von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main
Links: Beeindruckende, oft meterlange, schöne Eiszapfen bilden sich
im Winter,
wenn das Wasser aus den Felswänden der Steinbrüche
des Spessarts austritt
und wegen des Frostes gefriert.
Mitte: Fiederförmige Eis-Kristalle auf Diorit, gebildet
beim Austritt feuchter Luft
und tiefem Frost, aufgenommen am 30.1.2011 bei Waldaschaff.
Rechts: Eis als dünne Schicht auf dem Wasser einer Pfütze
im Steinbruch,
aufgenommen bei Bessenbach am 26.02.2011.
In der Natur kommt Wassereis weit verbreitet und in sehr großen Mengen vor:
Die Eiskristalle müssen alle in einer bevorzugten Richtung in der Luft orientiert sein, so dass eine Halo entstehen kann. Wenn dies nur gering ausgeprägt ist, dann sieht man die häufigeren Nebensonnen als helle Flecken neben der Sonne. Anders als beim Regenbogen muss man zur Beobachtung immer gegen die Sonne schauen: Vorsicht, denn man kann sich blenden und am besten deckt man die Sonne mit Handfläche ab. Halos sind nicht so selten wie man denkt und treten meist in hohen, dünnen Wolken auf, wenn das Wetter umschlägt. Solche Beugungserscheinungen sind als Höfe auch um den Mond zu sehen.
Schneekristall, ca. 2 mm groß
Der Name Eis kommt vom Mittelhochdeutschen "is" (wie im heutigen Island
- Name!) und ist in unserer Sprache stark vertreten:
Blitzeis • Blockeis • Bodeneis • Eis
• Eisabgang • Eisablation • Eisabwehr • Eis-Albedo-Rückkopplung
• Eisansatz • Eisaufbruch • Eisbahn • Eisbank • Eisbär • Eisbarriere
• Eisbecher • Eisbedeckung • Eisbeil • Eisbein • Eisbekämpfung
• Eisberg • Eisbergflotte • Eisbeutel • Eisbewegung • Eisbildung •
Eisblänke • Eisblase • eisblau • Eisblink • Eisblock • Eisblume •
Eisblumenglas • Eisboden • Eisbohrung • Eisbombe • Eisbrecher • Eisbrecherflotte
• Eisbrei • Eisbrevier • Eisbruch • Eisbrücke • Eisbucht •
Eiscafe • EISCAT • Eischreme • Eisdecke • Eisdessert • Eisdicke
• Eisdiele • Eisdienst • Eisdom • Eisdruck • Eisdruck-Strandwälle
• eisen • Eiserzeugung • Eiseskälte • Eisessig • Eisfahrt • Eisfalte
• Eisfalter • Eisfarben • Eisfeld • Eisfische • Eisfischerei • Eisfjord
• Eisfläche • Eisflanke • eisfrei • Eisfront • Eisfuchs • Eisfuß
• Eisgang • Eisgänger • eisgekühlt • Eisgetränk • Eisglas
• Eisglätte • eisgrau • Eisgrenze • Eisgruppe • Eisgürtel
• Eishai • Eishaken • Eishammer • Eishaut • Eisheilige • Eishochwasser
• Eishöhle • Eishorizont • eisig • Eisinsel • Eisjacht • Eisjagdkultur
• Eiskaffee • Eiskalotte • eiskalt • Eiskappe • Eiskeil • Eiskeilgenereation
• Eiskeilhorizont • Eiskeilnetz • Eiskeilpolygon • Eiskeilpseudomorphosen
• Eiskeim • Eiskeller • Eiskern • Eiskernbohrung • Eisklappe • Eiskliff
• Eiskluft • eisklüftig • Eiskockey • Eiskonfekt • Eiskorn
• Eiskörper • Eiskraut • Eiskrautgewächse • Eiskristall • Eiskunstlauf
• Eiskünstläufer • Eiskuppel • Eisküste • Eislagenzählung
• Eislast • Eislauf • eislaufen • Eislawine • Eislinsenbildung • Eisloben
• Eismächtigkeit • Eismann • Eismaschine • Eismasse • Eismeer
• Eismeerstraße • Eismeerdampfer • „Eismitte“ • Eismonat
• Eismond • Eismöwe • Eisnadeln • Eisnebel • Eispalast • Eispapier
• Eispartikel • Eispflug • Eispilz • Eispressung • Eispulver • Eispunkt
• Eisrandablagerung • Eisregen • Eisrevue • Eisriesenwelt • Eisrindeneffekt
