Halogenide
von der Hartkoppe bei Sailauf
 




Fluorit  CaF2
Das Mineral konnte auf der 3. Sohle erneut beobachtet werden. Es ist farblos, weiß bis violett, manchmal fast schwarz, häufig zonar gebaut und Randbereiche sind oft dunkler verfärbt als der Kern.


Violetter, stark rissiger und zonar gefärbter Fluorit als ca. 5 cm großes Kristallrelikt im Calcit
(Bildbreite ca. 8 cm)

Seltener kommt auch der umgekehrte Fall vor. Die idiomorphen, meist würfeligen, selten auch oktaedrischen, farblosen bis blauen Kristalle erreichen 5 mm Größe, sind auf den Flächen gestreift oder seltener parkettiert. Hochglänzende Kristallflächen sind selten, fast alle Kristalle sind angeätzt und nur noch in Relikten vorhanden. Dies lässt sich nur so erklären, dass die Fluorite in mit Baryt oder Anhydrit gefüllten Hohlräumen auf dem Calcit wuchsen - ein Stück mit Baryt- und auch Anhydrit Resten wurde aufgefunden. Anschließend haben Lösungen den Baryt und etwas Fluorit weggeführt.

Die meisten Fluorite sind zerbrochen (wohl eine Auswirkung des Sprengens beim Abbau) oder sehr rissig. Bei Erwärmung ist Thermoluminiszenz zu beobachten. Danach sind die blauen Farben einem schmutzigen Graugrün gewichen; somit ist eine Bestrahlungsverfärbung durch radioaktive Strahlung anzunehmen, verursacht durch die im Gestein weit verbreiteten Uranminerale. Fast schwarze Stücke zeigen nicht mehr die typische Spaltbarkeit nach dem Oktaeder sondern muscheligen Bruch.

Fluorit

Die max. 3,5 cm großen Butzen kommen im Calcit und Kutnahorit vor und werden von Dolomit, Manganomelan, Todorokit, Hämatit und selten von Autunit begleitet. Zwei max. 5 cm mächtige selbständige Gänge dieser Mineralisation konnten 60 - 80° einfallend, SW-NO streichend, ca. 15 m nördlich und parallel der Mn-Erzgänge beobachtet werden.

In einer Druse mit stengeligem, farblosem Calcit konnten kleine (<0,5 mm), farblose Fluorit-Würfelchen festgestellt werden. Sie sind teils hochglänzend oder parkettiert; Kombinationen von Würfel und Oktaeder wie auch Durchdringungen von Würfeln wurden beobachtet. Das Stück stammt von der 2. Sohle.

Im Randbereich eines deutlich schiefrigen Gneis-Xenolithen von ca. 8 cm Durchmesser wurden neben und in den teils zersetzten Feldspat-Porphyroblasten reichlich violetter Fluorit im Rhyolith beobachtet. Seltener wurde Fluorit im Xenolith eingelagert. Begleitet wird er von Uranospinit.
Um die "dunklen Flecken" aus ged. Arsen in der gleichen Zone tritt hell bis dunkelvioletter, derber Fluorit als dünner Kluftbelag auf. Er ist rundlich ausgebildet und erinnert an Chrysokoll. In winzigen Drusen sind idiomorphe Kristalle zu beobachten.

Gemeinsam mit rundlich, "muschelig" spaltendem Kutnahorit und etwas Calcit konnte reichlich Fluorit gefunden werden. In einem max. 2 cm mächtigen Gang sind würfelige, farblose bis dunkelviolette, oft zonar gefärbte Fluorit-Kristalle in den Carbonaten eingewachsen. Sie erreichen Größen von 2,5 cm.

Bisweilen fand sich im Calcit-Gang der 4. Sohle zwischen und auf den Calcit-Kristallrasen völlig farblose, meist würfelige Fluorit-Kristalle. Sie erreichen max. 0,5 mm Größe und werden trotz ca. 30 Kriställchen/cm2 leicht übersehen. Sie zeigen keine Fluoreszenz bei Bestrahlung mit UV-Licht. Selten sind Kombinationen von Würfel und Oktaeder bzw. Würfel und Rhombendodekaeder.
In schmalen, mit ca. 45° schräg einfallenden Calcit-Gängen der 4. Sohle fand sich neben reichlich Kutnahorit und Drusen mit zwei Generationen weißen bzw. darüber farblosen Calcit noch zart- bis tiefvioletter Fluorit mit etwas Illit. Die in Kluftmitte liegenden, auffälligen Füllungen bzw. Schmitzen erreichen 4 cm. Die Färbung ist meist zoniert. Idiomorphe Kristalle sind selten. Meist sind nur noch unförmige, mit Riefen überzogene Relikte vorhanden, die Zwickelfüllungen zwischen nicht mehr vorhandenen Baryt- oder Anhydrit-Tafeln darstellen.

In einer Calcit-Druse wurde ein fast kugeliges Gebilde eine weißen Fluorit-Kristalles gefunden. Der Kristall zeigt würfeligen Habitus mit zahlreichen Treppen, die die kugelige Form erzeugt. Der Kristall ist ca. 0,5 mm groß und stammt von der 4. Sohle. 

Fluorit mit Calcit  
Gangstück mit einer Drusenfüllung aus einem Rasen aus kleinen, nadeligen Calcit-Kristallen. Man erkennt in der geschliffenen Fläche die skalenoedrischen Formen ehemaligen Calcits, der in Rhodochrosit umgesetzt wurde, darin die ehemaligen Anhydrit-Leisten (jetzt mit dunklem Calcit gefüllt), dazu die violetten Fluorit-Kristalle, die einst auf dem Anhydrit saßen. Über dem Calcit wurde Braunit gebildet, der größtenteils in Carbonat umgewandelt wurde (als hellen Band über dem Rhodochrosit erkennbar; nur wenige Braunit-Kristalle sind noch metallisch glänzend) und dann eine weitere Form von Calcit mit grünem Seladonit als wolkige Einschlüsse. Das Gegenstück des 2011 auf der 6. Sohle gefundenen, angeschliffenen und polierten Stückes (Bildbreite 13 cm) wurde zu analytischen Zwecken in Tübingen/Zürich zersägt.

Fluorit im Rhodochrosit
Auf der untersten Sohle konnte im Oktober 2012 ein schmaler Gang gefunden werden, der neben Braunit noch Rhodochrosit und sehr reichlich violetten bis schwarzen Fluorit in cm-großen Kristallen führte. Die drusenreichen Partien sind mit nadeligem Calcit ausgekleidet, Bildbreite 11 cm. 


Fluorit
Gangfüllung im Rhyolith mit Rhodochrosit und im Ganginnersten idiomorphe Fluorit-Würfel, Bildbreite 13 cm


Fluorit im Rhodochrosit
Gangfüllung im brekziösen Rhyolith mit Rhodochrosit, Illit, Hämatit, Braunit und im Ganginnersten reichlich idiomorphe Fluorit-Würfel. Stellenweise sind auch die Hohlräume ehemaliger Anhydrit-Kristalle mit Calcit gefüllt. Selten ist am Fluorit Arseniosiderit zu erkennen, Bildbreite 18 cm (angeschliffen und poliert)

Fluorit im Calcit
Violetter Fluorit im weißen Calcit von der untersten Sohle aus dem Gang "C"
mit nadeligem Calcit, gefunden im Dezember 2013
Bildbreite 4 cm

Fluorit auf Fluorit
Violetter Fluorit im Calcit mit einer dünnen Kruste aus Fluorit und darauf
nadeliger Calcit,
Bildbreite 4 cm


Zurück, zum Anfang der Seite oder weiter