, aber auch die darunter liegenden Sande aus dem Pleistozän bis ins Pliozän abgebaut und dabei frei gelegt (SEIDENSCHWANN 1980). In dem geologischen Archiv kann man tiefe Einblicke in die Klimageschichte unserer Region gewinnen. Am Samstag, den 30.12.2016 hatten die 30 Besucher aus Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins Aschaffenburg und zahlreiche Gäste die Gelegenheit, unterhalten vom Quartärgeologen Dr. Günter SEIDENSCHWANN von der Wetterauischen Gesellschaft in Hanau, durch die letzten 3 Millionen Jahre Erdgeschichte unter Alzenau geführt zu werden. 

Sandgrube Alzenau Exkursion in der Sandgrube
Der Naturwissenschaftliche Verein in der Sandgrube in Alzenau,
aufgenommen am 30.12.2016

Die zeitliche Abfolge der sandig- bis tonigen Schichten reicht vom Jetzt über das Würm bis zu weiteren Warm- und Kaltzeiten (mit Schichtlücken) bis ins Pliozän, aber auch ohne eine genaue Einordnung zu ermöglichen. 

Folgende Besonderheiten wurden vorgestellt:

Sand wie in Alzenau ist ganzseitig abgebildet in
FOSSEN, Haakon (2010: Structural Geology.- 1. Aufl., 463 p., [Cambridge University Press] Cambridge, UK. auf S. 332 als Einstieg für das Kapitel 17. Die Legende dazu findet sich auf S. 456 mit dem Text, dass es sich um Sande mit Toneinlagerungen handelt, die an einem Kliff am Meeresufer (N 57° 24´ 49,29´´ E 9° 44´ 44,19´´) von Nørre Lynby, Jylland, Dänemark, zu sehen sind.

Von den Aufschlüssen wurden Lackprofile zur Erhaltung gezogen. Diese Ensemble an geologischen Besonderheiten würde ausreichen, um den Status eines Geotops zu erlangen. Nach meiner Meinung sogar so einzig, dass man es zu den hundert schönsten Geotopen in Bayern zählen kann.
Leider kann man solche Sandformationen im Freien nicht dauerhaft konservieren, denn Regen und Wind, wie auch Pflanzen zerstören diese Formen in sehr kurzer Zeit. So bleibt das Foto, die Beschreibung und die Erinnerung. 

Ortstein mit Windschliff
Durch Windschliff geglättete Platte des Ortsteins aus Goethit,
aufgenommen am 15.06.2017

Konkretion Sand mit Goethit: Konkretion
Sehr harte und beständige Konkretion aus dem Sand mit Goethit, in geologischer Zeit zerbrochen und an der Grenze zwischen Pleistozän und Pliozän
abgelagert,
Bildbreite links 18 cm,
rechts im Ausschnitt 2 cm.

Mn-Oxid-Konkretion
Strahlig aufgebaute Konkretion aus den Tertiärsanden, dessen
Sandkörner mit einem fast schwarzen Manganoxid verkittet
sind,
Bildbreite 10 cm



Sicherheitshinweis - Achtung!
Die Sandgrube ist ein Betriebsgelände. Die Wände und steilen Böschungen in der Sandgrube sind nicht immer sicher, wie man an den abgerutschten Sandmassen sehen kann. Als Besucher darf man nicht bis umittelbar an die Wände gehen, denn die Sandmassen können sich unvermittelt lösen und abbrechen. Sie können einen Menschen verschütten und aufgrund des Gewichts des Sandes kann das lebensbedrohend sein, denn eine eigene Befreiung ist nicht immer möglich. Besonders gefährlich sind Wetteränderungen wie Tauwetter nach Frost und starker Regen. 


Sandgrubenbegehung am 22.01.2017 

Führung in der Sandgrube Besuchergruppe
Foto links Thomas Röhrs und rechts Heiko Pauthner

Die "Dünenpredigt" durch Joachim Lorenz, wie es ein Zuhörer treffend einwarf. Zur Sandgruben-Führung am Sonntag, den 22.01.2017, initiiert durch den
Akzenauer Bürgermeister Dr. Legler, kamen bei einem trocken-frostigen Eiszeitwetter 185 Besucher! Die in warme Kleidung eiszeitmäßig gekleidet, sahen
kaltzeitliche Dünensande, Würgeböden, ein humoser Thephra-Boden, Eiskeile, Schichtlücken, Staffelbrüche und bunte Sande aus dem Pliozän. Im Anschluss
konnten die geduldigen und interessierten Besucher einen echten Backenzahn eines Mammut (das wohl bekannteste Tier der letzten Eiszeit) in die Hand nehmen.