• Eisrinne • Eisruck • Eissalat • Eissäule • Eisscheide • Eisschelf
• Eisschicht • Eisschießen • Eisschild • Eisschlamm • Eisschlitten
• Eisschmelze • Eisschnellauf • Eisscholkolade • Eisscholle • Eisschrank
• Eisschraube • Eisschubberge • Eisschürze • Eissegeln • Eisspeedway
• Eisspeisen • Eissport • Eissprosse • Eisstadion • Eisstalagmit • Eisstalagtit
• Eisstand • Eisstausee • Eisstauung • Eisstockschießen • Eisstromnetz
• Eissturmvogel • Eissurver • Eistag • Eistanz • Eistaucher • Eisumschlag
• Eisvenen • Eisverbreitung • Eisverdunstung • Eisverschluß • Eisversetzung
• Eisverstärkung • Eisvogel • Eisvögel • Eisvorhersage • Eiswarndienst
• Eiswasser • Eiswein • Eiswolke • Eiswolle • Eiswürfel • Eiswüste
• Eiszapfen • Eiszeit • Eiszeitalter • Eiszeitkunst • eiszeitlich • Eiszerfallslandschaft
• Eiszunge • Filchner-Schelfeis • Flankenvereisung • Flankenvereisung
• Flockeneis • Flugzeugvereisung • fossiler Eiskeil • Glatteis • Gletschereis • Haareis • Höhleneis • Inlandeis
• Inlandeis • Kammeis • Klufteis • Kunsteisbahn • Landeis • loseisen
• Meereis • Milchspeiseeis • Neueis • Packeis • Piccolo-Eiskühler
• Polareis • Preßeisrücken • Randeis • Ross-Schelfeis • Schelfeisküste
• Schelfeisrand • Scherbeneis • Seeeis • Speiseeis • Speiseeisbereiter
• Tafeleisberg • Toteislöcher • Treibeis • Vereisung • Wassereis
• Welteislehre • Zwischeneiszeiten • ......
Die Liste ist sicher nicht vollständig
Mengenmäßig sind ca. 92 % des Welteisvorrates in der Antarktis und 7 % in Grönland fixiert (ca. 32 Millionen km³). Der Rest von ca. 1 % sind dann alle Alpengletscher, alle Eismassen in Spitzbergen, Alaska, Himalaya und aller Schnee im Winter, ....
Der große Aletschgletscher in der Schweiz, mit 15 km³ Eis und 22 km Länge der größte in den Alpen.
In der Natur auf der Erde gibt es nur eine Sorte Wassereis, das Eis der Strukturvariante Eis-1h. Es kristallisiert hexagonal (Schneestern!) und wird mit zunehmender Kälte immer härter. Im Labor kann man unter Druck und anderen Temperaturen weitere Eisvarianten erzeugen und auf den Planeten des Sonnensystems kommen auch andere Eisvarianten (~phasen) und in einer amorphen Phase vor.
Der verschneite Steinbruch in Hemsbach an einem bitterkalten
Tag im Winter
und daneben Luftblasen, gefangen in der ca. 15 cm dicken
Eisschicht einer Kiesgrube.
Frischer Schnee (Bildhintergrund) besteht aus den Schneekristallen, die oft schon in der Luft zu Schneeflocken zusammenkleben. Nachdem sie auf den Boden liegen, beginnt eine Metamorphose. Da der Boden wärmer ist, die Luft schnell abkühlt, gibt es ein Temperaturgefälle in der Schneedecke. So verdampft ein Teil der ganz kleinen Schneesterne und der Wasserdampf steigt nach oben und trifft auf die Kristalle an der Oberfläche, wo es insbesondere Nachts sehr kalt werden kann. Hier wachsen die Schneekristalle, wenn es tagsüber kalt bleibt, bis zu cm-großen, federartigen Kristallen heran. Infolge eines immer vorhandenen Verlustes an die Atmosphäre nimmt dabei die Schneedicke ab, ohne dass der Schnee schmelzen muss, er sublimiert einfach.
Wird die Schneeschicht dicker und wird kompaktiert, bildet sich Firn und
daraus nach Jahren dann das massive Gletschereis. Ist es dick genug,
beginnt es unter dem eigenen Gewicht plastisch zu werden und "fließt".
