Quarz* aus dem Spessart

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main

Quarz Sommerkahl
Ein typischer, weißer Quarzfelsen als ca. 1 t schwerer Block bei Sommerkahl
(ca. 100 m von der Kreuzung mit der Straße von Alzenau nach Schölkrippen),
aufgenommen am 06.06.2005.

Kiselsten
Quarz - der Inbegriff für den Kieselstein,
gut gerundeter Quarz aus der Kiesgrube der Fa. Rachor, gefunden 1974
Bildbreite 6 cm

  
*in der englisch geprägten Handelswelt Quartz


Quarz
Das auffallende, weil im Spessart meist weiße Mineral ist sehr hart (schon der Name ist das Programm! - jeder der versuchte, Quarz mit einem Meißel zu bearbeiten kennt das Geräusch, welches den Namen lautmalerisch beschreibt) und chemisch sehr beständig. Aus diesem Grund wird es bei der Verwitterung nur wenig angegriffen und bleibt lange erhalten. Chemisch sehr einfach zusammen gesetzt: Silizium und Sauerstoff (SiO2); die Struktur ist bereits komplex. Dann gibt es je nach der Temperatur auch noch verschiedene Phasen (Hoch- und Tiefquarz) mit unterschiedlicher kristallographischen Eigenschaften (siehe OKRUSCH & MATTHES 2009:155ff).
Je nach Farbe, Form, Reinheit und den Eigenschaften gibt es eine große Zahl von Namen: Bergkristall, Amethyst, Rauchquarz, Achat, Karneol, Hornstein, Chalcedon, Tiefquarz, Rauchtopas, Herkimer Diamanten, Quarz, Gwindel, Onyx, Rosenquarz, Hoch-Quarz, Rechtsquarz, Japaner Zwilling, ...
Die Verbindung SiO2 kann aber in sehr unterschiedlichen Mineralien kristallisieren, die sich je nach Druck und Temperatur bilden: Cristobalit, Tridymit, Moganit, Lechatelierit, Melanophlogit, Opal-A, Coesit, Stishovit und Seifertit. Mengenmäßig spielen sie an der Erdkruste eine nur sehr geringe Rolle.