Sandflasche aus Alzenau
Peter UNKELBACH aus Stockstadt schuf mit dem Alzenauer Sand eine
19 cm lange Sandflasche!




Oberer Buntsandstein

Und noch eine Autobahnbaustelle der A3 am Almosenberg bei Bettingen:
Oberer Buntsandstein! 

Almosenberg Plattensandstein      
Hier unterhalb des bekannten Einkaufszentrums "Wertheim Village" wurde in der Böschung der Plattensanstein der Röt-Formation
frei gelegt. Die dunkelrot-braunen Sandsteine sondern dünnplattig ab und weisen auf den ebenen Schichtflächen sehr viel Hellglimmer
(Muskovit) auf. Wellenrippeln oder Belastungsmarken sind selten zu sehen, da es am Regen mangelt, der die Steine vom Staub befreit.
Die Steine und Felsen wurden ausnahmslos vor Ort mit einer mobilen Anlage zu Schotter gebrochen.
Aufgenommen am 30.08.2015.

Die Böschungen sind inzwischen wieder begradigt und regelkonform hergestellt, so dass man kaum mehr das Gestein studieren kann.




Driftblock eines Orthogneis in Großwelzheim - 
ein Eiszeitrelikt. 

Driftblock Großwelzheim
Gneis-Driftblock am Ende der Straße "Am Wörth" in Karlstein-Großwelzheim, 
aufgenommen nach dem Freischneiden am 28.01.2017

Geht man die Straße "Am Wörth" in Richtung Main, so liegt auf der linken Seite nach dem letzten Haus ein grob dreieckiger Driftblock aus einem Muskovit-Biotit-Gneis mit einem geschätzten Gewicht von 5 - 6 Tonnen (das genaue Gewicht kann nicht ermittelt werden, weil die Form nicht genau bekannt ist). Der gut gerundete Felsblock stammt nach den Ausführungen von Herrn Karl POPP aus dem Main, als der um das Jahr 1969 - 70 im Bereich der früheren Schleuse ausgebaggert worden ist (Geologische Karte 1:25.000 Blatt 5920 Alzenau R 3500247 H 5545519).

Solche Orthogneise sind mainnah aus Stockstadt und am Mainufer von Aschaffenburg bekannt. Somit ist der Block per Eisdrift von dort mit dem Main antransportiert worden. Nach meinem Kenntnisstand ist dies einer der größten Gneisbrocken, die aus den Mainschottern bekannt sind. Die gute Rundung ist nicht im Main durch Rollen erzeugt worden, sondern es ist eine Folge der tertiären Tiefenverwitterung, die solche Kernsteine erzeugt, die bereits im Anstehenden einen hohen Rundungsgrad aufweisen.
Der Transport via Eisdrift funktionierte so, dass der am oder im Main liegende Stein in der letzten Kaltzeit, als der Main im Winter völlig zufror, vom Eis eingeschlossen wurde. Beim Tauen wurde dann der Stein wie mit einem Floß verschoben; das Eis muss dann einen so großen Auftrieb erzeugt haben, dass der Block schwimmen konnte. Bis hierher musste der Vorgang vermutlich mehrfach erfolgen, um den Weg zurück zu legen. Ein Fluss wie der Main kann - und konnte - bei dem geringen Gefälle und der relativ kleinen Wasserführung Steine dieser Größe mit der Wasserströmung nicht bewegen.

Solche Felsblöcke werden in den Kiesgruben der Region hin und wieder gefunden. Diese werden meist zur Gartengestaltung verwandt.    




Franzosenlöcher

Östlich von Niedermittlau gibt es eine Schar von Gräben, die als "Franzosenlöcher" bekannt sind.  

Dabei handelt es sich um ein Grabensystem und nicht um die Reste eines ehemaligen Begrwerks. Nach einem entsprechenden Hinweis hatte ich das 2009 in einer Begehung geprüft. Die aufgrund der steilen Schultern sehr jungen Erosionsgräben, die nach Südosten weisenden Rinnen im Löss sind vermutlich eine Folge der mittelalterlichen Erosion, als die Berge entwaldet waren. In der Grenze zwischen dem Bröckelschiefer und dem Buntsandstein gelegen, hatte man lokal vermutet, dass es sich um Spuren eines alten Bergbaues handelt. Dies konnte weder durch Erzfunde noch durch Halden oder Pingen gestützt werden. Ein "Eisenstein"-Vorkommen ist tiefer liegend und in einer Distanz von etwa 400 m in den Zechstein-Sedimenten in der Geologischen Karte 1:25.000 kartiert.

