Elemente
von der Hartkoppe bei Sailauf


 
 
 

ged. Arsen Arsenolamprit
ged. Wismut


ged. Arsen   As
Auf den schmalen Klüften des Rhyoliths der 3. Sohle, seit März 1993 auch auf der 4. Sohle, treten selten "dunkle Flecken" auf. Die silbrig, metallisch glänzenden Anteile sind zum größten Teil ged. Arsen - aber Achtung: die überall vorkommenden Manganoxide bilden sehr ähnliche Flecken, die man nur schwer unterscheiden kann (siehe unten). Teilweise sind sie schalig-rundlich ausgebildet. Die Flächen erreichen mehrere dm2 und Dicken von nur Bruchteilen von mm.

ged. Arsen Pyrit und ged. Arsen
Rhyolith mit ged. Arsen als Flecken,
aufgenommen am 08.08.1992

Das umgebende Gestein kann von winzigen ged. Arsen-Körnchen "durchstäubt" sein und ist dann schwarz. In mm-großen Poren und auf den sehr seltenen, offenen Klüften können auch sehr undeutliche, körnig-kristalline Aggregate ein- bzw. aufgewachsen sein. Auf den Klüften und im Arsen kommen noch Uraninit, Fluorit, Pyrit, Cu-Sulfide, Uranglimmer, Illit und Kaolinit pseudomorph nach einem Zeolith (?) vor.

Das Arsen bildet 2 Varianten aus:

gediegen Arsen
Dünner Belag aus gediegen Arsen auf dem Rhyolith,
Bildbreite 11 cm

Gediegen As
Dünne Flecken aus ged. Arsen mit einem hellen Saum auf dem Rhyolith
zusammen mit braunen Flecken aus Eisenhydroxiden, gefunden 1992
Bildbreite 14 cm


Beim Erhitzen ist ein deutlicher Geruch nach "Knoblauch" wahrzunehmen, womit man den Unterschied zu den ebenfalls fleckigen Manganmineralisationen feststellen kann.

Und wie kommt das Arsen in das Wasser?

Das im frischen Zustand silbrig metallisch glänzende Mineralelement Ged. Arsen ist an der Luft nicht stabil und bildet nach einigen Tagen bis Wochen - auch in der Sammlung - einen Überzug aus glänzenden Arsenolith-Kristallen. Darin liegt eines der Probleme mit dem Schotter aus Sailauf. Unter dem Schutz des Grundwasseres konnte das Element vor dem Zutritt von Sauerstoff bewahrt werden. Mit dem Abbau wurde das Wasser in dem Vorkommen abgepumpt und somit kann die Luft an das Gestein gelangen. Auch die Zerkleinerung durch die Herstellung des Schotters führt zum Freilegen der Klüfte und zur Vergrößerung der Oberfläche. Somit kann durch die Oxidation des ungiftigen metallischen Arsens Arsenoxid gebildet werden. Dies ist leider wasserlöslich, so dass der Regen das Arsenik auswäscht und dann findet man die Arsenionen im Wasser wieder, welches sich im Tiefsten des Steinbruchs sammelt. Die Konzentrationen sind abhängig vom Niederschlag: viel Regen erzeugt geringe, Trockenheiten höhere Konzentrationen. Hinzu kommen die Lösungsanteile der anderen Arsenmineralien, die aus Sailauf bekannt sind und ebenfalls meist nicht dauerhaft stabil sind und somit in einem längeren Zeitraum angelöst werden können. Da in der Hartkoppe von Sailauf Mineralien, die sonst kein As enthalten, auch geringen Spuren As enthalten können, auch bei entsprechender Einwirkung von Wasser - abhängig vom ph-Wert - langfristig gelöst werden, tragen auch die zu einer zusätzlichen As-Fracht bei. Da die Verteilung der Mineralien nicht in allen Teilen des Rhyolith-Vorkommens gleich sind, schwanken auch die Gehalte an Arsen erheblich. Aber die in den Lösungen gemessenen Konzentrationen liegen noch in natürlichen Größenordnungen.
Da in dem ged. Arsen auch Spuren von Uraninit eingewachsen sind, wird dies mit dem Weglösen des Arsens frei und gelöst. Somit landen dann auch noch Uranyl-Ionen und die Zerfallsprodukte im Wasser, wenn auch in viel geringerer Konzentration als die Arsenionen.
Aber die Kombination von Uran und Arsen erzeugt dann das Besorgnis, welches medial ausgeschlachtet wurde. Mit der Einstellung des Abbaues Ende 2017 wird zwar kein Schotter mehr erzeugt, aber das Regenwasser wird weiterhin Arsen lösen.