Quarzband
Quarzband im Glimmerschiefer aus Hemsbach, angeschliffen und
poliert,
Bildbreite 4 cm
Quarz Damm
Leicht rauchbrauner, teilweise durchsichtiger, aber stark rissiger
Quarz aus einem Gang im Gneis bei Strietwald (Aschaffenburg),
gefunden bei der Erweiterung der Autobahn A3, angeschliffen
und poliert,
Bildbreite 16 cm
derber Quarz mit Baryt
Derber grauer Quarz, durch Verdrängung des eines weißen Baryts
in einem hydrothermalen Gang entstanden. Gefunden am 03.11.2013
südlich von Hain i. Spessart,
Bildbreite 12 cm
Grauer Quarz
Grauer, derber Quarz als Lesestein im Wald aus einem Pegmatit
zwischen Keilberg und Winzenhohl. Solche Stücke sind sehr
beständig und landen nach einem längeren Transport in den Flüssen,
Bildbreite 11 cm
Huckelheim Quarz
Freisteine aus Quarz als Poller gegen Fahrzeuge vor einer Gaststätte
an der Ruhbornstraße in Huckelheim,
aufgenommen am 17.06.2006
Quarz aus dem Pegmatit
Milchigweißer Quarz als rissige Bruchfläche aus einem riesenkörnigen
Pegmatit der Autobahnbaustelle der A3 bei Waldschaff,
Bildbreite 4 cm
Quarz Wasserlos
Vor dem Haupteingang des Kreiskrankenhauses in Wasserlos
liegen 3 größere Quarze aus dem Umfeld von Wasserlos,
aufgenommen am 18.05.2013
Quarz Oberndorf
Selbst Gärten im Sandstein-Spessart werden mit weißen
Quarzstückenverziert, so wie hier ein etwa 1/2 m großes
Stück in Oberndorf (Bischbrunn),
aufgenommen am 04.08.2013
Apatit-Negative
Gelbbrauner Quarz mit sehr vielen Negativen von ehemaligen Apatit-
Kristallen (der wurde im sauren Boden weggelöst), gefunden in
Schöllkrippen, Slg. M. Schuster,
Bildbreite 14 cm
Kieselstein
Weißlicher, rissiger Kieselstein zwischen Sandsteinen, Kiesgrube
Volz & Herbert, Hörstein, aufgenommen am 03.01.2009,
Bildbreite ca. 15 cm
Quarz Heimbacher Mühle
Großer Quarz an der Einfahrt zur Gaststätte Heimbacher Mühle. Der
etwa 350 kg schwere Brocken ist typisch für den dort anstehenden
Hangschutt aus reichlich Lehm und eingestreuten Quarzen (siehe die
Böschung im Hintergrund),
aufgenommem am 20.04.2013
Quarzschotter
Der Hangschutt besteht im Geröllbestand des Hangschuttes zum
größten Teil aus bis zu 25 cm großen, teils gut gerundetem Quarz.
Die Gerölle waren erst nach Regen und Frost in den Böschungen
der Baustelle zur Herstellung des Radweges und der Verbreiterung
der Straße zu sehen,
aufgenommen am 27.04.2013
Quarz als Baustein
Quarz als Baustein in einer Hauswand zusammen mit Amphibolit in
einem Haus an der Straße "Am Kirchberg" in Alzenau. Die meist
weißen und gut gerundeten Gerölle stammen sicher aus dem Schotter
der Kahl,
aufgenommen am 22.10.2013
Quarze im Garten
Vorgartengestaltung mit Quarz: An der Straße Im Felgen in
Sommerkahlkommen im Boden reichlich Quarze vor, die von
den dort wohnenden Menschen zur Gartengestaltung verwandt
werden,
aufgenommen am 10.11.2013
Kieselstein
Bereits im Verwitterungsschutt des Glimmerschiefers in Sommerkahl
sind die resistenten Quarze gerundet und frei von Glimmerblättchen
oder sonstigen Mineralien, die auf die Herkunft schließen ließen.
Aufgenommen nach langem Regen an der Straße Im Felgen in
Sommerkahl
am 10.11.2013
Bergkristall
Der Traumfund: Ein abgerollter Bergkristall aus dem Schotter des Mains,
gefunden 1999 auf einer Überkornhalde der Kiesgrube Volz zwischen
Hörstein und Dettingen. Links ist die einstige Spitze und in der Bildmitte
sieht man die typische Streifung der Prismenflächen. Das Stück stammt
aus dem Spessart (oder mit weit geringerer Wahrscheinlichkeit
Odenwald),
Bildbreite 9 cm
Quarz Laufach
Im Paragneis einer Baugrube an der Straße Am Ameisenacker war
ein ca. 20 cm dickes, zerscherbtes Quarzband nahe der Oberfläche
angeschnitten,
aufgenommen am 23.11.2013
grauer Quarz Waldaschaff
Grauer, leicht zonierter Quarz in einem Pegmatit im Diorit der Böschung
der Autobahn A3 südlich von Waldaschaff,
aufgenommen am 01.12.2013
schlieriger Quarz
Schlieriger Quarz als Geröll aus dem Mainschotter der Kiesgrube
Volz &Herbert in Hörstein. Die weißlichen Schlieren sind Wolken
aus winzig kleinen Flüssigkeitseinschlüssen, die in den klaren Partien
fehlen,
Bildbreite 10 cm
Quarz Goldbach
Strahlend weißer Quarz in einem Garten am Ziegelberg in Goldbach,
aufgenommen am 19.01.2014
Quarz im Gneis
Quarzknauer in einem Gneis einer Baugrube zwischen der
Würzburger Straße und der Beckerstraße in Aschaffenburg,
aufgenommen am 15.02.2014
Quarz Rückersbacher Schlucht
Abgerollter Quarz (ca. 15 cm groß) im Bachwasser des
Rückersbachs in der gleichnamigen Schlucht bei Kleinostheim,
aufgenommen am 16.02.2014
Quarz Wenighösbach
Weiße Quarzbrocken von ca. 25 cm Größe in einer Böschung
eines Parkplatzes des Hotels und Restaurants "Zum Ochsen" in
Wenighösbachan der Dorfstraße mit Blick nach Nordosten,
aufgenommen am 16.05.2014
Quarz in Schöllkrippen
Ca. 150 kg schwerer Quarz als heller Stein zur Gartengestaltung am
Anwesen an der Laudenbacher Str. in Schöllkrippen,
aufgenommen am 04.08.2014
Quarz Joahnnisberg
Quarz, sehr wahrscheinlich aus der näheren Umgebung, als
Dekorsteine in einer Blumenrabatte zwischen Gehsteig und Haus
in Johannesberg an der Oberafferbacher Straße,
aufgenommen am 26.12.2014
Quarz als Gedenkstein
Vor der Fa. TRANSFERTEX an der Lindigstraße in Kleinostheim
wurde ein über 1 t schwerer, weißer Quarz aufgestellt
(die Gedenkplatte fehlt)
aufgenommen am 29.05.2015
Quarz Geiselbach
Einer der größten Quarzsteine in der Region an der Straße zwischen
Omersbach/Krombach und Geiselbach, kurz vor der Einmündung
in die Straße von Hofstetten nach Geiselbach. Die Platte erinnert
an einen amerikanischen Flugzeugabsturz am 14.10.1943;
erbaut 2008,
aufgenommen am 13.06.2015
Quarzgang im Quarzit
Sedimentärer Quarzit mit einem Quarzgang, gefunden im
vorgebrochenen Überkorn der Kiesgrube Weber in
Großostheim,
Bildbreite 8 cm
Quarz im Acker
Zwischen Schimborn und Daxberg wurden auf einem Acker mit einem
glimmerreichen Kristallinboden zahlreiche weiße bis graue Quarze
frei gelegt, die als Verwitterungsrest nur von den Kanten des Pflugs
beschädigt sind,
aufgenommen am 01.05.2016
Quarz im Sandstein
Extrem selten. Brekziierter Sandstein mit weißen Quarz, teils in weißen
Quarzkristallen in den Hohlräumen vorkommend, aus Heigenbrücken,
gefunden um 1970 vom Schreinermeister Stefan ROTH,
Bildbreite 10 cm
Solche Bildungen entstehen im Einflussbereich der Baryt-Mineralisation
Quarz und Quarzitschotter
Schotter aus dem lokalen Quarz und Quarzit des Hanhenkamms
(Geiselbach-Formation) unter dem Löss und Lösslehm der
Ziegeleigrube Zeller bei Alzenau,
aufgenommen am 22.10.2016
Quarz mit Windschliff
Grauer Quarz als rundliches Geröll mit einer Windschlifffläche rechts
der Bildmitte aus der letzten Kaltzeit. Gefunden in der städtischen
Sandgrube der Stadt Alzenau,
Bildbreite 15 cm
polierter Quarz
Quarz geschliffen und poliert. Der Blick ins Innere offenbart einige
Einschlüsse aus Biotit, Hämatit und Risse. Bearbeitet von Thomas
WEIS aus Schneppenbach,
Bildbreite 8 cm