Es gab immer schon kältere und wärmere Phasen der Erdgeschichte. So war das südliche Afrika in der permokarbonischen Eiszeit vergletschert und aus dem Eis ausgeschmolzene Steine ("dropstones" ) fand man in Sedimentgesteinen Thüringens. Vor ca. 2 Millionen Jahren wurde es nach einer langen warmen Periode kälter und es kam zur Bildung von Gletschern in Skandinavien, die bis nach Deutschland reichten. Kältere und wärmere Perioden wechselten sich ab und hinterließen Sedimente, die nach Flüssen benannt wurden. Die letzte Kaltphase (Würm bzw. Weichsel) endete vor ca. 20.000 Jahren und hinterließ bei uns neben den Hangschutten, Felsfreistellungen, Kies und Sand auch den Löss .
Im Spessart gab es während
der letzten Kaltzeiten keine Gletscher, sondern nur eine offene
und baumlose Tundrenlandschaft ("Kältesteppe") wie im heutigen Nordskandinavien.
Bevölkert von sehr wenigen - oder in den kältesten
Phasen keine - Menschen, gab es Mammute, Wollnashörner, Rentiere,
Moschusochsen, .... Der Boden war metertief gefroren und taute im Sommer
nur gering auf. Dabei wurde der Boden an den Hängen mobil und
er kroch talwärts; diese Böden nennt man solifluktiv
umgelagert. Über den Wind wurde Staub herangetragen und deponiert,
den wir heute Löss nennen.
In den Ton- und Lehmgruben des Spessarts konnten solche
glazialen Formen und Spuren überall beobachtet werden. Im Winter
froren die Flüsse bis auf den Grund zu und die tauenden Eismassen
konnten große Steine transportieren. Sie werden bei Hausbauten
und in Kiegruben als "Findlinge" ausgesondert und meist zur Gartengestaltung
verwandt. Der größte Teil ist inzwischen durch menschliche
Aktivitäten verschwunden.
Große Eisberge im See Jökulsarlon am riesiegen
GletscherVatnajökull an der
Südküste von Island - sie erinnern an ein berühmtes Gemälde
von Kaspar David Friedrich.
Die Schwärze ist eingeschlossene Vulkanasche,
aufgenommen am 09.08.2002.
Sie sind jetzt aufmerksam und neugierig geworden? Dann
hören Sie die noch mehr Fakten zum Eis auf einem Vortrag mit schönen Bildern.
Wenn man an den frühen Ostertagen 2008 in die Steinbrüche
des Spessarts wollte (wie hier in Sailauf), wurde man von einer
dicken Neu-Schneeschicht überrascht, die in den folgenden Tagen
noch bis auf ca. 30 cm anwuchs. Trotz der gegenwärtigen Klimadiskussion
hält sich das Wetter nicht an kalendarische Regeln und damit
einfach chaotisch in weiten Grenzen, so dass es mit der lokalen Vorhersage
auch schwierig bleibt. Einmal mehr war der März damit der schneereichste
Monat in der Region - und nicht der Dezmeber mit Weihnachten.
Gedanken zum Wetter (was viele Medien mit Klima verwechseln).
Das Wetter ist grundsätzlich chaotisch und damit
so schwer vorhersagbar - auch weil es in der Zukunft liegt. Da
es keinen Kalender kennt, treten die gewünschten Wetterlagen
kaum zur richtigen Zeit auf. Also im November und Anfang Dezember
kalt, dann zu Weihnachten wärmer und kein Schnee und zum Jahreswechsel
wieder kalt - oder eben auch nicht. Das war früher auch so, wird
nur einfach vergessen, das menschliche Gedächtnis kein Recorder
ist, der ungefiltert aufzeichnet.
Zu Beginn 2009 kam der Winter, wie ihn die "Klima-Panikmacher"
in den Medien kaum erwartet haben. Nach einem flächendeckenden
Schneefall folgte keine Westfront, die binnen Tagesfrist alles wieder
wegtaut, sondern es blieb kalt und wurde noch kälter. In Dettingen
zeigte das Minimalthemometer 2 m am 07.01.2009 über dem Boden
-18 °C, man kann man Treibeis auf dem Main sehen (siehe oben zwischen
Dettingen und Mainflingen), auch tagsüber waren es immer noch
-6 °C, mit anhaltender Tendenz. Die Stellen in Steinbrüchen,
die ein wenig Wasser führen, werden zu Orten mit schönen Eiszapfen,
die auch mehrere Meter lang werden können. Der Schnee schmolz
nicht, sondern sublimiert (geht also ohne zu schmelzen in den gasförmigen
Zustand über) weg. In den schattigen Ecken wo die Wintersonne
nicht hinkommt, wächst der Schnee, da hier die Luftfeuchtigkeit
als Eis nieder geschlagen wird.