 

Die gefundenen Stücke stammen hauptsächlich von der 3. Sohle im nordwestlichen Teil des Bruches, wo der rote Rhyolith nur wenig zersetzt ist. Da das Mineral, wenn es der Witterung ausgesetzt wird, nicht beständig ist, lässt es sich nur im frisch gesprengten Haufwerk finden. Wie aus Beobachtungen ermittelt werden konnte, werden die Beläge innerhalb von ca. 3 Monaten völlig entfernt. Zurück bleiben dann nur noch die hellen Alterations- oder Entfärbungshöfe, bei denen es sich wahrscheinlich um eine Art Reduktionshöfe handelt.

Seltener tritt ged. Arsen an den Salbändern der Mn-Erzgänge neben Seladonit, Kutnahorit, Calcit, Fluorit und etwas Braunit auf. Solche Funde wurden bereits 1989 auf der 3. Sohle gemacht, jedoch nicht als As erkannt. Dies belegt, dass das ged. Arsen eine relativ späte Bildung der Gangmineralisation ist, da davon auszugehen ist, dass die Abscheidung so spät erfolgte, dass keine Lösung durch spätere Fluide möglich war. Vermutlich sind die fleckigen Mineralisationen gleichen Alters. Eine genaue Datierung steht noch aus.  

As im Salband
Ged. Arsen als silbrig glänzender Fleck auf der früh ausgeschiedenen
Gangmasse gegen das Salband,
Bildbreite 5 cm

As
Ged. Arsen als kleine Flecken mit Reduktionshöfen auf Rhyloith
Bildbreite 20 cm,
aufgenommen am 31.05.2015

metallisches Arsen
Ged. Arsen als Kluftbelag auf dem Rhyolith, Bildbreite ca. 25 cm
aufgenommen am 24.09.2016

Das Vorkommen von metallischem Arsen ist schon sehr speziell und in dieser Form zumindest in Mitteleuropa wohl einzigartig. Die Herkunft einer so umfangreichen As-Mineralisation mit dem ged. Arsen in dem Rhyolith muss als ungeklärt angesehen werden. Es fällt schwer sich vorzustellen, woher diese Arsenmengen kommen und diese werden dann als Element und Sulfid abgeschieden. Und wieso wird dabei auch noch Uranoxid eingebaut?


Aber Achtung - nicht alle Flecken bestehen aus ged. Arsen:

Fleck aus Mangan- und Eisenoxiden
Fleckenförmiger Kluftbelag aus Eisen- und Manganoxiden - ohne ged. As.
Bildbreite 13 cm


Arsenolamprit   As
Einzelne Stücke des Rhyolithes mit ged. As behalten den silbrigen, metallischen Glanz über Monate in der Sammlung, während das ged. As innerhalb von Tagen schwarz anläuft. Aufgrund von vergleichenden Untersuchungen handelt es sich dabei um Arsenolamprit. Unter dem Mikroskop ist die typische Spaltbarkeit festzustellen. Die papierdünnen Flecken werden max. 2 cm groß. Als Begleitmineralien treten Jordisit, Fluorit, Calcit und Rhodochrosit auf. Wie beim ged. As ist ein leicht messbarer Gehalt an U vorhanden.
Aufgrund der nur sehr dünnen Schnüre im Rhyolith konnte keine "saubere" Fraktion gewonnen werden, die eine Röntgenuntersuchung zuließ. Bei der Untersuchung mittels RFA wurden wie beim ged. As neben As noch Mo gefunden. Eine sichere Unterscheidung ist mit HNO3 möglich: Arsenolamprit wird im Gegensatz zu ged. Arsen kaum angegriffen.
 

ged. Wismut   Bi
Der Fund von gediegenem Wismut wurde bei LORENZ 2004 beschrieben.
 


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