Quarz Stockstadt
Schneeweißer, ca. 3 t schwerer und wenig gerundeter Quarz (kein Quarzit)
an der Schule in Stockstadt. Es handelt sich um den auf S. 17 in der Orts -
Chronik Stockstadt von 1982 abgebildeten Block, welcher aus einer
Kiesgrube der Umgebung stammt. Es ist der größte Quarzblock
den ich kenne,
aufgenommen von Gottfried Schüssler, Stockstadt, am 15.05.2013.3.
Eisdrift:
Solch große Steine kann kein Fluss mit geringem Gefälle transportieren, so dass hier die Eisdrift die naheliegendste Art des Transportes ist. Dabei fror der nicht gestaute und damit sehr flache und weit mäandrierende Main bis auf den Grund zu, so dass die im Fluss liegenden Steine im Eis einegschlossen wurden. Beim Auftauen konnte das Eis als Schollen gehoben werden, so dass die Steine wie in einer Art Floß mehr oder weniger weit transportiert werden konnten. Dabei kam es kaum zu einer Rundung. War der Auftrieb der Eisscholle nicht mehr groß genug, wurde der Stein wieder abgelegt. Dies konnte sich über viele Jahre wiederholen, so dass solche Blöcke auch größere Entfernungen zurück legen konnten, wobei sicher auch lange Phasen dazwischen lagen, wo der Stein an einer Stelle lag und nicht bewegt wurde. Dies war eine Folge der letzten Kaltzeit; im heutigen Main ist so ein Prozess nicht mehr zu beobachten.