Es ist eigentlich klar, aber wie viele Dinge koplex und schwer erklärbar. Wenn die Jahresmitteltemperatur um 0,X °C höher oder niedriger wird, dann ist das die Summenkurve eines Jahres (dann müsste man noch unterscheiden an einem Ort, viele Orte oder gemittelt auf eine bestimmte Fläche, z. B. Deutschland). Einzelne Tage spielen dabei kaum eine Rolle, da es ja bis zum Jahresende 365 Tage sind. Diese Abweichungen sind kaum "fühlbar". Trotzdem werden mit einer frappierenden Regelmäßigkeiten die vergangen Monate als "zu warm" beschrieben und die Mittelwerte dann mit dem Zeitraum verglichen, der zu einem passenden Ergebnis führt. Und es gibt immer einen Zeitraum, für den der Monat, ein Sommer oder ein Winter "zu warm" war. Hier wird nach meine Meinung kräftig geschönt, was zwar im beschriebenen Fall stimmen mag, aber hingetrickst ist, da man die Vergleichszeiträum willkürlich aussucht.
Nach 3 Wochen bitterer Kälte - da werden Erinnerungen an die Werke
niederländischer Maler wach. Der Main bei Aschaffenburg am 16.01.2009
von der Mainbrücke gegen das Schloss gesehen. Das bis zu 30
cm dicke (nach Zeitungsaussagen) Eis war tragfähig und so liefen
Menschen übers Eis - man achte auf den dunklen Streifen quer
über den Main. Das mit ca. 1 cm Schnee bestäubte Eis bestand
zunächst aus Eisschollen, die dann zusammen gefroren sind (eine
Art Eisbrekzie). Zuletzt konnte man dies 1982 und vorher 1980 anschauen.
Die Schifffahrt musste eingestellt werden, da kein Fortkommen mehr möglich
war.
Und 2010?
Nach einem schneereichen Winter 2009/2010 konnte man im
Dezember 2010 spüren, dass die langfristigen Wettervorsagen nicht
funktionieren. Früh kam der Schnee und blieb zumindest in den höheren
Lagen dauerhaft liegen. Kurz vor Weihnachten das übliche Tauwetter
und pünktlich zum 24.12.2010 ging der Regen am späten Nachmittag
in Schnee über und am 25.12.2010 hatten wir 15 cm pulvrigen Neuschnee
im Maintal! Dazu weiter Frost und weiteren Schnee mit herrlichem Schneetreiben.
Und die üblichen Begleiterscheinungen: Fußgänger schimpfen
über Schnee und Matsch, genervte Autofahrer, "gestrandete" Fluggäste
und liegen gebliebene Bahnfahrer. Und alle glauben, dass es mit dem
Schnee im menschlichen Handeln ganz normal weiter gehen muss. Hier
ist einfach etwas mehr Geduld und Nachsicht notwendig - der Schnee und
das Eis haben auch außerhalb der Wintersportgebiete ihre schöne
Seiten (z. B. bei einer Wanderung - mit geeignetem Schuhwerk). Aber der Schnee war nur
mit Wolken verbunden, wir hatten über 2 Wochen so gut wie keine
Sonne.
Links. Der Main bei Dettingen im Schneetreiben am 26.12.2010.
Rechts: Die Bundesstraße 8 in Dettingen in Richtung Kleinostheim
mit Schnee!
Und 2012? Zunächst prognostizierten die Medien mit Verweis auf "Fachleute"
noch im Janaur 2012 dass es keinen Kernwinter mehr geben kann! Dann kam
der Frost mit bis zu -15° C, viel Sonne und einem kalten Ostwind und
hielt mind. 2 Wochen an. Der Main führte Treibeis. Da kein Schnee
lag, erwärmte die Sonne den Boden, so dass die Temperaturen tagsüber
auf ca. -5° C ansteigen konnten.
cm-langes Haareis an einem Holzstängel, aufgenommen am
20.02.2011 bei Frammersbach
Haareis kann man in der Regel an Hölzern beobachten. Dazu muss es
nach einer Regenperiode einen mäßigen Frost über mehrere
Tage geben. Dann wachsen aus dem Holz entlang von Rissen und Poren haarfeine
Eisnädelchen von bis zu einigen cm Länge. Die filigranen Gebilde
sind sehr empfindlich gegenüber Berührung, Wärme und
Sonnenlicht. Dabei wird das im Holz befindliche Wasser aus dem Holz in
Eis umgesetzt und infolge der Kapillarkräfte wird so lange Wasser
nachgeliefert, bis die Bildung bei zu strengem Frost zum Erliegen kommt.