Im Bestand des Heimat-Museums in Niedermittlau liegen einige Lesensteinfunde aus erdigem bis strahligem Goethit, wie man diese aus den Verwitterungslagerstätten des Spessarts kennt:  

Goethit stahliger Goethit
Hellbrauner, derber bis strahlig-kristalliner, teils glaskopfartiger und dunkelbrauner Goethit ohne weitere Mineralien mit der
Fundortangabe "Franzosenlöcher". Das Stück war ungereinigt und offenbarte seine Natur erst nach einer intensiven Reinigung
im Ultraschall,
Bildbreite links 8 cm, rechts 4 cm.

Das Glitzern des derben Goethits wird durch die Einlagerung von bis zu 0,4 mm großen, idiomorphen und doppelendigen Quarzkristallen verursacht.



Bröckelschiefer

Der Bröckelschiefer wurde bei Bauarbeiten in Aschaffenburg frei gelegt.  

In den Böschungen (Geologische Karte 1:25000 Blatt 6021 Haibach R 3512383 H 5536395)) einer Baugrube für ein Parkhaus in Aschaffenburg wurde an der Josef-Dinges-Str. eine etwa 2 m hohe Böschung im Bröckelschiefer (Fulda-Formation) frei gelegt. Die Baugrube befindet sich nur wenige hundert Meter von dem Baumarkt "Bauhaus" entfernt an einem Kreisel.
Der angewitterte rotbraune Tonstein wird von bis zu 30 cm mächtigen, gelblichen bis grau-grünlichen, tonig gebundenen Sandsteinen unterbrochen. Die Bänke fallen anch Osten und Süden ein. Hydrothermale Aktivitäten, wie z. B. Baryt-Gänge, konnten nicht beobachtet werden. 


Bröckelschiefer   
Die Ton- und Sandsteine in der Baugrube (siehe Geologenhammer als Maßstab),
aufgenommen am 15.05.2017.

Der Aufschluss erinnert an den ehemaligen Steinbruch "Frau Holle" am früheren Touristenheim am Ende der Bebauung gegen Haibach, der 1931 noch bestand und bereits in den 1960er Jahren zugeschüttet und eingeebnet war (WEINELT 1962:100f, Abb. 17).




Literatur:
BECKER, H. (2016): Die Gesteine Deutschlands. Fundorte - Bestimmung - Verwendung.- 322 S., 529 farb. Abb., [Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co.] Wiebelsheim. 
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER, J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge.- IV + 912 S., 2.532 meist farbigen Abb., 134 Tab. und 38 Karten (davon 1 auf einer ausklappbaren Doppelseite), [Helga Lorenz Verlag] Karlstein. 
LORENZ, J. (2017): Nur Sand? Die Sandgrube in Alzenau. - NOBLE Magazin Aschaffenburg, Ausgabe 03/2017, S. 70 - 82, 10 Abb., [Media-Line@Service] Aschaffenburg. 
MATTHES, S. & OKRUSCH, M. (1965b): Spessart. - Sammlung geologischer Führer 44, X, 220 S., Berlin (Borntraeger).
OKRUSCH, M., STREIT, R. & WEINELT, W. (1967): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr. 5920 Alzenau i. Ufr.- 336 S., 48 Abb., 25 Tab., 5 Beilagen, Bayerisches Geologisches Landesamt, München.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
SEIDENSCHWANN, G. (1980): Zur pleistozänen Entwicklung des Main-Kahl-Gebietes.- Rhein-Mainische Forschungen Heft 91, 194 S., 18 Abb., 2 Tab. (ausklappbar), 1 Karte als Beilage, [Verlag Waldemar Kramer] Frankfurt. 
WEINELT, W. (1962): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr.6021 Haibach.- 246 S., mit 41 Abb., 4 Tab, 2 Beilagen, Bayerisches Geol. Landesamt München.
 


*Miszelle: vom lateinischen miscella für "Gemischtes", ist ein Kurztext über ein (aktuelles) Forschungsprojekt

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