Dünensand  Sandkörner
Quarzsand aus den Sanddünen von Alzenau (ungewaschen), Bildbreite 2 cm, rechts ein Detail mit mehr oder weniger gerundeten bis eckigen Sandkörnern aus Quarz, darunter ein völlg farbloses Korn, ein Korn aus Feldspat (links am Rand) und rechts oben ein schwarzes aus einem Eisenoxid, Bildbreite 5 mm.

Sanstein Quarzkörner
Sandkörner, mit Quarz zu Sandstein verfestigt, Oberbecken des Pumpspeicherwerks
von Langenprozelten bei Lohr, Bildbreite 5 mm.

Der Buntsandstein des Spessarts ist das volumenmäßig größte Quarzvorkommen im Spessart. Bei einer durchschnittlichen Mächtigkeit von etwa 300 m (unter Berücksichtigung der Randlagen, der Täler, der Tonsteine im oberen Buntsandstein und maximalen Mächtigkeiten im nordöstlichen Spessart) und einer Fläche von ca. 1.000 km² bei einem Quarzanteil von durchschnittlich geschätzten 90 % und einem Porenvolumen von 10 % liegt hier mit 600 Billionen Tonnen eine unvorstellbare Masse an Quarz.

Als Sand ist das Mineral Quarz jedem bekannt. Als der "Kieselstein" im eigentlichen Sinne ein fester Begriff. Klare Kristalle aus Quarz werden als Bergkristalle bezeichnet, violette als Amethyst usw. Meist sind bei den natürlichen Quarzen winzige Einschlüsse aus Flüssigkeiten vorhanden, die das Material weiß trüben. Den Bedarf für die Schwingquarze der elekronischen Geräte deckt man durch künstlich erzeugte Quarz-Kristalle (Hydrothermalsynthese). Die Geräte ernthalten dann einen "Quartz", so die englische Schreibweise für Quarz. 
Bei Strötzbach (Gemeinde Mömbris) gab es einen Steinbruch zur Gewinnung von Quarz. 

Die Quelle für diese sedimentären Formen der Kieselsteine sind im Vorspessart Quarzgänge. Sie sind in den kristallinen Gesteinen - wie z. B. der Mömbris-Formation - weit verbreitet, aber nur selten im Anstehenden aufgeschlossen. Meist findet man an der Oberfläche auf den Äckern dann Ansammlungen von stückigem Quarz oder/und große Quarzfelsen.
Quarz-Gang Quarz-Gang
Mit ca. 45° einfallender Quarz-Gang im Glmmerschiefer der Mömbris-Formation in einem alten Steinbruch am westlichen
Ortsrand vom Mömbis, aufgenommen am 20.09.2003 (die senkrechten, hellen Linien stammen von den Zähnen der
Baggerschaufel, mit der der Fels abgetragen wurde). Man beachte, dass der Quarz bereits stark zerklüftet ist.

Frei gewachsene Quarzkristalle sind im Spessart sehr selten. Der letzte größere Fund wurde 1983 an der Straßenbaustelle zwischen Hösbach und Schimborn gemacht, wo man in einer alpinotyp-ähnlichen Kluft zahlreiche, rauchbraune Quarzkristalle fand.
Quarzkristall
Quarzkristall mit aufgewachsenem Chlorit (auf der Rückseite noch Epidot)
von der Straßenbaustelle bei Feldkahl, gefunden 1983,
Bildbreite 2,5 cm.