Mit Pilz(myzelien) durchsetzte Hölzer zeigen die Erscheinung besonders
gut, da diese größere Mengen Wasser speichern als Hölzer
ohne Pilze.
Die Bildung von haarförmigen Kristallen sind aus dem
Mineralreich hinreichend bekannt, denn haarförmige Mineralien
sind weit verbreitet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Halit,
Gips, Malachit, Amphibole, Kaliumnitrat, gediegen Silber, Antimonit,
...
Eisfall bei Waldaschaff, aufgenommen am 26.02.2011.
Es ist ein Produkt am Nordhang der Felsen nach tagelangem Frost
und fehlender Sonne, so dass das zwischen Bröckelschiefer und
Diorit austretende Wasser gefrieren kann. Der "Eiswasserfall" bildete
sich während des strengen Frostes Anfang Februar 2012 neben der Autobahn
erneut.
Und am 11.02.2012 war der Main in Aschaffenburg wieder zu gefroren.
Nur wenige Stellen blieben aufgrund der Strömung am Tag eisfrei. Nach
zwei Wochen mit Temperaturen von nachts bis -18° C und tagsüber
trotz Sonne nur ca. -5° C friert auch der Main zu - Eis soweit das
Auge reicht.
Trotz der gegenteiligen Prognosen begann der Winter 2012/2013 mit Schnee
und teils strengem Frost, so dass sich in den Steinbrüchen Eisezapfen
ausbildeten.
Meterlange Eiszapfen, teils schräg und sich verzweigend in der
Wand des Rhyoliths von Sailauf,
aufgenommen am 13.12.2012
Eisregen entsteht, wenn eine Warmfront auf bodennahe Kaltluft aufgleitet
und der Regen in der kalten Luft gefriert. Sind Kristallisationkeime vorhanden,
so bilden die runde Kügelchen oder Graupel. Fehlen diese, dann fällt
das unterkühlte Wasser bis zum Boden, um dort schlagartig zu gefrieren.
Beide Niederschlagsphänomene haben massive Auswirkungen auf den
Verkehr. Bei entsprechend dicker Eisauflage auf den Straßen kann man
weder mit dem Auto fahren noch sich als Fußgänger sicher bewegen
(es sei denn, man verwendet Spikes). Auch Flugzeuge
können nicht mehr enteist werden und die Bahnen haben Probleme, wenn
die Oberleitungen vereist sind.
Nach einer Kälteperiode kam es am Nachmittag, des 20.02.2013 zu
einem Eisregen, bei dem der Regen zu kleinen Kügelchen gefror. Links
über dem
durch das Moos durchgepausten Stein eines Verbundpflasters, rechts im
Ausschnitt ist der eingelegte Maßstab 1 cm³ groß. Die
Besonderheit sind die
2 - 3 mm großen und völlig klaren Eiskügelchen, wie Glasperlen.
Die Region Rhein-Main präsentierte sich winterlicher wie der Hochspessart,
aufgenommen am 24.01.2013 am Lohwald mit den Eichen bei Offenbach.
Der Grund liegt darin, dass am 20.1.2013 zunächst der Eisregen die
Bäume und Sträucher nässte bzw. mit einer dünnen Schichts
Eis überkrustete. Dann fielen die Eisperlen (siehe oben), darauf neuerlich
etwas Regen und anschließend nochmals ca. 8 cm Neuschnee. Der war erst
nass und dann in der Nacht zum Montag pulvrig. Die "klebrige" Unterlage sorgte
dafür, dass der Schnee auf allen Zweigen udn Nadeln hängen bzw.
liegen blieb. Die Auflage war dauerhaft, während im Hochspessart die
Schnee wieder von den Zweigen geweht wurde, weil hier kein Eiseregen fiel.
Da der Verbund dauerhaft vom Frost und der Sonne durch Wolken bewahrt wurde,
präsentierte sich die tief liegende Region in einem dauerhaften Weiß,
welches über eine Woche lang zu sehen war.