Quarzkristall Hörstein
Fast farblose Quarzkristalle, teils überkrustet von Chlorit, aus einer cm-
breiten Kluft im Amphibolit von Hörstein,
Bildbreite 2 cm.

Solche Quarzgänge in den kristallinen Gesteinen des Spessarts sind sehr unterschiedlich groß. Sie können von wenigen mm bis zu einigen Metern in der Mächtigkeit schwanken. Sie lassen sich über Meter oder 10er Meter verfolgen. Auf größere Massen wurden bereits fürher Abbauversuche unternommen, wie z. B. bei Strötzbach. Außerhalb des Spessarts sind Quarzgänge bekannt, die 10er Meter mächtig und viele Kilometer lang sind, wie der "Pfahl" im Bayerischen Wald.

Quarzblock
Gundolf DAHLHEIMER und Robert EHRENHART (v. l.) aus Dettingen im
Elmertsgrund östlich von Dettingen neben den von ihnen frei gelegten Quarz.
Der ca. 4,5 t schwere Felsblock lag zusammen mit anderen im Hangschutt
etwas oberhalb, aufgenommen am 27.09.2012. Die helle Stelle markiert
den Teil, der vorher aus dem Boden ragte.

Quarz J. Lorenz Bruchfläche Quarz
Der weiße Quarz (teils noch von einer schwarzen und braunen Kruste überzogen) wurde nach einer Reinigung zunächst am Wanderheim des Spessartbundes
in Dettingen aufgestellt, aufgenommen mit Joachim Lorenz am 13.10.2012. Rechts ist eine frische Bruchfläche sichtbar, so dass der typische Glanz und die
unebene Splitterung in dem von Rissen durchzogenen Mineral erkennbar wird (Bildbreite ca. 10 cm). Der große Block wurde fachmännisch vom Forstbetrieb
Michael Morosz aus Kahl und von Karl Marek, Baggerbetrieb aus Schöllkrippen, aus dem Wald an das Wanderheim transportiert - danke dafür!

Quarz im Kreisel
Der große Quarzfelsen hat auf dem Kreisel der B8 aus Richtung Kleinostheim
kommend seinen Platz gefunden und er begrüßt den Autofahrer mit dem
eingravierten Text: "Willkommen in Karlstein" und dem colorierten Wappen,
eingemeißelt vom karlsteiner Steinmetz Martin Stein,
aufgenommen am 10.08.2013.

Die Zeitung "Main-Echo" hatte am 20. August 2013 den Stein mit der Überschrift "Karlstein grüßt mit Quarz-Gigant Verkehrskreisel: Sechs-Tonnen-Findling mit Gemeindewappen ziert Rondell an der Dettinger Lindighalle" vorgestellt. Der Text mit dem Hinweis, dass der Quarz 22 Millionen Jahre alt sei, entspricht nicht dem gegenwärtigen Kenntnisstand. Vielmehr ist ein Alter von ca. 330 Millionen Jahren aus den Fundumständen zu schließen - siehe unten.
Der Fels erfreut sich inzwischen einer so großen Beliebtheit, dass er auf dem Titelblatt der CSU zu den Gemeinderatswahlen am 16. März 2014 "Karlstein gewinnt. Projekte. Ideen. Visionen" gedruckt wurde.


Die Entstehung kann man wie folgt erklären: 
Während der Gesteinsumwandlung durch die Metamorphose vor ca. 330 Millionen Jahren im Rahmen der variskischen Gebirgsbildung wurde durch den ungeheuren Druck von über 5.000 bar bei ca. 650° C ein Teil des Quarzes - insbesondere die kleinsten Teilchen - in dem Vorgängergestein der heutigen Kristallingesteine gelöst und diese Lösungen wanderten in Schwächezonen und Druckschatten. Hier kristallisierte der Quarz als sehr späte Bildung in den Rissen und Spalten aus. Da das Wachstum nicht unter Laborbedingungen geschah, wurden winzige Tröpfchen der Lösung (Fluide) bei Wachstum mit eingeschlossen, so dass das Licht an diesen nur unter dem Mikroskop erkennbaren Hohlräumen gestreut wird (oft sind noch kleinste Kristalle und Gasblasen in der Flüssigkeit enthalten; man kann daraus die Druck- und Temperaturbedingungen der Bildung ableiten). Deshalb ist der Quarz  (auch als Segregationsquarz bezeichnet) meist weiß oder grau. Dazu gesellen sich in der Regel noch geringe Mengen an randlichen Einschlüssen anderer Mineralien wie silbriger Glimmer, schwarzer Turmalin und metallisch glänzende Eisenoxide. Größere, frei gewachsene Quarzkristalle sind im Spessart äußerst selten und nur aus dem Raum Unterafferbach, Glattbach und Damm bekannt. 

Wenn das Gestein mit dem Quarzband so nahe an der Oberfläche kommt, dass es in die Einflusssphäre der Verwitterung gelangt, dann wird in der Regel das Nebengestein schneller durch die Verwitterung gelockert und abgetragen. Die sehr beständigen Quarze bleiben erhalten und reichern sich an der Oberfläche an (siehe die Böschung an der Heimbacher Mühle, Foto oben). Bei großen Brocken ist das noch auffälliger, da diese auch unter natürlichen Bedingungen nur schlecht transportiert werden können. 

Die auffallenden Steine werden seit langem gesammelt (die Vorgärten in der Region legen dafür Zeugnis ab - siehe Fotos oben), so dass heute nur noch an ganz entlegenen Stellen solche Quarze an ihrem urspürnglichen Ort liegen. Beispielsweise stammen die vielen Quarze in dem im 18. Jahrhundert gestalteten Landschaftspark Schönbusch in Aschaffenburg aus den Wäldern von Dettingen, Kleinostheim und Mainaschaff.  Für die Glasproduktion im Spessart wurden diese Gangquarze nicht oder nur in Ausnahmefällen verwandt. Zur Glasherstllung hätte man diesen Quarz erst brechen und mahlen müssen, was beim Sand (aus dem Sandstein) nicht notwendig war. 
 

In dieser Tradition kam der Vorschlag: 
Die Tageszeitung Main-Echo berichtete in der Ausgabe vom Mittwoch, den 21.11.2012 auf der Seite 15 (Ausgabe Alzenau) darüber. Die Finder schlugen darin vor, dass man den Steinblock auf die Verkehrsinsel im Kreisel der Bundesstraße 8 am Ortausgang von Dettingen (Karlstein) nach Kleinostheim legt. Dies ist ein würdiger Platz für den Stein aus Dettungen. Da er dort immer Sonne hätte, würde er auch nicht von Algen und Moos überwuchert werden.


Aber Quarz ist noch viel mehr!
Quarz ist der Bestandteil vieler Gesteine, bei denen die der Quarz mit dem bloßen Auge schlecht oder gar nicht erkennbar ist: 