Überfrorene Graupel vom 07.02.2013. Man erkennt noch Schneesterne,
an die sich winzige Wasertröpfchen angelagert haben, so dass das weiße
mehr oder minder rundliche Eisgebilde wurden,
Bildbreite 3 cm.
Das Bauen von Schneemännern hat eine lange Tradition. Hier wurde eine
ganze Schnee-Familie erbaut; man beachte die
Schneefrau im Bikini! Aufgenommen am 24.02.2013 in einem Garten in Rottenberg.
Das Rhein-Main-Gebiet wurde am Deinstag, den 12.03.2013 von einem großen
Niederschlagsgebiet ganz langsam überquert, welches an einem Tag mit
heftigem Schneefall und nicht gefrorenem Boden mehr als 15 cm Neuschnee hinterließ.
Dies führte in der Schnee nicht gewohnten Region zu chaotischen Verkehrsverhältnissen,
so dass man unverständlicherweise in Offenbach und Frankfurt sogar den
Bus- und S-Bahnbetrieb einstellte. Es schneite so heftig, dass das ausgstreute
Tausalz nicht in der Lage war, den fallenden Schnee bei -3 bis -4 °C
abzuschmelzen, so dass sich auch die viel befahrenen Aufallstraßen
in einem Weiß zeigten. In den Mittelgebirgen der Umgebung war dagegen
deutlich weniger Schnee gefallen. Die folgenden Tage waren von starkem nächtlichen
Frost mit unter -10 °C geprägt, so dass man durchaus von einem "Märzwinter"
sprechen konnte.
BARRY, ROGER & GAN, THIAN YEW (2011): The Global Cryosphäre.
Past, Present and Future.- 472 p., wenige Abb., teils auf Farbseiten, [Cambridge
University Press] New York.
BENN, DOUGLAS I. & EVANS, DAVID J. A. (1998): Glaciers &
Glaciation.- 734 p,
BENTLEY, W. A. & HUMPHREYS, W. J. (1931): Snow Crystals.-
2nd. Ed., 226 p, Nachdruck der originalen Ausgabe mit 2453 Abb.
von Schee- und Eiskristallen, [Dover Pulbic.] New York 1995 BOETZKES,
MANFRED, SCHWEITZER, INGEBORG & VESPERMANN, JÜRGEN (Hrsg.)
(1999): EisZeit Das große Abenteuer der Naturbeherrschung.-
283 S., Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum
Hildesheim, zahlreiche Abb., Profile, Karten, Diagramme, [Jan Thorbecke
Verlag] Stuttgart
EDMAIER, BERNARD & JUNG-HÜTTL, ANGELIKA (1996):
Eisige Welten Im Kosmos der Minusgrade.- 160 S., BLV-Verlag
FRAEDRICH, WOLFGANG (1996): Spuren der Eiszeit Landschaftsformen
in Europa.- 184 S.,
GLASER, RÜDIGER (2001): Klimageschichte Mitteleuropas
1000 Jahre Wetter, Klima und Katastrophen.- 227 S., 71 Abb. als zahlreiche
Diagramme, Fotos., Skizzen und Tabellen, [Primus Verlag] Darmstadt
KUHLE, MATTHIAS (1991): Glazialgeomorphologie.- 241
S., 95 Abb., [Wissenschaftliche Buchgesellschaft] Darmstadt
LORENZ, J. mit Beiträgen von M. OKRUSCH, G. GEYER,
J. JUNG, G. HIMMELSBACH & C. DIETL (2010): Spessartsteine.
Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie
und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische,
mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches
Mittelgebirge.- s. S. 218ff, f623f.
MARCINEK, J. & ROSENKRANZ, E. (1988): Das Wasser
der Erde Eine geographische Meeres- und Gewässerkunde.-
318 S.,
NEES, GERHARD & KEHRER, HERMANN (2002): Alzenauer
Wetterchronik Die interessantesten Wetterereignisse in Alzenau,
im Kahlgrund und am Untermain von 365 bis 1999.- 531 S., 173 Abb.,
19 Tab., 3 Karten, [Reinhold Keim Verlag] Großkrotzenburg
PETRENKO, VICTOR F. & WHITWORTH, ROBERT W. (2002):
Physics of Ice.- 373 p., zahlreiche Fig., Tab., [Oxford University
Press] Oxford GB
Zurück zur Homepage
oder zum Anfang der Seite