Achat
Achat ist eine oft attraktive Form eines feinstkristallinen
(kryptokristallinen Quarzes, versehen mit verschiedenen
Metallionen und fremden Mineralien, die die Farben
verusachen. Das Stück stammt vom Rehberg bei
Sailauf
.
Bildbreite 5 cm
Quarzit
Auch dies ist Quarz, entstanden durch die Einwirkung von
Fluiden aus Kalkstein. Das Stück stammt aus einem
kleinen Steinbruch bei Kleinostheim.
Bildbreite 11 cm
Hornstein
Dichter Hornstein, der die unterschiedlich porösen Lagen
nachzeichnet. Diese oft braunen Konkretionen stammen
aus den Kalken von Muschelkalk, Keuper, Jura und
Kreide. Das Geröll wurde in den Schottern des Mains in
der Kiesgrube der Fa. Weber bei Großostheim
abgelagert. 
Bildbreite 13 cm
Kieselschiefer
Schwarzer Kieselschiefer (auch als Lydit oder Radiolarit
bezeichnet) mit weißen Adern aus Quarz. Das ganze
Stück besteht aus Quarz; im schwarzen Material ist
Kohlenstoff als Pigment enthalten. Diese Gesteine wurden
vom Main aus dem Frankenwald nach Hörstein trans-
portiert.
Bildbreite das angeschliffenen und polierten Stückes
10 cm
Fossiles Holz
Verkieseltes Holz (angeschliffen) mit Strukturerhaltung,
da heißt man sieht die die ehemaligen Holzzellen des
Holzes. Das Material besteht zum größten Teil aus
Quarz, eingefärbt mit Eisenhydroxiden. Dieses Holz
stammt aus den Mainschottern der Kiesgrube Volz und
Herbert
am Rande von Hörstein.
Bildbreite 7 mm
Chalcedon
Seltsames Stück grobzellig-löchtiger Chalcedon mit
Eisenhydroxiden und Moganit. Auch das ist alles Quarz,
wenngleich in einer Art "Leichtbauweise". Die Natur
und Entstehung konnte noch nicht geklärt werden, aber
vermutlich waren Bakterienmatten bei der Entstehung
die strukturbildende Ursache. Das Stück stammt aus
Kleinostheim
Bildbreite 11 cm
Flint
Abgerolltes Stück Flint (Feuerstein, Silex) aus den Main-
schottern von Großostheim. Flint ist auch eine dichte
Form des Quarzes. Diese Steine stammen aus den Kalk-
gebieten des Einzugsgebietes des Mains oberhalb von
Marktheidenfeld; gefunden in der Kiesgrube der Fa.
Weber bei Großostheim
Bildbreite 10 cm
Quarzit metamorph
Quarzit (metamorph). Das durch Hitze und Druck aus
einem Sandstein entstandene Gestein besteht zu mehr als
90 % aus Quarz. Die dunklen Lagen enthalten etwas
Glimmer und auch Granat. Das Handstück zeigt eine
Verwerfung und stammt aus dem ehemaligen
MHI-Steinbruch bei Hemsbach.
Bildbreite 8 cm
Pseudomorphose von Quarz nach Baryt
Verdrängung von Chalcedon (Quarz) nach Baryt aus der
Halde der Grube Marga bei Eichenberg.
Bei Reichenbach im nahen Odenwald baut man einen
ganzen Gang aus Quarz als Pseudomorphose nach Baryt
ab und stellt daraus Grabsteine her.
Bildbreite 9 cm
Fulgurit
Die Blitzröhre besteht aus Quarzglas zwischen den Sand-
Körnern. Das natürliche Quarzglas (Lechatelierit) entsteht
durch die sehr hohen Temperaturen des Plasmas des
Blitzes. Das Stück wurde 1973 in der ehemaligen
Kiesgrube Schultz zwischen Dettingen und Kleinostheim
gefunden.
Bildbreite 2 cm
Quarzporphyr
Das vulkanische Gesteine mit rhyolithischer Zusammen-
setzung wird auch wegen des Gehaltes an freiem Quarz
Quarzporphyr genannt. Der Gehalt an Quarz in der Form
kleiner Kristalle ist aber nur gering. Das Foto eines
Dünnschliffs bei linear polarisiertem Licht wurde an einer
Probe von der Hartkoppe bei Sailauf angefertigt,
Bildbreite 5 mm
Schriftgranitische Verwachsung
Pegmatite sind oft reich an Quarz: Unter bestimmten
Bedingungen können Quarz und Feldspat gemeinsam
aus der wässrigen Schmelze auskristallisieren. Dabei
wachsen die Quarze zu langen Formen, die im Quer-
bruch an eine alte Schrift erinnern, so dass man von
einem "Schriftgranit" spricht. Das Stück stammt aus
der Tunnelbaustelle bei Laufach.
Bildbreite 5 cm

 

Literaturhinweise:
Autorenkollektiv (2015): Amethyst. Klassiker aus Österreich. Südafrikanische Katusquarze. Marrokanische Eieruhren. Amethyst aus der Schweiz. Jacksons Crossroads, USA. Mexikanische Schätze. Amethystzwillinge aus Madagaskar.- extraLapis No. 49, 114 S., sehr viele farb. Abb., [Christian Weise Verlag] München.
Autorenkollektiv (1997): BIA-Report Quarz am Arbeitsplatz.- 118 S., herausgegeben vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften 7/97.
FREYBERG, B. v. (1926): Die Tertiärquarzite Mitteldeutschlands und ihre Bedeutung für die Feuerfeste Industrie.- 243 S., 32 Textabb., 15 Tafeln, [Verlag von Ferdinand Encke] Stuttgart.
HYRSL, J. & NIEDERMAYR, G. (2003): Geheimnissvolle Welt: Einschlüsse im Quarz  Magic World: Inclusions in Quartz.- 240 S., sehr zahlreiche farb. Abb. im Text, [Bode Verlag] Haltern.
LORENZ, J. mit Beiträgen von Okrusch, M., Geyer, G., Jung, J., Himmelsbach, G. & Dietl, C. (2010): Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein - eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge. VI + 912 S., 2.532 meist farbigen Abb., 134 Tab. und 38 Karten (davon 1 auf einer ausklappbaren Doppelseite), [Helga Lorenz Verlag] Karlstein.
OKRUSCH, M. & MATTHES, S. (2009): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde.- 8. vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl., 658 S., 438 Abb., davon 133 in Farbe), zahlreiche Tab., [Springer Verlag] Berlin.
OKRUSCH, M., GEYER, G. & LORENZ, J. (2011): Spessart. Geologische Entwicklung und Struktur, Gesteine und Minerale.- 2. Aufl., Sammlung Geologischer Führer Band 106, VIII, 368 Seiten, 103 größtenteils farbige Abbildungen, 2 farbige geologische Karten (43 x 30 cm) [Gebrüder Borntraeger] Stuttgart.
RUSTERMEYER, P. [Hrsg.] (2009): Quarz. Formen. Farben. Varietäten.- extraLapis No. 37, - 98 S., sehr viele farb. Abb., [Christian Weise Verlag] München.
RYKART, R. (1995): Quarz-Monographie Die Eigenheiten von Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, Chalcedon, Achat, Opal und anderen Varietäten.- 2. Aufl., 462 S., 237 Abb. in Text, 24 SW-Tafeln, 45 Farbtafeln, [Ott Verlag] Thun.


Quarz im Schönbusch, Aschaffenburg

Quarz, Schönbuch Aschaffenburg
Weißer Quarzblock aus dem Stiftswald von Dettingen im Landschaftspark Schönbusch,
aufgenommen am 29.04.2001.
Dass man aus den Wäldern große, weiße Quarze zur Verschönerung holt, ist nicht neu. Bereits der Erbauer des Parks Schönbusch (1775 begonnen), ließ Ende des 18. Jahrhunderts einige Tonnen dieser weißen Quarze nach Aschaffenburg transportieren! 

Quarz in dem Geschäft "Kristalldruse", Heigenbrücken

Rosenquarz Amethyst
Links: Ein etwa 7,4 t schwerer Rosenquarz aus Namibia in Heigenbrücken neben der Kristall-Stube am Bornackerweg 19.
Der Edelsteinschleifer Walter Narr schliff ein Wildschwein in die Frontseite.
Rechts: fast 2 m hohe Druse aus einem Basalt aus Südamerika. Das ca. 0,5 t schwere Teil stammt aus der Frühzeit der
Abbaue, wo man noch keine Farbe auf die Oberfläche der Mandeln strich.
aufgenommen am 24.03.2013

Quarz auf der Mineralienbörse, St.-Marie-aux-Mines, Vogesen, Frankreich

Quarzkugel
Ca. 1,4 m große Kugel aus weißem Quarz, gesehen
im Regen auf der Mineralienbörse in Ste-Marie-aux-Mines in
den Vogesen, am 29.06.2013


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